Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674.über den 118. Psalm schrieben stehet beym Esaia am 61. c. v. 1: DerHErr hat mich gesandt den Elenden zu pre- digen/ die zubrochen Hertzen zu verbinden/ zu predigen den Gefangenen eine Erledi- gung/ den Gebundenen eine Oeffnung. Wer seine eigene Träume predigt/ der kommt in seinem eignen Namen. Was uns aber Chri- stus prediget/ das hat Er mit sich vom Him- mel gebracht. Also auch thut er nichts/ als was vom himmlischen Vater ihm befohlen ist. Es ist aber alles groß Ding/ das Er vor hat/ das haben die Alten von ferne gesehen. Sie ha- ben im Geist erkannt/ was für einen harten Streit Er halten müste/ und wie viel sich dem Geist Christi widersetzen würden. Sie haben aber auch gesehen/ wie freudig sich Christus in seinem Ambt halten würde. In solchen Ge- dancken sind sie bewogen in die Hände zu klopf- fen/ und zu ruffen: Glück zu dem Könige/ Ge- lobet sey/ der da kommt im Namen deß HErrn! O HErr hilff/ O HErr laß wohl gelingen! Wir auch/ wenn wir mercken/ wie Christus mit seinem Evangelio herum reiset/ ruffen auch Glück zu dem Könige/ ach HErr hilff/ ach Herr laß wohlgelingen! Laß fort gehen/ was du hast angefangen. Gedencke daran/ du liebe See- le/ daß dein Heyland ein groß Ding in dir vor hat.
über den 118. Pſalm ſchrieben ſtehet beym Eſaia am 61. c. v. 1: DerHErr hat mich geſandt den Elenden zu pre- digen/ die zubrochen Hertzen zu verbinden/ zu predigen den Gefangenen eine Erledi- gung/ den Gebundenen eine Oeffnung. Wer ſeine eigene Träume predigt/ der kommt in ſeinem eignen Namen. Was uns aber Chri- ſtus prediget/ das hat Er mit ſich vom Him- mel gebracht. Alſo auch thut er nichts/ als was vom himmliſchen Vater ihm befohlen iſt. Es iſt aber alles groß Ding/ das Er vor hat/ das haben die Alten von ferne geſehen. Sie ha- ben im Geiſt erkannt/ was für einen harten Streit Er halten müſte/ und wie viel ſich dem Geiſt Chriſti widerſetzen würden. Sie haben aber auch geſehen/ wie freudig ſich Chriſtus in ſeinem Ambt halten würde. In ſolchen Ge- dancken ſind ſie bewogen in die Hände zu klopf- fen/ und zu ruffen: Glück zu dem Könige/ Ge- lobet ſey/ der da kommt im Namen deß HErrn! O HErr hilff/ O HErr laß wohl gelingen! Wir auch/ wenn wir mercken/ wie Chriſtus mit ſeinem Evangelio herum reiſet/ ruffen auch Glück zu dem Könige/ ach HErr hilff/ ach Herr laß wohlgelingen! Laß fort gehen/ was du haſt angefangen. Gedencke daran/ du liebe See- le/ daß dein Heyland ein groß Ding in dir vor hat.
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über den 118. Pſalm
ſchrieben ſtehet beym Eſaia am 61. c. v. 1: Der
HErr hat mich geſandt den Elenden zu pre-
digen/ die zubrochen Hertzen zu verbinden/
zu predigen den Gefangenen eine Erledi-
gung/ den Gebundenen eine Oeffnung.
Wer ſeine eigene Träume predigt/ der kommt in
ſeinem eignen Namen. Was uns aber Chri-
ſtus prediget/ das hat Er mit ſich vom Him-
mel gebracht. Alſo auch thut er nichts/ als
was vom himmliſchen Vater ihm befohlen iſt.
Es iſt aber alles groß Ding/ das Er vor hat/ das
haben die Alten von ferne geſehen. Sie ha-
ben im Geiſt erkannt/ was für einen harten
Streit Er halten müſte/ und wie viel ſich dem
Geiſt Chriſti widerſetzen würden. Sie haben
aber auch geſehen/ wie freudig ſich Chriſtus in
ſeinem Ambt halten würde. In ſolchen Ge-
dancken ſind ſie bewogen in die Hände zu klopf-
fen/ und zu ruffen: Glück zu dem Könige/ Ge-
lobet ſey/ der da kommt im Namen deß HErrn!
O HErr hilff/ O HErr laß wohl gelingen!
Wir auch/ wenn wir mercken/ wie Chriſtus mit
ſeinem Evangelio herum reiſet/ ruffen auch
Glück zu dem Könige/ ach HErr hilff/ ach Herr
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| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674, S. 752. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luettkemann_harpffe_1674/775>, abgerufen am 06.08.2024. |


