Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652.saget: Wann der Mensch in der Würde ist / vnd hat keinen Verstand / so fähret er davon wie ein Vieh. Es ist mancherley / daß den Menschen in der Welt ein Ansehen machen kan / Reichthumb / Tapfferkeit / Ehr / grosse Macht vnd Gewalt / vnter allen aber ist keine grössere Würde / als der Standt hoher Obrigkeit / welche mit solchem Ansehen von GOtt begabet / daß nicht allein die Menge eines grossen Volcks einen Fürsten ehren vnnd fürchten muß / sondern auch die himmlische Geisterlein selbsten dem Regenten vmb jhres Standes willen Ehrerbietung erzeygen / davon insonderheit mercklich ist / was Petrus redet / in seinem andern Brieffe am 2. Capitel. Allda er dieselbige strafft / die die Herrschafften2, Pet. 2, 11. verachten vnd nicht erzittern / die Maiestäten zu lästern. Solchen eigensinnigen durstigen Leuten setzet der Apostel entgegen das Exempel der Heyligen Engel / vnnd will eygentlich so viel sagen: Ob wol die Engel an Krafft vnd Macht grösser seyn als die Menschen / fällen sie doch wieder die Herrschafften für GOttkein Vrtheil darinn sie verlästert oder verfluchet werden. Es seynd die heyligen Engeln dienstbare Geister /Heb. 1. 14. saget: Wann der Mensch in der Würde ist / vnd hat keinen Verstand / so fähret er davon wie ein Vieh. Es ist mancherley / daß den Menschen in der Welt ein Ansehen machen kan / Reichthumb / Tapfferkeit / Ehr / grosse Macht vnd Gewalt / vnter allen aber ist keine grössere Würde / als der Standt hoher Obrigkeit / welche mit solchem Ansehen von GOtt begabet / daß nicht allein die Menge eines grossen Volcks einen Fürsten ehren vnnd fürchten muß / sondern auch die him̃lische Geisterlein selbsten dem Regenten vmb jhres Standes willen Ehrerbietung erzeygen / davon insonderheit mercklich ist / was Petrus redet / in seinem andern Brieffe am 2. Capitel. Allda er dieselbige strafft / die die Herrschafften2, Pet. 2, 11. verachten vnd nicht erzittern / die Maiestäten zu lästern. Solchen eigensinnigen durstigen Leuten setzet der Apostel entgegen das Exempel der Heyligen Engel / vnnd will eygentlich so viel sagen: Ob wol die Engel an Krafft vnd Macht grösser seyn als die Menschen / fällen sie doch wieder die Herrschafften für GOttkein Vrtheil darinn sie verlästert oder verfluchet werden. Es seynd die heyligen Engeln dienstbare Geister /Heb. 1. 14. <TEI> <text> <body> <div> <p><pb facs="#f0005" n="5"/> saget: Wann der Mensch in der Würde ist / vnd hat keinen Verstand / so fähret er davon wie ein Vieh.</p> <p>Es ist mancherley / daß den Menschen in der Welt ein Ansehen machen kan / Reichthumb / Tapfferkeit / Ehr / grosse Macht vnd Gewalt / vnter allen aber ist keine grössere Würde / als der Standt hoher Obrigkeit / welche mit solchem Ansehen von GOtt begabet / daß nicht allein die Menge eines grossen Volcks einen Fürsten ehren vnnd fürchten muß / sondern auch die him̃lische Geisterlein selbsten dem Regenten vmb jhres Standes willen Ehrerbietung erzeygen / davon insonderheit mercklich ist / was Petrus redet / in seinem andern Brieffe am 2. Capitel. Allda er dieselbige strafft / die die Herrschafften<note place="right">2, Pet. 2, 11.</note> verachten vnd nicht erzittern / die Maiestäten zu lästern. Solchen eigensinnigen durstigen Leuten setzet der Apostel entgegen das Exempel der Heyligen Engel / vnnd will eygentlich so viel sagen: Ob wol die Engel an Krafft vnd Macht grösser seyn als die Menschen / fällen sie doch wieder die Herrschafften für GOttkein Vrtheil darinn sie verlästert oder verfluchet werden. Es seynd die heyligen Engeln dienstbare Geister /<note place="right">Heb. 1. 14.</note> </p> </div> </body> </text> </TEI> [5/0005]
saget: Wann der Mensch in der Würde ist / vnd hat keinen Verstand / so fähret er davon wie ein Vieh.
Es ist mancherley / daß den Menschen in der Welt ein Ansehen machen kan / Reichthumb / Tapfferkeit / Ehr / grosse Macht vnd Gewalt / vnter allen aber ist keine grössere Würde / als der Standt hoher Obrigkeit / welche mit solchem Ansehen von GOtt begabet / daß nicht allein die Menge eines grossen Volcks einen Fürsten ehren vnnd fürchten muß / sondern auch die him̃lische Geisterlein selbsten dem Regenten vmb jhres Standes willen Ehrerbietung erzeygen / davon insonderheit mercklich ist / was Petrus redet / in seinem andern Brieffe am 2. Capitel. Allda er dieselbige strafft / die die Herrschafften verachten vnd nicht erzittern / die Maiestäten zu lästern. Solchen eigensinnigen durstigen Leuten setzet der Apostel entgegen das Exempel der Heyligen Engel / vnnd will eygentlich so viel sagen: Ob wol die Engel an Krafft vnd Macht grösser seyn als die Menschen / fällen sie doch wieder die Herrschafften für GOttkein Vrtheil darinn sie verlästert oder verfluchet werden. Es seynd die heyligen Engeln dienstbare Geister /
2, Pet. 2, 11.
Heb. 1. 14.
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| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652, S. 5. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luetkemann_auffmunterung2_1652/5>, abgerufen am 06.08.2024. |


