Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674.über den 116. Psalm Mutter aller Gläubigen/ eine fruchtbare Mut-ter/ wie geschrieben stehet: Rühme du Un- fruchtbare/ die du nicht gebierest/ freue dich mit Ruhm/ und jauchtze die du nicht schwan- ger bist/ denn die Einsame hat mehr Kinder/ weder die den Mann hat/ Es. 54, 1. Vor- hin ward das Jüdische Volck gehalten als ein Weib GOttes/ die allein GOtt dem HErrn konte Kinder gebären. Alle Heiden in der gan- tzen Welt wahren Unfruchtbare/ und konten dem HErrn kein Kind aufferziehen. Es hat aber der Geist GOttes zuvor gesehen diese Glückse- ligkeit/ daß die unfruchtbare Heidenschafft wür- de so fruchtbar werden/ daß sie viel mehr Kinder gebären würde/ als die Jüdische Kirche ie gethan hat/ wie es denn durch GOttes Gnade erfüllet und klar am Tage ist. An einem andern Ort tröstet Esaias das betrübte Zion damit/ und spricht: Du wirst mit Verwunderung sa- gen in deinem Hertzen/ wer hat mir diese gezeuget? So spricht der HErr HErr/ sihe/ ich wil meine Hand zu den Heiden auff- heben/ und zu den Völckern mein Panier auffwerffen/ so werden sie deine Söhne in den Armen herzu bringen/ und deine Töch- ter auff den Achseln hertragen/ c. 49, 21. Von dem Ertz-Vater Jacob und seiner Ehe ist
über den 116. Pſalm Mutter aller Gläubigen/ eine fruchtbare Mut-ter/ wie geſchrieben ſtehet: Rühme du Un- fruchtbare/ die du nicht gebiereſt/ freue dich mit Ruhm/ und jauchtze die du nicht ſchwan- ger biſt/ denn die Einſame hat mehr Kinder/ weder die den Mann hat/ Eſ. 54, 1. Vor- hin ward das Jüdiſche Volck gehalten als ein Weib GOttes/ die allein GOtt dem HErrn konte Kinder gebären. Alle Heiden in der gan- tzen Welt wahren Unfruchtbare/ und konten dem HErrn kein Kind aufferziehen. Es hat aber der Geiſt GOttes zuvor geſehen dieſe Glückſe- ligkeit/ daß die unfruchtbare Heidenſchafft wür- de ſo fruchtbar werden/ daß ſie viel mehr Kinder gebären würde/ als die Jüdiſche Kirche ie gethan hat/ wie es denn durch GOttes Gnade erfüllet und klar am Tage iſt. An einem andern Ort tröſtet Eſaias das betrübte Zion damit/ und ſpricht: Du wirſt mit Verwunderung ſa- gen in deinem Hertzen/ wer hat mir dieſe gezeuget? So ſpricht der HErr HErr/ ſihe/ ich wil meine Hand zu den Heiden auff- heben/ und zu den Völckern mein Panier auffwerffen/ ſo werden ſie deine Söhne in den Armen herzu bringen/ und deine Töch- ter auff den Achſeln hertragen/ c. 49, 21. Von dem Ertz-Vater Jacob und ſeiner Ehe iſt
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über den 116. Pſalm
Mutter aller Gläubigen/ eine fruchtbare Mut-
ter/ wie geſchrieben ſtehet: Rühme du Un-
fruchtbare/ die du nicht gebiereſt/ freue dich
mit Ruhm/ und jauchtze die du nicht ſchwan-
ger biſt/ denn die Einſame hat mehr Kinder/
weder die den Mann hat/ Eſ. 54, 1. Vor-
hin ward das Jüdiſche Volck gehalten als ein
Weib GOttes/ die allein GOtt dem HErrn
konte Kinder gebären. Alle Heiden in der gan-
tzen Welt wahren Unfruchtbare/ und konten dem
HErrn kein Kind aufferziehen. Es hat aber
der Geiſt GOttes zuvor geſehen dieſe Glückſe-
ligkeit/ daß die unfruchtbare Heidenſchafft wür-
de ſo fruchtbar werden/ daß ſie viel mehr Kinder
gebären würde/ als die Jüdiſche Kirche ie gethan
hat/ wie es denn durch GOttes Gnade erfüllet
und klar am Tage iſt. An einem andern Ort
tröſtet Eſaias das betrübte Zion damit/ und
ſpricht: Du wirſt mit Verwunderung ſa-
gen in deinem Hertzen/ wer hat mir dieſe
gezeuget? So ſpricht der HErr HErr/
ſihe/ ich wil meine Hand zu den Heiden auff-
heben/ und zu den Völckern mein Panier
auffwerffen/ ſo werden ſie deine Söhne in
den Armen herzu bringen/ und deine Töch-
ter auff den Achſeln hertragen/ c. 49, 21.
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| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674, S. 638. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luettkemann_harpffe_1674/661>, abgerufen am 06.08.2024. |


