Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674.über den 116. Psalm Rind oder Schaff für dem HErrn/ das öffent-lich geschlachtet würde/ das bedeutet/ daß unser Danck-Opffer nicht in blossen Worten beste- hen muß/ es muß etwas würckliches dabey seyn/ wir müssen unsern Leib und Seel GOtt geben zu einem Opffer/ das GOtt heilig und ange- nehm ist/ und GOtt uns gantz auffopffern in dem Gehorsam seines Willens/ bereit den Kelch deß HErrn zu nehmen/ wie er uns ihm ein- schencket/ und dabey GOtt loben und preisen mit Erzehlung aller seiner Wohlthaten an Leib und Seel/ auch müssen wir nicht vergessen un- sere Güter zu heiligen und von denselben etwas außschiessen/ so wohl zum Kirchen-Dienst als zur Hülffe der Armen. Das ist das rechte Gott wohlgefällige Danck-Opffer der Christen/ dazu wir ermahnet werden zun Hebr. am 13. v. 15. 16: Lasst uns opffern durch Christum das Lob-Opffer/ GOtt allezeit/ das ist/ die Furcht der Lippen/ die seinen Namen beken- nen. Wohl zu thun und mit zu theilen ver- gesset nicht/ denn solche Opffer gefallen GOTT wohl. Hiebey seynd noch unterschiedliche umstände das
über den 116. Pſalm Rind oder Schaff für dem HErrn/ das öffent-lich geſchlachtet würde/ das bedeutet/ daß unſer Danck-Opffer nicht in bloſſen Worten beſte- hen muß/ es muß etwas würckliches dabey ſeyn/ wir müſſen unſern Leib und Seel GOtt geben zu einem Opffer/ das GOtt heilig und ange- nehm iſt/ und GOtt uns gantz auffopffern in dem Gehorſam ſeines Willens/ bereit den Kelch deß HErrn zu nehmen/ wie er uns ihm ein- ſchencket/ und dabey GOtt loben und preiſen mit Erzehlung aller ſeiner Wohlthaten an Leib und Seel/ auch müſſen wir nicht vergeſſen un- ſere Güter zu heiligen und von denſelben etwas außſchieſſen/ ſo wohl zum Kirchen-Dienſt als zur Hülffe der Armen. Das iſt das rechte Gott wohlgefällige Danck-Opffer der Chriſten/ dazu wir ermahnet werden zun Hebr. am 13. v. 15. 16: Laſſt uns opffern durch Chriſtum das Lob-Opffer/ GOtt allezeit/ das iſt/ die Furcht der Lippen/ die ſeinen Namen beken- nen. Wohl zu thun und mit zu theilen ver- geſſet nicht/ denn ſolche Opffer gefallen GOTT wohl. Hiebey ſeynd noch unterſchiedliche umſtände das
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über den 116. Pſalm
Rind oder Schaff für dem HErrn/ das öffent-
lich geſchlachtet würde/ das bedeutet/ daß unſer
Danck-Opffer nicht in bloſſen Worten beſte-
hen muß/ es muß etwas würckliches dabey ſeyn/
wir müſſen unſern Leib und Seel GOtt geben
zu einem Opffer/ das GOtt heilig und ange-
nehm iſt/ und GOtt uns gantz auffopffern in
dem Gehorſam ſeines Willens/ bereit den Kelch
deß HErrn zu nehmen/ wie er uns ihm ein-
ſchencket/ und dabey GOtt loben und preiſen
mit Erzehlung aller ſeiner Wohlthaten an Leib
und Seel/ auch müſſen wir nicht vergeſſen un-
ſere Güter zu heiligen und von denſelben etwas
außſchieſſen/ ſo wohl zum Kirchen-Dienſt als
zur Hülffe der Armen. Das iſt das rechte Gott
wohlgefällige Danck-Opffer der Chriſten/ dazu
wir ermahnet werden zun Hebr. am 13. v. 15.
16: Laſſt uns opffern durch Chriſtum das
Lob-Opffer/ GOtt allezeit/ das iſt/ die
Furcht der Lippen/ die ſeinen Namen beken-
nen. Wohl zu thun und mit zu theilen ver-
geſſet nicht/ denn ſolche Opffer gefallen
GOTT wohl.
Hiebey ſeynd noch unterſchiedliche umſtände
zu erwegen. Zu erſt/ muſte derſelbige/ der das
Danck-Opffer herzu brachte/ ſeine Hand auff
deſſelben Häupt legen; Der Prieſter aber muſte
das
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| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674, S. 654. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luettkemann_harpffe_1674/677>, abgerufen am 06.08.2024. |


