Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652.Todtes nöthen / vnnd wünsche von Hertzen / daß es auch in meiner Todtes noth mein Trost sey. Du O werther heyliger Geist wollest mich dieses Trostes erinnern. Wann einer hätte aller Welt Ehr vnnd Reichthumb / kan er auch Trost davon empfahen in seinem Todtbethe? Ja kräncken vnd betrüben mag es ihn / weil ers verlassen muß. Hie haben wir beständigen Trost / denselben soll ein jeglicher für sich fassen / vnd auch andern fürhalten. Tröstet euch mit diesen Worten vntereinander. Findet sich Sünde / vnd fallen dir diese Gedancken ein: Nun mustu für Gericht / was wilstu GOtt antworten? Wie hastu deine Kinder aufferzogen? Wie bistu deinem Gesinde mit einem heyligen Exempel fürgegangen? Wie manchen habe ich geärgert / vnd mit vnvorsichtigen Worten vnd Wercken in Sünden gestärcket? Wie mancher ist durch meine Versaumnuß zur Höllen gefahren / den ich durch fleissige Vermahnung hätte können zum Himmel bringen? O wo will man da bleiben! Nun wolan / bleib fest auff diß Bekäntnuß; daß Christus für dich gestorben vnnd aufferstanden. Das ist ein grosses Meer / vnnd verschlinget die Menge der Sünden als ein Füncklein Fewer. Meine Sünde mich werden kräncken sehr / Mein Gewissen wird mich nagen. Dann jhr seynd mehr dann Sand am Meer / Doch will ich nicht verzagen. Gedencken will ich an deinen Todt / HErr JEsu deine Wunden roth / Die werden mich erhalten.Seynd vnsere Sündescheußlich / wollen wir wol so einen schönen Schmuck darüber ziehen / daß der Teuffel keine Sünde sehen soll. Wir wollen vns in den Todt deß Sohns GOttes windeln vnnd verwickeln / vnd mit Christi Vnschuld vns decken. Damit werden Todtes nöthen / vnnd wünsche von Hertzen / daß es auch in meiner Todtes noth mein Trost sey. Du O werther heyliger Geist wollest mich dieses Trostes erinnern. Wann einer hätte aller Welt Ehr vnnd Reichthumb / kan er auch Trost davon empfahen in seinem Todtbethe? Ja kräncken vnd betrüben mag es ihn / weil ers verlassen muß. Hie haben wir beständigen Trost / denselben soll ein jeglicher für sich fassen / vnd auch andern fürhalten. Tröstet euch mit diesen Worten vntereinander. Findet sich Sünde / vnd fallen dir diese Gedancken ein: Nun mustu für Gericht / was wilstu GOtt antworten? Wie hastu deine Kinder aufferzogen? Wie bistu deinem Gesinde mit einem heyligen Exempel fürgegangen? Wie manchen habe ich geärgert / vnd mit vnvorsichtigen Worten vnd Wercken in Sünden gestärcket? Wie mancher ist durch meine Versaumnuß zur Höllen gefahren / den ich durch fleissige Vermahnung hätte können zum Himmel bringen? O wo will man da bleiben! Nun wolan / bleib fest auff diß Bekäntnuß; daß Christus für dich gestorben vnnd aufferstanden. Das ist ein grosses Meer / vnnd verschlinget die Menge der Sünden als ein Füncklein Fewer. Meine Sünde mich werden kräncken sehr / Mein Gewissen wird mich nagen. Dann jhr seynd mehr dann Sand am Meer / Doch will ich nicht verzagen. Gedencken will ich an deinen Todt / HErr JEsu deine Wunden roth / Die werden mich erhalten.Seynd vnsere Sündescheußlich / wollen wir wol so einen schönen Schmuck darüber ziehen / daß der Teuffel keine Sünde sehen soll. Wir wollen vns in den Todt deß Sohns GOttes windeln vnnd verwickeln / vnd mit Christi Vnschuld vns decken. Damit werden <TEI> <text> <body> <div> <p><pb facs="#f0543" n="527"/> Todtes nöthen / vnnd wünsche von Hertzen / daß es auch in meiner Todtes noth mein Trost sey. Du O werther heyliger Geist wollest mich dieses Trostes erinnern. Wann einer hätte aller Welt Ehr vnnd Reichthumb / kan er auch Trost davon empfahen in seinem Todtbethe? Ja kräncken vnd betrüben mag es ihn / weil ers verlassen muß. Hie haben wir beständigen Trost / denselben soll ein jeglicher für sich fassen / vnd auch andern fürhalten. Tröstet euch mit diesen Worten vntereinander.</p> <p>Findet sich Sünde / vnd fallen dir diese Gedancken ein: Nun mustu für Gericht / was wilstu GOtt antworten? Wie hastu deine Kinder aufferzogen? Wie bistu deinem Gesinde mit einem heyligen Exempel fürgegangen? Wie manchen habe ich geärgert / vnd mit vnvorsichtigen Worten vnd Wercken in Sünden gestärcket? Wie mancher ist durch meine Versaumnuß zur Höllen gefahren / den ich durch fleissige Vermahnung hätte können zum Himmel bringen? O wo will man da bleiben! Nun wolan / bleib fest auff diß Bekäntnuß; daß Christus für dich gestorben vnnd aufferstanden. Das ist ein grosses Meer / vnnd verschlinget die Menge der Sünden als ein Füncklein Fewer.</p> <l>Meine Sünde mich werden kräncken sehr / Mein Gewissen wird mich nagen. Dann jhr seynd mehr dann Sand am Meer / Doch will ich nicht verzagen. Gedencken will ich an deinen Todt / HErr JEsu deine Wunden roth / Die werden mich erhalten.</l> <p>Seynd vnsere Sündescheußlich / wollen wir wol so einen schönen Schmuck darüber ziehen / daß der Teuffel keine Sünde sehen soll. Wir wollen vns in den Todt deß Sohns GOttes windeln vnnd verwickeln / vnd mit Christi Vnschuld vns decken. Damit werden </p> </div> </body> </text> </TEI> [527/0543]
Todtes nöthen / vnnd wünsche von Hertzen / daß es auch in meiner Todtes noth mein Trost sey. Du O werther heyliger Geist wollest mich dieses Trostes erinnern. Wann einer hätte aller Welt Ehr vnnd Reichthumb / kan er auch Trost davon empfahen in seinem Todtbethe? Ja kräncken vnd betrüben mag es ihn / weil ers verlassen muß. Hie haben wir beständigen Trost / denselben soll ein jeglicher für sich fassen / vnd auch andern fürhalten. Tröstet euch mit diesen Worten vntereinander.
Findet sich Sünde / vnd fallen dir diese Gedancken ein: Nun mustu für Gericht / was wilstu GOtt antworten? Wie hastu deine Kinder aufferzogen? Wie bistu deinem Gesinde mit einem heyligen Exempel fürgegangen? Wie manchen habe ich geärgert / vnd mit vnvorsichtigen Worten vnd Wercken in Sünden gestärcket? Wie mancher ist durch meine Versaumnuß zur Höllen gefahren / den ich durch fleissige Vermahnung hätte können zum Himmel bringen? O wo will man da bleiben! Nun wolan / bleib fest auff diß Bekäntnuß; daß Christus für dich gestorben vnnd aufferstanden. Das ist ein grosses Meer / vnnd verschlinget die Menge der Sünden als ein Füncklein Fewer.
Meine Sünde mich werden kräncken sehr / Mein Gewissen wird mich nagen. Dann jhr seynd mehr dann Sand am Meer / Doch will ich nicht verzagen. Gedencken will ich an deinen Todt / HErr JEsu deine Wunden roth / Die werden mich erhalten. Seynd vnsere Sündescheußlich / wollen wir wol so einen schönen Schmuck darüber ziehen / daß der Teuffel keine Sünde sehen soll. Wir wollen vns in den Todt deß Sohns GOttes windeln vnnd verwickeln / vnd mit Christi Vnschuld vns decken. Damit werden
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| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652, S. 527. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luetkemann_auffmunterung2_1652/543>, abgerufen am 06.08.2024. |


