Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652.Es were aber noch ein gerings / vergebens gearbeytet haben / wann nicht ein ander Vnglück dabey wer. Die dieser Welt nachlauffen / die fliehen von jener newen vnd himmlischen Welt. Dann so lang das Hertz der Erden anhangt / kan es nicht vber sich gen Himmel erhoben werden. Da muß es dann deß himmlischen Gutes in Ewigkeit entperen. Darumb liebe Seele / ergreiff das Himmlische / also / daß du auch alles Weltliche dargegen geringschätzig achtest / dann auch die Natur lehret / das grösseste vnd beste Gut / dem geringern vorzuziehen. Wann die Sonne mit jhrem Glantz herfür bricht / so verleurt sich der Schein der Sternen. Wann ein Mensch recht zu Hertzen fasset die Schönheit deß newen Himmels vnnd der newen Erden / wird er sich gar nicht bewegen lassen durch die Schönheit der gegenwärtigen Erden. Alle Herrligkeit der Welt wirdt dargegen verschwinden / vnnd zu nicht werden. Der Sathan hat Luc. 4, 5.dem HERRN Christo in einem kleinen Augenblick gezeyget alle Herrligkeit der Welt / so gering ist sie: Die Herrligkeit aber / deren wir erwarten / ist so groß / daß die Schrifft saget: Es hat kein Aug gesehen / kein Ohr gehöret / vnd ist in keines Menschen Hertz kommen / was GOtt bereytet hat / denen die jhn lieben. Daß du aber solche Himmelsliebende Hertzen gewinnest / ists nützlich / daß du in all deinen leiblichen Händeln vnnd Wercken gedenckest; sihe; das muß auch auffhören vnnd zergehen; wir erwarten aber eines newen Himmels vnd einer newen Erden. Wann das Hertz also geschickt / folget an jhm selbst das ander / daß zur Bereytung gegen den Tag deß HErrn gehöret; nemblich / sich vnbefleckt halten in einem heyligen Wandel. Die Statt GOttes ist heylig / darinnen Gerechtigkeit wohnet. Nichts vnreins wirdt hinein gehen. Hüte dich ja / daß du durch sündtliche Verunreinigung in jrrgent einem Handel dich nicht vntüchtig Es were aber noch ein gerings / vergebens gearbeytet haben / wann nicht ein ander Vnglück dabey wer. Die dieser Welt nachlauffen / die fliehen von jener newen vnd him̃lischen Welt. Dann so lang das Hertz der Erden anhangt / kan es nicht vber sich gen Himmel erhoben werden. Da muß es dann deß him̃lischen Gutes in Ewigkeit entperen. Darumb liebe Seele / ergreiff das Him̃lische / also / daß du auch alles Weltliche dargegen geringschätzig achtest / dann auch die Natur lehret / das grösseste vnd beste Gut / dem geringern vorzuziehen. Wann die Sonne mit jhrem Glantz herfür bricht / so verleurt sich der Schein der Sternen. Wann ein Mensch recht zu Hertzen fasset die Schönheit deß newen Himmels vnnd der newen Erden / wird er sich gar nicht bewegen lassen durch die Schönheit der gegenwärtigen Erden. Alle Herrligkeit der Welt wirdt dargegen verschwinden / vnnd zu nicht werden. Der Sathan hat Luc. 4, 5.dem HERRN Christo in einem kleinen Augenblick gezeyget alle Herrligkeit der Welt / so gering ist sie: Die Herrligkeit aber / deren wir erwarten / ist so groß / daß die Schrifft saget: Es hat kein Aug gesehen / kein Ohr gehöret / vnd ist in keines Menschen Hertz kommen / was GOtt bereytet hat / denen die jhn lieben. Daß du aber solche Himmelsliebende Hertzen gewinnest / ists nützlich / daß du in all deinen leiblichen Händeln vnnd Wercken gedenckest; sihe; das muß auch auffhören vnnd zergehen; wir erwarten aber eines newen Himmels vnd einer newen Erden. Wann das Hertz also geschickt / folget an jhm selbst das ander / daß zur Bereytung gegen den Tag deß HErrn gehöret; nemblich / sich vnbefleckt halten in einem heyligen Wandel. Die Statt GOttes ist heylig / darinnen Gerechtigkeit wohnet. Nichts vnreins wirdt hinein gehen. 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Es were aber noch ein gerings / vergebens gearbeytet haben / wann nicht ein ander Vnglück dabey wer. Die dieser Welt nachlauffen / die fliehen von jener newen vnd him̃lischen Welt. Dann so lang das Hertz der Erden anhangt / kan es nicht vber sich gen Himmel erhoben werden. Da muß es dann deß him̃lischen Gutes in Ewigkeit entperen.
Darumb liebe Seele / ergreiff das Him̃lische / also / daß du auch alles Weltliche dargegen geringschätzig achtest / dann auch die Natur lehret / das grösseste vnd beste Gut / dem geringern vorzuziehen. Wann die Sonne mit jhrem Glantz herfür bricht / so verleurt sich der Schein der Sternen. Wann ein Mensch recht zu Hertzen fasset die Schönheit deß newen Himmels vnnd der newen Erden / wird er sich gar nicht bewegen lassen durch die Schönheit der gegenwärtigen Erden. Alle Herrligkeit der Welt wirdt dargegen verschwinden / vnnd zu nicht werden. Der Sathan hat dem HERRN Christo in einem kleinen Augenblick gezeyget alle Herrligkeit der Welt / so gering ist sie: Die Herrligkeit aber / deren wir erwarten / ist so groß / daß die Schrifft saget: Es hat kein Aug gesehen / kein Ohr gehöret / vnd ist in keines Menschen Hertz kommen / was GOtt bereytet hat / denen die jhn lieben.
Luc. 4, 5. Daß du aber solche Himmelsliebende Hertzen gewinnest / ists nützlich / daß du in all deinen leiblichen Händeln vnnd Wercken gedenckest; sihe; das muß auch auffhören vnnd zergehen; wir erwarten aber eines newen Himmels vnd einer newen Erden.
Wann das Hertz also geschickt / folget an jhm selbst das ander / daß zur Bereytung gegen den Tag deß HErrn gehöret; nemblich / sich vnbefleckt halten in einem heyligen Wandel. Die Statt GOttes ist heylig / darinnen Gerechtigkeit wohnet. Nichts vnreins wirdt hinein gehen. Hüte dich ja / daß du durch sündtliche Verunreinigung in jrrgent einem Handel dich nicht vntüchtig
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| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Ander Theil Apostolischer Auffmu[n]terung zum Lebendigen Glauben in Christo Jesu. Frankfurt (Main) u. a., 1652, S. 576. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luetkemann_auffmunterung2_1652/592>, abgerufen am 06.08.2024. |


