Lütkemann, Joachim: Der frommen Kinder Gottes Zeitliches Leiden und ewige Herrligkeit ... Braunschweig, 1654.Fleisch und Blut ist auch in den gläubigen Kindern GOTTES schwach / welches / obs gleich durch den Geist von groben muhtwilligen Sünden abgehalten wird / dannoch offt die Sünde der Schwachheit begehet / und solche Kinder GOttes das Gesetz der Sünden in jhren Gliedern sehen und empfinden / weil in jhrem Fleische nichts gutes wohnet / und der Geist jmmer zu mit demselben zu kämpffen hat; daher solche Glaubige täglich bitten und zu Gott seufftzen müssen; Du lieber himmlischer Vater / vergib uns unser Schuld. Sind also diese Kinder GOttes nicht so fromm / daß sie in steter Frömmigkeit / in vollkommener Frömmigkeit jmmer zu ohn verstoß bleiben solten / sondern sie verdienen offt jhres himmlischen Vaters Stäupruhte / welcher sie auch umb jhres verbrechens willen stäupet / weil Er sie lieb hat; weil Er jhr Heil und Wolfahrt suchet / und sie von den sündlichen Begierden zurück ziehen / sie in seiner Furcht erhalten / die Erkäntnis / das sie nicht unschuldig sind / in jhnen wircken / und durch solche Züchtigung jhre Beständigkeit in der Demuht / Gedult / Hoffnung / Glauben und Gehorsam prüfen / bewehren / und fortsetzen wil / da sie wol gar leicht jhren Begierden zur üppigkeit den Zügel möchten schiessen lassen / wann sie dieser Zuchtruhte entnommen / in aller Lust und Vergnügung lebeten. Es werden aber / der Unvollkommenheit ungeachtet / diese Kinder Gottes fromm genennet / weil sie von der frechen Boßheit sich enthalten / und bemühet sind / in der Frömmigkeit jmmer zu wachsen und zuzunehmen. Also sihestu nun / lieber Mensch / was die Ursach sey / daß GOtt seinen Kindern / nicht nur den gottlosen bösen Menschen / die seine Kinder nicht sind / sondern auch seinen lieben Kindern das zeitliche Leyden zuschicket. Welches zeitliche Leyden dann mancherley ist. Da muß der eine in Dürfftigkeit und Armut sein Leben zubringen; Ein ander empfindet allerhand Leibesmangel und Gebrechen; Ein ander ligt in schmertzlicher Fleisch und Blut ist auch in den gläubigen Kindern GOTTES schwach / welches / obs gleich durch den Geist von groben muhtwilligen Sünden abgehalten wird / dannoch offt die Sünde der Schwachheit begehet / und solche Kinder GOttes das Gesetz der Sünden in jhren Gliedern sehen und empfinden / weil in jhrem Fleische nichts gutes wohnet / und der Geist jmmer zu mit demselben zu kämpffen hat; daher solche Glaubige täglich bitten uñ zu Gott seufftzen müssen; Du lieber him̃lischer Vater / vergib uns unser Schuld. Sind also diese Kinder GOttes nicht so fromm / daß sie in steter Frömmigkeit / in vollkommener Frömmigkeit jmmer zu ohn verstoß bleiben solten / sondern sie verdienen offt jhres him̃lischen Vaters Stäupruhte / welcher sie auch umb jhres verbrechens willen stäupet / weil Er sie lieb hat; weil Er jhr Heil und Wolfahrt suchet / und sie von den sündlichen Begierden zurück ziehen / sie in seiner Furcht erhalten / die Erkäntnis / das sie nicht unschuldig sind / in jhnen wircken / und durch solche Züchtigung jhre Beständigkeit in der Demuht / Gedult / Hoffnung / Glauben und Gehorsam prüfen / bewehren / und fortsetzen wil / da sie wol gar leicht jhren Begierden zur üppigkeit den Zügel möchten schiessen lassen / wann sie dieser Zuchtruhte entnommen / in aller Lust und Vergnügung lebeten. Es werden aber / der Unvollkommenheit ungeachtet / diese Kinder Gottes fromm genennet / weil sie von der frechen Boßheit sich enthalten / und bemühet sind / in der Frömmigkeit jmmer zu wachsen und zuzunehmen. Also sihestu nun / lieber Mensch / was die Ursach sey / daß GOtt seinen Kindern / nicht nur den gottlosen bösen Menschen / die seine Kinder nicht sind / sondern auch seinen lieben Kindern das zeitliche Leyden zuschicket. Welches zeitliche Leyden dann mancherley ist. Da muß der eine in Dürfftigkeit und Armut sein Leben zubringen; Ein ander empfindet allerhand Leibesmangel und Gebrechen; Ein ander ligt in schmertzlicher <TEI> <text> <body> <div> <p><pb facs="#f0014"/> Fleisch und Blut ist auch in den gläubigen Kindern GOTTES schwach / welches / obs gleich durch den Geist von groben muhtwilligen Sünden abgehalten wird / dannoch offt die Sünde der Schwachheit begehet / und solche Kinder GOttes das Gesetz der Sünden in jhren Gliedern sehen und empfinden / weil in jhrem Fleische nichts gutes wohnet / und der Geist jmmer zu mit demselben zu kämpffen hat; daher solche Glaubige täglich bitten uñ zu Gott seufftzen müssen; Du lieber him̃lischer Vater / vergib uns unser Schuld. Sind also diese Kinder GOttes nicht so fromm / daß sie in steter Frömmigkeit / in vollkommener Frömmigkeit jmmer zu ohn verstoß bleiben solten / sondern sie verdienen offt jhres him̃lischen Vaters Stäupruhte / welcher sie auch umb jhres verbrechens willen stäupet / weil Er sie lieb hat; weil Er jhr Heil und Wolfahrt suchet / und sie von den sündlichen Begierden zurück ziehen / sie in seiner Furcht erhalten / die Erkäntnis / das sie nicht unschuldig sind / in jhnen wircken / und durch solche Züchtigung jhre Beständigkeit in der Demuht / Gedult / Hoffnung / Glauben und Gehorsam prüfen / bewehren / und fortsetzen wil / da sie wol gar leicht jhren Begierden zur üppigkeit den Zügel möchten schiessen lassen / wann sie dieser Zuchtruhte entnommen / in aller Lust und Vergnügung lebeten. Es werden aber / der Unvollkommenheit ungeachtet / diese Kinder Gottes fromm genennet / weil sie von der frechen Boßheit sich enthalten / und bemühet sind / in der Frömmigkeit jmmer zu wachsen und zuzunehmen. Also sihestu nun / lieber Mensch / was die Ursach sey / daß GOtt seinen Kindern / nicht nur den gottlosen bösen Menschen / die seine Kinder nicht sind / sondern auch seinen lieben Kindern das zeitliche Leyden zuschicket. Welches zeitliche Leyden dann mancherley ist. Da muß der eine in Dürfftigkeit und Armut sein Leben zubringen; Ein ander empfindet allerhand Leibesmangel und Gebrechen; Ein ander ligt in schmertzlicher </p> </div> </body> </text> </TEI> [0014]
Fleisch und Blut ist auch in den gläubigen Kindern GOTTES schwach / welches / obs gleich durch den Geist von groben muhtwilligen Sünden abgehalten wird / dannoch offt die Sünde der Schwachheit begehet / und solche Kinder GOttes das Gesetz der Sünden in jhren Gliedern sehen und empfinden / weil in jhrem Fleische nichts gutes wohnet / und der Geist jmmer zu mit demselben zu kämpffen hat; daher solche Glaubige täglich bitten uñ zu Gott seufftzen müssen; Du lieber him̃lischer Vater / vergib uns unser Schuld. Sind also diese Kinder GOttes nicht so fromm / daß sie in steter Frömmigkeit / in vollkommener Frömmigkeit jmmer zu ohn verstoß bleiben solten / sondern sie verdienen offt jhres him̃lischen Vaters Stäupruhte / welcher sie auch umb jhres verbrechens willen stäupet / weil Er sie lieb hat; weil Er jhr Heil und Wolfahrt suchet / und sie von den sündlichen Begierden zurück ziehen / sie in seiner Furcht erhalten / die Erkäntnis / das sie nicht unschuldig sind / in jhnen wircken / und durch solche Züchtigung jhre Beständigkeit in der Demuht / Gedult / Hoffnung / Glauben und Gehorsam prüfen / bewehren / und fortsetzen wil / da sie wol gar leicht jhren Begierden zur üppigkeit den Zügel möchten schiessen lassen / wann sie dieser Zuchtruhte entnommen / in aller Lust und Vergnügung lebeten. Es werden aber / der Unvollkommenheit ungeachtet / diese Kinder Gottes fromm genennet / weil sie von der frechen Boßheit sich enthalten / und bemühet sind / in der Frömmigkeit jmmer zu wachsen und zuzunehmen. Also sihestu nun / lieber Mensch / was die Ursach sey / daß GOtt seinen Kindern / nicht nur den gottlosen bösen Menschen / die seine Kinder nicht sind / sondern auch seinen lieben Kindern das zeitliche Leyden zuschicket. Welches zeitliche Leyden dann mancherley ist. Da muß der eine in Dürfftigkeit und Armut sein Leben zubringen; Ein ander empfindet allerhand Leibesmangel und Gebrechen; Ein ander ligt in schmertzlicher
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| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Der frommen Kinder Gottes Zeitliches Leiden und ewige Herrligkeit ... Braunschweig, 1654, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luetkemann_leiden_1654/14>, abgerufen am 05.08.2024. |


