Moritz, Karl Philipp (Hrsg.): Gnothi sauton oder Magazin zur Erfahrungsseelenkunde. Bd. 4, St. 2. Berlin, 1786.6. Auszug aus einem Briefe. So eben habe ich in einer müssigen Stunde den *** Band der Berlinischen Bibliothek durchgelesen, und finde darin einen Auszug von ihrem Werke, das den Titel führt: Magazin u.s.w. Dieser Auszug ist weitläuftig genug, um mir eine vollständige Jdee von ihrem Plane zu geben. Es ist immer mein Steckenpferd gewesen, Beobachtungen über mich selbst, über Kinder, über Träume, über Wahnwitzige, u.s.w. anzustellen. Allein meine geschäftsvolle Situation im Leben hat mir nicht verstattet, mich anders als im Vorbeigehn, mit dergleichen Gegenständen zu beschäftigen. -- Jndes ist dieß bis jetzt noch ein unbedeutendes Feld gewesen, zu dessen Kultur fast ein jeder beitragen könnte, und doch bis jetzt nur sehr wenige beigetragen haben. -- Bonnet hat angerathen, Träume zu beobachten, und diejenigen bekannt zu machen, welche zur nähern Kenntniß der Seele beitragen könnten -- Ein Arzt in Mietau hat Beobachtungen über Narren und Wahnwitzige angestellt -- Herr Tiedemann hat interessante Versuche über den Menschen bekannt gemacht, und ein andrer hat ein Buch über Ahndungen herausgegeben. 6. Auszug aus einem Briefe. So eben habe ich in einer muͤssigen Stunde den *** Band der Berlinischen Bibliothek durchgelesen, und finde darin einen Auszug von ihrem Werke, das den Titel fuͤhrt: Magazin u.s.w. Dieser Auszug ist weitlaͤuftig genug, um mir eine vollstaͤndige Jdee von ihrem Plane zu geben. Es ist immer mein Steckenpferd gewesen, Beobachtungen uͤber mich selbst, uͤber Kinder, uͤber Traͤume, uͤber Wahnwitzige, u.s.w. anzustellen. Allein meine geschaͤftsvolle Situation im Leben hat mir nicht verstattet, mich anders als im Vorbeigehn, mit dergleichen Gegenstaͤnden zu beschaͤftigen. — Jndes ist dieß bis jetzt noch ein unbedeutendes Feld gewesen, zu dessen Kultur fast ein jeder beitragen koͤnnte, und doch bis jetzt nur sehr wenige beigetragen haben. — Bonnet hat angerathen, Traͤume zu beobachten, und diejenigen bekannt zu machen, welche zur naͤhern Kenntniß der Seele beitragen koͤnnten — Ein Arzt in Mietau hat Beobachtungen uͤber Narren und Wahnwitzige angestellt — Herr Tiedemann hat interessante Versuche uͤber den Menschen bekannt gemacht, und ein andrer hat ein Buch uͤber Ahndungen herausgegeben. <TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <div n="3"> <pb facs="#f0087" n="87"/><lb/><lb/> </div> <div n="3"> <head>6. Auszug aus einem Briefe.</head><lb/> <note type="editorial"> <bibl> <persName ref="#ref7"><note type="editorial"/>Goens, Rijklof Michael van</persName> </bibl> </note> <opener> <dateline> <hi rendition="#right">Haag den 15ten December 1785. </hi> </dateline> </opener> <p>So eben habe ich in einer muͤssigen Stunde den <hi rendition="#b">***</hi> Band der Berlinischen Bibliothek durchgelesen, und finde darin einen Auszug von ihrem Werke, das den Titel fuͤhrt: <hi rendition="#b">Magazin</hi> u.s.w. </p> <p>Dieser Auszug ist weitlaͤuftig genug, um mir eine vollstaͤndige Jdee von ihrem Plane zu geben. </p> <p>Es ist immer mein Steckenpferd gewesen, Beobachtungen uͤber mich selbst, uͤber Kinder, uͤber Traͤume, uͤber Wahnwitzige, u.s.w. anzustellen. Allein meine geschaͤftsvolle Situation im Leben hat mir nicht verstattet, mich anders als im Vorbeigehn, mit dergleichen Gegenstaͤnden zu beschaͤftigen. — </p> <p>Jndes ist dieß bis jetzt noch ein unbedeutendes Feld gewesen, zu dessen Kultur fast ein jeder beitragen koͤnnte, und doch bis jetzt nur sehr wenige beigetragen haben. — </p> <p><hi rendition="#b">Bonnet</hi> hat angerathen, Traͤume zu beobachten, und diejenigen bekannt zu machen, welche zur naͤhern Kenntniß der Seele beitragen koͤnnten — Ein Arzt in Mietau hat Beobachtungen uͤber Narren und Wahnwitzige angestellt — Herr <hi rendition="#b">Tiedemann</hi> hat interessante Versuche uͤber den Menschen bekannt gemacht, und ein andrer hat ein Buch <hi rendition="#b">uͤber Ahndungen</hi> herausgegeben. </p><lb/> </div> </div> </div> </body> </text> </TEI> [87/0087]
6. Auszug aus einem Briefe.
Haag den 15ten December 1785. So eben habe ich in einer muͤssigen Stunde den *** Band der Berlinischen Bibliothek durchgelesen, und finde darin einen Auszug von ihrem Werke, das den Titel fuͤhrt: Magazin u.s.w.
Dieser Auszug ist weitlaͤuftig genug, um mir eine vollstaͤndige Jdee von ihrem Plane zu geben.
Es ist immer mein Steckenpferd gewesen, Beobachtungen uͤber mich selbst, uͤber Kinder, uͤber Traͤume, uͤber Wahnwitzige, u.s.w. anzustellen. Allein meine geschaͤftsvolle Situation im Leben hat mir nicht verstattet, mich anders als im Vorbeigehn, mit dergleichen Gegenstaͤnden zu beschaͤftigen. —
Jndes ist dieß bis jetzt noch ein unbedeutendes Feld gewesen, zu dessen Kultur fast ein jeder beitragen koͤnnte, und doch bis jetzt nur sehr wenige beigetragen haben. —
Bonnet hat angerathen, Traͤume zu beobachten, und diejenigen bekannt zu machen, welche zur naͤhern Kenntniß der Seele beitragen koͤnnten — Ein Arzt in Mietau hat Beobachtungen uͤber Narren und Wahnwitzige angestellt — Herr Tiedemann hat interessante Versuche uͤber den Menschen bekannt gemacht, und ein andrer hat ein Buch uͤber Ahndungen herausgegeben.
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| Zitationshilfe: | Moritz, Karl Philipp (Hrsg.): Gnothi sauton oder Magazin zur Erfahrungsseelenkunde. Bd. 4, St. 2. Berlin, 1786, S. 87. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/moritz_erfahrungsseelenkunde0402_1786/87>, abgerufen am 11.09.2024. |


