Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674.über den 68. Psalm ben in seinen Händen hat? Kan euch zurFurcht Gottes nicht bringen/ daß er so gütig ist/ so wisset/ daß ihr müsset ewig verdorben seyn/ wann Er nicht euer Freund ist. Wie glückselig die seynd/ die Christum für ihren Herrn anneh- men/ je unglückseliger seynd/ die seinem Reich widerstreben. Insonderheit fürchtet euch ihr Verfolger der Heiligen/ denn wen verfolget ihr? mit wem krieget ihr? Er wird den Kopff seiner Feinde zuschmeissen; Sein blutiger Fuß wird zu- treten die Zunge seiner Hunde/ die ihn anbellen. Du aber freue dich/ du kleine Heerde/ wir haben einen GOtt/ der da hilfft/ den Herrn Herrn/ der vom Tode errettet. Sind wir in Nöthen/ so stehet er uns zur Seiten/ und spricht uns getrost zu; Ich wil euch herauß ziehen. Umgeben dich die fette Ochsen; Ich wil dich herauß ziehen. Versinckest du in die Tieffe deß Meers; Ich wil dich herauß ziehen. Darum meine Seele/ miß deine Noth nicht ab nach deinen Sinnen/ sondern nach der Hand Gottes. Sihest du schon deines Jammers kein Ende/ so thut es GOtt; Weist du nicht wohinauß/ so weiß GOtt Wege zu finden/ da keine Wege seynd. Das ist Got- tes Eigenschafft/ dabey wil Er erkant werden. Wer da hat den Israeliten den Weg gezeiget durchs rothe Meer/ der kan dir auch einen Weg
über den 68. Pſalm ben in ſeinen Händen hat? Kan euch zurFurcht Gottes nicht bringen/ daß er ſo gütig iſt/ ſo wiſſet/ daß ihr müſſet ewig verdorben ſeyn/ wann Er nicht euer Freund iſt. Wie glückſelig die ſeynd/ die Chriſtum für ihren Herrn anneh- men/ je unglückſeliger ſeynd/ die ſeinem Reich widerſtreben. Inſonderheit fürchtet euch ihr Verfolger der Heiligen/ denn wen verfolget ihr? mit wem krieget ihr? Er wird den Kopff ſeiner Feinde zuſchmeiſſen; Sein blutiger Fuß wird zu- treten die Zunge ſeiner Hunde/ die ihn anbellen. Du aber freue dich/ du kleine Heerde/ wir haben einen GOtt/ der da hilfft/ den Herrn Herrn/ der vom Tode errettet. Sind wir in Nöthen/ ſo ſtehet er uns zur Seiten/ und ſpricht uns getroſt zu; Ich wil euch herauß ziehen. Umgeben dich die fette Ochſen; Ich wil dich herauß ziehen. Verſinckeſt du in die Tieffe deß Meers; Ich wil dich herauß ziehen. Darum meine Seele/ miß deine Noth nicht ab nach deinen Sinnen/ ſondern nach der Hand Gottes. Siheſt du ſchon deines Jammers kein Ende/ ſo thut es GOtt; Weiſt du nicht wohinauß/ ſo weiß GOtt Wege zu finden/ da keine Wege ſeynd. Das iſt Got- tes Eigenſchafft/ dabey wil Er erkant werden. Wer da hat den Iſraeliten den Weg gezeiget durchs rothe Meer/ der kan dir auch einen Weg
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über den 68. Pſalm
ben in ſeinen Händen hat? Kan euch zur
Furcht Gottes nicht bringen/ daß er ſo gütig iſt/
ſo wiſſet/ daß ihr müſſet ewig verdorben ſeyn/
wann Er nicht euer Freund iſt. Wie glückſelig
die ſeynd/ die Chriſtum für ihren Herrn anneh-
men/ je unglückſeliger ſeynd/ die ſeinem Reich
widerſtreben. Inſonderheit fürchtet euch ihr
Verfolger der Heiligen/ denn wen verfolget ihr?
mit wem krieget ihr? Er wird den Kopff ſeiner
Feinde zuſchmeiſſen; Sein blutiger Fuß wird zu-
treten die Zunge ſeiner Hunde/ die ihn anbellen.
Du aber freue dich/ du kleine Heerde/ wir haben
einen GOtt/ der da hilfft/ den Herrn Herrn/ der
vom Tode errettet. Sind wir in Nöthen/ ſo
ſtehet er uns zur Seiten/ und ſpricht uns getroſt
zu; Ich wil euch herauß ziehen. Umgeben dich
die fette Ochſen; Ich wil dich herauß ziehen.
Verſinckeſt du in die Tieffe deß Meers; Ich
wil dich herauß ziehen. Darum meine Seele/
miß deine Noth nicht ab nach deinen Sinnen/
ſondern nach der Hand Gottes. Siheſt du ſchon
deines Jammers kein Ende/ ſo thut es GOtt;
Weiſt du nicht wohinauß/ ſo weiß GOtt Wege
zu finden/ da keine Wege ſeynd. Das iſt Got-
tes Eigenſchafft/ dabey wil Er erkant werden.
Wer da hat den Iſraeliten den Weg gezeiget
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| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674, S. 370. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luettkemann_harpffe_1674/393>, abgerufen am 06.08.2024. |


