hig bei einander sassen (es war im dritten Jahre des siebenjährigen Krieges) hörten sie auf einmahl vor der Thür einen entsetzlichen Lerm, und ehe sie sichs versahen, trat ein ungarischer Husar mit tausend Flüchen in die Stube, und forderte von Schacks Vater eine Summe Geld, die dieser, da er ohnedem schon zweimahl von den Feinden ausgeplündert war, unmöglich anschaffen konnte. Er suchte ihn zwar gleich anfangs durch eine angenommene Höflichkeit, und noch durch ein anderes Mittel zu beruhigen, wodurch er schon oft die ungestümsten Söhne des Mars in einem Augenblicke zu Lämmern umgeschaffen hatte, -- indem er ihm Brandewein und Frühstück vorsetzen ließ. Der Husar trank auch das Glas einigemahl auf die Gesundheit seiner Theresel, so nannte er die Kaiserin Königin, aus; allein er fuhr demohnerachtet unter den fürchterlichsten Drohungen, indem er sogar die Flinte gegen Schacks Vater richtete, fort, die Summe von hundert Pistolen zu fordern, und die schrecklichsten Verwünschungen gegen die ketzerischen Pfaffen auszustossen. Schacks Vater hatte noch eine halbe Pistole in seinem Vermögen, diese drückte er gutmüthig dem Husaren in die Hand, und versicherte ihm heilig: daß er ihm gern mehr geben wolle, wenn ihn die Feinde nicht schon zweimahl zu einem armen Manne gemacht hätten. Allein der Bube wurde dadurch, gleichsam als ob er durch eine so kleine Gabe beleidigt worden wäre, noch mehr aufgebracht, warf
hig bei einander sassen (es war im dritten Jahre des siebenjaͤhrigen Krieges) hoͤrten sie auf einmahl vor der Thuͤr einen entsetzlichen Lerm, und ehe sie sichs versahen, trat ein ungarischer Husar mit tausend Fluͤchen in die Stube, und forderte von Schacks Vater eine Summe Geld, die dieser, da er ohnedem schon zweimahl von den Feinden ausgepluͤndert war, unmoͤglich anschaffen konnte. Er suchte ihn zwar gleich anfangs durch eine angenommene Hoͤflichkeit, und noch durch ein anderes Mittel zu beruhigen, wodurch er schon oft die ungestuͤmsten Soͤhne des Mars in einem Augenblicke zu Laͤmmern umgeschaffen hatte, — indem er ihm Brandewein und Fruͤhstuͤck vorsetzen ließ. Der Husar trank auch das Glas einigemahl auf die Gesundheit seiner Theresel, so nannte er die Kaiserin Koͤnigin, aus; allein er fuhr demohnerachtet unter den fuͤrchterlichsten Drohungen, indem er sogar die Flinte gegen Schacks Vater richtete, fort, die Summe von hundert Pistolen zu fordern, und die schrecklichsten Verwuͤnschungen gegen die ketzerischen Pfaffen auszustossen. Schacks Vater hatte noch eine halbe Pistole in seinem Vermoͤgen, diese druͤckte er gutmuͤthig dem Husaren in die Hand, und versicherte ihm heilig: daß er ihm gern mehr geben wolle, wenn ihn die Feinde nicht schon zweimahl zu einem armen Manne gemacht haͤtten. Allein der Bube wurde dadurch, gleichsam als ob er durch eine so kleine Gabe beleidigt worden waͤre, noch mehr aufgebracht, warf
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hig bei einander sassen (es war im dritten Jahre des siebenjaͤhrigen Krieges) hoͤrten sie auf einmahl vor der Thuͤr einen entsetzlichen Lerm, und ehe sie sichs versahen, trat ein ungarischer Husar mit tausend Fluͤchen in die Stube, und forderte von Schacks Vater eine Summe Geld, die dieser, da er ohnedem schon zweimahl von den Feinden ausgepluͤndert war, unmoͤglich anschaffen konnte. Er suchte ihn zwar gleich anfangs durch eine angenommene Hoͤflichkeit, und noch durch ein anderes Mittel zu beruhigen, wodurch er schon oft die ungestuͤmsten Soͤhne des Mars in einem Augenblicke zu Laͤmmern umgeschaffen hatte, — indem er ihm Brandewein und Fruͤhstuͤck vorsetzen ließ. Der Husar trank auch das Glas einigemahl auf die Gesundheit seiner Theresel, so nannte er die Kaiserin Koͤnigin, aus; allein er fuhr demohnerachtet unter den fuͤrchterlichsten Drohungen, indem er sogar die Flinte gegen Schacks Vater richtete, fort, die Summe von hundert Pistolen zu fordern, und die schrecklichsten Verwuͤnschungen gegen die ketzerischen Pfaffen auszustossen. Schacks Vater hatte noch eine halbe Pistole in seinem Vermoͤgen, diese druͤckte er gutmuͤthig dem Husaren in die Hand, und versicherte ihm heilig: daß er ihm gern mehr geben wolle, wenn ihn die Feinde nicht schon zweimahl zu einem armen Manne gemacht haͤtten. Allein der Bube wurde dadurch, gleichsam als ob er durch eine so kleine Gabe beleidigt worden waͤre, noch mehr aufgebracht, warf<lb/></p></div></div></div></div></body></text></TEI>
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hig bei einander sassen (es war im dritten Jahre des siebenjaͤhrigen Krieges) hoͤrten sie auf einmahl vor der Thuͤr einen entsetzlichen Lerm, und ehe sie sichs versahen, trat ein ungarischer Husar mit tausend Fluͤchen in die Stube, und forderte von Schacks Vater eine Summe Geld, die dieser, da er ohnedem schon zweimahl von den Feinden ausgepluͤndert war, unmoͤglich anschaffen konnte. Er suchte ihn zwar gleich anfangs durch eine angenommene Hoͤflichkeit, und noch durch ein anderes Mittel zu beruhigen, wodurch er schon oft die ungestuͤmsten Soͤhne des Mars in einem Augenblicke zu Laͤmmern umgeschaffen hatte, — indem er ihm Brandewein und Fruͤhstuͤck vorsetzen ließ. Der Husar trank auch das Glas einigemahl auf die Gesundheit seiner Theresel, so nannte er die Kaiserin Koͤnigin, aus; allein er fuhr demohnerachtet unter den fuͤrchterlichsten Drohungen, indem er sogar die Flinte gegen Schacks Vater richtete, fort, die Summe von hundert Pistolen zu fordern, und die schrecklichsten Verwuͤnschungen gegen die ketzerischen Pfaffen auszustossen. Schacks Vater hatte noch eine halbe Pistole in seinem Vermoͤgen, diese druͤckte er gutmuͤthig dem Husaren in die Hand, und versicherte ihm heilig: daß er ihm gern mehr geben wolle, wenn ihn die Feinde nicht schon zweimahl zu einem armen Manne gemacht haͤtten. Allein der Bube wurde dadurch, gleichsam als ob er durch eine so kleine Gabe beleidigt worden waͤre, noch mehr aufgebracht, warf
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(2015-06-09T11:00:00Z)
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Matthias Boenig, Deutsches Textarchiv, Berlin-Brandenburgische Akademie zu Berlin: Konvertierung nach DTA-Basisformat
(2015-06-09T11:00:00Z)
UB Uni-Bielefeld: Bereitstellung der Bilddigitalisate
(2015-06-09T11:00:00Z)
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Moritz, Karl Philipp (Hrsg.): Gnothi sauton oder Magazin zur Erfahrungsseelenkunde. Bd. 4, St. 2. Berlin, 1786, S. 112. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/moritz_erfahrungsseelenkunde0402_1786/112>, abgerufen am 11.09.2024.
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