Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674.Die sechste Betrachtung. was Odem hat/ lobe den HErrn. Es kömmtzwar offt unsere Dancksagung auß einem schwa- chen Geist; Wir tragen die Schätze deß Herrn in gebrechlichen Gefässern; Noch ist tröstlich/ daß ihm GOtt auch das süsse Brodt deß Danck- Opffers auff den sauren Kuchen gefallen läst. Den heiligen Engeln ists keine Kunst GOtt ohn unterlaß mit vollem Munde zu loben/ denn da ist kein Fleisch/ das sie träge macht. Je schwe- ter es uns ankommt/ ie köstlicher ist es für dem HErrn. Das macht die Liebe in Jesu. Wir hoffen aber dermahleins ohne alle Hinderniß mit den heiligen Engeln in der Vollkommen- heit GOtt zu loben. Ich wil alle meine Tage Rühmen deine starcke Hand: Daß du meine Noth und Plage Hast so gnadig abgewandt. Nicht nur in der Sterbligkeit Soll dein Ruhm seyn außgebreit; Ich wils auch hernach erweisen/ Und dort ewiglich dich preisen. Lobet den HErrn ihr seine Engel/ ihr schaa- T t jv
Die ſechſte Betrachtung. was Odem hat/ lobe den HErrn. Es kömmtzwar offt unſere Danckſagung auß einem ſchwa- chen Geiſt; Wir tragen die Schätze deß Herrn in gebrechlichen Gefäſſern; Noch iſt tröſtlich/ daß ihm GOtt auch das ſüſſe Brodt deß Danck- Opffers auff den ſauren Kuchen gefallen läſt. Den heiligen Engeln iſts keine Kunſt GOtt ohn unterlaß mit vollem Munde zu loben/ denn da iſt kein Fleiſch/ das ſie träge macht. Je ſchwe- ter es uns ankommt/ ie köſtlicher iſt es für dem HErrn. Das macht die Liebe in Jeſu. Wir hoffen aber dermahleins ohne alle Hinderniß mit den heiligen Engeln in der Vollkommen- heit GOtt zu loben. Ich wil alle meine Tage Rühmen deine ſtarcke Hand: Daß du meine Noth und Plage Haſt ſo gnadig abgewandt. Nicht nur in der Sterbligkeit Soll dein Ruhm ſeyn außgebreit; Ich wils auch hernach erweiſen/ Und dort ewiglich dich preiſen. Lobet den HErrn ihr ſeine Engel/ ihr ſchaa- T t jv
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Die ſechſte Betrachtung.
was Odem hat/ lobe den HErrn. Es kömmt
zwar offt unſere Danckſagung auß einem ſchwa-
chen Geiſt; Wir tragen die Schätze deß Herrn
in gebrechlichen Gefäſſern; Noch iſt tröſtlich/
daß ihm GOtt auch das ſüſſe Brodt deß Danck-
Opffers auff den ſauren Kuchen gefallen läſt.
Den heiligen Engeln iſts keine Kunſt GOtt
ohn unterlaß mit vollem Munde zu loben/ denn
da iſt kein Fleiſch/ das ſie träge macht. Je ſchwe-
ter es uns ankommt/ ie köſtlicher iſt es für dem
HErrn. Das macht die Liebe in Jeſu. Wir
hoffen aber dermahleins ohne alle Hinderniß
mit den heiligen Engeln in der Vollkommen-
heit GOtt zu loben.
Ich wil alle meine Tage
Rühmen deine ſtarcke Hand:
Daß du meine Noth und Plage
Haſt ſo gnadig abgewandt.
Nicht nur in der Sterbligkeit
Soll dein Ruhm ſeyn außgebreit;
Ich wils auch hernach erweiſen/
Und dort ewiglich dich preiſen.
Lobet den HErrn ihr ſeine Engel/ ihr
ſtarcken Helden/ die ihr feinen Befehl auß-
richtet/ daß man höre die Stimme ſeines
Wortes. Lobet den HErrn alle feine Heer-
ſchaa-
T t jv
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