Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652.Wann GOtt dem Teuffel nicht in den Zügel griff / würde er manchen Heiligen durch solche Gedancken führen ins ewige Verderben. Darumb warnet vns GOtt selbsten im ersten Buch Gen. 4, 7.Mosis am 4. Cap. Sihe / die Sünde ruhet für der Thür; aber laß du jhr nicht jhren Willen / sondern herrsche über sie. Gibt man jhr ein wenig raum / wird sie jmmer kräfftiger. Man darff nicht dencken / ich will nur diß vnd das thun; jenes aber soll nicht kommen. Der weise Mann im Büchlein Syr. 21, 2.Syrach am 21. Cap. sagt: Mein Kind / fleuch für der Sünde / wie für einer Schlange / denn so du jhr zu nahe kommest / so sticht sie dich. Wer die Schlangen nicht vertragen kan / der spricht nicht / ich will die Schlange nur ein klein wenig angreiffen / nur ein klein wenig mit jhr spielen / sondern er fliehet für sie. Hierumb meiden / die GOtt auffrichtig dienen wollen / nicht allein die äusserliche Sünde / sondern auch die jnnerliche Sünde / vnd tödten auch die sündliche Gedancken. Es bleibet nicht auß / die Gedancken vnd Reitzungen der Sünden wirstu fühlen; aber der Geist muß nicht dabey schlaffen. Also sollen wir vns befleissigen / vnserm Gott mit Ernst zu dienen. Hernach diene deinem GOtt auch auffrichtig / schlecht vnd bloß auß Liebe / gegen Gott vnd seiner Heiligkeit. Wie vns zur Sünden keine Furcht treibet / sondern die Lust zur Sünden / vnd eigner Will vnd Wolgefallen; also sollen wir vns billig zum göttlichen Dienst nicht treiben lassen / durch Furcht der Straffe / sondern durch Liebe vnd Lust zu GOtt; allermeist nach dem wir nun den Vorsatz / GOTT zu dienen / schon genommen haben. Ein trewer Diener Gottes gedencket: Ob ich schon Gelegenheit habe / diß vnd das zu thun / vnd könte es thun / daß es niemand jnnen würde; will ichs doch nicht thun / GOtt zu Gehorsam / vnd meinem Gen. 39, 9.Christo zu Lieb vnd zu Ehren. Ein sein Exempel haben wir an dem frommen Joseph / wie er von seines Herrn Weib genötiget ward Wann GOtt dem Teuffel nicht in den Zügel griff / würde er manchen Heiligen durch solche Gedancken führen ins ewige Verderben. Darumb warnet vns GOtt selbsten im ersten Buch Gen. 4, 7.Mosis am 4. Cap. Sihe / die Sünde ruhet für der Thür; aber laß du jhr nicht jhren Willen / sondern herrsche über sie. Gibt man jhr ein wenig raum / wird sie jmmer kräfftiger. Man darff nicht dencken / ich will nur diß vnd das thun; jenes aber soll nicht kommen. Der weise Mann im Büchlein Syr. 21, 2.Syrach am 21. Cap. sagt: Mein Kind / fleuch für der Sünde / wie für einer Schlange / denn so du jhr zu nahe kommest / so sticht sie dich. Wer die Schlangen nicht vertragen kan / der spricht nicht / ich will die Schlange nur ein klein wenig angreiffen / nur ein klein wenig mit jhr spielen / sondern er fliehet für sie. Hierumb meiden / die GOtt auffrichtig dienen wollen / nicht allein die äusserliche Sünde / sondern auch die jnnerliche Sünde / vnd tödten auch die sündliche Gedancken. Es bleibet nicht auß / die Gedancken vnd Reitzungen der Sünden wirstu fühlen; aber der Geist muß nicht dabey schlaffen. Also sollen wir vns befleissigen / vnserm Gott mit Ernst zu dienen. Hernach diene deinem GOtt auch auffrichtig / schlecht vnd bloß auß Liebe / gegen Gott vnd seiner Heiligkeit. Wie vns zur Sünden keine Furcht treibet / sondern die Lust zur Sünden / vnd eigner Will vnd Wolgefallen; also sollen wir vns billig zum göttlichen Dienst nicht treiben lassen / durch Furcht der Straffe / sondern durch Liebe vnd Lust zu GOtt; allermeist nach dem wir nun den Vorsatz / GOTT zu dienen / schon genommen haben. Ein trewer Diener Gottes gedencket: Ob ich schon Gelegenheit habe / diß vnd das zu thun / vnd könte es thun / daß es niemand jnnen würde; will ichs doch nicht thun / GOtt zu Gehorsam / vnd meinem Gen. 39, 9.Christo zu Lieb vnd zu Ehren. Ein sein Exempel haben wir an dem from̃en Joseph / wie er von seines Herrn Weib genötiget ward <TEI> <text> <body> <div> <p><pb facs="#f0174" n="158"/> Wann GOtt dem Teuffel nicht in den Zügel griff / würde er manchen Heiligen durch solche Gedancken führen ins ewige Verderben. Darumb warnet vns GOtt selbsten im ersten Buch <note place="left">Gen. 4, 7.</note>Mosis am 4. Cap. Sihe / die Sünde ruhet für der Thür; aber laß du jhr nicht jhren Willen / sondern herrsche über sie. Gibt man jhr ein wenig raum / wird sie jmmer kräfftiger. Man darff nicht dencken / ich will nur diß vnd das thun; jenes aber soll nicht kommen. Der weise Mann im Büchlein <note place="left">Syr. 21, 2.</note>Syrach am 21. Cap. sagt: Mein Kind / fleuch für der Sünde / wie für einer Schlange / denn so du jhr zu nahe kommest / so sticht sie dich. Wer die Schlangen nicht vertragen kan / der spricht nicht / ich will die Schlange nur ein klein wenig angreiffen / nur ein klein wenig mit jhr spielen / sondern er fliehet für sie. Hierumb meiden / die GOtt auffrichtig dienen wollen / nicht allein die äusserliche Sünde / sondern auch die jnnerliche Sünde / vnd tödten auch die sündliche Gedancken. Es bleibet nicht auß / die Gedancken vnd Reitzungen der Sünden wirstu fühlen; aber der Geist muß nicht dabey schlaffen. Also sollen wir vns befleissigen / vnserm Gott mit Ernst zu dienen.</p> <note place="left">2. Simpliciter propter DEUM.</note> <p>Hernach diene deinem GOtt auch auffrichtig / schlecht vnd bloß auß Liebe / gegen Gott vnd seiner Heiligkeit. Wie vns zur Sünden keine Furcht treibet / sondern die Lust zur Sünden / vnd eigner Will vnd Wolgefallen; also sollen wir vns billig zum göttlichen Dienst nicht treiben lassen / durch Furcht der Straffe / sondern durch Liebe vnd Lust zu GOtt; allermeist nach dem wir nun den Vorsatz / GOTT zu dienen / schon genommen haben. Ein trewer Diener Gottes gedencket: Ob ich schon Gelegenheit habe / diß vnd das zu thun / vnd könte es thun / daß es niemand jnnen würde; will ichs doch nicht thun / GOtt zu Gehorsam / vnd meinem <note place="left">Gen. 39, 9.</note>Christo zu Lieb vnd zu Ehren. Ein sein Exempel haben wir an dem from̃en Joseph / wie er von seines Herrn Weib genötiget ward </p> </div> </body> </text> </TEI> [158/0174]
Wann GOtt dem Teuffel nicht in den Zügel griff / würde er manchen Heiligen durch solche Gedancken führen ins ewige Verderben. Darumb warnet vns GOtt selbsten im ersten Buch Mosis am 4. Cap. Sihe / die Sünde ruhet für der Thür; aber laß du jhr nicht jhren Willen / sondern herrsche über sie. Gibt man jhr ein wenig raum / wird sie jmmer kräfftiger. Man darff nicht dencken / ich will nur diß vnd das thun; jenes aber soll nicht kommen. Der weise Mann im Büchlein Syrach am 21. Cap. sagt: Mein Kind / fleuch für der Sünde / wie für einer Schlange / denn so du jhr zu nahe kommest / so sticht sie dich. Wer die Schlangen nicht vertragen kan / der spricht nicht / ich will die Schlange nur ein klein wenig angreiffen / nur ein klein wenig mit jhr spielen / sondern er fliehet für sie. Hierumb meiden / die GOtt auffrichtig dienen wollen / nicht allein die äusserliche Sünde / sondern auch die jnnerliche Sünde / vnd tödten auch die sündliche Gedancken. Es bleibet nicht auß / die Gedancken vnd Reitzungen der Sünden wirstu fühlen; aber der Geist muß nicht dabey schlaffen. Also sollen wir vns befleissigen / vnserm Gott mit Ernst zu dienen.
Gen. 4, 7.
Syr. 21, 2. Hernach diene deinem GOtt auch auffrichtig / schlecht vnd bloß auß Liebe / gegen Gott vnd seiner Heiligkeit. Wie vns zur Sünden keine Furcht treibet / sondern die Lust zur Sünden / vnd eigner Will vnd Wolgefallen; also sollen wir vns billig zum göttlichen Dienst nicht treiben lassen / durch Furcht der Straffe / sondern durch Liebe vnd Lust zu GOtt; allermeist nach dem wir nun den Vorsatz / GOTT zu dienen / schon genommen haben. Ein trewer Diener Gottes gedencket: Ob ich schon Gelegenheit habe / diß vnd das zu thun / vnd könte es thun / daß es niemand jnnen würde; will ichs doch nicht thun / GOtt zu Gehorsam / vnd meinem Christo zu Lieb vnd zu Ehren. Ein sein Exempel haben wir an dem from̃en Joseph / wie er von seines Herrn Weib genötiget ward
Gen. 39, 9.
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| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652, S. 158. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luetkemann_auffmunterung2_1652/174>, abgerufen am 06.08.2024. |


