Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652.daß sie erkennen / wie GOtt seinen Sohn in die Welt gesandt / zur Versöhnung für vnsere Sünde / vnd in Empfindung jhrer Sünde GOtt solche Versöhnung fürhalten. Diesen / so lang sie in solchem Glaubensbekäntnüß bleiben / gibt der Geist die Verheissung GOtt bleibt in jhnen / vnd sie in Gott / drumb sollen sie nicht verlohren seyn / sondern das ewige Leben haben. Fürs ander / müssen wir hie zum Grunde mercken / die Gleichförmigkeit mit GOtt / die da ist bey denen / die durch den Glauben schon gerecht vnd selig geworden seyn. Denn wie Johannes saget V. 13./ daß wir in GOtt bleiben / vnd GOtt in vns / das erkennen wir daran / daß er vns von seinem Geist gegeben hat. Soll GOtt in vns / vnd wir in GOtt seyn / so müssen wir eines Geistes mit GOtt seyn. 3. Dilectio, DEI proprietas. V. 8. 9. 10. 14. 16.Zum dritten / sehen wir hie auff die Liebe / als eine Eigenschafft deß Geistes Gottes / denn GOtt ist lauter Liebe. Welches auch erkennen / dieselbe die bekennen / daß JEsus Gottes Sohn sey / welchen der Vatter gesandt hat zum Heyland der Welt. Denn daran ist erschienen die Liebe Gottes gegen vns / daß GOtt seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt / zur Versöhnung für vnsere Sünde / daß wir durch Ihn leben sollen. Denn was hat GOtt dazu genötiget / daß er sich der verdampten Sünder angenommen? Hat er nicht ohn vns seyn können in höchster Seligkeit / wie er gewesen ist von alle Ewigkeit? Was hat jhn denn genötiget sich vnser anzunehmen? Die Liebe. Was ist aber das / daß er seines eingebornen Sohns nicht verschonet / sondern für vns alle dahin gegeben? Was ists denn eine vnaußsprechliche Liebe? Wann diese drey Stück betrachtet vnd verstanden werden / so erkennet man leicht / wie nothwendig die Liebe bey dem Glauben seyn muß / also daß der Glaube nicht ein wahrer / sondern ein falscher vnd heuchlischer Glaube sey / wo nicht Liebe dabey ist. Denn das folget also auff einander: Wer in GOtt ist / vnd hat GOtt in sich / der ist eines Geistes mit GOtt. Nun aber / wer nicht allein daß sie erkennen / wie GOtt seinen Sohn in die Welt gesandt / zur Versöhnung für vnsere Sünde / vnd in Empfindung jhrer Sünde GOtt solche Versöhnung fürhalten. Diesen / so lang sie in solchem Glaubensbekäntnüß bleiben / gibt der Geist die Verheissung GOtt bleibt in jhnen / vnd sie in Gott / drumb sollen sie nicht verlohren seyn / sondern das ewige Leben haben. Fürs ander / müssen wir hie zum Grunde mercken / die Gleichförmigkeit mit GOtt / die da ist bey denen / die durch den Glauben schon gerecht vnd selig geworden seyn. Denn wie Johannes saget V. 13./ daß wir in GOtt bleiben / vnd GOtt in vns / das erkennen wir daran / daß er vns von seinem Geist gegeben hat. Soll GOtt in vns / vnd wir in GOtt seyn / so müssen wir eines Geistes mit GOtt seyn. 3. Dilectio, DEI proprietas. V. 8. 9. 10. 14. 16.Zum dritten / sehen wir hie auff die Liebe / als eine Eigenschafft deß Geistes Gottes / denn GOtt ist lauter Liebe. Welches auch erkennen / dieselbe die bekennen / daß JEsus Gottes Sohn sey / welchen der Vatter gesandt hat zum Heyland der Welt. Denn daran ist erschienen die Liebe Gottes gegen vns / daß GOtt seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt / zur Versöhnung für vnsere Sünde / daß wir durch Ihn leben sollen. Denn was hat GOtt dazu genötiget / daß er sich der verdampten Sünder angenommen? Hat er nicht ohn vns seyn können in höchster Seligkeit / wie er gewesen ist von alle Ewigkeit? Was hat jhn denn genötiget sich vnser anzunehmen? Die Liebe. Was ist aber das / daß er seines eingebornen Sohns nicht verschonet / sondern für vns alle dahin gegeben? Was ists denn eine vnaußsprechliche Liebe? Wann diese drey Stück betrachtet vnd verstanden werden / so erkennet man leicht / wie nothwendig die Liebe bey dem Glauben seyn muß / also daß der Glaube nicht ein wahrer / sondern ein falscher vnd heuchlischer Glaube sey / wo nicht Liebe dabey ist. Denn das folget also auff einander: Wer in GOtt ist / vnd hat GOtt in sich / der ist eines Geistes mit GOtt. Nun aber / wer nicht allein <TEI> <text> <body> <div> <p><pb facs="#f0042" n="26"/> daß sie erkennen / wie GOtt seinen Sohn in die Welt gesandt / zur Versöhnung für vnsere Sünde / vnd in Empfindung jhrer Sünde GOtt solche Versöhnung fürhalten. Diesen / so lang sie in solchem Glaubensbekäntnüß bleiben / gibt der Geist die Verheissung GOtt bleibt in jhnen / vnd sie in Gott / drumb sollen sie nicht verlohren seyn / sondern das ewige Leben haben.</p> <note place="left">2. Salvatorum cum DEO conformitas.</note> <p>Fürs ander / müssen wir hie zum Grunde mercken / die Gleichförmigkeit mit GOtt / die da ist bey denen / die durch den Glauben schon gerecht vnd selig geworden seyn. Denn wie Johannes saget <note place="left">V. 13.</note>/ daß wir in GOtt bleiben / vnd GOtt in vns / das erkennen wir daran / daß er vns von seinem Geist gegeben hat. Soll GOtt in vns / vnd wir in GOtt seyn / so müssen wir eines Geistes mit GOtt seyn.</p> <note place="left">3. Dilectio, DEI proprietas. V. 8. 9. 10. 14. 16.</note> <p>Zum dritten / sehen wir hie auff die Liebe / als eine Eigenschafft deß Geistes Gottes / denn GOtt ist lauter Liebe. Welches auch erkennen / dieselbe die bekennen / daß JEsus Gottes Sohn sey / welchen der Vatter gesandt hat zum Heyland der Welt. Denn daran ist erschienen die Liebe Gottes gegen vns / daß GOtt seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt / zur Versöhnung für vnsere Sünde / daß wir durch Ihn leben sollen. Denn was hat GOtt dazu genötiget / daß er sich der verdampten Sünder angenommen? Hat er nicht ohn vns seyn können in höchster Seligkeit / wie er gewesen ist von alle Ewigkeit? Was hat jhn denn genötiget sich vnser anzunehmen? Die Liebe. Was ist aber das / daß er seines eingebornen Sohns nicht verschonet / sondern für vns alle dahin gegeben? Was ists denn eine vnaußsprechliche Liebe?</p> <p>Wann diese drey Stück betrachtet vnd verstanden werden / so erkennet man leicht / wie nothwendig die Liebe bey dem Glauben seyn muß / also daß der Glaube nicht ein wahrer / sondern ein falscher vnd heuchlischer Glaube sey / wo nicht Liebe dabey ist. Denn das folget also auff einander: Wer in GOtt ist / vnd hat GOtt in sich / der ist eines Geistes mit GOtt. Nun aber / wer nicht allein </p> </div> </body> </text> </TEI> [26/0042]
daß sie erkennen / wie GOtt seinen Sohn in die Welt gesandt / zur Versöhnung für vnsere Sünde / vnd in Empfindung jhrer Sünde GOtt solche Versöhnung fürhalten. Diesen / so lang sie in solchem Glaubensbekäntnüß bleiben / gibt der Geist die Verheissung GOtt bleibt in jhnen / vnd sie in Gott / drumb sollen sie nicht verlohren seyn / sondern das ewige Leben haben.
Fürs ander / müssen wir hie zum Grunde mercken / die Gleichförmigkeit mit GOtt / die da ist bey denen / die durch den Glauben schon gerecht vnd selig geworden seyn. Denn wie Johannes saget / daß wir in GOtt bleiben / vnd GOtt in vns / das erkennen wir daran / daß er vns von seinem Geist gegeben hat. Soll GOtt in vns / vnd wir in GOtt seyn / so müssen wir eines Geistes mit GOtt seyn.
V. 13. Zum dritten / sehen wir hie auff die Liebe / als eine Eigenschafft deß Geistes Gottes / denn GOtt ist lauter Liebe. Welches auch erkennen / dieselbe die bekennen / daß JEsus Gottes Sohn sey / welchen der Vatter gesandt hat zum Heyland der Welt. Denn daran ist erschienen die Liebe Gottes gegen vns / daß GOtt seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt / zur Versöhnung für vnsere Sünde / daß wir durch Ihn leben sollen. Denn was hat GOtt dazu genötiget / daß er sich der verdampten Sünder angenommen? Hat er nicht ohn vns seyn können in höchster Seligkeit / wie er gewesen ist von alle Ewigkeit? Was hat jhn denn genötiget sich vnser anzunehmen? Die Liebe. Was ist aber das / daß er seines eingebornen Sohns nicht verschonet / sondern für vns alle dahin gegeben? Was ists denn eine vnaußsprechliche Liebe?
Wann diese drey Stück betrachtet vnd verstanden werden / so erkennet man leicht / wie nothwendig die Liebe bey dem Glauben seyn muß / also daß der Glaube nicht ein wahrer / sondern ein falscher vnd heuchlischer Glaube sey / wo nicht Liebe dabey ist. Denn das folget also auff einander: Wer in GOtt ist / vnd hat GOtt in sich / der ist eines Geistes mit GOtt. Nun aber / wer nicht allein
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| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652, S. 26. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luetkemann_auffmunterung2_1652/42>, abgerufen am 06.08.2024. |


