Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674.Die andere Betrachtung. sche über den Geist. Zum 2. bestehet die König- liche Würde in der Großmüthigkeit/ du must ei- nen Königlichen Muth haben. Den Grund der Großmüthigkeit findest du in der Güte und Treue Gottes/ darauff setze deinen Fuß/ und ste- he fest. Bist du schon unglücklich/ gering und verachtet in der Welt/ so laß damit den Muth nicht fallen. Wenn ich mitten in der Angst wan- dele/ so erqvickt mich der Herr/ und hilfft mir mit seiner Rechten. Drum sprich auß dem 119. Psalm/ v. 15: Meine Seele lieget im Stau- be/ mache mich lebendig/ und erqvicke mich nach deinem Wort. Ich dancke dir/ HErr/ von gantzem Hertzen/ Trost-Lied über GOttes Hülffe. 1. IHr Könige der Ehren auff! Die ihr habt überwunden Das Fleisch/ die Erd und was darauff/ Und Lust in GOtt gefunden/ Auch in der Zeit Die Land und Leut Be- E e e iij
Die andere Betrachtung. ſche über den Geiſt. Zum 2. beſtehet die König- liche Würde in der Großmüthigkeit/ du muſt ei- nen Königlichen Muth haben. Den Grund der Großmüthigkeit findeſt du in der Güte und Treue Gottes/ darauff ſetze deinen Fuß/ und ſte- he feſt. Biſt du ſchon unglücklich/ gering und verachtet in der Welt/ ſo laß damit den Muth nicht fallen. Wenn ich mitten in der Angſt wan- dele/ ſo erqvickt mich der Herr/ und hilfft mir mit ſeiner Rechten. Drum ſprich auß dem 119. Pſalm/ v. 15: Meine Seele lieget im Stau- be/ mache mich lebendig/ und erqvicke mich nach deinem Wort. Ich dancke dir/ HErr/ von gantzem Hertzen/ Troſt-Lied über GOttes Hülffe. 1. IHr Könige der Ehren auff! Die ihr habt überwunden Das Fleiſch/ die Erd und was darauff/ Und Luſt in GOtt gefunden/ Auch in der Zeit Die Land und Leut Be- E e e iij
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Die andere Betrachtung.
ſche über den Geiſt. Zum 2. beſtehet die König-
liche Würde in der Großmüthigkeit/ du muſt ei-
nen Königlichen Muth haben. Den Grund der
Großmüthigkeit findeſt du in der Güte und
Treue Gottes/ darauff ſetze deinen Fuß/ und ſte-
he feſt. Biſt du ſchon unglücklich/ gering und
verachtet in der Welt/ ſo laß damit den Muth
nicht fallen. Wenn ich mitten in der Angſt wan-
dele/ ſo erqvickt mich der Herr/ und hilfft mir mit
ſeiner Rechten. Drum ſprich auß dem 119.
Pſalm/ v. 15: Meine Seele lieget im Stau-
be/ mache mich lebendig/ und erqvicke mich
nach deinem Wort.
Ich dancke dir/ HErr/ von gantzem Hertzen/
für den Göttern wil ich dir lobſingen/ denn dei-
ne Güte iſt ewig. Ach HErr/ laß deine Güte
und Warheit über uns walten in Ewigkeit/
Amen!
Troſt-Lied über GOttes
Hülffe.
1.
IHr Könige der Ehren auff!
Die ihr habt überwunden
Das Fleiſch/ die Erd und was darauff/
Und Luſt in GOtt gefunden/
Auch in der Zeit
Die Land und Leut
Be-
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| Zitationshilfe: | Lütkemann, Joachim: Harpffe Von zehen Seyten. Frankfurt/Leipzig, 1674, S. 805. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/luettkemann_harpffe_1674/828>, abgerufen am 06.08.2024. |


