Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Lütkemann, Joachim: Das gesegnete Hauß : Aus dem Anfang des 112. Psalms/ Bey der Hochansehnlichen Fürstlichen Vermählung/ Des ... Herren Friedrichen/ Hertzogen zu Würtemberg und Teck/ ... Mit ... Fräulein Clara Augusta/ Hertzogin zu Braunschweig und Lüneburg. Wolfenbüttel, 1653.

Bild:
<< vorherige Seite

allein Fleisch und Blut von ihren Eltern ererben / sondern auch den Geist. Das Geschlecht der Frommen muß gesegnet seyn.

Es bestehet aber der leibliche Segen vornemlich in zweyen Stücken: Erstlich in Macht und Ehr / hernach in Nahrung und Reichthum. Beides wird hie den heiligen Samen verheissen. Zu erst spricht der Geist: Der Same des Gottfürchtigen wird gewaltig seyn auff Erden. Damit deutet Gott nicht allein an / daß er das Geschlecht der Frommen wil vermehren / und weit außbreiten auff Erden / sondern daß ers wil erhöhen / und wil sie setzen zu Fürsten / und neben die Fürsten seines Volcks. Das muß man für keinen geringen Segen halten / wenn Gott einen Menschen setzet zum Fürsten über sein Volck / das ist freylich mehr / als wenn einer über Pferd oder Ochsen gesetzet wird. Was ist das Volck Gottes / seinds nicht die Kinder des grossen Gottes im Himmel? seind sie nicht Könige und Fürsten für Gott? wie hoch ist denn auff Erden erhaben / den GOtt setzet zu einen Fürsten unter sein Volck? der wird ein Fürst über die Fürsten / und ein König über die Könige. GOtt selbsten hält diesen Segen für hoch / darumm / als er seinen Knecht David wolte andeuten / was gutes er ihm erzeiget hätte / und noch weiter 2. Sam. 7, 8.erzeigen wolte / setzt er forn an: Ich habe dich genommen von den Schafhürden / daß du seyn soltest ein Fürst über mein Volck Israel. Der Natur nach seind wir alle eines Geblüts / und ist keiner besser als der ander / wenn aber Gott einen erhebet vor andern Menschen / und setzt ihn zum Fürsten unter sein Volck / so sol der / der erhaben wird / solchen Vorzug als einen Segen Gottes in Demuth erkennen / und sagen: Was bin ich besser als meine Brüder / dennoch hats Gott gefallen / mich zu setzen zu einen Fürsten unter sein Volck / das ist ein Segen vom HERRN.

Ferner spricht auch der Geist von dem Geschlecht der

allein Fleisch und Blut von ihren Eltern ererben / sondern auch den Geist. Das Geschlecht der Frommen muß gesegnet seyn.

Es bestehet aber der leibliche Segen vornemlich in zweyẽ Stücken: Erstlich in Macht und Ehr / hernach in Nahrung und Reichthum. Beides wird hie den heiligen Samen verheissen. Zu erst spricht der Geist: Der Same des Gottfürchtigen wird gewaltig seyn auff Erden. Damit deutet Gott nicht allein an / daß er das Geschlecht der Frommen wil vermehren / und weit außbreiten auff Erden / sondern daß ers wil erhöhen / und wil sie setzen zu Fürsten / und neben die Fürsten seines Volcks. Das muß man für keinen geringen Segen halten / wenn Gott einen Menschen setzet zum Fürsten über sein Volck / das ist freylich mehr / als wenn einer über Pferd oder Ochsen gesetzet wird. Was ist das Volck Gottes / seinds nicht die Kinder des grossen Gottes im Himmel? seind sie nicht Könige und Fürsten für Gott? wie hoch ist denn auff Erden erhaben / den GOtt setzet zu einen Fürsten unter sein Volck? der wird ein Fürst über die Fürsten / und ein König über die Könige. GOtt selbsten hält diesen Segen für hoch / darum̃ / als er seinen Knecht David wolte andeuten / was gutes er ihm erzeiget hätte / und noch weiter 2. Sam. 7, 8.erzeigen wolte / setzt er forn an: Ich habe dich genommen von den Schafhürden / daß du seyn soltest ein Fürst über mein Volck Israel. Der Natur nach seind wir alle eines Geblüts / und ist keiner besser als der ander / wenn aber Gott einen erhebet vor andern Menschen / und setzt ihn zum Fürsten unter sein Volck / so sol der / der erhaben wird / solchen Vorzug als einen Segen Gottes in Demuth erkennen / und sagen: Was bin ich besser als meine Brüder / dennoch hats Gott gefallen / mich zu setzen zu einen Fürsten unter sein Volck / das ist ein Segen vom HERRN.

Ferner spricht auch der Geist von dem Geschlecht der

<TEI>
  <text>
    <body>
      <p><pb facs="#f0010" n="8"/>
allein
                     Fleisch und Blut von ihren Eltern ererben / sondern auch den Geist. Das
                     Geschlecht der Frommen muß gesegnet seyn.</p>
      <p>Es bestehet aber der leibliche Segen vornemlich in zweye&#x0303; Stücken:
                     Erstlich in Macht und Ehr / hernach in Nahrung und Reichthum. Beides wird hie
                     den heiligen Samen verheissen. Zu erst spricht der Geist: Der Same des
                     Gottfürchtigen wird gewaltig seyn auff Erden. Damit deutet Gott nicht allein an
                     / daß er das Geschlecht der Frommen wil vermehren / und weit außbreiten auff
                     Erden / sondern daß ers wil erhöhen / und wil sie setzen zu Fürsten / und neben
                     die Fürsten seines Volcks. Das muß man für keinen geringen Segen halten / wenn
                     Gott einen Menschen setzet zum Fürsten über sein Volck / das ist freylich mehr /
                     als wenn einer über Pferd oder Ochsen gesetzet wird. Was ist das Volck Gottes /
                     seinds nicht die Kinder des grossen Gottes im Himmel? seind sie nicht Könige und
                     Fürsten für Gott? wie hoch ist denn auff Erden erhaben / den GOtt setzet zu
                     einen Fürsten unter sein Volck? der wird ein Fürst über die Fürsten / und ein
                     König über die Könige. GOtt selbsten hält diesen Segen für hoch / darum&#x0303; / als er seinen Knecht David wolte andeuten / was gutes er ihm
                     erzeiget hätte / und noch weiter <note place="left">2. Sam. 7,
                     8.</note>erzeigen wolte / setzt er forn an: Ich habe dich genommen von den
                     Schafhürden / daß du seyn soltest ein Fürst über mein Volck Israel. Der Natur
                     nach seind wir alle eines Geblüts / und ist keiner besser als der ander / wenn
                     aber Gott einen erhebet vor andern Menschen / und setzt ihn zum Fürsten unter
                     sein Volck / so sol der / der erhaben wird / solchen Vorzug als einen Segen
                     Gottes in Demuth erkennen / und sagen: Was bin ich besser als meine Brüder /
                     dennoch hats Gott gefallen / mich zu setzen zu einen Fürsten unter sein Volck /
                     das ist ein Segen vom HERRN.</p>
      <p>Ferner spricht auch der Geist von dem Geschlecht der
</p>
    </body>
  </text>
</TEI>
[8/0010] allein Fleisch und Blut von ihren Eltern ererben / sondern auch den Geist. Das Geschlecht der Frommen muß gesegnet seyn. Es bestehet aber der leibliche Segen vornemlich in zweyẽ Stücken: Erstlich in Macht und Ehr / hernach in Nahrung und Reichthum. Beides wird hie den heiligen Samen verheissen. Zu erst spricht der Geist: Der Same des Gottfürchtigen wird gewaltig seyn auff Erden. Damit deutet Gott nicht allein an / daß er das Geschlecht der Frommen wil vermehren / und weit außbreiten auff Erden / sondern daß ers wil erhöhen / und wil sie setzen zu Fürsten / und neben die Fürsten seines Volcks. Das muß man für keinen geringen Segen halten / wenn Gott einen Menschen setzet zum Fürsten über sein Volck / das ist freylich mehr / als wenn einer über Pferd oder Ochsen gesetzet wird. Was ist das Volck Gottes / seinds nicht die Kinder des grossen Gottes im Himmel? seind sie nicht Könige und Fürsten für Gott? wie hoch ist denn auff Erden erhaben / den GOtt setzet zu einen Fürsten unter sein Volck? der wird ein Fürst über die Fürsten / und ein König über die Könige. GOtt selbsten hält diesen Segen für hoch / darum̃ / als er seinen Knecht David wolte andeuten / was gutes er ihm erzeiget hätte / und noch weiter erzeigen wolte / setzt er forn an: Ich habe dich genommen von den Schafhürden / daß du seyn soltest ein Fürst über mein Volck Israel. Der Natur nach seind wir alle eines Geblüts / und ist keiner besser als der ander / wenn aber Gott einen erhebet vor andern Menschen / und setzt ihn zum Fürsten unter sein Volck / so sol der / der erhaben wird / solchen Vorzug als einen Segen Gottes in Demuth erkennen / und sagen: Was bin ich besser als meine Brüder / dennoch hats Gott gefallen / mich zu setzen zu einen Fürsten unter sein Volck / das ist ein Segen vom HERRN. 2. Sam. 7, 8. Ferner spricht auch der Geist von dem Geschlecht der

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Obrigkeitskritik und Fürstenberatung: Die Oberhofprediger in Braunschweig-Wolfenbüttel 1568-1714: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in XML/TEI. (2013-02-15T13:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme entsprechen muss.
Wolfenbütteler Digitale Bibliothek: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-02-15T13:54:31Z)
Marcus Baumgarten, Frederike Neuber, Frank Wiegand: Konvertierung nach XML gemäß DTA-Basisformat, Tagging der Titelblätter, Korrekturen der Transkription. (2013-02-15T13:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/luetkemann_hauss_1653
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/luetkemann_hauss_1653/10
Zitationshilfe: Lütkemann, Joachim: Das gesegnete Hauß : Aus dem Anfang des 112. Psalms/ Bey der Hochansehnlichen Fürstlichen Vermählung/ Des ... Herren Friedrichen/ Hertzogen zu Würtemberg und Teck/ ... Mit ... Fräulein Clara Augusta/ Hertzogin zu Braunschweig und Lüneburg. Wolfenbüttel, 1653, S. 8. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luetkemann_hauss_1653/10>, abgerufen am 17.05.2022.