das Goldstück verächtlich, und mit Ungestüm auf die Erde, und zog den alten Fluur mit sich gewaltsam fort, daß er ihm das verlangte Geld durchaus von seinen Bauern herbeischaffen sollte. Schack gerieth durch den Anblick des schnurrbärtigen Kriegers, durch seine brüllende Stimme, und durch die Behandlung gegen seinen Vater in die größte Unruh. Er meinte, es sey nun gewiß um sein Leben geschehen, und fing daher aus allen Kräften zu schreien an. Der Husar wurde dadurch noch mehr in Hitze gebracht, stürzte mit einer grimmigen Miene und gezogenem Säbel auf den schreienden Knaben los, und sagte, oder brüllte eigentlich die Worte, welche Schack noch immer zu hören glaubt: Wenn Du nit schwaigst, kleine Canalge, so hau ich Dir halter den Schop herunter! Schacks Vater fiel dem tollen Kerl, welcher sich rühmte, schon manches Ketzerkind von einander gespalten zu haben, in die Arme, verwieß es ihm sehr derb, daß er seine Courage an einem unschuldigen Kinde auslassen wolle, und warf ihn endlich, ohne sich weiter vor seinen Drohungen zu fürchten, zur Thür hinaus. Dieser Kerl hat sich so tief in Schacks Seele eingeprägt, daß er ihn noch mahlen könnte. Seine kleine etwas bucklichte Gestalt, sein hageres braungelbes Gesicht, das in der Mitte durch einen, zwei griechischen Circumflexen ähnlichen großen Knebelbart durchschnitten wurde, seine Narbe auf der einem Backe, seine kleinen feurigen Augen, sein krummer
das Goldstuͤck veraͤchtlich, und mit Ungestuͤm auf die Erde, und zog den alten Fluur mit sich gewaltsam fort, daß er ihm das verlangte Geld durchaus von seinen Bauern herbeischaffen sollte. Schack gerieth durch den Anblick des schnurrbaͤrtigen Kriegers, durch seine bruͤllende Stimme, und durch die Behandlung gegen seinen Vater in die groͤßte Unruh. Er meinte, es sey nun gewiß um sein Leben geschehen, und fing daher aus allen Kraͤften zu schreien an. Der Husar wurde dadurch noch mehr in Hitze gebracht, stuͤrzte mit einer grimmigen Miene und gezogenem Saͤbel auf den schreienden Knaben los, und sagte, oder bruͤllte eigentlich die Worte, welche Schack noch immer zu hoͤren glaubt: Wenn Du nit schwaigst, kleine Canalge, so hau ich Dir halter den Schop herunter! Schacks Vater fiel dem tollen Kerl, welcher sich ruͤhmte, schon manches Ketzerkind von einander gespalten zu haben, in die Arme, verwieß es ihm sehr derb, daß er seine Courage an einem unschuldigen Kinde auslassen wolle, und warf ihn endlich, ohne sich weiter vor seinen Drohungen zu fuͤrchten, zur Thuͤr hinaus. Dieser Kerl hat sich so tief in Schacks Seele eingepraͤgt, daß er ihn noch mahlen koͤnnte. Seine kleine etwas bucklichte Gestalt, sein hageres braungelbes Gesicht, das in der Mitte durch einen, zwei griechischen Circumflexen aͤhnlichen großen Knebelbart durchschnitten wurde, seine Narbe auf der einem Backe, seine kleinen feurigen Augen, sein krummer
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das Goldstuͤck veraͤchtlich, und mit Ungestuͤm auf die Erde, und zog den alten Fluur mit sich gewaltsam fort, daß er ihm das verlangte Geld durchaus von seinen Bauern herbeischaffen sollte. Schack gerieth durch den Anblick des schnurrbaͤrtigen Kriegers, durch seine bruͤllende Stimme, und durch die Behandlung gegen seinen Vater in die groͤßte Unruh. Er meinte, es <choice><corr>sey</corr><sic>seyn</sic></choice> nun gewiß um sein Leben geschehen, und fing daher aus allen Kraͤften zu schreien an. Der Husar wurde dadurch noch mehr in Hitze gebracht, stuͤrzte mit einer grimmigen Miene und gezogenem Saͤbel auf den schreienden Knaben los, und sagte, oder bruͤllte eigentlich die Worte, welche Schack noch immer zu hoͤren glaubt: Wenn Du nit schwaigst, kleine Canalge, so hau ich Dir halter den Schop herunter! Schacks Vater fiel dem tollen Kerl, welcher sich ruͤhmte, schon manches Ketzerkind von einander gespalten zu haben, in die Arme, verwieß es ihm sehr derb, daß er seine Courage an einem unschuldigen Kinde auslassen wolle, und warf ihn endlich, ohne sich weiter vor seinen Drohungen zu fuͤrchten, zur Thuͤr hinaus. Dieser Kerl hat sich so tief in Schacks Seele eingepraͤgt, daß er ihn noch mahlen koͤnnte. Seine kleine etwas bucklichte Gestalt, sein hageres braungelbes Gesicht, das in der Mitte durch einen, zwei griechischen Circumflexen aͤhnlichen großen Knebelbart durchschnitten wurde, seine Narbe auf der einem Backe, seine kleinen feurigen Augen, sein krummer<lb/></p></div></div></div></div></body></text></TEI>
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das Goldstuͤck veraͤchtlich, und mit Ungestuͤm auf die Erde, und zog den alten Fluur mit sich gewaltsam fort, daß er ihm das verlangte Geld durchaus von seinen Bauern herbeischaffen sollte. Schack gerieth durch den Anblick des schnurrbaͤrtigen Kriegers, durch seine bruͤllende Stimme, und durch die Behandlung gegen seinen Vater in die groͤßte Unruh. Er meinte, es sey nun gewiß um sein Leben geschehen, und fing daher aus allen Kraͤften zu schreien an. Der Husar wurde dadurch noch mehr in Hitze gebracht, stuͤrzte mit einer grimmigen Miene und gezogenem Saͤbel auf den schreienden Knaben los, und sagte, oder bruͤllte eigentlich die Worte, welche Schack noch immer zu hoͤren glaubt: Wenn Du nit schwaigst, kleine Canalge, so hau ich Dir halter den Schop herunter! Schacks Vater fiel dem tollen Kerl, welcher sich ruͤhmte, schon manches Ketzerkind von einander gespalten zu haben, in die Arme, verwieß es ihm sehr derb, daß er seine Courage an einem unschuldigen Kinde auslassen wolle, und warf ihn endlich, ohne sich weiter vor seinen Drohungen zu fuͤrchten, zur Thuͤr hinaus. Dieser Kerl hat sich so tief in Schacks Seele eingepraͤgt, daß er ihn noch mahlen koͤnnte. Seine kleine etwas bucklichte Gestalt, sein hageres braungelbes Gesicht, das in der Mitte durch einen, zwei griechischen Circumflexen aͤhnlichen großen Knebelbart durchschnitten wurde, seine Narbe auf der einem Backe, seine kleinen feurigen Augen, sein krummer
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Matthias Boenig, Deutsches Textarchiv, Berlin-Brandenburgische Akademie zu Berlin: Konvertierung nach DTA-Basisformat
(2015-06-09T11:00:00Z)
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Moritz, Karl Philipp (Hrsg.): Gnothi sauton oder Magazin zur Erfahrungsseelenkunde. Bd. 4, St. 2. Berlin, 1786, S. 113. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/moritz_erfahrungsseelenkunde0402_1786/113>, abgerufen am 11.09.2024.
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