Zustand sprechen, ihm mein Leiden klagen, und dadurch Linderung von ihm hoffen konnte.
Ach! ich habe noch verschiedenes auf meinem Herzen, das ich dem Briefe nicht anvertrauen mag, und was ich nur so Dir allein klagen möchte; ich bin hier wie ein Fremdling in meinem Vaterlande, ich kann mich hier nicht so producieren, wie ich gerne wünschte, ich vergesse hier mein Leiden nicht; ich Elender!
Jch dächte immer, daß ich doch jährlich fünfzig Rthlr. dort leicht verdienen würde durch Jnformation, wenn mir nun Paulmann, Johann Ludwigmein Vater hundert Rthlr. gäbe, so könnte ich doch ein Jahr mich dort aufhalten. Schreib mir doch ja bald, ob Du in B. zu bleiben gedenkest? Wenn mir das noch fehl schlagen sollte, oder ich sonst keine Hofnung hätte; so thue mir doch die freundschaftliche brüderliche Versicherung, ob Du mich wohl nicht wieder bei Dir aufnehmen wolltest: Du könntest mich ganz allein dann noch retten: glaub gewiß, meine Seele ist jetzt so gestimmt, daß sie es wohl fühlt, was Du für mich gewesen bist: und jene Unruhe, die ich Dir machte, war nur eine Folge jener unglücklichen Jdee. Jch war noch immer unentschlüßig.
Wenn ich nun mit der Jdee zu Dir komme, ein rechtschaffener nützlicher Mensch zu werden, wie
Zustand sprechen, ihm mein Leiden klagen, und dadurch Linderung von ihm hoffen konnte.
Ach! ich habe noch verschiedenes auf meinem Herzen, das ich dem Briefe nicht anvertrauen mag, und was ich nur so Dir allein klagen moͤchte; ich bin hier wie ein Fremdling in meinem Vaterlande, ich kann mich hier nicht so producieren, wie ich gerne wuͤnschte, ich vergesse hier mein Leiden nicht; ich Elender!
Jch daͤchte immer, daß ich doch jaͤhrlich fuͤnfzig Rthlr. dort leicht verdienen wuͤrde durch Jnformation, wenn mir nun Paulmann, Johann Ludwigmein Vater hundert Rthlr. gaͤbe, so koͤnnte ich doch ein Jahr mich dort aufhalten. Schreib mir doch ja bald, ob Du in B. zu bleiben gedenkest? Wenn mir das noch fehl schlagen sollte, oder ich sonst keine Hofnung haͤtte; so thue mir doch die freundschaftliche bruͤderliche Versicherung, ob Du mich wohl nicht wieder bei Dir aufnehmen wolltest: Du koͤnntest mich ganz allein dann noch retten: glaub gewiß, meine Seele ist jetzt so gestimmt, daß sie es wohl fuͤhlt, was Du fuͤr mich gewesen bist: und jene Unruhe, die ich Dir machte, war nur eine Folge jener ungluͤcklichen Jdee. Jch war noch immer unentschluͤßig.
Wenn ich nun mit der Jdee zu Dir komme, ein rechtschaffener nuͤtzlicher Mensch zu werden, wie
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Zustand sprechen, ihm mein Leiden klagen, und dadurch Linderung von ihm hoffen konnte. </p><p>Ach! ich habe noch verschiedenes auf meinem Herzen, das ich dem Briefe nicht anvertrauen mag, und was ich nur so Dir allein klagen moͤchte; ich bin hier wie ein Fremdling in meinem Vaterlande, ich kann mich hier nicht so producieren, wie ich gerne wuͤnschte, ich vergesse hier mein Leiden nicht; ich Elender! </p><p>Jch daͤchte immer, daß ich doch jaͤhrlich fuͤnfzig Rthlr. dort leicht verdienen wuͤrde durch Jnformation, wenn mir nun <persNameref="#ref0120"><notetype="editorial">Paulmann, Johann Ludwig</note>mein Vater</persName> hundert Rthlr. gaͤbe, so koͤnnte ich doch ein Jahr mich dort aufhalten. Schreib mir doch ja bald, ob Du in B. zu bleiben gedenkest? Wenn mir das noch fehl schlagen sollte, oder ich sonst keine Hofnung haͤtte; so thue mir doch die freundschaftliche bruͤderliche Versicherung, ob Du mich wohl nicht wieder bei Dir aufnehmen wolltest: Du koͤnntest mich ganz allein dann noch retten: glaub gewiß, meine Seele ist jetzt so gestimmt, daß sie es wohl fuͤhlt, was Du fuͤr mich gewesen bist: und jene Unruhe, die ich Dir machte, war nur eine Folge jener ungluͤcklichen Jdee. Jch war noch immer unentschluͤßig. </p><p>Wenn ich nun mit der Jdee zu Dir komme, ein rechtschaffener nuͤtzlicher Mensch zu werden, wie<lb/></p></div></div></body></text></TEI>
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Zustand sprechen, ihm mein Leiden klagen, und dadurch Linderung von ihm hoffen konnte.
Ach! ich habe noch verschiedenes auf meinem Herzen, das ich dem Briefe nicht anvertrauen mag, und was ich nur so Dir allein klagen moͤchte; ich bin hier wie ein Fremdling in meinem Vaterlande, ich kann mich hier nicht so producieren, wie ich gerne wuͤnschte, ich vergesse hier mein Leiden nicht; ich Elender!
Jch daͤchte immer, daß ich doch jaͤhrlich fuͤnfzig Rthlr. dort leicht verdienen wuͤrde durch Jnformation, wenn mir nun mein Vater hundert Rthlr. gaͤbe, so koͤnnte ich doch ein Jahr mich dort aufhalten. Schreib mir doch ja bald, ob Du in B. zu bleiben gedenkest? Wenn mir das noch fehl schlagen sollte, oder ich sonst keine Hofnung haͤtte; so thue mir doch die freundschaftliche bruͤderliche Versicherung, ob Du mich wohl nicht wieder bei Dir aufnehmen wolltest: Du koͤnntest mich ganz allein dann noch retten: glaub gewiß, meine Seele ist jetzt so gestimmt, daß sie es wohl fuͤhlt, was Du fuͤr mich gewesen bist: und jene Unruhe, die ich Dir machte, war nur eine Folge jener ungluͤcklichen Jdee. Jch war noch immer unentschluͤßig.
Wenn ich nun mit der Jdee zu Dir komme, ein rechtschaffener nuͤtzlicher Mensch zu werden, wie
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Matthias Boenig, Deutsches Textarchiv, Berlin-Brandenburgische Akademie zu Berlin: Konvertierung nach DTA-Basisformat
(2015-06-09T11:00:00Z)
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Moritz, Karl Philipp (Hrsg.): Gnothi sauton oder Magazin zur Erfahrungsseelenkunde. Bd. 4, St. 1. Berlin, 1786, S. 97. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/moritz_erfahrungsseelenkunde0401_1786/99>, abgerufen am 11.09.2024.
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