Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652.alles gutes / wie Abrahae verheissen / über vns käme / durch denselben Samen / nemblich Jesum Christum. Diese Verheissung wird hie einem Testament verglichen. Wie in einem Testament auff dreyerley zu sehen / 1. auff den Herrn / der ein Testament machet / 2. auff die Güter / die er vermachet / vnd 3. auff die eingesetzte Erben / wer sie seyn: Also ist solches auch im göttlichen Testament in acht zu nehmen. Der HERR ist groß vnd mächtig / der Allgewaltige GOTT / vnd König Himmels vnd der Erden; der vermacht eine Hoheit / welche niemand anstehet / denn GOtt allein / nemblich die segenhafftige seligmachende Krafft / das verfluchte Geschlecht der Menschen vom Fluch zu erlösen / mit GOtt versöhnen / vnd zum ewigen Leben zu bringen. Diese Hoheit / ob sie wol niemand anstehet / dann GOtt selbsten / wird sie doch geschencket Abrahae vnd seinem Samen; Abrahae zwar nicht für sich / vnd auff seine Person / dann für sich war er dieser Hoheit nicht fähig / sondern auff seinen Samen / daß nemblich einer von seinem Samen solte erwecket werden / dem GOtt diese seligmachende Krafft geben würde: denn also lautet das Testament; Durch deinen Samen sollen gesegnetGen. 22, 18. werden alle Völcker auff Erden. Vnd weil solche Hoheit göttlich ist / vnd eine Ehr / die niemand anstehet / als GOtt; muß folgen / daß dieser Same Abrahae der ewige Sohn GOttes sey. Vnd der ist JESVS CHristus / hochgelobet zu ewigen Zeiten. Dieses ist das Testament / darauff die gantze Schrifft gegründet ist. So ist auch die heilige Schrifft nichts anders / dann eine Außlegung dieses Testaments. Beym Johanne am 6. Cap. hat Christus dasselbe mit diesen klaren Worten wiederholet: Das ist der Wille deß Vatters / der mich gesandt hat /Joh. 6, 40. (eben der Wille / den er im Testament eingefasset) daß wer den Sohn sihet / vnd glaubet an jhn / habe das ewige Leben. alles gutes / wie Abrahae verheissen / über vns käme / durch denselben Samen / nemblich Jesum Christum. Diese Verheissung wird hie einem Testament verglichen. Wie in einem Testament auff dreyerley zu sehen / 1. auff den Herrn / der ein Testament machet / 2. auff die Güter / die er vermachet / vnd 3. auff die eingesetzte Erben / wer sie seyn: Also ist solches auch im göttlichen Testament in acht zu nehmen. Der HERR ist groß vnd mächtig / der Allgewaltige GOTT / vnd König Himmels vnd der Erden; der vermacht eine Hoheit / welche niemand anstehet / denn GOtt allein / nemblich die segenhafftige seligmachende Krafft / das verfluchte Geschlecht der Menschen vom Fluch zu erlösen / mit GOtt versöhnen / vnd zum ewigen Leben zu bringen. Diese Hoheit / ob sie wol niemand anstehet / dann GOtt selbsten / wird sie doch geschencket Abrahae vnd seinem Samen; Abrahae zwar nicht für sich / vnd auff seine Person / dann für sich war er dieser Hoheit nicht fähig / sondern auff seinen Samen / daß nemblich einer von seinem Samen solte erwecket werden / dem GOtt diese seligmachende Krafft geben würde: denn also lautet das Testament; Durch deinen Samen sollen gesegnetGen. 22, 18. werden alle Völcker auff Erden. Vnd weil solche Hoheit göttlich ist / vnd eine Ehr / die niemand anstehet / als GOtt; muß folgen / daß dieser Same Abrahae der ewige Sohn GOttes sey. Vnd der ist JESVS CHristus / hochgelobet zu ewigen Zeiten. Dieses ist das Testament / darauff die gantze Schrifft gegründet ist. So ist auch die heilige Schrifft nichts anders / dann eine Außlegung dieses Testaments. Beym Johanne am 6. Cap. hat Christus dasselbe mit diesen klaren Worten wiederholet: Das ist der Wille deß Vatters / der mich gesandt hat /Joh. 6, 40. (eben der Wille / den er im Testament eingefasset) daß wer den Sohn sihet / vnd glaubet an jhn / habe das ewige Leben. <TEI> <text> <body> <div> <p><pb facs="#f0283" n="267"/> alles gutes / wie Abrahae verheissen / über vns käme / durch denselben Samen / nemblich Jesum Christum.</p> <p>Diese Verheissung wird hie einem Testament verglichen. Wie in einem Testament auff dreyerley zu sehen / 1. auff den Herrn / der ein Testament machet / 2. auff die Güter / die er vermachet / vnd 3. auff die eingesetzte Erben / wer sie seyn: Also ist solches auch im göttlichen Testament in acht zu nehmen. Der HERR ist groß vnd mächtig / der Allgewaltige GOTT / vnd König Himmels vnd der Erden; der vermacht eine Hoheit / welche niemand anstehet / denn GOtt allein / nemblich die segenhafftige seligmachende Krafft / das verfluchte Geschlecht der Menschen vom Fluch zu erlösen / mit GOtt versöhnen / vnd zum ewigen Leben zu bringen. Diese Hoheit / ob sie wol niemand anstehet / dann GOtt selbsten / wird sie doch geschencket Abrahae vnd seinem Samen; Abrahae zwar nicht für sich / vnd auff seine Person / dann für sich war er dieser Hoheit nicht fähig / sondern auff seinen Samen / daß nemblich einer von seinem Samen solte erwecket werden / dem GOtt diese seligmachende Krafft geben würde: denn also lautet das Testament; Durch deinen Samen sollen gesegnet<note place="right">Gen. 22, 18.</note> werden alle Völcker auff Erden. Vnd weil solche Hoheit göttlich ist / vnd eine Ehr / die niemand anstehet / als GOtt; muß folgen / daß dieser Same Abrahae der ewige Sohn GOttes sey. Vnd der ist JESVS CHristus / hochgelobet zu ewigen Zeiten.</p> <p>Dieses ist das Testament / darauff die gantze Schrifft gegründet ist. So ist auch die heilige Schrifft nichts anders / dann eine Außlegung dieses Testaments. Beym Johanne am 6. Cap. hat Christus dasselbe mit diesen klaren Worten wiederholet: Das ist der Wille deß Vatters / der mich gesandt hat /<note place="right">Joh. 6, 40.</note> (eben der Wille / den er im Testament eingefasset) daß wer den Sohn sihet / vnd glaubet an jhn / habe das ewige Leben.</p> </div> </body> </text> </TEI> [267/0283]
alles gutes / wie Abrahae verheissen / über vns käme / durch denselben Samen / nemblich Jesum Christum.
Diese Verheissung wird hie einem Testament verglichen. Wie in einem Testament auff dreyerley zu sehen / 1. auff den Herrn / der ein Testament machet / 2. auff die Güter / die er vermachet / vnd 3. auff die eingesetzte Erben / wer sie seyn: Also ist solches auch im göttlichen Testament in acht zu nehmen. Der HERR ist groß vnd mächtig / der Allgewaltige GOTT / vnd König Himmels vnd der Erden; der vermacht eine Hoheit / welche niemand anstehet / denn GOtt allein / nemblich die segenhafftige seligmachende Krafft / das verfluchte Geschlecht der Menschen vom Fluch zu erlösen / mit GOtt versöhnen / vnd zum ewigen Leben zu bringen. Diese Hoheit / ob sie wol niemand anstehet / dann GOtt selbsten / wird sie doch geschencket Abrahae vnd seinem Samen; Abrahae zwar nicht für sich / vnd auff seine Person / dann für sich war er dieser Hoheit nicht fähig / sondern auff seinen Samen / daß nemblich einer von seinem Samen solte erwecket werden / dem GOtt diese seligmachende Krafft geben würde: denn also lautet das Testament; Durch deinen Samen sollen gesegnet werden alle Völcker auff Erden. Vnd weil solche Hoheit göttlich ist / vnd eine Ehr / die niemand anstehet / als GOtt; muß folgen / daß dieser Same Abrahae der ewige Sohn GOttes sey. Vnd der ist JESVS CHristus / hochgelobet zu ewigen Zeiten.
Gen. 22, 18. Dieses ist das Testament / darauff die gantze Schrifft gegründet ist. So ist auch die heilige Schrifft nichts anders / dann eine Außlegung dieses Testaments. Beym Johanne am 6. Cap. hat Christus dasselbe mit diesen klaren Worten wiederholet: Das ist der Wille deß Vatters / der mich gesandt hat / (eben der Wille / den er im Testament eingefasset) daß wer den Sohn sihet / vnd glaubet an jhn / habe das ewige Leben.
Joh. 6, 40.
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| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652, S. 267. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luetkemann_auffmunterung2_1652/283>, abgerufen am 06.08.2024. |


