Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674.Die andere Betrachtung. Du aber/ heiliger Vater/ setze du mich zu deinem Lob/ dem Feinde zu Trutz und Verdruß; Schaf- fe in mir mein GOtt/ daß mein gantzes Leben gereiche dem Teuffel zur Schande und dir zu Ehren. Amen! 1. ERmunter dich mein gantzes Ich/ Wach auff/ zu loben inniglich Den GOtt/ der dich erschaffen. Schan an/ wie alle Creatur In diesem Stück dir vorspielt nur/ Wach auff/ was wilst du schlaffen? 2. Das Meer erhebt deß HErren Pracht: Die Erde zeiget seine Macht: Der Himmel muß ihn preisen: Die Vögelein mit ihrem Schall/ Die wilden Thier auch allzumahl/ Die loben GOtt mit Weisen. 3. Doch denck/ was GOtt mit Rath und That/ O Seele/ dir erwiesen hat Vor allen andern Thieren/ Nach seinem Bilde hat Er dich Erschaffen/ und gar mildiglich Mit Gaben wollen zieren. 4. So nimm nun in dir selber ab/ Daß seinen Sitz GOtt in dir hab: Er-
Die andere Betrachtung. Du aber/ heiliger Vater/ ſetze du mich zu deinem Lob/ dem Feinde zu Trutz und Verdruß; Schaf- fe in mir mein GOtt/ daß mein gantzes Leben gereiche dem Teuffel zur Schande und dir zu Ehren. Amen! 1. ERmunter dich mein gantzes Ich/ Wach auff/ zu loben inniglich Den GOtt/ der dich erſchaffen. Schan an/ wie alle Creatur In dieſem Stück dir vorſpielt nur/ Wach auff/ was wilſt du ſchlaffen? 2. Das Meer erhebt deß HErren Pracht: Die Erde zeiget ſeine Macht: Der Himmel muß ihn preiſen: Die Vögelein mit ihrem Schall/ Die wilden Thier auch allzumahl/ Die loben GOtt mit Weiſen. 3. Doch denck/ was GOtt mit Rath und That/ O Seele/ dir erwieſen hat Vor allen andern Thieren/ Nach ſeinem Bilde hat Er dich Erſchaffen/ und gar mildiglich Mit Gaben wollen zieren. 4. So nimm nun in dir ſelber ab/ Daß ſeinen Sitz GOtt in dir hab: Er-
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Die andere Betrachtung.
Du aber/ heiliger Vater/ ſetze du mich zu deinem
Lob/ dem Feinde zu Trutz und Verdruß; Schaf-
fe in mir mein GOtt/ daß mein gantzes Leben
gereiche dem Teuffel zur Schande und dir zu
Ehren. Amen!
1.
ERmunter dich mein gantzes Ich/
Wach auff/ zu loben inniglich
Den GOtt/ der dich erſchaffen.
Schan an/ wie alle Creatur
In dieſem Stück dir vorſpielt nur/
Wach auff/ was wilſt du ſchlaffen?
2. Das Meer erhebt deß HErren Pracht:
Die Erde zeiget ſeine Macht:
Der Himmel muß ihn preiſen:
Die Vögelein mit ihrem Schall/
Die wilden Thier auch allzumahl/
Die loben GOtt mit Weiſen.
3. Doch denck/ was GOtt mit Rath und That/
O Seele/ dir erwieſen hat
Vor allen andern Thieren/
Nach ſeinem Bilde hat Er dich
Erſchaffen/ und gar mildiglich
Mit Gaben wollen zieren.
4. So nimm nun in dir ſelber ab/
Daß ſeinen Sitz GOtt in dir hab:
Er-
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