Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Marx, Karl: Das Kapital. Buch III: Der Gesammtprocess d. Kapitalist. Produktion. Kapitel XXIX-LII. Hamburg, 1894.

Bild:
<< vorherige Seite
Drittes Buch.
Fünfter Abschnitt.
Spaltung des Profits in Zins und Unternehmergewinn.
Das zinstragende Kapital.

(Fortsetzung.)

Neunundzwanzigstes Kapitel.
Bestandtheile des Bankkapitals.

Es ist nun nöthig näher anzusehn, woraus das Bankkapital besteht.

Wir haben eben gesehn, dass Fullarton u. a. den Unterschied
zwischen Geld als Cirkulationsmittel und Geld als Zahlungsmittel (auch
als Weltgeld, soweit der Goldabfluss in Betracht kommt) verwandeln
in einen Unterschied zwischen Cirkulation (currency) und Kapital.

Die sonderbare Rolle, die das Kapital hier spielt, bringt es mit
sich, dass eben so sorgfältig wie die aufgeklärte Oekonomie ein-
zuprägen suchte, dass Geld nicht Kapital ist, ebenso sorgfältig
diese Bankiers-Oekonomie einprägt, dass in der That Geld das
Kapital par excellence ist.

Bei den spätern Untersuchungen zeigen wir, dass hierbei aber
Geldkapital verwechselt wird mit moneyed capital in dem Sinn des
zinstragenden Kapitals, während im ersteren Sinn das Geldkapital
stets nur eine Durchgangsform des Kapitals ist, als unterschieden
von den andern Formen des Kapitals, dem Waarenkapital und
produktiven Kapital.

Das Bankkapital besteht 1) aus baarem Geld, Gold oder Noten.
2) Werthpapieren. Diese können wir wieder in zwei Theile theilen:
Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit
verfallen, und in deren Diskontirung das eigentliche Geschäft des
Bankiers gemacht wird; und öffentliche Werthpapiere, wie Staats-
papiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere,
die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden. Hierzu
können auch Hypotheken gerechnet werden. Das aus diesen sach-
lichen Bestandtheilen sich zusammensetzende Kapital scheidet sich
wieder in das Anlagekapital des Bankiers selbst, und in die Depo-
siten, die sein banking capital oder geborgtes Kapital bilden. Bei
den Banken mit Notenausgabe kommen noch die Noten hinzu.
Die Depositen und Noten lassen wir zunächst ausser Acht. So

Marx, Kapital III. 2. 1
Drittes Buch.
Fünfter Abschnitt.
Spaltung des Profits in Zins und Unternehmergewinn.
Das zinstragende Kapital.

(Fortsetzung.)

Neunundzwanzigstes Kapitel.
Bestandtheile des Bankkapitals.

Es ist nun nöthig näher anzusehn, woraus das Bankkapital besteht.

Wir haben eben gesehn, dass Fullarton u. a. den Unterschied
zwischen Geld als Cirkulationsmittel und Geld als Zahlungsmittel (auch
als Weltgeld, soweit der Goldabfluss in Betracht kommt) verwandeln
in einen Unterschied zwischen Cirkulation (currency) und Kapital.

Die sonderbare Rolle, die das Kapital hier spielt, bringt es mit
sich, dass eben so sorgfältig wie die aufgeklärte Oekonomie ein-
zuprägen suchte, dass Geld nicht Kapital ist, ebenso sorgfältig
diese Bankiers-Oekonomie einprägt, dass in der That Geld das
Kapital par excellence ist.

Bei den spätern Untersuchungen zeigen wir, dass hierbei aber
Geldkapital verwechselt wird mit moneyed capital in dem Sinn des
zinstragenden Kapitals, während im ersteren Sinn das Geldkapital
stets nur eine Durchgangsform des Kapitals ist, als unterschieden
von den andern Formen des Kapitals, dem Waarenkapital und
produktiven Kapital.

Das Bankkapital besteht 1) aus baarem Geld, Gold oder Noten.
2) Werthpapieren. Diese können wir wieder in zwei Theile theilen:
Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit
verfallen, und in deren Diskontirung das eigentliche Geschäft des
Bankiers gemacht wird; und öffentliche Werthpapiere, wie Staats-
papiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere,
die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden. Hierzu
können auch Hypotheken gerechnet werden. Das aus diesen sach-
lichen Bestandtheilen sich zusammensetzende Kapital scheidet sich
wieder in das Anlagekapital des Bankiers selbst, und in die Depo-
siten, die sein banking capital oder geborgtes Kapital bilden. Bei
den Banken mit Notenausgabe kommen noch die Noten hinzu.
Die Depositen und Noten lassen wir zunächst ausser Acht. So

Marx, Kapital III. 2. 1
<TEI>
  <text>
    <body>
      <pb facs="#f0010" n="[1]"/>
      <div n="1">
        <head> <hi rendition="#b">Drittes Buch.</hi> </head><lb/>
        <div n="2">
          <head>Fünfter Abschnitt.<lb/><hi rendition="#b">Spaltung des Profits in Zins und Unternehmergewinn.<lb/>
Das zinstragende Kapital.</hi></head><lb/>
          <p> <hi rendition="#c">(Fortsetzung.)</hi> </p><lb/>
          <div n="3">
            <head><hi rendition="#g">Neunundzwanzigstes Kapitel</hi>.<lb/><hi rendition="#b">Bestandtheile des Bankkapitals.</hi></head><lb/>
            <p>Es ist nun nöthig näher anzusehn, woraus das Bankkapital besteht.</p><lb/>
            <p>Wir haben eben gesehn, dass Fullarton u. a. den Unterschied<lb/>
zwischen Geld als Cirkulationsmittel und Geld als Zahlungsmittel (auch<lb/>
als Weltgeld, soweit der Goldabfluss in Betracht kommt) verwandeln<lb/>
in einen Unterschied zwischen Cirkulation (currency) und Kapital.</p><lb/>
            <p>Die sonderbare Rolle, die das Kapital hier spielt, bringt es mit<lb/>
sich, dass eben so sorgfältig wie die aufgeklärte Oekonomie ein-<lb/>
zuprägen suchte, dass Geld nicht Kapital ist, ebenso sorgfältig<lb/>
diese Bankiers-Oekonomie einprägt, dass in der That Geld das<lb/>
Kapital par excellence ist.</p><lb/>
            <p>Bei den spätern Untersuchungen zeigen wir, dass hierbei aber<lb/>
Geldkapital verwechselt wird mit moneyed capital in dem Sinn des<lb/>
zinstragenden Kapitals, während im ersteren Sinn das Geldkapital<lb/>
stets nur eine Durchgangsform des Kapitals ist, als unterschieden<lb/>
von den andern Formen des Kapitals, dem Waarenkapital und<lb/>
produktiven Kapital.</p><lb/>
            <p>Das Bankkapital besteht 1) aus baarem Geld, Gold oder Noten.<lb/>
2) Werthpapieren. Diese können wir wieder in zwei Theile theilen:<lb/>
Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit<lb/>
verfallen, und in deren Diskontirung das eigentliche Geschäft des<lb/>
Bankiers gemacht wird; und öffentliche Werthpapiere, wie Staats-<lb/>
papiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere,<lb/>
die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden. Hierzu<lb/>
können auch Hypotheken gerechnet werden. Das aus diesen sach-<lb/>
lichen Bestandtheilen sich zusammensetzende Kapital scheidet sich<lb/>
wieder in das Anlagekapital des Bankiers selbst, und in die Depo-<lb/>
siten, die sein banking capital oder geborgtes Kapital bilden. Bei<lb/>
den Banken mit Notenausgabe kommen noch die Noten hinzu.<lb/>
Die Depositen und Noten lassen wir zunächst ausser Acht. So<lb/>
<fw place="bottom" type="sig"><hi rendition="#g">Marx</hi>, Kapital III. 2. 1</fw><lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[1]/0010] Drittes Buch. Fünfter Abschnitt. Spaltung des Profits in Zins und Unternehmergewinn. Das zinstragende Kapital. (Fortsetzung.) Neunundzwanzigstes Kapitel. Bestandtheile des Bankkapitals. Es ist nun nöthig näher anzusehn, woraus das Bankkapital besteht. Wir haben eben gesehn, dass Fullarton u. a. den Unterschied zwischen Geld als Cirkulationsmittel und Geld als Zahlungsmittel (auch als Weltgeld, soweit der Goldabfluss in Betracht kommt) verwandeln in einen Unterschied zwischen Cirkulation (currency) und Kapital. Die sonderbare Rolle, die das Kapital hier spielt, bringt es mit sich, dass eben so sorgfältig wie die aufgeklärte Oekonomie ein- zuprägen suchte, dass Geld nicht Kapital ist, ebenso sorgfältig diese Bankiers-Oekonomie einprägt, dass in der That Geld das Kapital par excellence ist. Bei den spätern Untersuchungen zeigen wir, dass hierbei aber Geldkapital verwechselt wird mit moneyed capital in dem Sinn des zinstragenden Kapitals, während im ersteren Sinn das Geldkapital stets nur eine Durchgangsform des Kapitals ist, als unterschieden von den andern Formen des Kapitals, dem Waarenkapital und produktiven Kapital. Das Bankkapital besteht 1) aus baarem Geld, Gold oder Noten. 2) Werthpapieren. Diese können wir wieder in zwei Theile theilen: Handelspapiere, Wechsel, die schwebend sind, von Zeit zu Zeit verfallen, und in deren Diskontirung das eigentliche Geschäft des Bankiers gemacht wird; und öffentliche Werthpapiere, wie Staats- papiere, Schatzscheine, Aktien aller Art, kurz zinstragende Papiere, die sich aber wesentlich von den Wechseln unterscheiden. Hierzu können auch Hypotheken gerechnet werden. Das aus diesen sach- lichen Bestandtheilen sich zusammensetzende Kapital scheidet sich wieder in das Anlagekapital des Bankiers selbst, und in die Depo- siten, die sein banking capital oder geborgtes Kapital bilden. Bei den Banken mit Notenausgabe kommen noch die Noten hinzu. Die Depositen und Noten lassen wir zunächst ausser Acht. So Marx, Kapital III. 2. 1

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/marx_kapital0302_1894
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/marx_kapital0302_1894/10
Zitationshilfe: Marx, Karl: Das Kapital. Buch III: Der Gesammtprocess d. Kapitalist. Produktion. Kapitel XXIX-LII. Hamburg, 1894, S. [1]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/marx_kapital0302_1894/10>, abgerufen am 22.05.2022.