Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652.nicht zur Magd machen / deinen Willen zu brechen / sey selbst eine Herrin deines Lebens. Wann dann niemand ist / der dieser Königin ins Spiel sihet; so müssen die Glieder folgen / vnd nur thun / was die Lüste gebieten / der Mund flucht vnd lästert / die Hand schlägt von sich damit ist die Sünde begangen / vnd hat der Teufel sampt seiner Tochter / der angebornen fleischlichen Begierligkeit / den Muth gekühlet. Diese ist eine harte Herrschafft / vnd schwere Dienstbarkeit / denn sie leidet nichts anders als Sünde / vnd lässt keinen frembden Dienst zu. So kan auch kein Mensch durch eigne Kräffte von dieser Dienstbarkeit abkommen. Vom Dienste Gottes hat er sich wol können loß machen / die Sünde aber will jhn auß jhrem Dienst nicht lassen / sondern vielmehr stürtzet sie den Menschen von einer Sünde zur andern. Denn es will nicht gerne eine Sünde allein seyn. Wann Cain vor erst in seinem Hertzen wider seinen Bruder einen Groll fasset / verstellet er bald darauff sein Angesicht / darauff folget Todtschlag / Sicherheit / Lügen / Verzweifflung. Also fiel Judas vom Geitz auff verrätherische Falschheit / von dannen in Verzweifflung. Eben das findet sich auch bey den Frommen / wann sie der Herrschafft deß Fleisches nur etwas raum geben. Wenn David seinen Lüsten gegen einem schönen Weibe folget / fällt er bald darauff in Falschheit gegen dem Nechsten / in Heucheley vnd Scheinheiligkeit / in Todtschlag / vnd wol gar in Sicherheit. Das Reich der Gerechtigkeit ist diesem Sünden Reich gantz zu wider. Da ist GOtt König vnd HERR / vnd regieret in den Menschen durch einen newen Geist. Weil dann GOtt König vnd HERR ist / so muß er auch Diener haben / das sollen seyn abermal vnsere Glieder. Wie nun ein Sündenknecht thut / wozu jhn seine fleischliche Lust vnd Begierde treibet; so muß ein Diener Gottes vnd der Gerechtigkeit acht haben auff den Willen Gottes / vnd auff den Rath vnd Trieb deß ernewerten Geistes / der Krafft der Wiedergeburt / die in jhm ist. Zum Exempel. Lob Got- nicht zur Magd machen / deinen Willen zu brechen / sey selbst eine Herrin deines Lebens. Wann dann niemand ist / der dieser Königin ins Spiel sihet; so müssen die Glieder folgen / vnd nur thun / was die Lüste gebieten / der Mund flucht vnd lästert / die Hand schlägt von sich damit ist die Sünde begangen / vnd hat der Teufel sampt seiner Tochter / der angebornen fleischlichen Begierligkeit / den Muth gekühlet. Diese ist eine harte Herrschafft / vnd schwere Dienstbarkeit / denn sie leidet nichts anders als Sünde / vnd lässt keinen frembden Dienst zu. So kan auch kein Mensch durch eigne Kräffte von dieser Dienstbarkeit abkommen. Vom Dienste Gottes hat er sich wol können loß machen / die Sünde aber will jhn auß jhrem Dienst nicht lassen / sondern vielmehr stürtzet sie den Menschen von einer Sünde zur andern. Denn es will nicht gerne eine Sünde allein seyn. Wann Cain vor erst in seinem Hertzen wider seinen Bruder einen Groll fasset / verstellet er bald darauff sein Angesicht / darauff folget Todtschlag / Sicherheit / Lügen / Verzweifflung. Also fiel Judas vom Geitz auff verrätherische Falschheit / von dannen in Verzweifflung. Eben das findet sich auch bey den Frommen / wann sie der Herrschafft deß Fleisches nur etwas raum geben. Wenn David seinen Lüsten gegen einem schönen Weibe folget / fällt er bald darauff in Falschheit gegen dem Nechsten / in Heucheley vnd Scheinheiligkeit / in Todtschlag / vnd wol gar in Sicherheit. Das Reich der Gerechtigkeit ist diesem Sünden Reich gantz zu wider. Da ist GOtt König vnd HERR / vnd regieret in den Menschen durch einen newen Geist. Weil dann GOtt König vnd HERR ist / so muß er auch Diener haben / das sollen seyn abermal vnsere Glieder. Wie nun ein Sündenknecht thut / wozu jhn seine fleischliche Lust vnd Begierde treibet; so muß ein Diener Gottes vnd der Gerechtigkeit acht haben auff den Willen Gottes / vnd auff den Rath vnd Trieb deß ernewerten Geistes / der Krafft der Wiedergeburt / die in jhm ist. Zum Exempel. Lob Got- <TEI> <text> <body> <div> <p><pb facs="#f0159" n="143"/> nicht zur Magd machen / deinen Willen zu brechen / sey selbst eine Herrin deines Lebens. Wann dann niemand ist / der dieser Königin ins Spiel sihet; so müssen die Glieder folgen / vnd nur thun / was die Lüste gebieten / der Mund flucht vnd lästert / die Hand schlägt von sich damit ist die Sünde begangen / vnd hat der Teufel sampt seiner Tochter / der angebornen fleischlichen Begierligkeit / den Muth gekühlet.</p> <p>Diese ist eine harte Herrschafft / vnd schwere Dienstbarkeit / denn sie leidet nichts anders als Sünde / vnd lässt keinen frembden Dienst zu. So kan auch kein Mensch durch eigne Kräffte von dieser Dienstbarkeit abkommen. Vom Dienste Gottes hat er sich wol können loß machen / die Sünde aber will jhn auß jhrem Dienst nicht lassen / sondern vielmehr stürtzet sie den Menschen von einer Sünde zur andern. Denn es will nicht gerne eine Sünde allein seyn. Wann Cain vor erst in seinem Hertzen wider seinen Bruder einen Groll fasset / verstellet er bald darauff sein Angesicht / darauff folget Todtschlag / Sicherheit / Lügen / Verzweifflung. Also fiel Judas vom Geitz auff verrätherische Falschheit / von dannen in Verzweifflung. Eben das findet sich auch bey den Frommen / wann sie der Herrschafft deß Fleisches nur etwas raum geben. Wenn David seinen Lüsten gegen einem schönen Weibe folget / fällt er bald darauff in Falschheit gegen dem Nechsten / in Heucheley vnd Scheinheiligkeit / in Todtschlag / vnd wol gar in Sicherheit.</p> <p>Das Reich der Gerechtigkeit ist diesem Sünden Reich gantz zu wider. Da ist GOtt König vnd HERR / vnd regieret in den Menschen durch einen newen Geist. Weil dann GOtt König vnd HERR ist / so muß er auch Diener haben / das sollen seyn abermal vnsere Glieder. Wie nun ein Sündenknecht thut / wozu jhn seine fleischliche Lust vnd Begierde treibet; so muß ein Diener Gottes vnd der Gerechtigkeit acht haben auff den Willen Gottes / vnd auff den Rath vnd Trieb deß ernewerten Geistes / der Krafft der Wiedergeburt / die in jhm ist. Zum Exempel. Lob Got- </p> </div> </body> </text> </TEI> [143/0159]
nicht zur Magd machen / deinen Willen zu brechen / sey selbst eine Herrin deines Lebens. Wann dann niemand ist / der dieser Königin ins Spiel sihet; so müssen die Glieder folgen / vnd nur thun / was die Lüste gebieten / der Mund flucht vnd lästert / die Hand schlägt von sich damit ist die Sünde begangen / vnd hat der Teufel sampt seiner Tochter / der angebornen fleischlichen Begierligkeit / den Muth gekühlet.
Diese ist eine harte Herrschafft / vnd schwere Dienstbarkeit / denn sie leidet nichts anders als Sünde / vnd lässt keinen frembden Dienst zu. So kan auch kein Mensch durch eigne Kräffte von dieser Dienstbarkeit abkommen. Vom Dienste Gottes hat er sich wol können loß machen / die Sünde aber will jhn auß jhrem Dienst nicht lassen / sondern vielmehr stürtzet sie den Menschen von einer Sünde zur andern. Denn es will nicht gerne eine Sünde allein seyn. Wann Cain vor erst in seinem Hertzen wider seinen Bruder einen Groll fasset / verstellet er bald darauff sein Angesicht / darauff folget Todtschlag / Sicherheit / Lügen / Verzweifflung. Also fiel Judas vom Geitz auff verrätherische Falschheit / von dannen in Verzweifflung. Eben das findet sich auch bey den Frommen / wann sie der Herrschafft deß Fleisches nur etwas raum geben. Wenn David seinen Lüsten gegen einem schönen Weibe folget / fällt er bald darauff in Falschheit gegen dem Nechsten / in Heucheley vnd Scheinheiligkeit / in Todtschlag / vnd wol gar in Sicherheit.
Das Reich der Gerechtigkeit ist diesem Sünden Reich gantz zu wider. Da ist GOtt König vnd HERR / vnd regieret in den Menschen durch einen newen Geist. Weil dann GOtt König vnd HERR ist / so muß er auch Diener haben / das sollen seyn abermal vnsere Glieder. Wie nun ein Sündenknecht thut / wozu jhn seine fleischliche Lust vnd Begierde treibet; so muß ein Diener Gottes vnd der Gerechtigkeit acht haben auff den Willen Gottes / vnd auff den Rath vnd Trieb deß ernewerten Geistes / der Krafft der Wiedergeburt / die in jhm ist. Zum Exempel. Lob Got-
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| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652, S. 143. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luetkemann_auffmunterung2_1652/159>, abgerufen am 06.08.2024. |


