Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652.voll Spötter vnd Epicurer seyn wird. Hält man das jetzige Wesen der Welt hingegen / so sicht mans für Augen / daß es so gehet / wie es verkündiget ist. Die GOttes Warheit nicht erkennen / verfolgen sie; die die Warheit haben / seynd derselben vberdrüssig. So nimbt von Tag zu Tag vberhandt / Fressen / Sauffen / Bauchsorge / vnd der verfluchte Geitz vnd Wucher / dadurch alle Lieb vnd Glaub außgelöschet wird. Kompt dann hierzu / daß ein solcher Lehrer die Cantzel einnimpt / wie jhn die Welt gerne haben will / so wird Luth. tom. 2. Germ. I[unleserliches Material - 1 Zeichen fehlt]n. pag. 523. a.die Maß der Sünden erfüllet. Lutherus hat diese Gedancken: Der letzte Zorn den GOtt am jüngsten Tage an den Gottlosen üben wird / der wirdt der grösseste seyn / solchen muß die Welt vor wol verdienen / darumb wird sie auch alsdann ärger seyn / als sie zur Zeit Noah vnd Loth gewesen ist. Diß sind die Gedancken Lutheri. Vnd nicht vnbillig schliesset man / daß vor einemgrossen Zorn muß eine grosse Sicherkeit kommen. Ob nun wol Christus in seiner Zukunfft die Welt gar böß vnnd Gottloß finden wirdt / ist doch das noch ein Trost / daß vnter dem bösen Hauffen noch rechtschaffne Christen seyn werden / von welchen hie gesagt wird: Wir / die wir leben vnnd vberbleiben / werden zugleich mit denselben / die vom Todt aufferstanden seyn / hingeruckt werden in den Wolcken / dem HERRN entgegen in der Lufft. Wann nun diese seynd verwandelt worden / dann das Sterbliche muß anziehen die Vnsterbligkeit / vnnd das Verweßliche muß anziehen die Vnverweßligkeit; alsdann werden sie zugleich mit denen die von Todten aufferweckt seyn / gen Himmel gezuckt werden / auff den Wolcken wie auff Wagen / vnnd werden in der Lufft schweben vmb Christi Ehrenstul her / wie die Vögel / leichter als der Wind / heller als die Sonne. O ein lieblich Spectacul. Christus mit allen Engeln; allen Heyligen vnnd außerwöhlten voll Spötter vnd Epicurer seyn wird. Hält man das jetzige Wesen der Welt hingegẽ / so sicht mans für Augen / daß es so gehet / wie es verkündiget ist. Die GOttes Warheit nicht erkennen / verfolgen sie; die die Warheit haben / seynd derselben vberdrüssig. So nimbt von Tag zu Tag vberhandt / Fressen / Sauffen / Bauchsorge / vnd der verfluchte Geitz vnd Wucher / dadurch alle Lieb vnd Glaub außgelöschet wird. Kompt dañ hierzu / daß ein solcher Lehrer die Cantzel einnimpt / wie jhn die Welt gerne haben will / so wird Luth. tom. 2. Germ. I[unleserliches Material – 1 Zeichen fehlt]n. pag. 523. a.die Maß der Sünden erfüllet. Lutherus hat diese Gedancken: Der letzte Zorn den GOtt am jüngsten Tage an den Gottlosen üben wird / der wirdt der grösseste seyn / solchen muß die Welt vor wol verdienen / darumb wird sie auch alsdann ärger seyn / als sie zur Zeit Noah vnd Loth gewesen ist. Diß sind die Gedancken Lutheri. Vnd nicht vnbillig schliesset man / daß vor einemgrossen Zorn muß eine grosse Sicherkeit kommen. Ob nun wol Christus in seiner Zukunfft die Welt gar böß vnnd Gottloß finden wirdt / ist doch das noch ein Trost / daß vnter dem bösen Hauffen noch rechtschaffne Christen seyn werden / von welchen hie gesagt wird: Wir / die wir leben vnnd vberbleiben / werden zugleich mit denselben / die vom Todt aufferstanden seyn / hingeruckt werden in den Wolcken / dem HERRN entgegen in der Lufft. Wann nun diese seynd verwandelt worden / dann das Sterbliche muß anziehen die Vnsterbligkeit / vnnd das Verweßliche muß anziehen die Vnverweßligkeit; alsdann werden sie zugleich mit denen die von Todten aufferweckt seyn / gen Himmel gezuckt werden / auff den Wolcken wie auff Wagen / vnnd werden in der Lufft schweben vmb Christi Ehrenstul her / wie die Vögel / leichter als der Wind / heller als die Sonne. O ein lieblich Spectacul. Christus mit allen Engeln; allen Heyligen vnnd außerwöhlten <TEI> <text> <body> <div> <p><pb facs="#f0540" n="524"/> voll Spötter vnd Epicurer seyn wird. Hält man das jetzige Wesen der Welt hingegẽ / so sicht mans für Augen / daß es so gehet / wie es verkündiget ist. Die GOttes Warheit nicht erkennen / verfolgen sie; die die Warheit haben / seynd derselben vberdrüssig. So nimbt von Tag zu Tag vberhandt / Fressen / Sauffen / Bauchsorge / vnd der verfluchte Geitz vnd Wucher / dadurch alle Lieb vnd Glaub außgelöschet wird. 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voll Spötter vnd Epicurer seyn wird. Hält man das jetzige Wesen der Welt hingegẽ / so sicht mans für Augen / daß es so gehet / wie es verkündiget ist. Die GOttes Warheit nicht erkennen / verfolgen sie; die die Warheit haben / seynd derselben vberdrüssig. So nimbt von Tag zu Tag vberhandt / Fressen / Sauffen / Bauchsorge / vnd der verfluchte Geitz vnd Wucher / dadurch alle Lieb vnd Glaub außgelöschet wird. Kompt dañ hierzu / daß ein solcher Lehrer die Cantzel einnimpt / wie jhn die Welt gerne haben will / so wird die Maß der Sünden erfüllet. Lutherus hat diese Gedancken: Der letzte Zorn den GOtt am jüngsten Tage an den Gottlosen üben wird / der wirdt der grösseste seyn / solchen muß die Welt vor wol verdienen / darumb wird sie auch alsdann ärger seyn / als sie zur Zeit Noah vnd Loth gewesen ist. Diß sind die Gedancken Lutheri. Vnd nicht vnbillig schliesset man / daß vor einemgrossen Zorn muß eine grosse Sicherkeit kommen. Ob nun wol Christus in seiner Zukunfft die Welt gar böß vnnd Gottloß finden wirdt / ist doch das noch ein Trost / daß vnter dem bösen Hauffen noch rechtschaffne Christen seyn werden / von welchen hie gesagt wird: Wir / die wir leben vnnd vberbleiben / werden zugleich mit denselben / die vom Todt aufferstanden seyn / hingeruckt werden in den Wolcken / dem HERRN entgegen in der Lufft.
Luth. tom. 2. Germ. I_n. pag. 523. a. Wann nun diese seynd verwandelt worden / dann das Sterbliche muß anziehen die Vnsterbligkeit / vnnd das Verweßliche muß anziehen die Vnverweßligkeit; alsdann werden sie zugleich mit denen die von Todten aufferweckt seyn / gen Himmel gezuckt werden / auff den Wolcken wie auff Wagen / vnnd werden in der Lufft schweben vmb Christi Ehrenstul her / wie die Vögel / leichter als der Wind / heller als die Sonne. O ein lieblich Spectacul. Christus mit allen Engeln; allen Heyligen vnnd außerwöhlten
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| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652, S. 524. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luetkemann_auffmunterung2_1652/540>, abgerufen am 06.08.2024. |


