Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674.Die dritte Betrachtung. Herrn/ drum heissen wir hie ein Volck/ das der Herr zum Erbe erwehlet hat/ und bey Petro/ das erwehlte Geschlecht/ das heilige Volck/ das Volck des Eigenthums. 1. Pet. 2, 9. Es hätte wohl mögen seyn/ daß wir so wenig bey GOtt in Gnaden wären/ als die Heyden/ die von GOtt nichts wissen; Aber der Herr hat von der Finsterniß uns beruffen zu seinem wun- derbahren Liecht: Ihr habet mich nicht er- wehlet/ sondern ich habe euch erwehlet; spricht der Herr beym Johan. am 15. v. 16. und im 5. Buch Mosis am 7. Cap. v. 6. Du bist ein heilig Volck GOtt deinem HErrn. Dich hat GOtt dein Herr erwehlet zum Volck des Eigenthums/ aus allen Völckern die auf Erden sind. Nicht hat euch der Heer ange- nommen/ und euch erwehlet/ daß euer mehr wäre denn alle Völcker (denn du bist das wenigst unter ällen Völckern) sondern daß er euch geliebet hat. Bin ich nun hierin gewiß/ daß Gott mein schüt-
Die dritte Betrachtung. Herrn/ drum heiſſen wir hie ein Volck/ das der Herr zum Erbe erwehlet hat/ und bey Petro/ das erwehlte Geſchlecht/ das heilige Volck/ das Volck des Eigenthums. 1. Pet. 2, 9. Es hätte wohl mögen ſeyn/ daß wir ſo wenig bey GOtt in Gnaden wären/ als die Heyden/ die von GOtt nichts wiſſen; Aber der Herr hat von der Finſterniß uns beruffen zu ſeinem wun- derbahren Liecht: Ihr habet mich nicht er- wehlet/ ſondern ich habe euch erwehlet; ſpricht der Herr beym Johan. am 15. v. 16. und im 5. Buch Moſis am 7. Cap. v. 6. Du biſt ein heilig Volck GOtt deinem HErrn. Dich hat GOtt dein Herr erwehlet zum Volck des Eigenthums/ aus allen Völckern die auf Erden ſind. Nicht hat euch der Heer ange- nommen/ und euch erwehlet/ daß euer mehr wäre denn alle Völcker (denn du biſt das wenigſt unter ällen Völckern) ſondern daß er euch geliebet hat. Bin ich nun hierin gewiß/ daß Gott mein ſchüt-
<TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <p><pb facs="#f0068" n="45"/><fw place="top" type="header">Die dritte Betrachtung.</fw><lb/><milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/> Herrn/ drum heiſſen wir hie ein <hi rendition="#fr">Volck/ das der<lb/> Herr zum Erbe erwehlet hat/ und bey Petro/<lb/> das erwehlte Geſchlecht/ das heilige Volck/<lb/> das Volck des Eigenthums.</hi> 1. <hi rendition="#aq">Pet.</hi> 2, 9. Es<lb/> hätte wohl mögen ſeyn/ daß wir ſo wenig bey<lb/> GOtt in Gnaden wären/ als die Heyden/ die<lb/> von GOtt nichts wiſſen; Aber der Herr hat<lb/> von der Finſterniß uns beruffen zu ſeinem wun-<lb/> derbahren Liecht: <hi rendition="#fr">Ihr habet mich nicht er-<lb/> wehlet/ ſondern ich habe euch erwehlet;</hi><lb/> ſpricht der Herr beym Johan. am 15. v. 16. und<lb/> im 5. Buch Moſis am 7. Cap. v. 6. <hi rendition="#fr">Du biſt ein<lb/> heilig Volck GOtt deinem HErrn. Dich<lb/> hat GOtt dein Herr erwehlet zum Volck<lb/> des Eigenthums/ aus allen Völckern die auf<lb/> Erden ſind. Nicht hat euch der Heer ange-<lb/> nommen/ und euch erwehlet/ daß euer mehr<lb/> wäre denn alle Völcker (denn du biſt das<lb/> wenigſt unter ällen Völckern) ſondern daß<lb/> er euch geliebet hat.</hi></p><lb/> <p>Bin ich nun hierin gewiß/ daß Gott mein<lb/> GOtt/ und ich ſein außerwehltes Erbe bin/ ſo bin<lb/> ich ein ſeliges Kind. <hi rendition="#fr">Wohl dem Volck/ deß<lb/> der Herr ein Gott iſt/ das Volck/ das er zum<lb/> Erbe erwehlet hat.</hi> Ja wohl mir! denn was<lb/> mangelt mir/ wenn GOtt mein Eigenthum?<lb/> Werkan mir ſchaden/ wenn der mich liebet und<lb/> <fw place="bottom" type="catch">ſchüt-</fw><lb/></p> </div> </div> </body> </text> </TEI> [45/0068]
Die dritte Betrachtung.
Herrn/ drum heiſſen wir hie ein Volck/ das der
Herr zum Erbe erwehlet hat/ und bey Petro/
das erwehlte Geſchlecht/ das heilige Volck/
das Volck des Eigenthums. 1. Pet. 2, 9. Es
hätte wohl mögen ſeyn/ daß wir ſo wenig bey
GOtt in Gnaden wären/ als die Heyden/ die
von GOtt nichts wiſſen; Aber der Herr hat
von der Finſterniß uns beruffen zu ſeinem wun-
derbahren Liecht: Ihr habet mich nicht er-
wehlet/ ſondern ich habe euch erwehlet;
ſpricht der Herr beym Johan. am 15. v. 16. und
im 5. Buch Moſis am 7. Cap. v. 6. Du biſt ein
heilig Volck GOtt deinem HErrn. Dich
hat GOtt dein Herr erwehlet zum Volck
des Eigenthums/ aus allen Völckern die auf
Erden ſind. Nicht hat euch der Heer ange-
nommen/ und euch erwehlet/ daß euer mehr
wäre denn alle Völcker (denn du biſt das
wenigſt unter ällen Völckern) ſondern daß
er euch geliebet hat.
Bin ich nun hierin gewiß/ daß Gott mein
GOtt/ und ich ſein außerwehltes Erbe bin/ ſo bin
ich ein ſeliges Kind. Wohl dem Volck/ deß
der Herr ein Gott iſt/ das Volck/ das er zum
Erbe erwehlet hat. Ja wohl mir! denn was
mangelt mir/ wenn GOtt mein Eigenthum?
Werkan mir ſchaden/ wenn der mich liebet und
ſchüt-
Suche im WerkInformationen zum Werk
Download dieses Werks
XML (TEI P5) ·
HTML ·
Text Metadaten zum WerkTEI-Header · CMDI · Dublin Core Ansichten dieser Seite
Voyant Tools
|
| URL zu diesem Werk: | https://www.deutschestextarchiv.de/luettkemann_harpffe_1674 |
| URL zu dieser Seite: | https://www.deutschestextarchiv.de/luettkemann_harpffe_1674/68 |
| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674, S. 45. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luettkemann_harpffe_1674/68>, abgerufen am 06.08.2024. |


