Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674.über den 116. Psalm vom HErrn dargereichet wird/ sondern/ daß erauch heilsam ist. Es ist ein bitterer Kelch/ doch aber ein heilsamer Kelch. Der Kelch der Gottlo- sen ist ein Kelch deß Zorns und deß Grimms/ sie müssen die Hefen und Grund-Suppen alles Un- glücks zu sich nehmen/ nach den Worten deß HErrn: Er wird regnen lassen über die Gottlosen Blitz/ Feuer und Schweffel/ und wird ihnen ein Wetter zu Lohn geben/ Psal. 11. v. 7. Eigentlich heist es: Ungewitter wird das Theil ihres Kelches seyn. Müssen also die Gottlosen die Hefen deß Zorns Gottes in sich sauffen/ Feuer und Schweffel/ und ein schreckliches Ungewitter; dergestalt wie im Va- let-Gesang Mosis gesaget wird: Ich wil alles Unglück über sie häuffen/ ich wil alle meine Pfeile in sie schiessen/ Devt. 22, 23. Das Volck Gottes Juda hat damit nicht können verschonet bleiben/ zu welchem GOtt beym Propheten E- zechiel am 23. v. 31. also redet: Du bist auff dem Wege deiner Schwester gegangen/ darum gebe ich dir auch derselbigen Kelch in deine Hand. So spricht der HErr/ HErr; Du must den Kelch deiner Schwester trincken/ so tieff und weit er ist/ du solt zu grossem Spott und Hohn werden/ das unträglich seyn wird. Mag das eigenthümliche Volck Got-
über den 116. Pſalm vom HErrn dargereichet wird/ ſondern/ daß erauch heilſam iſt. Es iſt ein bitterer Kelch/ doch aber ein heilſamer Kelch. Der Kelch der Gottlo- ſen iſt ein Kelch deß Zorns und deß Grimms/ ſie müſſen die Hefen und Grund-Suppen alles Un- glücks zu ſich nehmen/ nach den Worten deß HErrn: Er wird regnen laſſen über die Gottloſen Blitz/ Feuer und Schweffel/ und wird ihnen ein Wetter zu Lohn geben/ Pſal. 11. v. 7. Eigentlich heiſt es: Ungewitter wird das Theil ihres Kelches ſeyn. Müſſen alſo die Gottloſen die Hefen deß Zorns Gottes in ſich ſauffen/ Feuer und Schweffel/ und ein ſchreckliches Ungewitter; dergeſtalt wie im Va- let-Geſang Moſis geſaget wird: Ich wil alles Unglück über ſie häuffen/ ich wil alle meine Pfeile in ſie ſchieſſen/ Devt. 22, 23. Das Volck Gottes Juda hat damit nicht können verſchonet bleiben/ zu welchem GOtt beym Propheten E- zechiel am 23. v. 31. alſo redet: Du biſt auff dem Wege deiner Schweſter gegangen/ darum gebe ich dir auch derſelbigen Kelch in deine Hand. So ſpricht der HErr/ HErr; Du muſt den Kelch deiner Schweſter trincken/ ſo tieff und weit er iſt/ du ſolt zu groſſem Spott und Hohn werden/ das unträglich ſeyn wird. Mag das eigenthümliche Volck Got-
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über den 116. Pſalm
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auch heilſam iſt. Es iſt ein bitterer Kelch/ doch
aber ein heilſamer Kelch. Der Kelch der Gottlo-
ſen iſt ein Kelch deß Zorns und deß Grimms/ ſie
müſſen die Hefen und Grund-Suppen alles Un-
glücks zu ſich nehmen/ nach den Worten deß
HErrn: Er wird regnen laſſen über die
Gottloſen Blitz/ Feuer und Schweffel/
und wird ihnen ein Wetter zu Lohn geben/
Pſal. 11. v. 7. Eigentlich heiſt es: Ungewitter
wird das Theil ihres Kelches ſeyn. Müſſen
alſo die Gottloſen die Hefen deß Zorns Gottes
in ſich ſauffen/ Feuer und Schweffel/ und ein
ſchreckliches Ungewitter; dergeſtalt wie im Va-
let-Geſang Moſis geſaget wird: Ich wil alles
Unglück über ſie häuffen/ ich wil alle meine
Pfeile in ſie ſchieſſen/ Devt. 22, 23. Das Volck
Gottes Juda hat damit nicht können verſchonet
bleiben/ zu welchem GOtt beym Propheten E-
zechiel am 23. v. 31. alſo redet: Du biſt auff dem
Wege deiner Schweſter gegangen/ darum
gebe ich dir auch derſelbigen Kelch in deine
Hand. So ſpricht der HErr/ HErr; Du
muſt den Kelch deiner Schweſter trincken/
ſo tieff und weit er iſt/ du ſolt zu groſſem
Spott und Hohn werden/ das unträglich
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| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674, S. 616. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luettkemann_harpffe_1674/639>, abgerufen am 06.08.2024. |


