Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Lenz, Jakob Michael Reinhold: Die Soldaten. Leipzig, 1776.

Bild:
<< vorherige Seite


Fünfte Scene
in Lille.
Marys Wohnung.
Mary. Stolzius als Soldat.
Mary (zeichnet, sleht auf.) Wer da, (sieht
ihn lang an und steht auf
)
Stolzius?
Stolzius. Ja, Herr.
Mary. Wo zum Element kommt ihr
denn her? und in diesem Rock? (kehrt ihn um)
Wie verändert, wie abgefallen, wie blaß?
Jhr könntet mirs hundertmal sagen, ihr
wärt Stolzius, ich glaubt es euch nicht.
Stolzius. Das macht der Schnurr-
bart, gnädiger Herr. Jch hörte, daß
Ew. Gnaden einen Bedienten brauchten,
und weil ich dem Herrn Obristen sicher
bin, so hat er mir die Erlaubniß gegeben,
hierher zu kommen, um allenfalls Jhnen
einige Rekruten anwerben zu helfen, und
Sie zu bedienen.
Mary. Bravo! ihr seyd ein braver
Kerl! und das gefällt mir, daß ihr dem
König dient. Was kommt auch heraus
bey
E 3


Fuͤnfte Scene
in Lille.
Marys Wohnung.
Mary. Stolzius als Soldat.
Mary (zeichnet, ſleht auf.) Wer da, (ſieht
ihn lang an und ſteht auf
)
Stolzius?
Stolzius. Ja, Herr.
Mary. Wo zum Element kommt ihr
denn her? und in dieſem Rock? (kehrt ihn um)
Wie veraͤndert, wie abgefallen, wie blaß?
Jhr koͤnntet mirs hundertmal ſagen, ihr
waͤrt Stolzius, ich glaubt es euch nicht.
Stolzius. Das macht der Schnurr-
bart, gnaͤdiger Herr. Jch hoͤrte, daß
Ew. Gnaden einen Bedienten brauchten,
und weil ich dem Herrn Obriſten ſicher
bin, ſo hat er mir die Erlaubniß gegeben,
hierher zu kommen, um allenfalls Jhnen
einige Rekruten anwerben zu helfen, und
Sie zu bedienen.
Mary. Bravo! ihr ſeyd ein braver
Kerl! und das gefaͤllt mir, daß ihr dem
Koͤnig dient. Was kommt auch heraus
bey
E 3
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0073" n="69"/>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
        <div n="2">
          <head> <hi rendition="#g">Fu&#x0364;nfte Scene</hi> </head><lb/>
          <stage> <hi rendition="#c">in Lille.<lb/>
Marys Wohnung.<lb/><hi rendition="#fr">Mary. Stolzius</hi> als Soldat.</hi> </stage><lb/>
          <sp who="#MARY">
            <speaker>Mary</speaker>
            <stage>(<hi rendition="#fr">zeichnet, &#x017F;leht auf.</hi>)</stage>
            <p>Wer da, <stage>(<hi rendition="#fr">&#x017F;ieht<lb/>
ihn lang an und &#x017F;teht auf</hi>)</stage> Stolzius?</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#STO">
            <speaker>Stolzius.</speaker>
            <p>Ja, Herr.</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#MARY">
            <speaker>Mary.</speaker>
            <p>Wo zum Element kommt ihr<lb/>
denn her? und in die&#x017F;em Rock? <stage>(<hi rendition="#fr">kehrt ihn um</hi>)</stage><lb/>
Wie vera&#x0364;ndert, wie abgefallen, wie blaß?<lb/>
Jhr ko&#x0364;nntet mirs hundertmal &#x017F;agen, ihr<lb/>
wa&#x0364;rt Stolzius, ich glaubt es euch nicht.</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#STO">
            <speaker>Stolzius.</speaker>
            <p>Das macht der Schnurr-<lb/>
bart, gna&#x0364;diger Herr. Jch ho&#x0364;rte, daß<lb/>
Ew. Gnaden einen Bedienten brauchten,<lb/>
und weil ich dem Herrn Obri&#x017F;ten &#x017F;icher<lb/>
bin, &#x017F;o hat er mir die Erlaubniß gegeben,<lb/>
hierher zu kommen, um allenfalls Jhnen<lb/>
einige Rekruten anwerben zu helfen, und<lb/>
Sie zu bedienen.</p>
          </sp><lb/>
          <sp who="#MARY">
            <speaker>Mary.</speaker>
            <p>Bravo! ihr &#x017F;eyd ein braver<lb/>
Kerl! und das gefa&#x0364;llt mir, daß ihr dem<lb/>
Ko&#x0364;nig dient. Was kommt auch heraus<lb/>
<fw place="bottom" type="sig">E 3</fw><fw place="bottom" type="catch">bey</fw><lb/></p>
          </sp>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[69/0073] Fuͤnfte Scene in Lille. Marys Wohnung. Mary. Stolzius als Soldat. Mary (zeichnet, ſleht auf.) Wer da, (ſieht ihn lang an und ſteht auf) Stolzius? Stolzius. Ja, Herr. Mary. Wo zum Element kommt ihr denn her? und in dieſem Rock? (kehrt ihn um) Wie veraͤndert, wie abgefallen, wie blaß? Jhr koͤnntet mirs hundertmal ſagen, ihr waͤrt Stolzius, ich glaubt es euch nicht. Stolzius. Das macht der Schnurr- bart, gnaͤdiger Herr. Jch hoͤrte, daß Ew. Gnaden einen Bedienten brauchten, und weil ich dem Herrn Obriſten ſicher bin, ſo hat er mir die Erlaubniß gegeben, hierher zu kommen, um allenfalls Jhnen einige Rekruten anwerben zu helfen, und Sie zu bedienen. Mary. Bravo! ihr ſeyd ein braver Kerl! und das gefaͤllt mir, daß ihr dem Koͤnig dient. Was kommt auch heraus bey E 3

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/lenz_soldaten_1776
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/lenz_soldaten_1776/73
Zitationshilfe: Lenz, Jakob Michael Reinhold: Die Soldaten. Leipzig, 1776, S. 69. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/lenz_soldaten_1776/73>, abgerufen am 13.05.2021.