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Mörike, Eduard: Gedichte. Stuttgart, 1838.

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An Friedr. Vischer

Prof. der Aesthet. etc.

Mit meinen Gedichten.

Oft hat mich der Freund vertheidigt,
Oft sogar gelobt, doch nun?
Der Professor ist beeidigt
Und da hilft kein Traulich-thun.
Also geht, ihr braven Lieder,
Daß man euch die Köpfe wascht!
Seht auch, daß ihr hin und wieder
Einen guten Blick erhascht.
Er ist Vater: um so minder
Denk' ich ihn euch abgeneigt;
Sind doch seine eignen Kinder
Auf der Schulbank nicht gezeugt!

An Friedr. Viſcher

Prof. der Aeſthet. etc.

Mit meinen Gedichten.

Oft hat mich der Freund vertheidigt,
Oft ſogar gelobt, doch nun?
Der Profeſſor iſt beeidigt
Und da hilft kein Traulich-thun.
Alſo geht, ihr braven Lieder,
Daß man euch die Koͤpfe waſcht!
Seht auch, daß ihr hin und wieder
Einen guten Blick erhaſcht.
Er iſt Vater: um ſo minder
Denk' ich ihn euch abgeneigt;
Sind doch ſeine eignen Kinder
Auf der Schulbank nicht gezeugt!

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[130/0146] An Friedr. Viſcher Prof. der Aeſthet. etc. Mit meinen Gedichten. Oft hat mich der Freund vertheidigt, Oft ſogar gelobt, doch nun? Der Profeſſor iſt beeidigt Und da hilft kein Traulich-thun. Alſo geht, ihr braven Lieder, Daß man euch die Koͤpfe waſcht! Seht auch, daß ihr hin und wieder Einen guten Blick erhaſcht. Er iſt Vater: um ſo minder Denk' ich ihn euch abgeneigt; Sind doch ſeine eignen Kinder Auf der Schulbank nicht gezeugt!

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Zitationshilfe: Mörike, Eduard: Gedichte. Stuttgart, 1838, S. 130. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/moerike_gedichte_1838/146>, abgerufen am 28.05.2022.