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Mörike, Eduard: Gedichte. Stuttgart, 1838.

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Ach, Peregrinen hab' ich so gefunden!
Schön war ihr Wahnsinn, ihrer Wange Gluth,
Noch scherzend in der Frühlingsstürme Wuth,
Und wilde Kränze in das Haar gewunden.
Wie? solche Schönheit konntest du verlassen?
So kehrt nun doppelt schön das alte Glück!
O komm', in diese Arme dich zu fassen!
Doch weh'! o weh'! was soll mir dieser Blick?
Sie küßt mich zwischen Lieben, zwischen Hassen,
Sie kehrt sich ab -- und kehrt mir nie zurück.

Ach, Peregrinen hab' ich ſo gefunden!
Schoͤn war ihr Wahnſinn, ihrer Wange Gluth,
Noch ſcherzend in der Fruͤhlingsſtuͤrme Wuth,
Und wilde Kraͤnze in das Haar gewunden.
Wie? ſolche Schoͤnheit konnteſt du verlaſſen?
So kehrt nun doppelt ſchoͤn das alte Gluͤck!
O komm', in dieſe Arme dich zu faſſen!
Doch weh'! o weh'! was ſoll mir dieſer Blick?
Sie kuͤßt mich zwiſchen Lieben, zwiſchen Haſſen,
Sie kehrt ſich ab — und kehrt mir nie zuruͤck.

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[235/0251] Ach, Peregrinen hab' ich ſo gefunden! Schoͤn war ihr Wahnſinn, ihrer Wange Gluth, Noch ſcherzend in der Fruͤhlingsſtuͤrme Wuth, Und wilde Kraͤnze in das Haar gewunden. Wie? ſolche Schoͤnheit konnteſt du verlaſſen? So kehrt nun doppelt ſchoͤn das alte Gluͤck! O komm', in dieſe Arme dich zu faſſen! Doch weh'! o weh'! was ſoll mir dieſer Blick? Sie kuͤßt mich zwiſchen Lieben, zwiſchen Haſſen, Sie kehrt ſich ab — und kehrt mir nie zuruͤck.

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Zitationshilfe: Mörike, Eduard: Gedichte. Stuttgart, 1838, S. 235. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/moerike_gedichte_1838/251>, abgerufen am 25.06.2022.