Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Mörike, Eduard: Gedichte. Stuttgart, 1838.

Bild:
<< vorherige Seite
Tout comme chez nous.

Erste Henne.

Nur Einen Dotter hat doch sonst ein Ei,
Das meine hier hat ihrer zwei!

Andere Henne.

Ach, Frau Gevatter, ich bitte Sie!
Das gibt wahrhaftig ein Genie.

Dritte Henne.

Ja wohl, Natur treibt gern so loses Spiel,
Hat manchmal einen Sparren zu viel.

Der Hahn halblaut.

Ich glaub', der Wind bläst wo anders her:
Die legt schon Jahr und Tag nicht mehr.
Kikeriki!

Tout comme chez nous.

Erſte Henne.

Nur Einen Dotter hat doch ſonſt ein Ei,
Das meine hier hat ihrer zwei!

Andere Henne.

Ach, Frau Gevatter, ich bitte Sie!
Das gibt wahrhaftig ein Genie.

Dritte Henne.

Ja wohl, Natur treibt gern ſo loſes Spiel,
Hat manchmal einen Sparren zu viel.

Der Hahn halblaut.

Ich glaub', der Wind blaͤst wo anders her:
Die legt ſchon Jahr und Tag nicht mehr.
Kikeriki!

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0246" n="230"/>
      </div>
      <div n="1">
        <head> <hi rendition="#aq #b">Tout comme chez nous.</hi><lb/>
        </head>
        <p rendition="#c"> <hi rendition="#g">Er&#x017F;te Henne.</hi> </p><lb/>
        <lg type="poem">
          <l>Nur Einen Dotter hat doch &#x017F;on&#x017F;t ein Ei,</l><lb/>
          <l>Das meine hier hat ihrer zwei!</l><lb/>
        </lg>
        <p rendition="#c"> <hi rendition="#g">Andere Henne.</hi> </p><lb/>
        <lg type="poem">
          <l>Ach, Frau Gevatter, ich bitte Sie!</l><lb/>
          <l>Das gibt wahrhaftig ein Genie.</l><lb/>
        </lg>
        <p rendition="#c"> <hi rendition="#g">Dritte Henne.</hi> </p><lb/>
        <lg type="poem">
          <l>Ja wohl, Natur treibt gern &#x017F;o lo&#x017F;es Spiel,</l><lb/>
          <l>Hat manchmal einen Sparren zu viel.</l><lb/>
        </lg>
        <p rendition="#c"><hi rendition="#g">Der Hahn</hi> halblaut.</p><lb/>
        <lg type="poem">
          <l>Ich glaub', der Wind bla&#x0364;st wo anders her:</l><lb/>
          <l>Die legt &#x017F;chon Jahr und Tag nicht mehr.</l><lb/>
          <l>Kikeriki!</l><lb/>
        </lg>
        <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[230/0246] Tout comme chez nous. Erſte Henne. Nur Einen Dotter hat doch ſonſt ein Ei, Das meine hier hat ihrer zwei! Andere Henne. Ach, Frau Gevatter, ich bitte Sie! Das gibt wahrhaftig ein Genie. Dritte Henne. Ja wohl, Natur treibt gern ſo loſes Spiel, Hat manchmal einen Sparren zu viel. Der Hahn halblaut. Ich glaub', der Wind blaͤst wo anders her: Die legt ſchon Jahr und Tag nicht mehr. Kikeriki!

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde von OCR-Software automatisch erfasst und anschließend gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien von Muttersprachlern nachkontrolliert. Es wurde gemäß dem DTA-Basisformat in XML/TEI P5 kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/moerike_gedichte_1838
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/moerike_gedichte_1838/246
Zitationshilfe: Mörike, Eduard: Gedichte. Stuttgart, 1838, S. 230. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/moerike_gedichte_1838/246>, abgerufen am 26.05.2022.