Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674.Die fünffte Betrachtung. daß wir auch könten frolocken. Woran soltenwir anders unsers Hertzens Lust und Freude haben/ als an dem Reich unsers HErrn JEsu Christi. Wenn Christi Reich wohl fortgehet in meinem Hertzen/ und in der gantzen Welt/ wenn GOtt recht gedienet wird/ das ist der Gläubigen Wonne. Wenn ein Liecht verle- schet ist/ mag es leicht wieder angezündet wer- den/ wenn mans zu einem andern Liecht hält/ das matte träge Hertze ist wie ein verlöschtes Liechtlein/ welches doch noch raucht und ein Verlangen hat. Ach daß doch durch das Frolo- cken aller Gläubigen auch unser rauchendes Liechtlein möchte angezündet werden/ daß es brenne in dem Freuden-Glantz unsers JEsus! Da Saul unter die Propheten kam/ fieng er auch an zu weissagen. Hier gerathen wir un- ter den Hauffen/ die da frolocken über den Freuden-Schein ihres JEsus. Ach daß wir auch mit ihnen könten frolocken! Werden wir nur die Sonne erblicken/ werden wir auch et- was erlangen. Denn solt die erschaffene Sonne am Himmel Krafft haben/ meinen Augen ei- ne Lust zu erwecken/ und Christi Schein solte nichts außrichten in meiner Seelen? Hie ist ein Tag/ den der HErr gemacht hat/ solten wir uns nicht freuen und frölich darinnen seyn? Wie B b b v
Die fünffte Betrachtung. daß wir auch könten frolocken. Woran ſoltenwir anders unſers Hertzens Luſt und Freude haben/ als an dem Reich unſers HErrn JEſu Chriſti. Wenn Chriſti Reich wohl fortgehet in meinem Hertzen/ und in der gantzen Welt/ wenn GOtt recht gedienet wird/ das iſt der Gläubigen Wonne. Wenn ein Liecht verle- ſchet iſt/ mag es leicht wieder angezündet wer- den/ wenn mans zu einem andern Liecht hält/ das matte träge Hertze iſt wie ein verlöſchtes Liechtlein/ welches doch noch raucht und ein Verlangen hat. Ach daß doch durch das Frolo- cken aller Gläubigen auch unſer rauchendes Liechtlein möchte angezündet werden/ daß es brenne in dem Freuden-Glantz unſers JEſus! Da Saul unter die Propheten kam/ fieng er auch an zu weiſſagen. Hier gerathen wir un- ter den Hauffen/ die da frolocken über den Freuden-Schein ihres JEſus. Ach daß wir auch mit ihnen könten frolocken! Werden wir nur die Sonne erblicken/ werden wir auch et- was erlangen. Denn ſolt die erſchaffene Sonne am Himmel Krafft haben/ meinen Augen ei- ne Luſt zu erwecken/ und Chriſti Schein ſolte nichts außrichten in meiner Seelen? Hie iſt ein Tag/ den der HErr gemacht hat/ ſolten wir uns nicht freuen und frölich darinnen ſeyn? Wie B b b v
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Die fünffte Betrachtung.
daß wir auch könten frolocken. Woran ſolten
wir anders unſers Hertzens Luſt und Freude
haben/ als an dem Reich unſers HErrn JEſu
Chriſti. Wenn Chriſti Reich wohl fortgehet
in meinem Hertzen/ und in der gantzen Welt/
wenn GOtt recht gedienet wird/ das iſt der
Gläubigen Wonne. Wenn ein Liecht verle-
ſchet iſt/ mag es leicht wieder angezündet wer-
den/ wenn mans zu einem andern Liecht hält/
das matte träge Hertze iſt wie ein verlöſchtes
Liechtlein/ welches doch noch raucht und ein
Verlangen hat. Ach daß doch durch das Frolo-
cken aller Gläubigen auch unſer rauchendes
Liechtlein möchte angezündet werden/ daß es
brenne in dem Freuden-Glantz unſers JEſus!
Da Saul unter die Propheten kam/ fieng er
auch an zu weiſſagen. Hier gerathen wir un-
ter den Hauffen/ die da frolocken über den
Freuden-Schein ihres JEſus. Ach daß wir
auch mit ihnen könten frolocken! Werden wir
nur die Sonne erblicken/ werden wir auch et-
was erlangen. Denn ſolt die erſchaffene Sonne
am Himmel Krafft haben/ meinen Augen ei-
ne Luſt zu erwecken/ und Chriſti Schein ſolte
nichts außrichten in meiner Seelen? Hie iſt ein
Tag/ den der HErr gemacht hat/ ſolten wir
uns nicht freuen und frölich darinnen ſeyn?
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| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674, S. 761. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luettkemann_harpffe_1674/784>, abgerufen am 06.08.2024. |


