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Mörike, Eduard: Gedichte. Stuttgart, 1838.

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Maschinkas Lied.
Herz! und weißt du selber denn zu sagen,
Was dich drückt und quält?
Oder kann man so um Nichts verzagen?
Herz, ich habe schwer an dir zu tragen,
Schwer! Schwer!
Daß ich mit dir im Grabe wär'!
Die Geschwister kommen mich zu fragen,
Was mir immer fehlt?
O ich darf nicht wagen,
Die verweinten Augen aufzuschlagen,
Wenn ich denke, was du mir verhehlt!
Herz! ich habe schwer an dir zu tragen,
Schwer! Schwer!
Daß ich im Grabe wär'!

Maſchinkas Lied.
Herz! und weißt du ſelber denn zu ſagen,
Was dich druͤckt und quaͤlt?
Oder kann man ſo um Nichts verzagen?
Herz, ich habe ſchwer an dir zu tragen,
Schwer! Schwer!
Daß ich mit dir im Grabe waͤr'!
Die Geſchwiſter kommen mich zu fragen,
Was mir immer fehlt?
O ich darf nicht wagen,
Die verweinten Augen aufzuſchlagen,
Wenn ich denke, was du mir verhehlt!
Herz! ich habe ſchwer an dir zu tragen,
Schwer! Schwer!
Daß ich im Grabe waͤr'!

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[61/0077] Maſchinkas Lied. Herz! und weißt du ſelber denn zu ſagen, Was dich druͤckt und quaͤlt? Oder kann man ſo um Nichts verzagen? Herz, ich habe ſchwer an dir zu tragen, Schwer! Schwer! Daß ich mit dir im Grabe waͤr'! Die Geſchwiſter kommen mich zu fragen, Was mir immer fehlt? O ich darf nicht wagen, Die verweinten Augen aufzuſchlagen, Wenn ich denke, was du mir verhehlt! Herz! ich habe ſchwer an dir zu tragen, Schwer! Schwer! Daß ich im Grabe waͤr'!

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Zitationshilfe: Mörike, Eduard: Gedichte. Stuttgart, 1838, S. 61. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/moerike_gedichte_1838/77>, abgerufen am 28.05.2022.