Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652.3. Optima. sperat. Er thut aber sein Gebett mit Frewden / dann er hat gute V. 6.Hoffnung / daß der in vns angefangen hat das gute Werck / der wirds auch vollführen biß an den Tag. Jesu Christi. Es hätte Paulo schlechte Frewde gebracht / wann er hätte sollen gedencken / die Philipper würden bald von der Gemeinschafft deß Evangeliums abfallen. Aber er hoffet ein bessers. Der Grund der Hoffnung ist GOttes Güte vnnd Trew. Wer was gutes angefangen hat / der vollendet es gerne / so er gütig ist / so er trew ist / so er nicht verhindert wirdt. GOtt hat ein gutes Werck angefangen / wann er vns bringt zur Gemeinschafft der himlischen Güter durchs Evangelium. Es ist alles GOttes Werck / was bey vnser Seligkeit geschicht. GOTT hat müssen den Schatz erwerben / GOTT muß vns auch darzu verhelffen / GOTT muß vns auch dabey erhalten. Das will er auch gerne thun / dann er ist trew. Was jhn beweget hat / daß er sich erstlich vnser angenommen / vnnd den Himmlischen Schatz im Evangelio mitgetheylt / nemlich Güte vnnd Barmhertzigkeit / das beweget jhn auch / daß er fortfahre / vnd vns dabey erhalte. Es gibt zwar gute Hoffnung / daß GOtt vnser Schöpffer ist / dann er wirdt ja sein Werck nicht hassen; doch stärckt vns mehr / daß nach seiner grossen Güte er das Werck der Seligkeit in vns schon angefangen hat. Dann er ist ja kein Gott / den etwas gerewe. Gedenckstu: Es hat GOtt mir ja grosse Güte erzeygt / in dem er mich der Seligkeit theylhafftig gemacht / doch aber wird die Schuld deßzu grösser seyn / so ich fallen würde / daß er mich verwerffe. So wisse; du must ja / weil du ein Christ bist / Anfechtung leyden / vmb deß Glaubens willen / daß er bewehret werde. Doch ist Gott getrew / der vns nicht läßt versuchen vber Vermögen; ehe er die Versuchung vns zu Hause geschickt / hat er vor abgemessen / wie hoch vnser Vermögen vnd deß Geistes Kräffte / die er vns im Glauben mitgetheylet hat / vnd schickt nimmer grösser Anfechtung / als er Kräffte gegeben hat. 3. Optima. sperat. Er thut aber sein Gebett mit Frewden / dann er hat gute V. 6.Hoffnung / daß der in vns angefangen hat das gute Werck / der wirds auch vollführen biß an den Tag. Jesu Christi. Es hätte Paulo schlechte Frewde gebracht / wann er hätte sollen gedencken / die Philipper würden bald von der Gemeinschafft deß Evangeliums abfallen. Aber er hoffet ein bessers. Der Grund der Hoffnung ist GOttes Güte vnnd Trew. Wer was gutes angefangen hat / der vollendet es gerne / so er gütig ist / so er trew ist / so er nicht verhindert wirdt. GOtt hat ein gutes Werck angefangen / wann er vns bringt zur Gemeinschafft der himlischen Güter durchs Evangelium. Es ist alles GOttes Werck / was bey vnser Seligkeit geschicht. GOTT hat müssen den Schatz erwerben / GOTT muß vns auch darzu verhelffen / GOTT muß vns auch dabey erhalten. Das will er auch gerne thun / dann er ist trew. Was jhn beweget hat / daß er sich erstlich vnser angenommen / vnnd den Himmlischen Schatz im Evangelio mitgetheylt / nemlich Güte vnnd Barmhertzigkeit / das beweget jhn auch / daß er fortfahre / vnd vns dabey erhalte. Es gibt zwar gute Hoffnung / daß GOtt vnser Schöpffer ist / dann er wirdt ja sein Werck nicht hassen; doch stärckt vns mehr / daß nach seiner grossen Güte er das Werck der Seligkeit in vns schon angefangen hat. Dann er ist ja kein Gott / den etwas gerewe. Gedenckstu: Es hat GOtt mir ja grosse Güte erzeygt / in dem er mich der Seligkeit theylhafftig gemacht / doch aber wird die Schuld deßzu grösser seyn / so ich fallen würde / daß er mich verwerffe. So wisse; du must ja / weil du ein Christ bist / Anfechtung leyden / vmb deß Glaubens willen / daß er bewehret werde. Doch ist Gott getrew / der vns nicht läßt versuchen vber Vermögen; ehe er die Versuchung vns zu Hause geschickt / hat er vor abgemessen / wie hoch vnser Vermögen vnd deß Geistes Kräffte / die er vns im Glauben mitgetheylet hat / vnd schickt nim̃er grösser Anfechtung / als er Kräffte gegeben hat. <TEI> <text> <body> <div> <pb facs="#f0466" n="450"/> <note place="left">3. Optima. sperat.</note> <p>Er thut aber sein Gebett mit Frewden / dann er hat gute <note place="left">V. 6.</note>Hoffnung / daß der in vns angefangen hat das gute Werck / der wirds auch vollführen biß an den Tag. Jesu Christi. Es hätte Paulo schlechte Frewde gebracht / wann er hätte sollen gedencken / die Philipper würden bald von der Gemeinschafft deß Evangeliums abfallen. Aber er hoffet ein bessers. Der Grund der Hoffnung ist GOttes Güte vnnd Trew. Wer was gutes angefangen hat / der vollendet es gerne / so er gütig ist / so er trew ist / so er nicht verhindert wirdt. GOtt hat ein gutes Werck angefangen / wann er vns bringt zur Gemeinschafft der himlischen Güter durchs Evangelium. Es ist alles GOttes Werck / was bey vnser Seligkeit geschicht. GOTT hat müssen den Schatz erwerben / GOTT muß vns auch darzu verhelffen / GOTT muß vns auch dabey erhalten. Das will er auch gerne thun / dann er ist trew. Was jhn beweget hat / daß er sich erstlich vnser angenommen / vnnd den Himmlischen Schatz im Evangelio mitgetheylt / nemlich Güte vnnd Barmhertzigkeit / das beweget jhn auch / daß er fortfahre / vnd vns dabey erhalte. Es gibt zwar gute Hoffnung / daß GOtt vnser Schöpffer ist / dann er wirdt ja sein Werck nicht hassen; doch stärckt vns mehr / daß nach seiner grossen Güte er das Werck der Seligkeit in vns schon angefangen hat. Dann er ist ja kein Gott / den etwas gerewe. Gedenckstu: Es hat GOtt mir ja grosse Güte erzeygt / in dem er mich der Seligkeit theylhafftig gemacht / doch aber wird die Schuld deßzu grösser seyn / so ich fallen würde / daß er mich verwerffe. So wisse; du must ja / weil du ein Christ bist / Anfechtung leyden / vmb deß Glaubens willen / daß er bewehret werde. Doch ist Gott getrew / der vns nicht läßt versuchen vber Vermögen; ehe er die Versuchung vns zu Hause geschickt / hat er vor abgemessen / wie hoch vnser Vermögen vnd deß Geistes Kräffte / die er vns im Glauben mitgetheylet hat / vnd schickt nim̃er grösser Anfechtung / als er Kräffte gegeben hat. </p> </div> </body> </text> </TEI> [450/0466]
Er thut aber sein Gebett mit Frewden / dann er hat gute Hoffnung / daß der in vns angefangen hat das gute Werck / der wirds auch vollführen biß an den Tag. Jesu Christi. Es hätte Paulo schlechte Frewde gebracht / wann er hätte sollen gedencken / die Philipper würden bald von der Gemeinschafft deß Evangeliums abfallen. Aber er hoffet ein bessers. Der Grund der Hoffnung ist GOttes Güte vnnd Trew. Wer was gutes angefangen hat / der vollendet es gerne / so er gütig ist / so er trew ist / so er nicht verhindert wirdt. GOtt hat ein gutes Werck angefangen / wann er vns bringt zur Gemeinschafft der himlischen Güter durchs Evangelium. Es ist alles GOttes Werck / was bey vnser Seligkeit geschicht. GOTT hat müssen den Schatz erwerben / GOTT muß vns auch darzu verhelffen / GOTT muß vns auch dabey erhalten. Das will er auch gerne thun / dann er ist trew. Was jhn beweget hat / daß er sich erstlich vnser angenommen / vnnd den Himmlischen Schatz im Evangelio mitgetheylt / nemlich Güte vnnd Barmhertzigkeit / das beweget jhn auch / daß er fortfahre / vnd vns dabey erhalte. Es gibt zwar gute Hoffnung / daß GOtt vnser Schöpffer ist / dann er wirdt ja sein Werck nicht hassen; doch stärckt vns mehr / daß nach seiner grossen Güte er das Werck der Seligkeit in vns schon angefangen hat. Dann er ist ja kein Gott / den etwas gerewe. Gedenckstu: Es hat GOtt mir ja grosse Güte erzeygt / in dem er mich der Seligkeit theylhafftig gemacht / doch aber wird die Schuld deßzu grösser seyn / so ich fallen würde / daß er mich verwerffe. So wisse; du must ja / weil du ein Christ bist / Anfechtung leyden / vmb deß Glaubens willen / daß er bewehret werde. Doch ist Gott getrew / der vns nicht läßt versuchen vber Vermögen; ehe er die Versuchung vns zu Hause geschickt / hat er vor abgemessen / wie hoch vnser Vermögen vnd deß Geistes Kräffte / die er vns im Glauben mitgetheylet hat / vnd schickt nim̃er grösser Anfechtung / als er Kräffte gegeben hat.
V. 6.
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| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652, S. 450. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luetkemann_auffmunterung2_1652/466>, abgerufen am 06.08.2024. |


