Die Nacht ist finster, schwül und bang, Der Wind im Walde tost; Ich wandre fort die Nacht entlang, Und finde keinen Trost.
Und mir zur Seite, engelmild, Und, ach, so schmerzlich traut, Zieht mein Geleite hin, das Bild Von meiner todten Braut.
Ihr bleiches Antlitz bittet mich, Was mich ihr süßer Mund So zärtlich bat und feierlich In ihrer Sterbestund':
"Bezwinge fromm die Todeslust, "Die dir im Auge starrt, "Wenn man mich bald von deiner Brust "Fortreisset und verscharrt!"
Nächtliche Wanderung.
Die Nacht iſt finſter, ſchwuͤl und bang, Der Wind im Walde tost; Ich wandre fort die Nacht entlang, Und finde keinen Troſt.
Und mir zur Seite, engelmild, Und, ach, ſo ſchmerzlich traut, Zieht mein Geleite hin, das Bild Von meiner todten Braut.
Ihr bleiches Antlitz bittet mich, Was mich ihr ſuͤßer Mund So zaͤrtlich bat und feierlich In ihrer Sterbeſtund':
„Bezwinge fromm die Todesluſt, „Die dir im Auge ſtarrt, „Wenn man mich bald von deiner Bruſt „Fortreiſſet und verſcharrt!“
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Nächtliche Wanderung.
Die Nacht iſt finſter, ſchwuͤl und bang,
Der Wind im Walde tost;
Ich wandre fort die Nacht entlang,
Und finde keinen Troſt.
Und mir zur Seite, engelmild,
Und, ach, ſo ſchmerzlich traut,
Zieht mein Geleite hin, das Bild
Von meiner todten Braut.
Ihr bleiches Antlitz bittet mich,
Was mich ihr ſuͤßer Mund
So zaͤrtlich bat und feierlich
In ihrer Sterbeſtund':
„Bezwinge fromm die Todesluſt,
„Die dir im Auge ſtarrt,
„Wenn man mich bald von deiner Bruſt
„Fortreiſſet und verſcharrt!“
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Lenau, Nikolaus: Gedichte. Stuttgart, 1832, S. 56. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/lenau_gedichte_1832/70>, abgerufen am 10.08.2024.
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