Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Löhe, Wilhelm: Etwas aus der Geschichte des Diaconissenhauses Neuendettelsau. Nürnberg, 1870.

Bild:
<< vorherige Seite
4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein,
laß uns im Himmel haben Theil
hilf deinem Volk Herr Jesu Christ,
wart und pfleg ihr zu aller Zeit,
5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich
Behüt uns heut, o treuer Gott,
Sei uns gnädig, o Herre Gott,
Zeig uns deine Barmherzigkeit,
Auf dich hoffen wir, lieber Herr,
mit deim theurn Blut erlöset sein;
mit den Heiligen in ewigem Heil;
und segen, was dein Erbtheil ist;
und heb sie hoch in Ewigkeit.
und ehrn dein Namen stetiglich.
vor aller Sünd und Missethat!
sei uns gnädig in aller Noth!
wie unser Hoffnung zu dir steht;
in Schanden laß uns nimmermehr.
Beide Chöre.
Amen!
Dr. Martin Luther.
§. 3.
Betsaalbau.

Als der erste Abendgottesdienst im ersten Betsaal des neugeweihten Hauses vorüber war, verwandelte sich der Betsaal in einen Speisesaal und die reiche Festversammlung hielt, die Armen der Gemeinde von Dettelsau in ihrer Mitte, in der stillen und finstern Nacht ein dem Eindruck nach gewiß glorios zu nennendes Liebesmahl. Auf dem Altare brannten noch alle die reichen Kerzen vom Abendgottesdienste und unter den vielen scheinenden Lichtern saß fröhlich vor Gott dem Herrn die Schaar derjenigen, die nun miteinander aßen und tranken. Die Erinnerung an dieses Eßen und Trinken vor Gottes Angesicht übertrifft alle Erinnerungen des schönen Tages. Und während nun jeder von den Anwesenden dem neuen Hause irgend eine Gabe bot, ein Hochzeitgeschenk zum neuen Haushalt, kamen auch zwei, eine adelige Jungfrau und eine fromme christliche Ehefrau, der später das Büchlein von der weiblichen Einfalt gewidmet wurde. Die Erste, sonst keine Dichterin, brachte sinnig dem Hause sieben Brote und ein Lied, und die andere, auch sonst keine Dichterin, neben

4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein,
laß uns im Himmel haben Theil
hilf deinem Volk Herr Jesu Christ,
wart und pfleg ihr zu aller Zeit,
5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich
Behüt uns heut, o treuer Gott,
Sei uns gnädig, o Herre Gott,
Zeig uns deine Barmherzigkeit,
Auf dich hoffen wir, lieber Herr,
mit deim theurn Blut erlöset sein;
mit den Heiligen in ewigem Heil;
und segen, was dein Erbtheil ist;
und heb sie hoch in Ewigkeit.
und ehrn dein Namen stetiglich.
vor aller Sünd und Missethat!
sei uns gnädig in aller Noth!
wie unser Hoffnung zu dir steht;
in Schanden laß uns nimmermehr.
Beide Chöre.
Amen!
Dr. Martin Luther.
§. 3.
Betsaalbau.

Als der erste Abendgottesdienst im ersten Betsaal des neugeweihten Hauses vorüber war, verwandelte sich der Betsaal in einen Speisesaal und die reiche Festversammlung hielt, die Armen der Gemeinde von Dettelsau in ihrer Mitte, in der stillen und finstern Nacht ein dem Eindruck nach gewiß glorios zu nennendes Liebesmahl. Auf dem Altare brannten noch alle die reichen Kerzen vom Abendgottesdienste und unter den vielen scheinenden Lichtern saß fröhlich vor Gott dem Herrn die Schaar derjenigen, die nun miteinander aßen und tranken. Die Erinnerung an dieses Eßen und Trinken vor Gottes Angesicht übertrifft alle Erinnerungen des schönen Tages. Und während nun jeder von den Anwesenden dem neuen Hause irgend eine Gabe bot, ein Hochzeitgeschenk zum neuen Haushalt, kamen auch zwei, eine adelige Jungfrau und eine fromme christliche Ehefrau, der später das Büchlein von der weiblichen Einfalt gewidmet wurde. Die Erste, sonst keine Dichterin, brachte sinnig dem Hause sieben Brote und ein Lied, und die andere, auch sonst keine Dichterin, neben

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <table>
              <pb facs="#f0066" n="66"/>
              <row>
                <cell>                                     4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein,<lb/>
laß uns im Himmel haben Theil<lb/>
hilf deinem Volk Herr Jesu Christ,<lb/>
wart und pfleg ihr zu aller Zeit,<lb/>
5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich<lb/>
Behüt uns heut, o treuer Gott,<lb/>
Sei uns gnädig, o Herre Gott,<lb/>
Zeig uns deine Barmherzigkeit,<lb/>
Auf dich hoffen wir, lieber Herr,                                 </cell>
                <cell>                                     mit deim theurn Blut erlöset sein;<lb/>
mit den Heiligen in ewigem Heil;<lb/>
und segen, was dein Erbtheil ist;<lb/>
und heb sie hoch in Ewigkeit.<lb/>
und ehrn dein Namen stetiglich.<lb/>
vor aller Sünd und Missethat!<lb/>
sei uns gnädig in aller Noth!<lb/>
wie unser Hoffnung zu dir steht;<lb/>
in Schanden laß uns nimmermehr.<lb/></cell>
              </row>
              <row>
                <cell rendition="#c" cols="2"><hi rendition="#g">Beide Chöre</hi>.<lb/>
Amen!                                 </cell>
              </row>
            </table>
            <bibl> <hi rendition="#right">Dr. Martin Luther.</hi> </bibl>
          </div>
        </div>
      </div>
      <div n="1">
        <head>§. 3.<lb/><hi rendition="#b">Betsaalbau.</hi></head><lb/>
        <p>Als der erste Abendgottesdienst im ersten Betsaal des neugeweihten Hauses vorüber war, verwandelte sich der Betsaal in einen Speisesaal und die reiche Festversammlung hielt, die Armen der Gemeinde von Dettelsau in ihrer Mitte, in der stillen und finstern Nacht ein dem Eindruck nach gewiß glorios zu nennendes Liebesmahl. Auf dem Altare brannten noch alle die reichen Kerzen vom Abendgottesdienste und unter den vielen scheinenden Lichtern saß fröhlich vor Gott dem Herrn die Schaar derjenigen, die nun miteinander aßen und tranken. Die Erinnerung an dieses Eßen und Trinken vor Gottes Angesicht übertrifft alle Erinnerungen des schönen Tages. Und während nun jeder von den Anwesenden dem neuen Hause irgend eine Gabe bot, ein Hochzeitgeschenk zum neuen Haushalt, kamen auch zwei, eine adelige Jungfrau und eine fromme christliche Ehefrau, der später das Büchlein von der weiblichen Einfalt gewidmet wurde. Die Erste, sonst keine Dichterin, brachte sinnig dem Hause sieben Brote und ein Lied, und die andere, auch sonst keine Dichterin, neben
</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[66/0066] 4. Nun hilf uns, Herr, den Dienern dein, laß uns im Himmel haben Theil hilf deinem Volk Herr Jesu Christ, wart und pfleg ihr zu aller Zeit, 5. Täglich, Herr Gott, wir loben dich Behüt uns heut, o treuer Gott, Sei uns gnädig, o Herre Gott, Zeig uns deine Barmherzigkeit, Auf dich hoffen wir, lieber Herr, mit deim theurn Blut erlöset sein; mit den Heiligen in ewigem Heil; und segen, was dein Erbtheil ist; und heb sie hoch in Ewigkeit. und ehrn dein Namen stetiglich. vor aller Sünd und Missethat! sei uns gnädig in aller Noth! wie unser Hoffnung zu dir steht; in Schanden laß uns nimmermehr. Beide Chöre. Amen! Dr. Martin Luther. §. 3. Betsaalbau. Als der erste Abendgottesdienst im ersten Betsaal des neugeweihten Hauses vorüber war, verwandelte sich der Betsaal in einen Speisesaal und die reiche Festversammlung hielt, die Armen der Gemeinde von Dettelsau in ihrer Mitte, in der stillen und finstern Nacht ein dem Eindruck nach gewiß glorios zu nennendes Liebesmahl. Auf dem Altare brannten noch alle die reichen Kerzen vom Abendgottesdienste und unter den vielen scheinenden Lichtern saß fröhlich vor Gott dem Herrn die Schaar derjenigen, die nun miteinander aßen und tranken. Die Erinnerung an dieses Eßen und Trinken vor Gottes Angesicht übertrifft alle Erinnerungen des schönen Tages. Und während nun jeder von den Anwesenden dem neuen Hause irgend eine Gabe bot, ein Hochzeitgeschenk zum neuen Haushalt, kamen auch zwei, eine adelige Jungfrau und eine fromme christliche Ehefrau, der später das Büchlein von der weiblichen Einfalt gewidmet wurde. Die Erste, sonst keine Dichterin, brachte sinnig dem Hause sieben Brote und ein Lied, und die andere, auch sonst keine Dichterin, neben

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Wikisource: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in Wikisource-Syntax. (2013-01-03T16:04:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme aus Wikisource entsprechen muss.
Wikimedia Commons: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-01-03T16:04:31Z)
Frank Wiegand: Konvertierung von Wikisource-Markup nach XML/TEI gemäß DTA-Basisformat. (2013-01-03T16:04:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/loehe_neuendettelsau_1870
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/loehe_neuendettelsau_1870/66
Zitationshilfe: Löhe, Wilhelm: Etwas aus der Geschichte des Diaconissenhauses Neuendettelsau. Nürnberg, 1870, S. 66. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/loehe_neuendettelsau_1870/66>, abgerufen am 27.01.2022.