Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Lohenstein, Daniel Casper von: Ibrahim Sultan. Leipzig, 1673.

Bild:
<< vorherige Seite

Nöthige Erklär-
[Spaltenumbruch] daran sein Kamel angebunden haben solle/ als er den Jsaac
opfern wollen.

V. 459. Dein allzuscheeler Trieb laufft wider die Ge-
setze.) Die Freyheit viel Weiber zu nehmen/ ist von dem Mahu-
med verstattet; wie auch außer den Ehweibern sich anderer Bey-
schläfferinnen zu gebrauchen. Bellon. l. 3. c. 8. p. 41. Gleichwohl
ist die Zahl der Weiber biß auf vier eingeschrenckt/ und wird es
nur für eine Freyheit der Heyligen gehalten: daß Mahomed ih-
rer neun/ Hali vierzehn gehabt. Ricaut. livr. 1. chap. 21. p. 524. 525.
Sonsten pflegen die Türckischen Käyser keine mehr recht zu ehli-
gen; maßen/ außer dem Suleiman (welcher von Rorelanen durch
Zaubereyen derogestalt eingenommen worden: daß er ihr ein
Heyrath Gut/ als das Kennzeichen der Eh außgesetzt/ auch her-
nach keinem andern Weibe mehr beygeschlaffen hat) seit dem
Bajazeth keiner eine geheyrathet/ weil selbter in des Tamerlanes
Gefängnüße allzugrosse Schmach an seiner Gemahlin Despina
sehen müssen. Ricaut. livr. 2. chap. 21. p. 533. 534. Pietro della Val-
le nelle lettere 2. p.
85. meldet: Es geschehe die grosse Kosten/ die
eine geehlichte Käyserin erfordern würde/ zu ersparen. Wiewohl
meist die Sultane eine einige für den andern hochhielten/ wie
Sultan Achmet die Kiosem. Daß aber Sultan Oßmann wider
dieses Grund-Gesetze ein Weib geheorahtet/ sol eine der fürnehm-
sten Ursachen seiner Ermordung gewesen seyn. Ricaut. livr. 2. ch.
21. p.
535. Sonsten haben die unchligen Kinder bey den Türcken
eben die Würde und Erbrecht/ als die Ehligen. Busbequins Ep.
1. p.
58. 59. 122. Jedoch lehret Ricaut. l. 2. chap. 21. p. 530. daß wenn
ein Vater seine mit einer Beyschläfferin gezeugte Kinder im letz-
ten Willen nicht freyläßt und abstattet/ sie Knechtisch und unter
der Gewalt seiner ehligen Kinder bleiben.

V. 467. Safft der's Paradiß ansüßet.) Der Aleoran be-
schreibet das ewige Leben mit eitel solchen irrdischen Wollüsten.
Die Secte der Eschraki legt aber alles diß verblümter Weise
auß/ und lehrt: daß die ewige Freude allein im Anschauen der
Göttlichen Majestät bestehen werde. Ricaut. livr. 2. chap. 12.
pag.
471.

V. 478. Wie daß denn Amurath die Kinder selbst ersticht:)
Daß Amurath IV. im 1637. Jahre seinen Sohn erwürgen lassen/
weil er beym Seraglio einen Tarter getödtet/ und selbst seinen
noch übrigen einigen Sohn von drey Jahren umbbracht/ lehret
Bisacc. im Amurath. p. 455. 458.

[Spaltenumbruch]

V. 487. 488. Wie/ daß er dem und nicht dem Oß-
man ließ die Krone:) Sultan Achmet verordnete im Te-
stament: daß ihm nicht sein zwölffjähriger Sohn Oßmann/ son-
dern sein Bruder Mustafa im Reiche folgen solte; umb hier-
durch entweder seinem Bruder die langerdultete Gefängnüs
zu belohnen/ oder durch dessen Thorheit desto grössere Liebe ge-
gen seinem Sohne Oßmann zu wege zu bringen. Bisaccioni im
Osman. p. 283.

V. 490. 492. Wie lang ist's/ als so fiel Orcan und
Bajazeth.) Als Amurath IV. Bagadet eingenommen hatte,
schlachtete seine Mutter diese seine zwey von einer andern Mut-
ter gebohrne Brüder ihm auf sein Siegs-Fest ab. Bisaccion. im
Amurath. p. 442.

V. 495. Den Sultaninnen muß der Fürst offt selbst
nachgeben.) Daß bey dem Türckischen Käysern die Schwe-
stern wenig/ die Mütter aber viel gelten/ gleichwohl aber auch
offt auf Heisch der Soldaten/ ins alte Seraglio gesperret wer-
den/ lehret Bisaccion. im Amurath. pag. 387. Wie viel a-
ber auch des Suleimans Gemahlin Rorelana gegolten/ ist weit-
läufftig zu sehen beym Busbequio Epist. 1. pag. 61. 67. 145. 146.
So große Gewalt hat auch eine Weile gehabt des Chiah Abbas
erste Gemahlin/ Zeineb Begum eine Tochter des Chiah Taha-
masp
seines Groß-Vaters. Pietr. della Valle lett. 5. da Spa-
han. n. 38. pag. 683. n. 48. pag.
729. Und als Sultan Jbra-
him erwürgt/ Machmet erhoben worden/ hat Kiosem als Groß-
Mutter das gantze Türcksche Reich nach ihr ein Willen beherrscht.
Ricaut. livr. 1. chap. 4. p. 37.

V. 669. Acciolin beflecket seine Weiße.) Acciolin
nahm in Welschland Bassano ein/ tödtete darinnen das Haupt
Johan. Baptista de la Porta, und kriegte darinnen Biaaca de
Rossy
seine Gemahlin gefangen. Als dieser nun lange verge-
bens umb den Genüß ihrer Liebe Ansuchung gethan/ wolte er
sie nothzüchtigen; aber sie erreichte das Fenster/ sprang hin-
unter/ fiel ihr eine Schulter auß/ und brach den Arm. Der
Tyrann lies sie heilen/ und versuchte nochmahls alle Mittel/ sie
zur Liebe zu bewegen; endlich lies er sie an eine Tafel anbin-
den/ und nothzüchtigte sie. Hierauf lief sie auf ihres Ehge-
mahls Grab und gab darauf auß Betrübnüß ihren Geist auf. P.
Pierre de Moyne la Galerie des femmes fortes. p.
317. - 320.

Zur Dritten Abhandlung.
[Spaltenumbruch]

V. 46. 48. Das Amurath gestecket.) Als Amurath. IV.
auf dem Todbette lag/ bereuete er: daß er seine zwey Brüder
Orcan und Bajazeth hatte tödten lassen; befahl hierauf auch
zwar: daß man den Bruder auß dem Kercker für ihn bringen
solte/ alleine seine Mutter verhinderte es/ besorgende: daß
dem Jbrahim auß seiner Gegenwart der Tod oder ander Unheil
begegnen dörffte. Hierauf ließ Amurath die Mutter vom Bet-
te weg/ und die Bassen zu sich kommen/ und weil er nicht wolte:
daß einem tapffern Amurath ein schlimmer Jbrahim folgen sol-
te/ musten sie ihm eydlich versprechen: daß nach seinem Tode
nicht sein Bruder/ sondern der Tarter Cham Stul-Erbe seyn
solte. Allein so bald Amurath die Augen zudrückte/ bewegte
sie die Bassen (welche ohne diß keine Lust zum Tarter hatten/)
theils durch gute/ theils herbe Worte: daß sie den Jbrahim zum
Käyser erwehlten. Bisacc p. 475. 476. 479. 480.

V. 55. Opferte sie ihm des Brudern warme Leiche:)
Hierauf giengen die Bassen nun für des Jbrahims Kercker.
Alleine er verriegelte sich inwendig/ und wolte durchauß nicht
aufmachen/ sich des Lebens besorgende/ und auf Anbietung des
Reichs allezeit antwortete: daß er zu herrschen nie gedacht
hätte/ er wäre ein Sclave seines Bruders Amurath/ biß endlich
seine Mutter selbst für den Kercker kam/ ihm zuredete/ und ihm
des Amuraths Leiche zeigete. Bisacc. 486.

V. 179. 182. Der grosse Suleiman.) Suleiman ließ sei-
nen ältesten Sohn Mustafa auf Anstifften und Beschuldigung
der Roxelang: daß er dem Vater nach dem Regiment stünde/
erwürgen: damit sie hierdurch ihren langsamer gebohrnen Kin-
dern auf den Thron hülffe. Busbequius Epist. 1. pag. 58. - 65.
Den Sohn Bajazeth/ (welcher sich auf Anstifften seiner Mutter
Rorelana und Rustans/ dem ältern Sohne Selim fürzückte/ mit
selbtem/ nach erster Außsöhnung beym Vater/ schlug/ hernach
sich in Persien flüchtete/) erkauffte er von dem Könige in Per-
sien/ und ließ ihn durch seinen dahin gesendeten Bassa Hassan er-
würgen, also: daß er nicht einst zuvor seine vier Söhne küssen
durffte/ welche/ wie des Mustafa Sohn/ auch sämptlich erwürget
worden. Busbeqn. Ep. 4. p. 408. - 410.

V. 182. - 188. Daut Bassens Missethat.) Daut Bassa
der den Sultan Oßmann zu tödten Befehl ertheilet/ und des
Sultan Mustafa Schwester zur Eh hatte/ ward schlüßig/ den
[Spaltenumbruch] Mustafa und das gantze Oßmannische Geschlechte aufzurei-
ben. Dahero befahl er dem Capi Aga den Amurath IV. in ein
ander Gefängnüs zu bringen/ umb selbten zu tödten. Aber die-
ser ward auf Schreyen und Weigern des Mißtrauenden Amu-
raths von den Zulauffenden getödtet; Daut aber sich weg zu
flüchten genothigt; endlich auch an eben dem Orthe/ wo Oß-
mann/ erwürget; Hierauff wickelte des Amuraths Mutter die
Soldaten auf: daß sie den Mustafa absetzen möchten. Diesem
zu begegnen/ gieng des Mustafa Mutter nebst andern den A-
murath umbzubringen/ der aber schon an einen sichern Orth ge-
bracht war; darüber sie sich verzweiffelnde selbst erhencken wol-
te; sie ward aber von einem Verschnittenen verhindert. Bisacc.
im Mustafa p. 347. - 354.

V. 271. 275. Für meinen Murat kämpfft der Himmel und
die Sternen:) Dieser dritte Sohn ward dem Jbrahim den 22.
Mertz im 1642. Jahre/ als gleich Tag und Nacht gleiche waren/
gebohren; daher die Perser und andere von ihme wahrsagten/ daß
er sehr glücklich seyn würde. Bisacc. im Ibrahim p. 494.

V. 279. Jn das Verhängnüß Buch des Himmels einge-
schrieben:) Die Mahumedisten gläuben: daß GOtt eines jeden
Menschen Verhängnüß auf seine Stirne/ oder in ein im Him-
mel verwahrtes Buch Narsip oder Tactir alles/ was ihm Gutes
oder Böses begegnen sol/ und er durch keine Klugheit oder Wi-
derstrebung vermeiden kan/ aufgeschrieben habe. Ricaut. livr. 2.
chap. 8. p.
402.

V. 281. Sol ewig seyn verdammt/ wär's gleich ein Mu-
selmann:) Jm Alcoran redet Maßumed also hiervon: Meine
Vorbitte wird gehen für die jenigen auß meinem Volcke/ die
schwer gesündigt haben womit sie zwar nach der Größe ihres Un-
rechts gestrafft/ aber hernach auß Barmhertzigkeit ins Paradiß
mögen aufgenommen werden; weil es unmüglich ist: daß sie
mit den Ungläubigen in den ewigen Flammen immer bleiben
sollen. Denn es ist uns offenbahret: daß wer nur vom Glau-
ben einen Sonnenstaub im Hertzen behalten wird/ nach außge-
standener Feuer-Straffe doch werde erlöset werden. Ricaut. livr.
2. chap. 11. p.
442.

V. 282. Kein Blat nicht kleben an des heiligen Papiers/
noch der gefärbten Rosen:) Sie gläuben: daß/ wenn sie auß

dem

Noͤthige Erklaͤr-
[Spaltenumbruch] daran ſein Kamel angebunden haben ſolle/ als er den Jſaac
opfern wollen.

V. 459. Dein allzuſcheeler Trieb laufft wider die Ge-
ſetze.) Die Freyheit viel Weiber zu nehmen/ iſt von dem Mahu-
med verſtattet; wie auch außer den Ehweibern ſich anderer Bey-
ſchlaͤfferinnen zu gebrauchen. Bellon. l. 3. c. 8. p. 41. Gleichwohl
iſt die Zahl der Weiber biß auf vier eingeſchrenckt/ und wird es
nur fuͤr eine Freyheit der Heyligen gehalten: daß Mahomed ih-
rer neun/ Hali vierzehn gehabt. Ricaut. livr. 1. chap. 21. p. 524. 525.
Sonſten pflegen die Tuͤrckiſchen Kaͤyſer keine mehr recht zu ehli-
gen; maßen/ außer dem Suleiman (welcher von Rorelanen durch
Zaubereyen derogeſtalt eingenommen worden: daß er ihr ein
Heyrath Gut/ als das Kennzeichen der Eh außgeſetzt/ auch her-
nach keinem andern Weibe mehr beygeſchlaffen hat) ſeit dem
Bajazeth keiner eine geheyrathet/ weil ſelbter in des Tamerlanes
Gefaͤngnuͤße allzugroſſe Schmach an ſeiner Gemahlin Despina
ſehen muͤſſen. Ricaut. livr. 2. chap. 21. p. 533. 534. Pietro della Val-
le nelle lettere 2. p.
85. meldet: Es geſchehe die groſſe Koſten/ die
eine geehlichte Kaͤyſerin erfordern wuͤrde/ zu erſparen. Wiewohl
meiſt die Sultane eine einige fuͤr den andern hochhielten/ wie
Sultan Achmet die Kioſem. Daß aber Sultan Oßmann wider
dieſes Grund-Geſetze ein Weib geheorahtet/ ſol eine der fuͤrnehm-
ſten Urſachen ſeiner Ermordung geweſen ſeyn. Ricaut. livr. 2. ch.
21. p.
535. Sonſten haben die unchligen Kinder bey den Tuͤrcken
eben die Wuͤrde und Erbrecht/ als die Ehligen. Busbequins Ep.
1. p.
58. 59. 122. Jedoch lehret Ricaut. l. 2. chap. 21. p. 530. daß wenn
ein Vater ſeine mit einer Beyſchlaͤfferin gezeugte Kinder im letz-
ten Willen nicht freylaͤßt und abſtattet/ ſie Knechtiſch und unter
der Gewalt ſeiner ehligen Kinder bleiben.

V. 467. Safft der’s Paradiß anſuͤßet.) Der Aleoran be-
ſchreibet das ewige Leben mit eitel ſolchen irrdiſchen Wolluͤſten.
Die Secte der Eſchraki legt aber alles diß verbluͤmter Weiſe
auß/ und lehrt: daß die ewige Freude allein im Anſchauen der
Goͤttlichen Majeſtaͤt beſtehen werde. Ricaut. livr. 2. chap. 12.
pag.
471.

V. 478. Wie daß deñ Amurath die Kinder ſelbſt erſticht:)
Daß Amurath IV. im 1637. Jahre ſeinen Sohn erwuͤrgen laſſen/
weil er beym Seraglio einen Tarter getoͤdtet/ und ſelbſt ſeinen
noch uͤbrigen einigen Sohn von drey Jahren umbbracht/ lehret
Biſacc. im Amurath. p. 455. 458.

[Spaltenumbruch]

V. 487. 488. Wie/ daß er dem und nicht dem Oß-
man ließ die Krone:) Sultan Achmet verordnete im Te-
ſtament: daß ihm nicht ſein zwoͤlffjaͤhriger Sohn Oßmann/ ſon-
dern ſein Bruder Muſtafa im Reiche folgen ſolte; umb hier-
durch entweder ſeinem Bruder die langerdultete Gefaͤngnuͤs
zu belohnen/ oder durch deſſen Thorheit deſto groͤſſere Liebe ge-
gen ſeinem Sohne Oßmann zu wege zu bringen. Biſaccioni im
Oſman. p. 283.

V. 490. 492. Wie lang iſt’s/ als ſo fiel Orcan und
Bajazeth.) Als Amurath IV. Bagadet eingenommen hatte,
ſchlachtete ſeine Mutter dieſe ſeine zwey von einer andern Mut-
ter gebohrne Bruͤder ihm auf ſein Siegs-Feſt ab. Biſaccion. im
Amurath. p. 442.

V. 495. Den Sultaninnen muß der Fuͤrſt offt ſelbſt
nachgeben.) Daß bey dem Tuͤrckiſchen Kaͤyſern die Schwe-
ſtern wenig/ die Muͤtter aber viel gelten/ gleichwohl aber auch
offt auf Heiſch der Soldaten/ ins alte Seraglio geſperret wer-
den/ lehret Biſaccion. im Amurath. pag. 387. Wie viel a-
ber auch des Suleimans Gemahlin Rorelana gegolten/ iſt weit-
laͤufftig zu ſehen beym Busbequio Epiſt. 1. pag. 61. 67. 145. 146.
So große Gewalt hat auch eine Weile gehabt des Chiàh Abbas
erſte Gemahlin/ Zeinèb Begùm eine Tochter des Chiàh Taha-
màsp
ſeines Groß-Vaters. Pietr. della Valle lett. 5. da Spa-
hàn. n. 38. pag. 683. n. 48. pag.
729. Und als Sultan Jbra-
him erwuͤrgt/ Machmet erhoben worden/ hat Kioſem als Groß-
Mutter das gantze Tuͤrckſche Reich nach ihr ein Willen beherrſcht.
Ricaut. livr. 1. chap. 4. p. 37.

V. 669. Acciolin beflecket ſeine Weiße.) Acciolin
nahm in Welſchland Baſſano ein/ toͤdtete darinnen das Haupt
Johan. Baptiſta de la Porta, und kriegte darinnen Biaaca de
Roſſy
ſeine Gemahlin gefangen. Als dieſer nun lange verge-
bens umb den Genuͤß ihrer Liebe Anſuchung gethan/ wolte er
ſie nothzuͤchtigen; aber ſie erreichte das Fenſter/ ſprang hin-
unter/ fiel ihr eine Schulter auß/ und brach den Arm. Der
Tyrann lies ſie heilen/ und verſuchte nochmahls alle Mittel/ ſie
zur Liebe zu bewegen; endlich lies er ſie an eine Tafel anbin-
den/ und nothzuͤchtigte ſie. Hierauf lief ſie auf ihres Ehge-
mahls Grab und gab darauf auß Betruͤbnuͤß ihren Geiſt auf. P.
Pierre de Moyne la Galerie des femmes fortes. p.
317. ‒ 320.

Zur Dritten Abhandlung.
[Spaltenumbruch]

V. 46. 48. Das Amurath geſtecket.) Als Amurath. IV.
auf dem Todbette lag/ bereuete er: daß er ſeine zwey Bruͤder
Orcan und Bajazeth hatte toͤdten laſſen; befahl hierauf auch
zwar: daß man den Bruder auß dem Kercker fuͤr ihn bringen
ſolte/ alleine ſeine Mutter verhinderte es/ beſorgende: daß
dem Jbrahim auß ſeiner Gegenwart der Tod oder ander Unheil
begegnen doͤrffte. Hierauf ließ Amurath die Mutter vom Bet-
te weg/ und die Baſſen zu ſich kommen/ und weil er nicht wolte:
daß einem tapffern Amurath ein ſchlimmer Jbrahim folgen ſol-
te/ muſten ſie ihm eydlich verſprechen: daß nach ſeinem Tode
nicht ſein Bruder/ ſondern der Tarter Cham Stul-Erbe ſeyn
ſolte. Allein ſo bald Amurath die Augen zudruͤckte/ bewegte
ſie die Baſſen (welche ohne diß keine Luſt zum Tarter hatten/)
theils durch gute/ theils herbe Worte: daß ſie den Jbrahim zum
Kaͤyſer erwehlten. Biſacc p. 475. 476. 479. 480.

V. 55. Opferte ſie ihm des Brudern warme Leiche:)
Hierauf giengen die Baſſen nun fuͤr des Jbrahims Kercker.
Alleine er verriegelte ſich inwendig/ und wolte durchauß nicht
aufmachen/ ſich des Lebens beſorgende/ und auf Anbietung des
Reichs allezeit antwortete: daß er zu herrſchen nie gedacht
haͤtte/ er waͤre ein Sclave ſeines Bruders Amurath/ biß endlich
ſeine Mutter ſelbſt fuͤr den Kercker kam/ ihm zuredete/ und ihm
des Amuraths Leiche zeigete. Biſacc. 486.

V. 179. 182. Der groſſe Suleiman.) Suleiman ließ ſei-
nen aͤlteſten Sohn Muſtafa auf Anſtifften und Beſchuldigung
der Roxelang: daß er dem Vater nach dem Regiment ſtuͤnde/
erwuͤrgen: damit ſie hierdurch ihren langſamer gebohrnen Kin-
dern auf den Thron huͤlffe. Busbequius Epiſt. 1. pag. 58. ‒ 65.
Den Sohn Bajazeth/ (welcher ſich auf Anſtifften ſeiner Mutter
Rorelana und Ruſtans/ dem aͤltern Sohne Selim fuͤrzuͤckte/ mit
ſelbtem/ nach erſter Außſoͤhnung beym Vater/ ſchlug/ hernach
ſich in Perſien fluͤchtete/) erkauffte er von dem Koͤnige in Per-
ſien/ und ließ ihn durch ſeinen dahin geſendeten Baſſa Haſſan er-
wuͤrgen, alſo: daß er nicht einſt zuvor ſeine vier Soͤhne kuͤſſen
durffte/ welche/ wie des Muſtafa Sohn/ auch ſaͤmptlich erwuͤrget
worden. Busbeqn. Ep. 4. p. 408. ‒ 410.

V. 182. ‒ 188. Daut Baſſens Miſſethat.) Daut Baſſa
der den Sultan Oßmann zu toͤdten Befehl ertheilet/ und des
Sultan Muſtafa Schweſter zur Eh hatte/ ward ſchluͤßig/ den
[Spaltenumbruch] Muſtafa und das gantze Oßmanniſche Geſchlechte aufzurei-
ben. Dahero befahl er dem Capi Aga den Amurath IV. in ein
ander Gefaͤngnuͤs zu bringen/ umb ſelbten zu toͤdten. Aber die-
ſer ward auf Schreyen und Weigern des Mißtrauenden Amu-
raths von den Zulauffenden getoͤdtet; Daut aber ſich weg zu
fluͤchten genothigt; endlich auch an eben dem Orthe/ wo Oß-
mann/ erwuͤrget; Hierauff wickelte des Amuraths Mutter die
Soldaten auf: daß ſie den Muſtafa abſetzen moͤchten. Dieſem
zu begegnen/ gieng des Muſtafa Mutter nebſt andern den A-
murath umbzubringen/ der aber ſchon an einen ſichern Orth ge-
bracht war; daruͤber ſie ſich verzweiffelnde ſelbſt erhencken wol-
te; ſie ward aber von einem Verſchnittenen verhindert. Biſacc.
im Muſtafa p. 347. ‒ 354.

V. 271. 275. Fuͤr meinen Murat kaͤmpfft der Himmel und
die Sternen:) Dieſer dritte Sohn ward dem Jbrahim den 22.
Mertz im 1642. Jahre/ als gleich Tag und Nacht gleiche waren/
gebohren; daher die Perſer und andere von ihme wahrſagten/ daß
er ſehr gluͤcklich ſeyn wuͤrde. Biſacc. im Ibrahim p. 494.

V. 279. Jn das Verhaͤngnuͤß Buch des Himmels einge-
ſchrieben:) Die Mahumediſten glaͤuben: daß GOtt eines jeden
Menſchen Verhaͤngnuͤß auf ſeine Stirne/ oder in ein im Him-
mel verwahrtes Buch Narſip oder Tactir alles/ was ihm Gutes
oder Boͤſes begegnen ſol/ und er durch keine Klugheit oder Wi-
derſtrebung vermeiden kan/ aufgeſchrieben habe. Ricaut. livr. 2.
chap. 8. p.
402.

V. 281. Sol ewig ſeyn verdammt/ waͤr’s gleich ein Mu-
ſelmann:) Jm Alcoran redet Maßumed alſo hiervon: Meine
Vorbitte wird gehen fuͤr die jenigen auß meinem Volcke/ die
ſchwer geſuͤndigt haben womit ſie zwar nach der Groͤße ihres Un-
rechts geſtrafft/ aber hernach auß Barmhertzigkeit ins Paradiß
moͤgen aufgenommen werden; weil es unmuͤglich iſt: daß ſie
mit den Unglaͤubigen in den ewigen Flammen immer bleiben
ſollen. Denn es iſt uns offenbahret: daß wer nur vom Glau-
ben einen Sonnenſtaub im Hertzen behalten wird/ nach außge-
ſtandener Feuer-Straffe doch werde erloͤſet werden. Ricaut. livr.
2. chap. 11. p.
442.

V. 282. Kein Blat nicht kleben an des heiligen Papiers/
noch der gefaͤrbten Roſen:) Sie glaͤuben: daß/ wenn ſie auß

dem
<TEI>
  <text>
    <back>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0086"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#fr">No&#x0364;thige Erkla&#x0364;r-</hi></fw><lb/><cb/>
daran &#x017F;ein Kamel angebunden haben &#x017F;olle/ als er den J&#x017F;aac<lb/>
opfern wollen.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">V.</hi> 459. Dein allzu&#x017F;cheeler Trieb laufft wider die Ge-<lb/>
&#x017F;etze.) Die Freyheit viel Weiber zu nehmen/ i&#x017F;t von dem Mahu-<lb/>
med ver&#x017F;tattet; wie auch außer den Ehweibern &#x017F;ich anderer Bey-<lb/>
&#x017F;chla&#x0364;fferinnen zu gebrauchen. <hi rendition="#aq">Bellon. l. 3. c. 8. p.</hi> 41. Gleichwohl<lb/>
i&#x017F;t die Zahl der Weiber biß auf vier einge&#x017F;chrenckt/ und wird es<lb/>
nur fu&#x0364;r eine Freyheit der Heyligen gehalten: daß Mahomed ih-<lb/>
rer neun/ Hali vierzehn gehabt. <hi rendition="#aq">Ricaut. livr. 1. chap. 21. p.</hi> 524. 525.<lb/>
Son&#x017F;ten pflegen die Tu&#x0364;rcki&#x017F;chen Ka&#x0364;y&#x017F;er keine mehr recht zu ehli-<lb/>
gen; maßen/ außer dem Suleiman (welcher von Rorelanen durch<lb/>
Zaubereyen deroge&#x017F;talt eingenommen worden: daß er ihr ein<lb/>
Heyrath Gut/ als das Kennzeichen der Eh außge&#x017F;etzt/ auch her-<lb/>
nach keinem andern Weibe mehr beyge&#x017F;chlaffen hat) &#x017F;eit dem<lb/>
Bajazeth keiner eine geheyrathet/ weil &#x017F;elbter in des <hi rendition="#aq">Tamerlanes</hi><lb/>
Gefa&#x0364;ngnu&#x0364;ße allzugro&#x017F;&#x017F;e Schmach an &#x017F;einer Gemahlin <hi rendition="#aq">Despina</hi><lb/>
&#x017F;ehen mu&#x0364;&#x017F;&#x017F;en. <hi rendition="#aq">Ricaut. livr. 2. chap. 21. p. 533. 534. Pietro della Val-<lb/>
le nelle lettere 2. p.</hi> 85. meldet: Es ge&#x017F;chehe die gro&#x017F;&#x017F;e Ko&#x017F;ten/ die<lb/>
eine geehlichte Ka&#x0364;y&#x017F;erin erfordern wu&#x0364;rde/ zu er&#x017F;paren. Wiewohl<lb/>
mei&#x017F;t die Sultane eine einige fu&#x0364;r den andern hochhielten/ wie<lb/>
Sultan Achmet die <hi rendition="#aq">Kio&#x017F;em.</hi> Daß aber Sultan Oßmann wider<lb/>
die&#x017F;es Grund-Ge&#x017F;etze ein Weib geheorahtet/ &#x017F;ol eine der fu&#x0364;rnehm-<lb/>
&#x017F;ten Ur&#x017F;achen &#x017F;einer Ermordung gewe&#x017F;en &#x017F;eyn. <hi rendition="#aq">Ricaut. livr. 2. ch.<lb/>
21. p.</hi> 535. Son&#x017F;ten haben die unchligen Kinder bey den Tu&#x0364;rcken<lb/>
eben die Wu&#x0364;rde und Erbrecht/ als die Ehligen. <hi rendition="#aq">Busbequins Ep.<lb/>
1. p.</hi> 58. 59. 122. Jedoch lehret <hi rendition="#aq">Ricaut. l. 2. chap. 21. p.</hi> 530. daß wenn<lb/>
ein Vater &#x017F;eine mit einer Bey&#x017F;chla&#x0364;fferin gezeugte Kinder im letz-<lb/>
ten Willen nicht freyla&#x0364;ßt und ab&#x017F;tattet/ &#x017F;ie Knechti&#x017F;ch und unter<lb/>
der Gewalt &#x017F;einer ehligen Kinder bleiben.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">V.</hi> 467. Safft der&#x2019;s Paradiß an&#x017F;u&#x0364;ßet.) Der Aleoran be-<lb/>
&#x017F;chreibet das ewige Leben mit eitel &#x017F;olchen irrdi&#x017F;chen Wollu&#x0364;&#x017F;ten.<lb/>
Die Secte der <hi rendition="#aq">E&#x017F;chraki</hi> legt aber alles diß verblu&#x0364;mter Wei&#x017F;e<lb/>
auß/ und lehrt: daß die ewige Freude allein im An&#x017F;chauen der<lb/>
Go&#x0364;ttlichen Maje&#x017F;ta&#x0364;t be&#x017F;tehen werde. <hi rendition="#aq">Ricaut. livr. 2. chap. 12.<lb/>
pag.</hi> 471.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">V.</hi> 478. Wie daß den&#x0303; Amurath die Kinder &#x017F;elb&#x017F;t er&#x017F;ticht:)<lb/>
Daß Amurath <hi rendition="#aq">IV.</hi> im 1637. Jahre &#x017F;einen Sohn erwu&#x0364;rgen la&#x017F;&#x017F;en/<lb/>
weil er beym <hi rendition="#aq">Seraglio</hi> einen Tarter geto&#x0364;dtet/ und &#x017F;elb&#x017F;t &#x017F;einen<lb/>
noch u&#x0364;brigen einigen Sohn von drey Jahren umbbracht/ lehret<lb/><hi rendition="#aq">Bi&#x017F;acc.</hi> im <hi rendition="#aq">Amurath. p.</hi> 455. 458.</p><lb/>
          <cb/>
          <p><hi rendition="#aq">V.</hi> 487. 488. Wie/ daß er dem und nicht dem Oß-<lb/>
man ließ die Krone:) Sultan Achmet verordnete im Te-<lb/>
&#x017F;tament: daß ihm nicht &#x017F;ein zwo&#x0364;lffja&#x0364;hriger Sohn Oßmann/ &#x017F;on-<lb/>
dern &#x017F;ein Bruder Mu&#x017F;tafa im Reiche folgen &#x017F;olte; umb hier-<lb/>
durch entweder &#x017F;einem Bruder die langerdultete Gefa&#x0364;ngnu&#x0364;s<lb/>
zu belohnen/ oder durch de&#x017F;&#x017F;en Thorheit de&#x017F;to gro&#x0364;&#x017F;&#x017F;ere Liebe ge-<lb/>
gen &#x017F;einem Sohne Oßmann zu wege zu bringen. <hi rendition="#aq">Bi&#x017F;accioni</hi> im<lb/><hi rendition="#aq">O&#x017F;man. p.</hi> 283.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">V.</hi> 490. 492. Wie lang i&#x017F;t&#x2019;s/ als &#x017F;o fiel Orcan und<lb/>
Bajazeth.) Als Amurath <hi rendition="#aq">IV.</hi> Bagadet eingenommen hatte,<lb/>
&#x017F;chlachtete &#x017F;eine Mutter die&#x017F;e &#x017F;eine zwey von einer andern Mut-<lb/>
ter gebohrne Bru&#x0364;der ihm auf &#x017F;ein Siegs-Fe&#x017F;t ab. <hi rendition="#aq">Bi&#x017F;accion.</hi> im<lb/><hi rendition="#aq">Amurath. p.</hi> 442.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">V.</hi> 495. Den Sultaninnen muß der Fu&#x0364;r&#x017F;t offt &#x017F;elb&#x017F;t<lb/>
nachgeben.) Daß bey dem Tu&#x0364;rcki&#x017F;chen Ka&#x0364;y&#x017F;ern die Schwe-<lb/>
&#x017F;tern wenig/ die Mu&#x0364;tter aber viel gelten/ gleichwohl aber auch<lb/>
offt auf Hei&#x017F;ch der Soldaten/ ins alte <hi rendition="#aq">Seraglio</hi> ge&#x017F;perret wer-<lb/>
den/ lehret <hi rendition="#aq">Bi&#x017F;accion.</hi> im <hi rendition="#aq">Amurath. pag.</hi> 387. Wie viel a-<lb/>
ber auch des Suleimans Gemahlin Rorelana gegolten/ i&#x017F;t weit-<lb/>
la&#x0364;ufftig zu &#x017F;ehen beym <hi rendition="#aq">Busbequio Epi&#x017F;t. 1. pag.</hi> 61. 67. 145. 146.<lb/>
So große Gewalt hat auch eine Weile gehabt des <hi rendition="#aq">Chiàh Abbas</hi><lb/>
er&#x017F;te Gemahlin/ <hi rendition="#aq">Zeinèb Begùm</hi> eine Tochter des <hi rendition="#aq">Chiàh Taha-<lb/>
màsp</hi> &#x017F;eines Groß-Vaters. <hi rendition="#aq">Pietr. della Valle lett. 5. da Spa-<lb/>
hàn. n. 38. pag. 683. n. 48. pag.</hi> 729. Und als Sultan Jbra-<lb/>
him erwu&#x0364;rgt/ Machmet erhoben worden/ hat <hi rendition="#aq">Kio&#x017F;em</hi> als Groß-<lb/>
Mutter das gantze Tu&#x0364;rck&#x017F;che Reich nach ihr ein Willen beherr&#x017F;cht.<lb/><hi rendition="#aq">Ricaut. livr. 1. chap. 4. p.</hi> 37.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">V.</hi> 669. Acciolin beflecket &#x017F;eine Weiße.) <hi rendition="#aq">Acciolin</hi><lb/>
nahm in Wel&#x017F;chland <hi rendition="#aq">Ba&#x017F;&#x017F;ano</hi> ein/ to&#x0364;dtete darinnen das Haupt<lb/><hi rendition="#aq">Johan. Bapti&#x017F;ta de la Porta,</hi> und kriegte darinnen <hi rendition="#aq">Biaaca de<lb/>
Ro&#x017F;&#x017F;y</hi> &#x017F;eine Gemahlin gefangen. Als die&#x017F;er nun lange verge-<lb/>
bens umb den Genu&#x0364;ß ihrer Liebe An&#x017F;uchung gethan/ wolte er<lb/>
&#x017F;ie nothzu&#x0364;chtigen; aber &#x017F;ie erreichte das Fen&#x017F;ter/ &#x017F;prang hin-<lb/>
unter/ fiel ihr eine Schulter auß/ und brach den Arm. Der<lb/>
Tyrann lies &#x017F;ie heilen/ und ver&#x017F;uchte nochmahls alle Mittel/ &#x017F;ie<lb/>
zur Liebe zu bewegen; endlich lies er &#x017F;ie an eine Tafel anbin-<lb/>
den/ und nothzu&#x0364;chtigte &#x017F;ie. Hierauf lief &#x017F;ie auf ihres Ehge-<lb/>
mahls Grab und gab darauf auß Betru&#x0364;bnu&#x0364;ß ihren Gei&#x017F;t auf. <hi rendition="#aq">P.<lb/>
Pierre de Moyne la Galerie des femmes fortes. p.</hi> 317. &#x2012; 320.</p>
        </div><lb/>
        <div n="2">
          <head>Zur Dritten Abhandlung.</head><lb/>
          <cb/>
          <p><hi rendition="#aq">V.</hi> 46. 48. Das Amurath ge&#x017F;tecket.) Als <hi rendition="#aq">Amurath. IV.</hi><lb/>
auf dem Todbette lag/ bereuete er: daß er &#x017F;eine zwey Bru&#x0364;der<lb/>
Orcan und Bajazeth hatte to&#x0364;dten la&#x017F;&#x017F;en; befahl hierauf auch<lb/>
zwar: daß man den Bruder auß dem Kercker fu&#x0364;r ihn bringen<lb/>
&#x017F;olte/ alleine &#x017F;eine Mutter verhinderte es/ be&#x017F;orgende: daß<lb/>
dem Jbrahim auß &#x017F;einer Gegenwart der Tod oder ander Unheil<lb/>
begegnen do&#x0364;rffte. Hierauf ließ Amurath die Mutter vom Bet-<lb/>
te weg/ und die Ba&#x017F;&#x017F;en zu &#x017F;ich kommen/ und weil er nicht wolte:<lb/>
daß einem tapffern Amurath ein &#x017F;chlimmer Jbrahim folgen &#x017F;ol-<lb/>
te/ mu&#x017F;ten &#x017F;ie ihm eydlich ver&#x017F;prechen: daß nach &#x017F;einem Tode<lb/>
nicht &#x017F;ein Bruder/ &#x017F;ondern der Tarter Cham Stul-Erbe &#x017F;eyn<lb/>
&#x017F;olte. Allein &#x017F;o bald Amurath die Augen zudru&#x0364;ckte/ bewegte<lb/>
&#x017F;ie die Ba&#x017F;&#x017F;en (welche ohne diß keine Lu&#x017F;t zum Tarter hatten/)<lb/>
theils durch gute/ theils herbe Worte: daß &#x017F;ie den Jbrahim zum<lb/>
Ka&#x0364;y&#x017F;er erwehlten. <hi rendition="#aq">Bi&#x017F;acc p.</hi> 475. 476. 479. 480.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">V.</hi> 55. Opferte &#x017F;ie ihm des Brudern warme Leiche:)<lb/>
Hierauf giengen die Ba&#x017F;&#x017F;en nun fu&#x0364;r des Jbrahims Kercker.<lb/>
Alleine er verriegelte &#x017F;ich inwendig/ und wolte durchauß nicht<lb/>
aufmachen/ &#x017F;ich des Lebens be&#x017F;orgende/ und auf Anbietung des<lb/>
Reichs allezeit antwortete: daß er zu herr&#x017F;chen nie gedacht<lb/>
ha&#x0364;tte/ er wa&#x0364;re ein Sclave &#x017F;eines Bruders Amurath/ biß endlich<lb/>
&#x017F;eine Mutter &#x017F;elb&#x017F;t fu&#x0364;r den Kercker kam/ ihm zuredete/ und ihm<lb/>
des Amuraths Leiche zeigete. <hi rendition="#aq">Bi&#x017F;acc.</hi> 486.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">V.</hi> 179. 182. Der gro&#x017F;&#x017F;e Suleiman.) Suleiman ließ &#x017F;ei-<lb/>
nen a&#x0364;lte&#x017F;ten Sohn Mu&#x017F;tafa auf An&#x017F;tifften und Be&#x017F;chuldigung<lb/>
der Roxelang: daß er dem Vater nach dem Regiment &#x017F;tu&#x0364;nde/<lb/>
erwu&#x0364;rgen: damit &#x017F;ie hierdurch ihren lang&#x017F;amer gebohrnen Kin-<lb/>
dern auf den Thron hu&#x0364;lffe. <hi rendition="#aq">Busbequius Epi&#x017F;t. 1. pag.</hi> 58. &#x2012; 65.<lb/>
Den Sohn Bajazeth/ (welcher &#x017F;ich auf An&#x017F;tifften &#x017F;einer Mutter<lb/>
Rorelana und Ru&#x017F;tans/ dem a&#x0364;ltern Sohne Selim fu&#x0364;rzu&#x0364;ckte/ mit<lb/>
&#x017F;elbtem/ nach er&#x017F;ter Auß&#x017F;o&#x0364;hnung beym Vater/ &#x017F;chlug/ hernach<lb/>
&#x017F;ich in Per&#x017F;ien flu&#x0364;chtete/) erkauffte er von dem Ko&#x0364;nige in Per-<lb/>
&#x017F;ien/ und ließ ihn durch &#x017F;einen dahin ge&#x017F;endeten <hi rendition="#aq">Ba&#x017F;&#x017F;a Ha&#x017F;&#x017F;an</hi> er-<lb/>
wu&#x0364;rgen, al&#x017F;o: daß er nicht ein&#x017F;t zuvor &#x017F;eine vier So&#x0364;hne ku&#x0364;&#x017F;&#x017F;en<lb/>
durffte/ welche/ wie des Mu&#x017F;tafa Sohn/ auch &#x017F;a&#x0364;mptlich erwu&#x0364;rget<lb/>
worden. <hi rendition="#aq">Busbeqn. Ep. 4. p.</hi> 408. &#x2012; 410.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">V.</hi> 182. &#x2012; 188. Daut Ba&#x017F;&#x017F;ens Mi&#x017F;&#x017F;ethat.) Daut Ba&#x017F;&#x017F;a<lb/>
der den Sultan Oßmann zu to&#x0364;dten Befehl ertheilet/ und des<lb/>
Sultan Mu&#x017F;tafa Schwe&#x017F;ter zur Eh hatte/ ward &#x017F;chlu&#x0364;ßig/ den<lb/><cb/>
Mu&#x017F;tafa und das gantze Oßmanni&#x017F;che Ge&#x017F;chlechte aufzurei-<lb/>
ben. Dahero befahl er dem <hi rendition="#aq">Capi Aga</hi> den <hi rendition="#aq">Amurath IV.</hi> in ein<lb/>
ander Gefa&#x0364;ngnu&#x0364;s zu bringen/ umb &#x017F;elbten zu to&#x0364;dten. Aber die-<lb/>
&#x017F;er ward auf Schreyen und Weigern des Mißtrauenden Amu-<lb/>
raths von den Zulauffenden geto&#x0364;dtet; Daut aber &#x017F;ich weg zu<lb/>
flu&#x0364;chten genothigt; endlich auch an eben dem Orthe/ wo Oß-<lb/>
mann/ erwu&#x0364;rget; Hierauff wickelte des Amuraths Mutter die<lb/>
Soldaten auf: daß &#x017F;ie den Mu&#x017F;tafa ab&#x017F;etzen mo&#x0364;chten. Die&#x017F;em<lb/>
zu begegnen/ gieng des Mu&#x017F;tafa Mutter neb&#x017F;t andern den A-<lb/>
murath umbzubringen/ der aber &#x017F;chon an einen &#x017F;ichern Orth ge-<lb/>
bracht war; daru&#x0364;ber &#x017F;ie &#x017F;ich verzweiffelnde &#x017F;elb&#x017F;t erhencken wol-<lb/>
te; &#x017F;ie ward aber von einem Ver&#x017F;chnittenen verhindert. <hi rendition="#aq">Bi&#x017F;acc.</hi><lb/>
im <hi rendition="#aq">Mu&#x017F;tafa p.</hi> 347. &#x2012; 354.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">V.</hi> 271. 275. Fu&#x0364;r meinen Murat ka&#x0364;mpfft der Himmel und<lb/>
die Sternen:) Die&#x017F;er dritte Sohn ward dem Jbrahim den 22.<lb/>
Mertz im 1642. Jahre/ als gleich Tag und Nacht gleiche waren/<lb/>
gebohren; daher die Per&#x017F;er und andere von ihme wahr&#x017F;agten/ daß<lb/>
er &#x017F;ehr glu&#x0364;cklich &#x017F;eyn wu&#x0364;rde. <hi rendition="#aq">Bi&#x017F;acc.</hi> im <hi rendition="#aq">Ibrahim p.</hi> 494.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">V.</hi> 279. Jn das Verha&#x0364;ngnu&#x0364;ß Buch des Himmels einge-<lb/>
&#x017F;chrieben:) Die Mahumedi&#x017F;ten gla&#x0364;uben: daß GOtt eines jeden<lb/>
Men&#x017F;chen Verha&#x0364;ngnu&#x0364;ß auf &#x017F;eine Stirne/ oder in ein im Him-<lb/>
mel verwahrtes Buch <hi rendition="#aq">Nar&#x017F;ip</hi> oder <hi rendition="#aq">Tactir</hi> alles/ was ihm Gutes<lb/>
oder Bo&#x0364;&#x017F;es begegnen &#x017F;ol/ und er durch keine Klugheit oder Wi-<lb/>
der&#x017F;trebung vermeiden kan/ aufge&#x017F;chrieben habe. <hi rendition="#aq">Ricaut. livr. 2.<lb/>
chap. 8. p.</hi> 402.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">V.</hi> 281. Sol ewig &#x017F;eyn verdammt/ wa&#x0364;r&#x2019;s gleich ein Mu-<lb/>
&#x017F;elmann:) Jm Alcoran redet Maßumed al&#x017F;o hiervon: Meine<lb/>
Vorbitte wird gehen fu&#x0364;r die jenigen auß meinem Volcke/ die<lb/>
&#x017F;chwer ge&#x017F;u&#x0364;ndigt haben womit &#x017F;ie zwar nach der Gro&#x0364;ße ihres Un-<lb/>
rechts ge&#x017F;trafft/ aber hernach auß Barmhertzigkeit ins Paradiß<lb/>
mo&#x0364;gen aufgenommen werden; weil es unmu&#x0364;glich i&#x017F;t: daß &#x017F;ie<lb/>
mit den Ungla&#x0364;ubigen in den ewigen Flammen immer bleiben<lb/>
&#x017F;ollen. Denn es i&#x017F;t uns offenbahret: daß wer nur vom Glau-<lb/>
ben einen Sonnen&#x017F;taub im Hertzen behalten wird/ nach außge-<lb/>
&#x017F;tandener Feuer-Straffe doch werde erlo&#x0364;&#x017F;et werden. <hi rendition="#aq">Ricaut. livr.<lb/>
2. chap. 11. p.</hi> 442.</p><lb/>
          <p><hi rendition="#aq">V.</hi> 282. Kein Blat nicht kleben an des heiligen Papiers/<lb/>
noch der gefa&#x0364;rbten Ro&#x017F;en:) Sie gla&#x0364;uben: daß/ wenn &#x017F;ie auß<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">dem</fw><lb/></p>
        </div>
      </div>
    </back>
  </text>
</TEI>
[0086] Noͤthige Erklaͤr- daran ſein Kamel angebunden haben ſolle/ als er den Jſaac opfern wollen. V. 459. Dein allzuſcheeler Trieb laufft wider die Ge- ſetze.) Die Freyheit viel Weiber zu nehmen/ iſt von dem Mahu- med verſtattet; wie auch außer den Ehweibern ſich anderer Bey- ſchlaͤfferinnen zu gebrauchen. Bellon. l. 3. c. 8. p. 41. Gleichwohl iſt die Zahl der Weiber biß auf vier eingeſchrenckt/ und wird es nur fuͤr eine Freyheit der Heyligen gehalten: daß Mahomed ih- rer neun/ Hali vierzehn gehabt. Ricaut. livr. 1. chap. 21. p. 524. 525. Sonſten pflegen die Tuͤrckiſchen Kaͤyſer keine mehr recht zu ehli- gen; maßen/ außer dem Suleiman (welcher von Rorelanen durch Zaubereyen derogeſtalt eingenommen worden: daß er ihr ein Heyrath Gut/ als das Kennzeichen der Eh außgeſetzt/ auch her- nach keinem andern Weibe mehr beygeſchlaffen hat) ſeit dem Bajazeth keiner eine geheyrathet/ weil ſelbter in des Tamerlanes Gefaͤngnuͤße allzugroſſe Schmach an ſeiner Gemahlin Despina ſehen muͤſſen. Ricaut. livr. 2. chap. 21. p. 533. 534. Pietro della Val- le nelle lettere 2. p. 85. meldet: Es geſchehe die groſſe Koſten/ die eine geehlichte Kaͤyſerin erfordern wuͤrde/ zu erſparen. Wiewohl meiſt die Sultane eine einige fuͤr den andern hochhielten/ wie Sultan Achmet die Kioſem. Daß aber Sultan Oßmann wider dieſes Grund-Geſetze ein Weib geheorahtet/ ſol eine der fuͤrnehm- ſten Urſachen ſeiner Ermordung geweſen ſeyn. Ricaut. livr. 2. ch. 21. p. 535. Sonſten haben die unchligen Kinder bey den Tuͤrcken eben die Wuͤrde und Erbrecht/ als die Ehligen. Busbequins Ep. 1. p. 58. 59. 122. Jedoch lehret Ricaut. l. 2. chap. 21. p. 530. daß wenn ein Vater ſeine mit einer Beyſchlaͤfferin gezeugte Kinder im letz- ten Willen nicht freylaͤßt und abſtattet/ ſie Knechtiſch und unter der Gewalt ſeiner ehligen Kinder bleiben. V. 467. Safft der’s Paradiß anſuͤßet.) Der Aleoran be- ſchreibet das ewige Leben mit eitel ſolchen irrdiſchen Wolluͤſten. Die Secte der Eſchraki legt aber alles diß verbluͤmter Weiſe auß/ und lehrt: daß die ewige Freude allein im Anſchauen der Goͤttlichen Majeſtaͤt beſtehen werde. Ricaut. livr. 2. chap. 12. pag. 471. V. 478. Wie daß deñ Amurath die Kinder ſelbſt erſticht:) Daß Amurath IV. im 1637. Jahre ſeinen Sohn erwuͤrgen laſſen/ weil er beym Seraglio einen Tarter getoͤdtet/ und ſelbſt ſeinen noch uͤbrigen einigen Sohn von drey Jahren umbbracht/ lehret Biſacc. im Amurath. p. 455. 458. V. 487. 488. Wie/ daß er dem und nicht dem Oß- man ließ die Krone:) Sultan Achmet verordnete im Te- ſtament: daß ihm nicht ſein zwoͤlffjaͤhriger Sohn Oßmann/ ſon- dern ſein Bruder Muſtafa im Reiche folgen ſolte; umb hier- durch entweder ſeinem Bruder die langerdultete Gefaͤngnuͤs zu belohnen/ oder durch deſſen Thorheit deſto groͤſſere Liebe ge- gen ſeinem Sohne Oßmann zu wege zu bringen. Biſaccioni im Oſman. p. 283. V. 490. 492. Wie lang iſt’s/ als ſo fiel Orcan und Bajazeth.) Als Amurath IV. Bagadet eingenommen hatte, ſchlachtete ſeine Mutter dieſe ſeine zwey von einer andern Mut- ter gebohrne Bruͤder ihm auf ſein Siegs-Feſt ab. Biſaccion. im Amurath. p. 442. V. 495. Den Sultaninnen muß der Fuͤrſt offt ſelbſt nachgeben.) Daß bey dem Tuͤrckiſchen Kaͤyſern die Schwe- ſtern wenig/ die Muͤtter aber viel gelten/ gleichwohl aber auch offt auf Heiſch der Soldaten/ ins alte Seraglio geſperret wer- den/ lehret Biſaccion. im Amurath. pag. 387. Wie viel a- ber auch des Suleimans Gemahlin Rorelana gegolten/ iſt weit- laͤufftig zu ſehen beym Busbequio Epiſt. 1. pag. 61. 67. 145. 146. So große Gewalt hat auch eine Weile gehabt des Chiàh Abbas erſte Gemahlin/ Zeinèb Begùm eine Tochter des Chiàh Taha- màsp ſeines Groß-Vaters. Pietr. della Valle lett. 5. da Spa- hàn. n. 38. pag. 683. n. 48. pag. 729. Und als Sultan Jbra- him erwuͤrgt/ Machmet erhoben worden/ hat Kioſem als Groß- Mutter das gantze Tuͤrckſche Reich nach ihr ein Willen beherrſcht. Ricaut. livr. 1. chap. 4. p. 37. V. 669. Acciolin beflecket ſeine Weiße.) Acciolin nahm in Welſchland Baſſano ein/ toͤdtete darinnen das Haupt Johan. Baptiſta de la Porta, und kriegte darinnen Biaaca de Roſſy ſeine Gemahlin gefangen. Als dieſer nun lange verge- bens umb den Genuͤß ihrer Liebe Anſuchung gethan/ wolte er ſie nothzuͤchtigen; aber ſie erreichte das Fenſter/ ſprang hin- unter/ fiel ihr eine Schulter auß/ und brach den Arm. Der Tyrann lies ſie heilen/ und verſuchte nochmahls alle Mittel/ ſie zur Liebe zu bewegen; endlich lies er ſie an eine Tafel anbin- den/ und nothzuͤchtigte ſie. Hierauf lief ſie auf ihres Ehge- mahls Grab und gab darauf auß Betruͤbnuͤß ihren Geiſt auf. P. Pierre de Moyne la Galerie des femmes fortes. p. 317. ‒ 320. Zur Dritten Abhandlung. V. 46. 48. Das Amurath geſtecket.) Als Amurath. IV. auf dem Todbette lag/ bereuete er: daß er ſeine zwey Bruͤder Orcan und Bajazeth hatte toͤdten laſſen; befahl hierauf auch zwar: daß man den Bruder auß dem Kercker fuͤr ihn bringen ſolte/ alleine ſeine Mutter verhinderte es/ beſorgende: daß dem Jbrahim auß ſeiner Gegenwart der Tod oder ander Unheil begegnen doͤrffte. Hierauf ließ Amurath die Mutter vom Bet- te weg/ und die Baſſen zu ſich kommen/ und weil er nicht wolte: daß einem tapffern Amurath ein ſchlimmer Jbrahim folgen ſol- te/ muſten ſie ihm eydlich verſprechen: daß nach ſeinem Tode nicht ſein Bruder/ ſondern der Tarter Cham Stul-Erbe ſeyn ſolte. Allein ſo bald Amurath die Augen zudruͤckte/ bewegte ſie die Baſſen (welche ohne diß keine Luſt zum Tarter hatten/) theils durch gute/ theils herbe Worte: daß ſie den Jbrahim zum Kaͤyſer erwehlten. Biſacc p. 475. 476. 479. 480. V. 55. Opferte ſie ihm des Brudern warme Leiche:) Hierauf giengen die Baſſen nun fuͤr des Jbrahims Kercker. Alleine er verriegelte ſich inwendig/ und wolte durchauß nicht aufmachen/ ſich des Lebens beſorgende/ und auf Anbietung des Reichs allezeit antwortete: daß er zu herrſchen nie gedacht haͤtte/ er waͤre ein Sclave ſeines Bruders Amurath/ biß endlich ſeine Mutter ſelbſt fuͤr den Kercker kam/ ihm zuredete/ und ihm des Amuraths Leiche zeigete. Biſacc. 486. V. 179. 182. Der groſſe Suleiman.) Suleiman ließ ſei- nen aͤlteſten Sohn Muſtafa auf Anſtifften und Beſchuldigung der Roxelang: daß er dem Vater nach dem Regiment ſtuͤnde/ erwuͤrgen: damit ſie hierdurch ihren langſamer gebohrnen Kin- dern auf den Thron huͤlffe. Busbequius Epiſt. 1. pag. 58. ‒ 65. Den Sohn Bajazeth/ (welcher ſich auf Anſtifften ſeiner Mutter Rorelana und Ruſtans/ dem aͤltern Sohne Selim fuͤrzuͤckte/ mit ſelbtem/ nach erſter Außſoͤhnung beym Vater/ ſchlug/ hernach ſich in Perſien fluͤchtete/) erkauffte er von dem Koͤnige in Per- ſien/ und ließ ihn durch ſeinen dahin geſendeten Baſſa Haſſan er- wuͤrgen, alſo: daß er nicht einſt zuvor ſeine vier Soͤhne kuͤſſen durffte/ welche/ wie des Muſtafa Sohn/ auch ſaͤmptlich erwuͤrget worden. Busbeqn. Ep. 4. p. 408. ‒ 410. V. 182. ‒ 188. Daut Baſſens Miſſethat.) Daut Baſſa der den Sultan Oßmann zu toͤdten Befehl ertheilet/ und des Sultan Muſtafa Schweſter zur Eh hatte/ ward ſchluͤßig/ den Muſtafa und das gantze Oßmanniſche Geſchlechte aufzurei- ben. Dahero befahl er dem Capi Aga den Amurath IV. in ein ander Gefaͤngnuͤs zu bringen/ umb ſelbten zu toͤdten. Aber die- ſer ward auf Schreyen und Weigern des Mißtrauenden Amu- raths von den Zulauffenden getoͤdtet; Daut aber ſich weg zu fluͤchten genothigt; endlich auch an eben dem Orthe/ wo Oß- mann/ erwuͤrget; Hierauff wickelte des Amuraths Mutter die Soldaten auf: daß ſie den Muſtafa abſetzen moͤchten. Dieſem zu begegnen/ gieng des Muſtafa Mutter nebſt andern den A- murath umbzubringen/ der aber ſchon an einen ſichern Orth ge- bracht war; daruͤber ſie ſich verzweiffelnde ſelbſt erhencken wol- te; ſie ward aber von einem Verſchnittenen verhindert. Biſacc. im Muſtafa p. 347. ‒ 354. V. 271. 275. Fuͤr meinen Murat kaͤmpfft der Himmel und die Sternen:) Dieſer dritte Sohn ward dem Jbrahim den 22. Mertz im 1642. Jahre/ als gleich Tag und Nacht gleiche waren/ gebohren; daher die Perſer und andere von ihme wahrſagten/ daß er ſehr gluͤcklich ſeyn wuͤrde. Biſacc. im Ibrahim p. 494. V. 279. Jn das Verhaͤngnuͤß Buch des Himmels einge- ſchrieben:) Die Mahumediſten glaͤuben: daß GOtt eines jeden Menſchen Verhaͤngnuͤß auf ſeine Stirne/ oder in ein im Him- mel verwahrtes Buch Narſip oder Tactir alles/ was ihm Gutes oder Boͤſes begegnen ſol/ und er durch keine Klugheit oder Wi- derſtrebung vermeiden kan/ aufgeſchrieben habe. Ricaut. livr. 2. chap. 8. p. 402. V. 281. Sol ewig ſeyn verdammt/ waͤr’s gleich ein Mu- ſelmann:) Jm Alcoran redet Maßumed alſo hiervon: Meine Vorbitte wird gehen fuͤr die jenigen auß meinem Volcke/ die ſchwer geſuͤndigt haben womit ſie zwar nach der Groͤße ihres Un- rechts geſtrafft/ aber hernach auß Barmhertzigkeit ins Paradiß moͤgen aufgenommen werden; weil es unmuͤglich iſt: daß ſie mit den Unglaͤubigen in den ewigen Flammen immer bleiben ſollen. Denn es iſt uns offenbahret: daß wer nur vom Glau- ben einen Sonnenſtaub im Hertzen behalten wird/ nach außge- ſtandener Feuer-Straffe doch werde erloͤſet werden. Ricaut. livr. 2. chap. 11. p. 442. V. 282. Kein Blat nicht kleben an des heiligen Papiers/ noch der gefaͤrbten Roſen:) Sie glaͤuben: daß/ wenn ſie auß dem

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/lohenstein_ibrahim_1673
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/lohenstein_ibrahim_1673/86
Zitationshilfe: Lohenstein, Daniel Casper von: Ibrahim Sultan. Leipzig, 1673, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/lohenstein_ibrahim_1673/86>, abgerufen am 21.09.2021.