Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674.Die vierdte Betrachtung. Wasser ziehet/ und mitten im Tode erqvicketund lebendig macht/ was für herrliche Dinge er- fahren wir? Solte Gott uns so herrliche Dinge sehen und hören lassen/ und keinen Danck dafür haben? Solte er uns durch Feuer und Wasser ziehen und erqvicken/ und wir wolten dazu still- schweigen? Wenn David im 116. Psalm v. 12. diese Frage fürbringt; Wie soll ich dem Herrn vergelten alle seine Wohlthat/ die er mir thut? Beantworter er selber dergestalt; Ich wil den heilsamen Kelch nehmen/ und deß HErrn Namen predigen. Ist so viel geredt/ ich wil mich meinem GOtt gantz auffopffern/ und den Kelch/ den Er mir einschenckt/ mit demütigem Hertzen annehmen/ und allezeit den Herrn prei- sen/ daß er so freundlich ist/ und seine Güte ewig währet. Eben also erbieten sich die Gläubigen im 66. Psal. v. 13. 14. 15. wenn sie sich erin- nern/ wie GOtt sie auß Feuer und Wasser ge- zogen und erqvicket. Denn also sprechen sie: Darum wil ich mit Brand-Opffer gehen in dein Haus/ und dir meine Gelübde bezah- len. Wie ich meine Lippen habe auffge- than/ und mein Mund geredt hat in meiner Noth/ ich wil dir feiste Brand-Opffer thun von gebrandten Widdern/ ich wil opffern Rinder mit Böcken/ Sela. Damit wird uns gezei- P jv
Die vierdte Betrachtung. Waſſer ziehet/ und mitten im Tode erqvicketund lebendig macht/ was für herrliche Dinge er- fahren wir? Solte Gott uns ſo herrliche Dinge ſehen und hören laſſen/ und keinen Danck dafür haben? Solte er uns durch Feuer und Waſſer ziehen und erqvicken/ und wir wolten dazu ſtill- ſchweigen? Wenn David im 116. Pſalm v. 12. dieſe Frage fürbringt; Wie ſoll ich dem Herrn vergeltẽ alle ſeine Wohlthat/ die er mir thut? Beantworter er ſelber dergeſtalt; Ich wil den heilſamen Kelch nehmen/ und deß HErrn Namen predigen. Iſt ſo viel geredt/ ich wil mich meinem GOtt gantz auffopffern/ und den Kelch/ den Er mir einſchenckt/ mit demütigem Hertzen annehmen/ und allezeit den Herrn prei- ſen/ daß er ſo freundlich iſt/ und ſeine Güte ewig währet. Eben alſo erbieten ſich die Gläubigen im 66. Pſal. v. 13. 14. 15. wenn ſie ſich erin- nern/ wie GOtt ſie auß Feuer und Waſſer ge- zogen und erqvicket. Denn alſo ſprechen ſie: Darum wil ich mit Brand-Opffer gehen in dein Haus/ und dir meine Gelübde bezah- len. Wie ich meine Lippen habe auffge- than/ und mein Mund geredt hat in meiner Noth/ ich wil dir feiſte Brand-Opffer thun von gebrandten Widdern/ ich wil opffern Rinder mit Böcken/ Sela. Damit wird uns gezei- P jv
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Die vierdte Betrachtung.
Waſſer ziehet/ und mitten im Tode erqvicket
und lebendig macht/ was für herrliche Dinge er-
fahren wir? Solte Gott uns ſo herrliche Dinge
ſehen und hören laſſen/ und keinen Danck dafür
haben? Solte er uns durch Feuer und Waſſer
ziehen und erqvicken/ und wir wolten dazu ſtill-
ſchweigen? Wenn David im 116. Pſalm v. 12.
dieſe Frage fürbringt; Wie ſoll ich dem Herrn
vergeltẽ alle ſeine Wohlthat/ die er mir thut?
Beantworter er ſelber dergeſtalt; Ich wil den
heilſamen Kelch nehmen/ und deß HErrn
Namen predigen. Iſt ſo viel geredt/ ich wil
mich meinem GOtt gantz auffopffern/ und den
Kelch/ den Er mir einſchenckt/ mit demütigem
Hertzen annehmen/ und allezeit den Herrn prei-
ſen/ daß er ſo freundlich iſt/ und ſeine Güte ewig
währet. Eben alſo erbieten ſich die Gläubigen
im 66. Pſal. v. 13. 14. 15. wenn ſie ſich erin-
nern/ wie GOtt ſie auß Feuer und Waſſer ge-
zogen und erqvicket. Denn alſo ſprechen ſie:
Darum wil ich mit Brand-Opffer gehen in
dein Haus/ und dir meine Gelübde bezah-
len. Wie ich meine Lippen habe auffge-
than/ und mein Mund geredt hat in meiner
Noth/ ich wil dir feiſte Brand-Opffer thun
von gebrandten Widdern/ ich wil opffern
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| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674, S. 231. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luettkemann_harpffe_1674/254>, abgerufen am 06.08.2024. |


