Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674.Die vierdte Betrachtung. weiß ich/ daß mein Creutz nicht ohne Nutzen ist/der Kelch deß HErrn ist ein heilsamer Kelch/ darauß mir GOtt sein Heyl zu trincken gibt/ das gläub ich/ zu seiner Zeit werde ich es erfah- ren. Zum fünfften weiß ich/ daß auff den Creutz- Kelch folgen wird ein Freuden-Kelch/ der Creutz- Kelch hat seine Maaß. Der Freuden-Becher wird nimmer leer werden. Wenn ich mit Chri- sto über Tisch sitzen werde in seines Vatern Reich/ werde ich mit Wollust geträncket werden als mit einem Strom/ der nimmer auffhöret. Sihe wie mancherley Trost hastu für dich/ wenn R r
Die vierdte Betrachtung. weiß ich/ daß mein Creutz nicht ohne Nutzen iſt/der Kelch deß HErrn iſt ein heilſamer Kelch/ darauß mir GOtt ſein Heyl zu trincken gibt/ das gläub ich/ zu ſeiner Zeit werde ich es erfah- ren. Zum fünfften weiß ich/ daß auff den Creutz- Kelch folgen wird ein Freuden-Kelch/ der Creutz- Kelch hat ſeine Maaß. Der Freuden-Becher wird nimmer leer werden. Wenn ich mit Chri- ſto über Tiſch ſitzen werde in ſeines Vatern Reich/ werde ich mit Wolluſt geträncket werden als mit einem Strom/ der nimmer auffhöret. Sihe wie mancherley Troſt haſtu für dich/ wenn R r
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Die vierdte Betrachtung.
weiß ich/ daß mein Creutz nicht ohne Nutzen iſt/
der Kelch deß HErrn iſt ein heilſamer Kelch/
darauß mir GOtt ſein Heyl zu trincken gibt/
das gläub ich/ zu ſeiner Zeit werde ich es erfah-
ren. Zum fünfften weiß ich/ daß auff den Creutz-
Kelch folgen wird ein Freuden-Kelch/ der Creutz-
Kelch hat ſeine Maaß. Der Freuden-Becher
wird nimmer leer werden. Wenn ich mit Chri-
ſto über Tiſch ſitzen werde in ſeines Vatern
Reich/ werde ich mit Wolluſt geträncket werden
als mit einem Strom/ der nimmer auffhöret.
Sihe wie mancherley Troſt haſtu für dich/
daß du keine Urſach haſt dich zu weigern. Haſtu
dich aber ergeben/ und biſt willig dich deinem
GOtt zu laſſen/ ſo weiſtu zwar/ daß du keine
beſſere Vergeltung haſt für die mannigfältige
Wohlthaten GOttes. Dennoch thue du dieſe
Demuth hinzu/ und halte dafür/ daß du noch
lange nicht dem HErrn ſeine Wohlthaten ver-
golten haſt. Durch die Erſchöpffung hat er
mich mir gegeben und auß nichts gemacht/ daß
ich etwas ſey/ und da ich verlohren war/ hat er
mich durch die Erlöſung ſeines Sohns wiederge-
bracht. Daß er mich mir gibt/ und da ich mich
ſelbſt verlohren habe/ mich mir wieder gibt/ iſt
viel; doch ein geringes dagegen/ daß er mir
ſich ſelbſt gibt. Denn was bin ich mir nütze/
wenn
R r
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| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674, S. 625. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luettkemann_harpffe_1674/648>, abgerufen am 06.08.2024. |


