Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674.Die siebende Betrachtung. und Einzug ihres Gottes/ und ihres Köni-ges/ der in ihr als im Heiligthum sein Reich an- gefangen hat; und kan sagen: Da ist mein Gott und mein König. GOttes Gänge seynd eitel Gnade und Warheit/ das erfähret die gläubige Seele/ denn sie empfindet einen göttlichen Trost in Christo. Deß Königes Wesen ist/ das er regiere/ versorge/ und welches sonst in der Welt nicht geschicht/ uns selbst zu Königen ma- che. Das erfahren wir auch. Darum ist nun diß die Meinung: O Messia, der du wahrer GOtt bist/ man wird dich zwar weg hängen/ als einen Ubelthäter/ aber du wirst durchbrechen/ und dich offenbaren und sehen lassen/ als meinen starcken GOtt und meinen König/ der sein Reich hat in der gläubigen Seelen als in seinem Heiligthum. Kündlich groß ist das göttliche Geheimniß: Gott ist offenbaret im Fleisch/ gepredigt den Heyden/ gegläubet von der Welt/ auffgenommen in die Herrligkeit; wie Paulus redet 1. Tim. 3. v. 16. Das gibt dir den Trost/ daß sich dein König endlich offen- baren wird/ wenn er sich schon eine Zeitlang im Verborgen hält/ darum erwarte der Zeit/ so wirstu sehen/ wie er einherzeucht; du wirst se- hen wie er einher zeucht als dein Gott und dein König; Allein warte sein. Zum A a v
Die ſiebende Betrachtung. und Einzug ihres Gottes/ und ihres Köni-ges/ der in ihr als im Heiligthum ſein Reich an- gefangen hat; und kan ſagen: Da iſt mein Gott und mein König. GOttes Gänge ſeynd eitel Gnade und Warheit/ das erfähret die gläubige Seele/ denn ſie empfindet einen göttlichen Troſt in Chriſto. Deß Königes Weſen iſt/ das er regiere/ verſorge/ und welches ſonſt in der Welt nicht geſchicht/ uns ſelbſt zu Königen ma- che. Das erfahren wir auch. Darum iſt nun diß die Meinung: O Meſſia, der du wahrer GOtt biſt/ man wird dich zwar weg hängen/ als einen Ubelthäter/ aber du wirſt durchbrechen/ und dich offenbaren und ſehen laſſen/ als meinen ſtarcken GOtt und meinen König/ der ſein Reich hat in der gläubigen Seelen als in ſeinem Heiligthum. Kündlich groß iſt das göttliche Geheimniß: Gott iſt offenbaret im Fleiſch/ gepredigt den Heyden/ gegläubet von der Welt/ auffgenommen in die Herrligkeit; wie Paulus redet 1. Tim. 3. v. 16. Das gibt dir den Troſt/ daß ſich dein König endlich offen- baren wird/ wenn er ſich ſchon eine Zeitlang im Verborgen hält/ darum erwarte der Zeit/ ſo wirſtu ſehen/ wie er einherzeucht; du wirſt ſe- hen wie er einher zeucht als dein Gott und dein König; Allein warte ſein. Zum A a v
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Die ſiebende Betrachtung.
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gefangen hat; und kan ſagen: Da iſt mein Gott
und mein König. GOttes Gänge ſeynd eitel
Gnade und Warheit/ das erfähret die gläubige
Seele/ denn ſie empfindet einen göttlichen
Troſt in Chriſto. Deß Königes Weſen iſt/ das
er regiere/ verſorge/ und welches ſonſt in der
Welt nicht geſchicht/ uns ſelbſt zu Königen ma-
che. Das erfahren wir auch. Darum iſt nun diß
die Meinung: O Meſſia, der du wahrer GOtt
biſt/ man wird dich zwar weg hängen/ als einen
Ubelthäter/ aber du wirſt durchbrechen/ und
dich offenbaren und ſehen laſſen/ als meinen
ſtarcken GOtt und meinen König/ der ſein
Reich hat in der gläubigen Seelen als in ſeinem
Heiligthum. Kündlich groß iſt das göttliche
Geheimniß: Gott iſt offenbaret im Fleiſch/
gepredigt den Heyden/ gegläubet von der
Welt/ auffgenommen in die Herrligkeit;
wie Paulus redet 1. Tim. 3. v. 16. Das gibt
dir den Troſt/ daß ſich dein König endlich offen-
baren wird/ wenn er ſich ſchon eine Zeitlang im
Verborgen hält/ darum erwarte der Zeit/ ſo
wirſtu ſehen/ wie er einherzeucht; du wirſt ſe-
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| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674, S. 377. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luettkemann_harpffe_1674/400>, abgerufen am 06.08.2024. |


