Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652.Summa. Damit ist nun klar vnd offenbar die Meynung deß heyligen Geistes in dieser Lection. Nach dem die Philipper kommen seyn zur Gemeinschafft deß Evangeliums / vnd daran auch in mancherley Noth fest gehalten / wird der Apostel darüber froh / vnd dancket GOtt / vnd träget hertzliche Sorgfältigkeit auß brünstiger Liebe / daß die Philipper bey solcher Gemeinschafft mögen bleiben. Darumb bittet er auch stätiglich für sie alle / daß sie in der hertzgründlichen Barmhertzigkeit Christi gegründet werden / daß jhre Liebe reich werde in aller Erkäntnuß vnd Erfahrung / daß sie mögen prüfen was dz beste sey / auff daß sie seyn lauter vnd vnanstössig biß auff den Tag Christi / erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit; vnd solche Bitte thut er mit gutem Vertrawen / daß der das gute Werck hat angefangen / es auch werde vollenführen. Usus.Damit ist ein Exempel gegeben / daß vns anzeygt / was für ein Gemüth wir tragen sollen gegen dem glücklichen Lauff deß Evangeliums / wie lieb vns seyn sol / wann dasselbe fruchtbar wird / vnd vns vnd auch andere zu guten Christen machet. 1. Ad redargutionem.Es findet sich wol kein Mangel an solchen Leuten vnter Christen / denen viel ein grösser Glück wiederfahren were / wann ihnen Gott etliche Kästen voll Gelt zugewiesen / als daß sie zur Gemeinschafft deß Evangeliums kommen seyn. Das befindet sich also in der Warheit / wann Verfolgung antritt / da mancher zehenmahl ehe seinen Glauben fahren lässet / als seine Nahrung. Der grösseste Hauff vnter den Christen ist vmb Christi Reich gantz sorgloß. Sie bekümmern sich nicht darumb / wie jhr Glaube möge fruchtbar vnd beständig seyn. Sie seyn damit zu frieden / daß sie sich zur eusserlichen Gemeinschafft der Kirchen halten / vmb die Früchte der innerlichen Gemeinschafft machen sie jhnen keine grawe Haar. So groß ist die Sorge die wir für vns selbst tragen / darauß man leicht einen Vberschlag machen kan / wie sorgfältig wir für andere seyn. Wie viele seyn / die darumb sich groß bekümmern / ob auch andere Leute mit vns der Güter Christi im Evangelio theylhafftig Summa. Damit ist nun klar vnd offenbar die Meynung deß heyligen Geistes in dieser Lection. Nach dem die Philipper kommen seyn zur Gemeinschafft deß Evangeliums / vnd daran auch in mancherley Noth fest gehalten / wird der Apostel darüber froh / vnd dancket GOtt / vnd träget hertzliche Sorgfältigkeit auß brünstiger Liebe / daß die Philipper bey solcher Gemeinschafft mögen bleiben. Darumb bittet er auch stätiglich für sie alle / daß sie in der hertzgründlichen Barmhertzigkeit Christi gegründet werden / daß jhre Liebe reich werde in aller Erkäntnuß vnd Erfahrung / daß sie mögen prüfen was dz beste sey / auff daß sie seyn lauter vnd vnanstössig biß auff den Tag Christi / erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit; vnd solche Bitte thut er mit gutem Vertrawen / daß der das gute Werck hat angefangen / es auch werde vollenführen. Usus.Damit ist ein Exempel gegeben / daß vns anzeygt / was für ein Gemüth wir tragen sollen gegen dem glücklichen Lauff deß Evangeliums / wie lieb vns seyn sol / wann dasselbe fruchtbar wird / vnd vns vnd auch andere zu guten Christen machet. 1. Ad redargutionem.Es findet sich wol kein Mangel an solchen Leuten vnter Christen / denen viel ein grösser Glück wiederfahren were / wann ihnen Gott etliche Kästen voll Gelt zugewiesen / als daß sie zur Gemeinschafft deß Evangeliums kommen seyn. Das befindet sich also in der Warheit / wann Verfolgung antritt / da mancher zehenmahl ehe seinen Glauben fahren lässet / als seine Nahrung. Der grösseste Hauff vnter den Christen ist vmb Christi Reich gantz sorgloß. Sie bekümmern sich nicht darumb / wie jhr Glaube möge fruchtbar vnd beständig seyn. Sie seyn damit zu frieden / daß sie sich zur eusserlichen Gemeinschafft der Kirchen halten / vmb die Früchte der innerlichen Gemeinschafft machen sie jhnen keine grawe Haar. So groß ist die Sorge die wir für vns selbst tragen / darauß man leicht einen Vberschlag machen kan / wie sorgfältig wir für andere seyn. Wie viele seyn / die darumb sich groß bekümmern / ob auch andere Leute mit vns der Güter Christi im Evangelio theylhafftig <TEI> <text> <body> <div> <pb facs="#f0476" n="460"/> <note place="left">Summa.</note> <p>Damit ist nun klar vnd offenbar die Meynung deß heyligen Geistes in dieser Lection. 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Darumb bittet er auch stätiglich für sie alle / daß sie in der hertzgründlichen Barmhertzigkeit Christi gegründet werden / daß jhre Liebe reich werde in aller Erkäntnuß vnd Erfahrung / daß sie mögen prüfen was dz beste sey / auff daß sie seyn lauter vnd vnanstössig biß auff den Tag Christi / erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit; vnd solche Bitte thut er mit gutem Vertrawen / daß der das gute Werck hat angefangen / es auch werde vollenführen.</p> <note place="left">Usus.</note> <p>Damit ist ein Exempel gegeben / daß vns anzeygt / was für ein Gemüth wir tragen sollen gegen dem glücklichen Lauff deß Evangeliums / wie lieb vns seyn sol / wann dasselbe fruchtbar wird / vnd vns vnd auch andere zu guten Christen machet.</p> <note place="left">1. 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Damit ist nun klar vnd offenbar die Meynung deß heyligen Geistes in dieser Lection. Nach dem die Philipper kommen seyn zur Gemeinschafft deß Evangeliums / vnd daran auch in mancherley Noth fest gehalten / wird der Apostel darüber froh / vnd dancket GOtt / vnd träget hertzliche Sorgfältigkeit auß brünstiger Liebe / daß die Philipper bey solcher Gemeinschafft mögen bleiben. Darumb bittet er auch stätiglich für sie alle / daß sie in der hertzgründlichen Barmhertzigkeit Christi gegründet werden / daß jhre Liebe reich werde in aller Erkäntnuß vnd Erfahrung / daß sie mögen prüfen was dz beste sey / auff daß sie seyn lauter vnd vnanstössig biß auff den Tag Christi / erfüllet mit Früchten der Gerechtigkeit; vnd solche Bitte thut er mit gutem Vertrawen / daß der das gute Werck hat angefangen / es auch werde vollenführen.
Damit ist ein Exempel gegeben / daß vns anzeygt / was für ein Gemüth wir tragen sollen gegen dem glücklichen Lauff deß Evangeliums / wie lieb vns seyn sol / wann dasselbe fruchtbar wird / vnd vns vnd auch andere zu guten Christen machet.
Es findet sich wol kein Mangel an solchen Leuten vnter Christen / denen viel ein grösser Glück wiederfahren were / wann ihnen Gott etliche Kästen voll Gelt zugewiesen / als daß sie zur Gemeinschafft deß Evangeliums kommen seyn. Das befindet sich also in der Warheit / wann Verfolgung antritt / da mancher zehenmahl ehe seinen Glauben fahren lässet / als seine Nahrung. Der grösseste Hauff vnter den Christen ist vmb Christi Reich gantz sorgloß. Sie bekümmern sich nicht darumb / wie jhr Glaube möge fruchtbar vnd beständig seyn. Sie seyn damit zu frieden / daß sie sich zur eusserlichen Gemeinschafft der Kirchen halten / vmb die Früchte der innerlichen Gemeinschafft machen sie jhnen keine grawe Haar. So groß ist die Sorge die wir für vns selbst tragen / darauß man leicht einen Vberschlag machen kan / wie sorgfältig wir für andere seyn. Wie viele seyn / die darumb sich groß bekümmern / ob auch andere Leute mit vns der Güter Christi im Evangelio theylhafftig
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| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652, S. 460. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luetkemann_auffmunterung2_1652/476>, abgerufen am 06.08.2024. |


