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Mörike, Eduard: Gedichte. Stuttgart, 1838.

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In der Frühe.
Kein Schlaf noch kühlt das Auge mir,
Dort gehet schon der Tag herfür
An meinem Kammerfenster.
Es wühlet mein verstörter Sinn
Noch zwischen Zweifeln her und hin
Und schaffet Nachtgespenster.
Aengste, quäle
Dich nicht länger, meine Seele!
Freu' dich! schon sind da und dorten
Morgenglocken wach geworden.

In der Frühe.
Kein Schlaf noch kuͤhlt das Auge mir,
Dort gehet ſchon der Tag herfuͤr
An meinem Kammerfenſter.
Es wuͤhlet mein verſtoͤrter Sinn
Noch zwiſchen Zweifeln her und hin
Und ſchaffet Nachtgeſpenſter.
Aengſte, quaͤle
Dich nicht laͤnger, meine Seele!
Freu' dich! ſchon ſind da und dorten
Morgenglocken wach geworden.

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[45/0061] In der Frühe. Kein Schlaf noch kuͤhlt das Auge mir, Dort gehet ſchon der Tag herfuͤr An meinem Kammerfenſter. Es wuͤhlet mein verſtoͤrter Sinn Noch zwiſchen Zweifeln her und hin Und ſchaffet Nachtgeſpenſter. Aengſte, quaͤle Dich nicht laͤnger, meine Seele! Freu' dich! ſchon ſind da und dorten Morgenglocken wach geworden.

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Zitationshilfe: Mörike, Eduard: Gedichte. Stuttgart, 1838, S. 45. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/moerike_gedichte_1838/61>, abgerufen am 27.05.2022.