wo sich die Ausdünstungen des Meeres sammeln sie thümmen sich über die Insel auf 5000 Fuss Höhe auf, und geben ihr die Gestalt eines Berges. Dasselbe ist bei den Sandbänken, da das Wasser kälter an den Untiefen ist, so setzen sich darüber die wärmeren Ausdünstungen ab. Die Wolken wirken auf die Atmosphere 1tens daß sie die Intensitaet des Lichts der Sonne vermindern. Daher im westlichen PerudasTermometer nie über 17° R. steigt, da es an denselben Breiten wo anders die Höhe von 24° erreicht. Ist man nun an die letzte Temperatur gewohnt, so scheint das Clima in Peru eine Kälte. 2tens als Wärme erregend, indem sie das Strahlen des Erdkörpers hindern. Beobachtungen zeigten, daß wenn über einen freien Himmel eine Wolke wegzieht, dasTermometer gleich um einige Grade steigt. Darauf bezieht sich auch der Spruch des Volkes, es wird frieren denn der Himmel ist rein. Cf. des Engländers Ruel's physikalischeTheorie des Tauens, wo Gründe der Erkältung derAtmosphere angegeben
wo ſich die Ausdünstungen des Meeres sam̃eln ſie thümmen ſich über die Inſel auf 5000 Fuss Höhe auf, und geben ihr die Geſtalt eines Berges. Daſſelbe iſt bei den Sandbänken, da das Waſſer kälter an den Untiefen iſt, ſo ſetzen ſich darüber die wärmeren Ausdünstungen ab. Die Wolken wirken auf die Atmosphere 1tens daß ſie die Intensitaet des Lichts der Soñe vermindern. Daher im weſtlichen PerudasTermometer nie über 17° R. ſteigt, da es an denſelben Breiten wo anders die Höhe von 24° erreicht. Ist man nun an die letzte Temperatur gewohnt, ſo ſcheint das Clima in Peru eine Kälte. 2tens als Wärme erregend, indem ſie das Strahlen des Erdkörpers hindern. Beobachtungen zeigten, daß weñ über einen freien Him̃el eine Wolke wegzieht, dasTermometer gleich um einige Grade ſteigt. Darauf bezieht ſich auch der Spruch des Volkes, es wird frieren deñ der Him̃el iſt rein. Cf. des Engländers Ruel’s ⎡physikaliſcheTheorie des Tauens, wo Gründe der Erkältung derAtmosphere angegeben
<TEI><text><body><divtype="session"n="45"><divn="1"><divn="2"><p><pbfacs="#f0190"n="323"/>
wo ſich die Ausdünstungen des Meeres<lb/>
sam̃eln ſie thümmen ſich über die Inſel<lb/>
auf 5000 <hirendition="#aq">Fuss</hi> Höhe auf, und geben ihr die<lb/>
Geſtalt eines Berges. Daſſelbe iſt bei<lb/>
den Sandbänken, da das Waſſer <choice><orig>kalter</orig><regresp="#SB">kälter</reg></choice><lb/>
an den Untiefen iſt, ſo ſetzen ſich darüber<lb/>
die wärmeren Ausdünstungen ab.<lb/>
Die Wolken wirken auf die <hirendition="#aq">Atmosphere</hi><lb/>
1<hirendition="#sup">tens</hi> daß ſie die <hirendition="#aq">Intensitaet</hi> des Lichts<lb/>
der Soñe vermindern. Daher im <choice><abbr>weſtl.</abbr><expanresp="#SB">weſtlichen</expan></choice><lb/><hirendition="#aq">Peru</hi><choice><abbr>ds</abbr><expanresp="#SB">das</expan></choice><hirendition="#aq">Termometer</hi> nie über 17° R. ſteigt,<lb/>
da es an denſelben Breiten wo anders<lb/>
die Höhe von 24° erreicht. Ist man nun<lb/>
an die letzte <choice><abbr>Tmprtr</abbr><expanresp="#SB">Temperatur</expan></choice> gewohnt, ſo ſcheint<lb/>
das <hirendition="#aq">Clima</hi> in <hirendition="#aq">Peru</hi> eine Kälte. 2<hirendition="#sup">tens</hi><lb/>
als Wärme erregend, indem ſie das<lb/>
Strahlen des Erdkörpers hindern.<lb/>
Beobachtungen zeigten, <choice><abbr>dß</abbr><expanresp="#SB">daß</expan></choice> weñ über<lb/>
einen freien Him̃el eine Wolke<lb/>
wegzieht, <choice><abbr>ds</abbr><expanresp="#SB">das</expan></choice><hirendition="#aq">Termometer</hi> gleich um einige<lb/>
Grade ſteigt. Darauf bezieht ſich auch<lb/>
der Spruch des Volkes, es wird frieren<lb/>
deñ der Him̃el iſt rein. <hirendition="#aq">Cf</hi>. des Engländer<delrendition="#s">s</del><lb/><hirendition="#aq"><persNameresp="#SB"ref="http://www.deutschestextarchiv.de/kosmos/person#gnd-124462286 http://d-nb.info/gnd/124462286">Ruel</persName></hi>’s <addplace="superlinear"><metamark/><choice><abbr>physikal.</abbr><expan>physikaliſche</expan></choice></add>Theorie des Taue<delrendition="#ow">n</del><addplace="across">s</add>, wo Gründe<lb/>
der Erkältung <choice><abbr>dr</abbr><expanresp="#SB">der</expan></choice><hirendition="#aq">Atmosphere</hi> angegeben<lb/></p></div></div></div></body></text></TEI>
[323/0190]
wo ſich die Ausdünstungen des Meeres
sam̃eln ſie thümmen ſich über die Inſel
auf 5000 Fuss Höhe auf, und geben ihr die
Geſtalt eines Berges. Daſſelbe iſt bei
den Sandbänken, da das Waſſer kalter
an den Untiefen iſt, ſo ſetzen ſich darüber
die wärmeren Ausdünstungen ab.
Die Wolken wirken auf die Atmosphere
1tens daß ſie die Intensitaet des Lichts
der Soñe vermindern. Daher im weſtl.
Peru ds Termometer nie über 17° R. ſteigt,
da es an denſelben Breiten wo anders
die Höhe von 24° erreicht. Ist man nun
an die letzte Tmprtr gewohnt, ſo ſcheint
das Clima in Peru eine Kälte. 2tens
als Wärme erregend, indem ſie das
Strahlen des Erdkörpers hindern.
Beobachtungen zeigten, dß weñ über
einen freien Him̃el eine Wolke
wegzieht, ds Termometer gleich um einige
Grade ſteigt. Darauf bezieht ſich auch
der Spruch des Volkes, es wird frieren
deñ der Him̃el iſt rein. Cf. des Engländer
Ruel’s physikal. Theorie des Taues, wo Gründe
der Erkältung dr Atmosphere angegeben
Informationen zur CAB-Ansicht
Diese Ansicht bietet Ihnen die Darstellung des Textes in normalisierter Orthographie.
Diese Textvariante wird vollautomatisch erstellt und kann aufgrund dessen auch Fehler enthalten.
Alle veränderten Wortformen sind grau hinterlegt. Als fremdsprachliches Material erkannte
Textteile sind ausgegraut dargestellt.
Anmerkungen zur Edition: Bei dem vorliegenden Manuskript handelt es sich
um ein Fragment. Es setzt in der 23. Vorlesung (23.01.1828) ein und endet
mit der letzten Vorlesung am 26.04.1828.
Mehrere Blätter sind falsch gebunden: Zwei Blätter sind an einer ganz
falschen Stelle, zwei weitere vertauscht und außerdem kopfstehend
(Reihenfolge der Seiten im Manuskript: 141–156, 137–140, 157–414, 418,
417, 416, 415, 419–434). Die Reihenfolge der Biddigitalisate und der
Transkription wurde korrigiert.
Libelt, Karol: Wykłady Humboldta na uniwersytecie Berlińskim: notaty prelekcyj tych po uczniu Jego Karolu Libelcie. [s. l.], [1828]. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.], S. 323. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/libelt_hs6623ii_1828/190>, abgerufen am 25.09.2024.
Alle Inhalte dieser Seite unterstehen, soweit nicht anders gekennzeichnet, einer
Creative-Commons-Lizenz.
Die Rechte an den angezeigten Bilddigitalisaten, soweit nicht anders gekennzeichnet, liegen bei den besitzenden Bibliotheken.
Weitere Informationen finden Sie in den DTA-Nutzungsbedingungen.
Insbesondere im Hinblick auf die §§ 86a StGB und 130 StGB wird festgestellt, dass die auf
diesen Seiten abgebildeten Inhalte weder in irgendeiner Form propagandistischen Zwecken
dienen, oder Werbung für verbotene Organisationen oder Vereinigungen darstellen, oder
nationalsozialistische Verbrechen leugnen oder verharmlosen, noch zum Zwecke der
Herabwürdigung der Menschenwürde gezeigt werden.
Die auf diesen Seiten abgebildeten Inhalte (in Wort und Bild) dienen im Sinne des
§ 86 StGB Abs. 3 ausschließlich historischen, sozial- oder kulturwissenschaftlichen
Forschungszwecken. Ihre Veröffentlichung erfolgt in der Absicht, Wissen zur Anregung
der intellektuellen Selbstständigkeit und Verantwortungsbereitschaft des Staatsbürgers zu
vermitteln und damit der Förderung seiner Mündigkeit zu dienen.
Zitierempfehlung: Deutsches Textarchiv. Grundlage für ein Referenzkorpus der neuhochdeutschen Sprache. Herausgegeben von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin 2024. URL: https://www.deutschestextarchiv.de/.