Meyer, Leonhardt: Theatrum Historicvm [...] Erzehlung der fürnemsten und nuzlichsten Historien und Geschichten. Schaffhausen, 1665.ten/ in hoffnung daß blat wurd sich einmahl wenden/ die liessen sich damals sehen/ und lehneten sich auff wider die Christen. Er Julianus hat alle Christen/ die er verächtlich Galilcer nennet ihrer vorigen Privilegien/ Aempter und ehren entsezt/ sie von seinem Hoff und Kriegsvolk verstossen / und befohlen/ daß man sie zu keinem krieg oder kriegs übungen gebrauchen: auch sie für ihre Kinder keine Schulen solten haben/ und die Grammaticam sampt andern gutten künsten und sprachen nicht lehrnen lassen/ auff daß sie also weder ihre lehr gründtlich fassten / und richtig anderen fürtragen/ noch ihre widersächer nach gebühr widerlegen könten. Auch schrieb er selbst etliche Bücher wider die wahre Christliche Religion/ welche Cyrillus Bischoff zu Alexandria widerlegt hat. Darzu wenn er ihnen allerlej Injurien hohn und schmach zugefüget hatte/ sagte er zu ihnen: Sie solten nach der lehr ihres Christi solches alles gedultig leiden. Wenn er ihnen ihre Güter nehmen und einziehen/ oder sie sonsten mit schweren Sazungen schinden und aussaugen ließ/ sagte er sehr hönisch und spöttisch: Ihre Religion brächte solches mit sich. Dieweil geschrieben stunde: Die armen weren selig/ und die Christen solten ihnen keine Schäze samlen/ sondern dem der den mantel von ihnen forderen wolte/ auch den leibrok folgen lassen. Fragte auch/ was sie ihm verweißlich fürwerffen könten/ dieweil er sie so arm/ und derhalben auch/ laut ihrer Religion selig machte. Es hatte Constantinus der grosse/ der Römer Fahnen geendert/ und an statt der Heidnifchen Gözen ein weiß Creüz darauff machen lassen. Dasselbe thett Julianus hinweg / und machet an die Statt das Bild Jovis, Mercurij und Martis/ auff daß wenn man für den Fahnen die Huldigung thet/ iederman meinete/ die Christen erzeigien den Heidnischen Gözen Ehrerbietung. Deßgleichen mußten die neulich angenommene Soldaten/ wenn sie eingeschrieben wurden/ und geld auff die hand bekamen/ ein Körnlein ins fewer auff den Altar werffen/ den Heidnischen Abgöttern zu ehren. ten/ in hoffnung daß blat wurd sich einmahl wenden/ die liessen sich damals sehen/ und lehneten sich auff wider die Christen. Er Julianus hat alle Christen/ die er verächtlich Galilcer nennet ihrer vorigen Privilegien/ Aempter und ehren entsezt/ sie von seinem Hoff und Kriegsvolk verstossen / und befohlen/ daß man sie zu keinem krieg oder kriegs übungen gebrauchen: auch sie für ihre Kinder keine Schulen solten haben/ und die Grammaticam sampt andern gutten künsten und sprachen nicht lehrnen lassen/ auff daß sie also weder ihre lehr gründtlich fassten / und richtig anderen fürtragen/ noch ihre widersächer nach gebühr widerlegen könten. Auch schrieb er selbst etliche Bücher wider die wahre Christliche Religion/ welche Cyrillus Bischoff zu Alexandria widerlegt hat. Darzu weñ er ihnen allerlej Injurien hohn und schmach zugefüget hatte/ sagte er zu ihnen: Sie solten nach der lehr ihres Christi solches alles gedultig leiden. Wenn er ihnen ihre Güter nehmen und einziehen/ oder sie sonsten mit schweren Sazungen schinden und aussaugen ließ/ sagte er sehr hönisch und spöttisch: Ihre Religion brächte solches mit sich. Dieweil geschrieben stunde: Die armen weren selig/ und die Christen solten ihnen keine Schäze samlen/ sondern dem der den mantel von ihnen forderen wolte/ auch den leibrok folgen lassen. Fragte auch/ was sie ihm verweißlich fürwerffen könten/ dieweil er sie so arm/ und derhalben auch/ laut ihrer Religion selig machte. Es hatte Constantinus der grosse/ der Römer Fahnen geendert/ und an statt der Heidnifchen Gözen ein weiß Creüz darauff machen lassen. Dasselbe thett Julianus hinweg / und machet an die Statt das Bild Jovis, Mercurij und Martis/ auff daß wenn man für den Fahnen die Huldigung thet/ iederman meinete/ die Christen erzeigien den Heidnischen Gözen Ehrerbietung. Deßgleichen mußten die neulich angenommene Soldaten/ wenn sie eingeschrieben wurden/ und geld auff die hand bekamen/ ein Körnlein ins fewer auff den Altar werffen/ den Heidnischen Abgöttern zu ehren. <TEI> <text> <body> <div> <p><pb facs="#f0224" n="194"/> ten/ in hoffnung daß blat wurd sich einmahl wenden/ die liessen sich damals sehen/ und lehneten sich auff wider die Christen.</p> <p>Er Julianus hat alle Christen/ die er verächtlich Galilcer nennet ihrer vorigen Privilegien/ Aempter und ehren entsezt/ sie von seinem Hoff und Kriegsvolk verstossen / und befohlen/ daß man sie zu keinem krieg oder kriegs übungen gebrauchen: auch sie für ihre Kinder keine Schulen solten haben/ und die Grammaticam sampt andern gutten künsten und sprachen nicht lehrnen lassen/ auff daß sie also weder ihre lehr gründtlich fassten / und richtig anderen fürtragen/ noch ihre widersächer nach gebühr widerlegen könten. Auch schrieb er selbst etliche Bücher wider die wahre Christliche Religion/ welche Cyrillus Bischoff zu Alexandria widerlegt hat. Darzu weñ er ihnen allerlej Injurien hohn und schmach zugefüget hatte/ sagte er zu ihnen: Sie solten nach der lehr ihres Christi solches alles gedultig leiden. Wenn er ihnen ihre Güter nehmen und einziehen/ oder sie sonsten mit schweren Sazungen schinden und aussaugen ließ/ sagte er sehr hönisch und spöttisch: Ihre Religion brächte solches mit sich. Dieweil geschrieben stunde: Die armen weren selig/ und die Christen solten ihnen keine Schäze samlen/ sondern dem der den mantel von ihnen forderen wolte/ auch den leibrok folgen lassen. Fragte auch/ was sie ihm verweißlich fürwerffen könten/ dieweil er sie so arm/ und derhalben auch/ laut ihrer Religion selig machte.</p> <p>Es hatte Constantinus der grosse/ der Römer Fahnen geendert/ und an statt der Heidnifchen Gözen ein weiß Creüz darauff machen lassen. Dasselbe thett Julianus hinweg / und machet an die Statt das Bild Jovis, Mercurij und Martis/ auff daß wenn man für den Fahnen die Huldigung thet/ iederman meinete/ die Christen erzeigien den Heidnischen Gözen Ehrerbietung. Deßgleichen mußten die neulich angenommene Soldaten/ wenn sie eingeschrieben wurden/ und geld auff die hand bekamen/ ein Körnlein ins fewer auff den Altar werffen/ den Heidnischen Abgöttern zu ehren. </p> </div> </body> </text> </TEI> [194/0224]
ten/ in hoffnung daß blat wurd sich einmahl wenden/ die liessen sich damals sehen/ und lehneten sich auff wider die Christen.
Er Julianus hat alle Christen/ die er verächtlich Galilcer nennet ihrer vorigen Privilegien/ Aempter und ehren entsezt/ sie von seinem Hoff und Kriegsvolk verstossen / und befohlen/ daß man sie zu keinem krieg oder kriegs übungen gebrauchen: auch sie für ihre Kinder keine Schulen solten haben/ und die Grammaticam sampt andern gutten künsten und sprachen nicht lehrnen lassen/ auff daß sie also weder ihre lehr gründtlich fassten / und richtig anderen fürtragen/ noch ihre widersächer nach gebühr widerlegen könten. Auch schrieb er selbst etliche Bücher wider die wahre Christliche Religion/ welche Cyrillus Bischoff zu Alexandria widerlegt hat. Darzu weñ er ihnen allerlej Injurien hohn und schmach zugefüget hatte/ sagte er zu ihnen: Sie solten nach der lehr ihres Christi solches alles gedultig leiden. Wenn er ihnen ihre Güter nehmen und einziehen/ oder sie sonsten mit schweren Sazungen schinden und aussaugen ließ/ sagte er sehr hönisch und spöttisch: Ihre Religion brächte solches mit sich. Dieweil geschrieben stunde: Die armen weren selig/ und die Christen solten ihnen keine Schäze samlen/ sondern dem der den mantel von ihnen forderen wolte/ auch den leibrok folgen lassen. Fragte auch/ was sie ihm verweißlich fürwerffen könten/ dieweil er sie so arm/ und derhalben auch/ laut ihrer Religion selig machte.
Es hatte Constantinus der grosse/ der Römer Fahnen geendert/ und an statt der Heidnifchen Gözen ein weiß Creüz darauff machen lassen. Dasselbe thett Julianus hinweg / und machet an die Statt das Bild Jovis, Mercurij und Martis/ auff daß wenn man für den Fahnen die Huldigung thet/ iederman meinete/ die Christen erzeigien den Heidnischen Gözen Ehrerbietung. Deßgleichen mußten die neulich angenommene Soldaten/ wenn sie eingeschrieben wurden/ und geld auff die hand bekamen/ ein Körnlein ins fewer auff den Altar werffen/ den Heidnischen Abgöttern zu ehren.
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| Zitationshilfe: | Meyer, Leonhardt: Theatrum Historicvm [...] Erzehlung der fürnemsten und nuzlichsten Historien und Geschichten. Schaffhausen, 1665, S. 194. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/meyer_theatrum_1665/224>, abgerufen am 06.08.2024. |


