Moritz, Karl Philipp (Hrsg.): Gnothi sauton oder Magazin zur Erfahrungsseelenkunde. Bd. 10, St. 1. Berlin, 1793.
Er. (fast weinend) Recht gut Herr Weiler, die Gerechtigkeit wird mir gegen Jhre Jnsulten Hülfe schaffen. Jch. Elender Bursche! Hast Du denn so gar nichts von einem Manne, daß Du nicht einmal bös zu machen bist? Die Gerechtigkeit! Was müßte das für eine Gerechtigkeit seyn, die Dir nicht wenigstens den Pranger zuerkennte? Pasquillant! Er. O das ist abgethan. Jch habs ihm selbst gestanden, und er hat mir verziehen. Jch. Haben Sie ihm auch sonst alles gestanden? Auch den Plan, den Sie mit der .. auf sein Vermögen Ehre und guten Nahmen gemacht haben? haben Sie ihm gestanden, daß Sie im Begriffe sind, seine Tochter zum beklagenswerthesten Geschöpf unter der Sonne zu machen? -- Jch bins müde Jhnen Jhre Ränke alle vorzuerzählen, aber Sie wissen, was ich dokumentiren kann. Wollen Sie sich noch mehr auf die Gerechtigkeit berufen? Er. Mich dünkt Sie wurden, Jhrer guten Aufführung wegen, doch auch nicht von G.. weggeschickt. Ueberhaupt befremdet mich dieser Ton an Jhnen ungemein. Wir waren sonst so gute
Er. (fast weinend) Recht gut Herr Weiler, die Gerechtigkeit wird mir gegen Jhre Jnsulten Huͤlfe schaffen. Jch. Elender Bursche! Hast Du denn so gar nichts von einem Manne, daß Du nicht einmal boͤs zu machen bist? Die Gerechtigkeit! Was muͤßte das fuͤr eine Gerechtigkeit seyn, die Dir nicht wenigstens den Pranger zuerkennte? Pasquillant! Er. O das ist abgethan. Jch habs ihm selbst gestanden, und er hat mir verziehen. Jch. Haben Sie ihm auch sonst alles gestanden? Auch den Plan, den Sie mit der .. auf sein Vermoͤgen Ehre und guten Nahmen gemacht haben? haben Sie ihm gestanden, daß Sie im Begriffe sind, seine Tochter zum beklagenswerthesten Geschoͤpf unter der Sonne zu machen? — Jch bins muͤde Jhnen Jhre Raͤnke alle vorzuerzaͤhlen, aber Sie wissen, was ich dokumentiren kann. Wollen Sie sich noch mehr auf die Gerechtigkeit berufen? Er. Mich duͤnkt Sie wurden, Jhrer guten Auffuͤhrung wegen, doch auch nicht von G.. weggeschickt. Ueberhaupt befremdet mich dieser Ton an Jhnen ungemein. Wir waren sonst so gute <TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <div n="3"> <p><pb facs="#f0096" n="94"/><lb/> Buben erklaͤrt. Dies ist ja wohl das Mittel, <choice><corr>sie</corr><sic>Sie</sic></choice> gegen mich aufzubringen: oder — haben sie diese Erfahrung schon selbst gemacht? Auf alle Faͤlle finden <choice><corr>Sie</corr><sic>sie</sic></choice> saͤmmtlich mich bereit <choice><corr>Jhnen</corr><sic>ihnen</sic></choice> uͤber alles Red' und Antwort zu geben, ich sei in dem Erfaischen Hause zu erfragen, wo ich kuͤnftig wohnen wuͤrde.</p> <p><hi rendition="#b">Er.</hi> (fast weinend) Recht gut Herr Weiler, die Gerechtigkeit wird mir gegen <choice><corr>Jhre</corr><sic>ihre</sic></choice> Jnsulten Huͤlfe schaffen.</p> <p><hi rendition="#b">Jch.</hi> Elender Bursche! Hast Du denn so gar nichts von einem Manne, daß Du nicht einmal boͤs zu machen bist? Die Gerechtigkeit! Was muͤßte das fuͤr eine Gerechtigkeit seyn, die Dir nicht wenigstens den Pranger zuerkennte? Pasquillant!</p> <p><hi rendition="#b">Er.</hi> O das ist abgethan. Jch habs ihm selbst gestanden, und er hat mir verziehen.</p> <p><hi rendition="#b">Jch.</hi> Haben Sie ihm auch sonst alles gestanden? Auch den Plan, den Sie mit der .. auf sein Vermoͤgen Ehre und guten Nahmen gemacht haben? haben Sie ihm gestanden, daß Sie im Begriffe sind, seine Tochter zum beklagenswerthesten Geschoͤpf unter der Sonne zu machen? — Jch bins muͤde Jhnen Jhre Raͤnke alle vorzuerzaͤhlen, aber Sie wissen, was ich dokumentiren kann. Wollen Sie sich noch mehr auf die Gerechtigkeit berufen?</p> <p><hi rendition="#b">Er.</hi> Mich duͤnkt Sie wurden, Jhrer guten Auffuͤhrung wegen, doch auch nicht von G.. weggeschickt. Ueberhaupt befremdet mich dieser Ton an Jhnen ungemein. Wir waren sonst so gute<lb/></p> </div> </div> </div> </body> </text> </TEI> [94/0096]
Buben erklaͤrt. Dies ist ja wohl das Mittel, sie gegen mich aufzubringen: oder — haben sie diese Erfahrung schon selbst gemacht? Auf alle Faͤlle finden Sie saͤmmtlich mich bereit Jhnen uͤber alles Red' und Antwort zu geben, ich sei in dem Erfaischen Hause zu erfragen, wo ich kuͤnftig wohnen wuͤrde.
Er. (fast weinend) Recht gut Herr Weiler, die Gerechtigkeit wird mir gegen Jhre Jnsulten Huͤlfe schaffen.
Jch. Elender Bursche! Hast Du denn so gar nichts von einem Manne, daß Du nicht einmal boͤs zu machen bist? Die Gerechtigkeit! Was muͤßte das fuͤr eine Gerechtigkeit seyn, die Dir nicht wenigstens den Pranger zuerkennte? Pasquillant!
Er. O das ist abgethan. Jch habs ihm selbst gestanden, und er hat mir verziehen.
Jch. Haben Sie ihm auch sonst alles gestanden? Auch den Plan, den Sie mit der .. auf sein Vermoͤgen Ehre und guten Nahmen gemacht haben? haben Sie ihm gestanden, daß Sie im Begriffe sind, seine Tochter zum beklagenswerthesten Geschoͤpf unter der Sonne zu machen? — Jch bins muͤde Jhnen Jhre Raͤnke alle vorzuerzaͤhlen, aber Sie wissen, was ich dokumentiren kann. Wollen Sie sich noch mehr auf die Gerechtigkeit berufen?
Er. Mich duͤnkt Sie wurden, Jhrer guten Auffuͤhrung wegen, doch auch nicht von G.. weggeschickt. Ueberhaupt befremdet mich dieser Ton an Jhnen ungemein. Wir waren sonst so gute
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| Zitationshilfe: | Moritz, Karl Philipp (Hrsg.): Gnothi sauton oder Magazin zur Erfahrungsseelenkunde. Bd. 10, St. 1. Berlin, 1793, S. 94. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/moritz_erfahrungsseelenkunde01001_1793/96>, abgerufen am 11.09.2024. |


