Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674.über den 34. Psalm GOtt suchen. Das sollen wir gläuben/ es machs der liebe Gott wie er wolle/ daß Ers nimmer ü- bel macht/ so lang Er unser Vater heist. Er machts allzeit also/ daß wir ihn zu loben schuldig seyn. Hierum muß unser Seel und Mund alle- zeit mit Gottes Lob erfüllet seyn. So lange die Kinder Israel in der Wüsten walleten/ wurden sie mit Manna vom Himmel gespeiset/ das mu- sten sie täglich samlen. GOtt lässet täglich/ ja augenblicklich zu uns fliessen seine Gnaden- Brünlein/ so sollen wir auch täglich immerdar samlen. Wenn denn das Manna göttlicher Lie- be in unserm Hertzen zerschmeltzet/ schmecken wir/ wie süsse der HErr ist/ das macht uns als- denn frölich zu Gottes Lob/ daß wir sagen; Ich wil den HErrn loben allezeit/ sein Lob soll immerdar in meinem Munde seyn. Du möchtest fragen/ wie kan das müglich Got-
über den 34. Pſalm GOtt ſuchen. Das ſollen wir gläuben/ es machs der liebe Gott wie er wolle/ daß Ers nimmer ü- bel macht/ ſo lang Er unſer Vater heiſt. Er machts allzeit alſo/ daß wir ihn zu loben ſchuldig ſeyn. Hierum muß unſer Seel und Mund alle- zeit mit Gottes Lob erfüllet ſeyn. So lange die Kinder Iſrael in der Wüſten walleten/ wurden ſie mit Manna vom Himmel geſpeiſet/ das mu- ſten ſie täglich ſamlen. GOtt läſſet täglich/ ja augenblicklich zu uns flieſſen ſeine Gnaden- Brünlein/ ſo ſollen wir auch täglich immerdar ſamlen. Wenn denn das Manna göttlicher Lie- be in unſerm Hertzen zerſchmeltzet/ ſchmecken wir/ wie ſüſſe der HErr iſt/ das macht uns als- denn frölich zu Gottes Lob/ daß wir ſagen; Ich wil den HErrn loben allezeit/ ſein Lob ſoll immerdar in meinem Munde ſeyn. Du möchteſt fragen/ wie kan das müglich Got-
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über den 34. Pſalm
GOtt ſuchen. Das ſollen wir gläuben/ es machs
der liebe Gott wie er wolle/ daß Ers nimmer ü-
bel macht/ ſo lang Er unſer Vater heiſt. Er
machts allzeit alſo/ daß wir ihn zu loben ſchuldig
ſeyn. Hierum muß unſer Seel und Mund alle-
zeit mit Gottes Lob erfüllet ſeyn. So lange die
Kinder Iſrael in der Wüſten walleten/ wurden
ſie mit Manna vom Himmel geſpeiſet/ das mu-
ſten ſie täglich ſamlen. GOtt läſſet täglich/ ja
augenblicklich zu uns flieſſen ſeine Gnaden-
Brünlein/ ſo ſollen wir auch täglich immerdar
ſamlen. Wenn denn das Manna göttlicher Lie-
be in unſerm Hertzen zerſchmeltzet/ ſchmecken
wir/ wie ſüſſe der HErr iſt/ das macht uns als-
denn frölich zu Gottes Lob/ daß wir ſagen; Ich
wil den HErrn loben allezeit/ ſein Lob ſoll
immerdar in meinem Munde ſeyn.
Du möchteſt fragen/ wie kan das müglich
ſeyn? Lieber Chriſt/ muſt du nicht immerdar
Chriſto durch den Glauben anhangen? Was iſt
aber dein Glaube anders als ein Lob und Preiß
Gottes? Wer Gott anhanget/ der preiſet ihn.
Wann ich nun im Glauben allezeit ſtreite/ wi-
der alles/ das der Ehren GOttes zuwider iſt/
ſo bleibe ich im Lobe Gottes/ und das wil Pau-
lus/ wenn er ſpricht: Ihr eſſet oder trincket/
oder was ihr thut/ ſo thuts alles zu der Ehre
Got-
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| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674, S. 104. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luettkemann_harpffe_1674/127>, abgerufen am 06.08.2024. |


