die größte Ruhe zu herrschen scheint, wird ein kotiger Schlamm explodirt der oft kleine Steine mitunter enthält. Die Luft- art die sich dabei entwickelt ist nicht hetero- gene Kohlensäure, sondern Stickgas. Dies hat Pallas untersucht bei den Luftvulcane in Krim auf der Insel Taman. Dasselbe beobachtete Parrot, der auch den Spiegel des caspischen Meeres viel niedriger gefunden hat, als den des schwarzen Meeres.
Die Kothvulcane hängen mit den Erhebun- gen der Inseln zusammen, wie dies an den Azoren am 5 September 1799 und am 10 Mai 1814 geschah. Die Inseln waren ganz mit der Schlammmasse bedeckt. In den Italischen Luftvulcanen entwickelt sich nicht Stickgas sondern schweflichter Wasserstoffgas, man hört dabei oft starkes Getöse wie des siedenden Wassers.
Die eigentlichenVulcane sind in Verbindung mit den irdischen Sub- stanzen. Eine positive Definition eines eigentlichen Vulcanes ist nicht leicht zu geben. Man bezieht den Namen fälschlich auf einzelne Eruptionen. Cf. das Werk von Leopold
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Die Kothvulcane hängen mit den Erhebun-
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1814 geſchah. Die Inſeln waren ganz mit
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Vulcanes iſt nicht leicht zu geben. Man bezieht
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mit der letzten Vorlesung am 26.04.1828.
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(Reihenfolge der Seiten im Manuskript: 141–156, 137–140, 157–414, 418,
417, 416, 415, 419–434). Die Reihenfolge der Biddigitalisate und der
Transkription wurde korrigiert.
Libelt, Karol: Wykłady Humboldta na uniwersytecie Berlińskim: notaty prelekcyj tych po uczniu Jego Karolu Libelcie. [s. l.], [1828]. [= Nachschrift der ‚Kosmos-Vorträge‛ Alexander von Humboldts in der Berliner Universität, 3.11.1827–26.4.1828.], S. 208. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/libelt_hs6623ii_1828/73>, abgerufen am 25.09.2024.
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