Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674.Die vierdte Betrachtung. Ambt. Am Himmel bauen ist ein Werck/ dasnicht vergehet. Wer auff Erden grosse Palläste bauet/ der bauet das Elend. Was er bauet/ wird einsmahl niedergerissen werden. Das Himmel- reich ist ein ewiges Reich/ wer daran arbeitet/ dessen Arbeit bleibt auch ewig. Wir haben aber auch grosse Ursach uns zu hüten/ daß wir nicht Verwüstet werden/ da wir Bau-Meister seyn sollen. Ein weiser Bau-Meister bauet auff den einigen Heyland Christum Jesum; Wer auff etwas anders bauet/ und in etwas anders Heyl suchet/ der bauet nicht auff einen Felsen/ sondern auff Sand. Wer aber recht von Christo lehret/ und nicht Christlich lebet/ der bauet mit einer Hand/ und reisset nieder mit der andern Hand. Wenn GOtt seinem Volck gnädig ist/ so er- weckt er weise und getreue Bau-Meister/ die mit beyden Händen bauen/ nach seiner Ver- heissung Beym Esa. am 49. vers. 17: Deine Bau-Meister werden eilen/ aber deine Zu- brecher und Verstörer werden sich davon machen. Es nehmens in acht alle/ die ihnen ein be- das A a a ij
Die vierdte Betrachtung. Ambt. Am Himmel bauen iſt ein Werck/ dasnicht vergehet. Wer auff Erden groſſe Palläſte bauet/ der bauet das Elend. Was er bauet/ wird einsmahl niedergeriſſen werden. Das Himmel- reich iſt ein ewiges Reich/ wer daran arbeitet/ deſſen Arbeit bleibt auch ewig. Wir haben aber auch groſſe Urſach uns zu hüten/ daß wir nicht Verwüſtet werden/ da wir Bau-Meiſter ſeyn ſollen. Ein weiſer Bau-Meiſter bauet auff den einigen Heyland Chriſtum Jeſum; Wer auff etwas anders bauet/ und in etwas anders Heyl ſuchet/ der bauet nicht auff einen Felſen/ ſondern auff Sand. Wer aber recht von Chriſto lehret/ und nicht Chriſtlich lebet/ der bauet mit einer Hand/ und reiſſet nieder mit der andern Hand. Wenn GOtt ſeinem Volck gnädig iſt/ ſo er- weckt er weiſe und getreue Bau-Meiſter/ die mit beyden Händen bauen/ nach ſeiner Ver- heiſſung Beym Eſa. am 49. verſ. 17: Deine Bau-Meiſter werden eilen/ aber deine Zu- brecher und Verſtörer werden ſich davon machen. Es nehmens in acht alle/ die ihnen ein be- das A a a ij
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Die vierdte Betrachtung.
Ambt. Am Himmel bauen iſt ein Werck/ das
nicht vergehet. Wer auff Erden groſſe Palläſte
bauet/ der bauet das Elend. Was er bauet/ wird
einsmahl niedergeriſſen werden. Das Himmel-
reich iſt ein ewiges Reich/ wer daran arbeitet/
deſſen Arbeit bleibt auch ewig. Wir haben aber
auch groſſe Urſach uns zu hüten/ daß wir nicht
Verwüſtet werden/ da wir Bau-Meiſter ſeyn
ſollen. Ein weiſer Bau-Meiſter bauet auff den
einigen Heyland Chriſtum Jeſum; Wer auff
etwas anders bauet/ und in etwas anders Heyl
ſuchet/ der bauet nicht auff einen Felſen/ ſondern
auff Sand. Wer aber recht von Chriſto lehret/
und nicht Chriſtlich lebet/ der bauet mit einer
Hand/ und reiſſet nieder mit der andern Hand.
Wenn GOtt ſeinem Volck gnädig iſt/ ſo er-
weckt er weiſe und getreue Bau-Meiſter/ die
mit beyden Händen bauen/ nach ſeiner Ver-
heiſſung Beym Eſa. am 49. verſ. 17: Deine
Bau-Meiſter werden eilen/ aber deine Zu-
brecher und Verſtörer werden ſich davon
machen.
Es nehmens in acht alle/ die ihnen ein be-
ſtändig Haus der Glückſeligkeit bauen wollen.
Ein jegliches Gebäu ohn CHriſto gebauet fäl-
let ein. Ach wie viel ſuchen ihnen Glückſeligkeit
in der Eitelkeit und nicht in CHriſto? Seynd
das
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| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674, S. 739. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luettkemann_harpffe_1674/762>, abgerufen am 06.08.2024. |


