Müller, Karl Otfried: Die Dorier. Vier Bücher. Bd. 2. Breslau, 1824.Auch Korinths Charakter vereinigt in den Zei- Korkyra's Charakter haben wir oben zu zeich- Syrakus mußte sich bald von dem Charakter 1 Korinths Gastlichkeit (Pind. O. 13, 3.) bestätigt das Prov. aei tis en Kudonos. Zenob 2, 42. Vat. 4, 19. Diogen. 8, 42. Suid. 1, 86. Schott. Plut. Prov. Al. 129. Apost. 18, 66. 2 Koxinthische asotoi kommen schon Ol. 5. vor (Bd. 2. S. 116.) und wurden durch alte Gesetze gezügelt, ebd. S. 166. und Lydus de magistr. 1, 42. -- Zu oben S. 289, 1. vgl. die Korinthia kore Platon Rep. 404 d. Kor. pais Eurip. Skiron bei Pollux 10, 7, 25. vgl. 9, 6, 75. u. Hemsterh. und das Sprüchwort bei Suid. (14, 81. Schott.), Plut. Prov. Al. 92. akrokorinthia eoi- kas khoiropolesein. -- Nach Alkiphr. Br. 60. war Korinth wohl schön und voll trnphemata, aber die Einw. akharistoi und ane- paphroditoi. 3 In Korinth mußte der Ackerbauer eklitholo-
gein, in Syrakus nicht. Theophr. Caus. Pl. 3, 20. Aber aman Korinthikon (Suid. s. v. Kor.) geht doch wohl auf ta metaxu Kor. kai Sik. Bd. 2. S. 72. Auch Korinths Charakter vereinigt in den Zei- Korkyra’s Charakter haben wir oben zu zeich- Syrakus mußte ſich bald von dem Charakter 1 Korinths Gaſtlichkeit (Pind. O. 13, 3.) beſtaͤtigt das Prov. ἀεί τις ἐν Κύδωνος. Zenob 2, 42. Vat. 4, 19. Diogen. 8, 42. Suid. 1, 86. Schott. Plut. Prov. Al. 129. Apoſt. 18, 66. 2 Koxinthiſche ἄσωτοι kommen ſchon Ol. 5. vor (Bd. 2. S. 116.) und wurden durch alte Geſetze gezuͤgelt, ebd. S. 166. und Lydus de magistr. 1, 42. — Zu oben S. 289, 1. vgl. die Κοϱινϑία κόϱη Platon Rep. 404 d. Κοϱ. παῖς Eurip. Skiron bei Pollux 10, 7, 25. vgl. 9, 6, 75. u. Hemſterh. und das Spruͤchwort bei Suid. (14, 81. Schott.), Plut. Prov. Al. 92. ἀκϱοκοϱίνϑια ἔοι- κας χοιϱοπολήσειν. — Nach Alkiphr. Br. 60. war Korinth wohl ſchoͤn und voll τϱνφήματα, aber die Einw. ἀχάϱιστοι und ἀνε- παφϱόδιτοι. 3 In Korinth mußte der Ackerbauer ἐκλιθολο-
γεῖν, in Syrakus nicht. Theophr. Caus. Pl. 3, 20. Aber ἀμᾷν Κοϱινϑικὸν (Suid. s. v. Κοϱ.) geht doch wohl auf τὰ μεταξὺ Κοϱ. καὶ Σικ. Bd. 2. S. 72. <TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <div n="3"> <pb facs="#f0420" n="414"/> <p>Auch <hi rendition="#g">Korinths</hi> Charakter vereinigt in den Zei-<lb/> ten des Peloponneſiſchen Kriegs ziemlich widerſtreben-<lb/> de Elemente. Denn einerſeits iſt noch viel von Dori-<lb/> ſcher Geſinnung zuruͤckgeblieben, und das politiſche Le-<lb/> ben leiten verhaͤltnißmaͤßig lange Zeit die Grundſaͤtze<lb/> dieſes Stammes; aber gegenuͤber ſteht, durch Lage und<lb/> Verkehr <note place="foot" n="1">Korinths Gaſtlichkeit (Pind. O. 13, 3.) beſtaͤtigt das Prov.<lb/> ἀεί τις ἐν Κύδωνος. Zenob 2, 42. <hi rendition="#aq">Vat.</hi> 4, 19. Diogen. 8, 42.<lb/> Suid. 1, 86. Schott. Plut. <hi rendition="#aq">Prov. Al.</hi> 129. Apoſt. 18, 66.</note> hervorgebracht, eine große Neigung zur<lb/> Pracht und zum Luxus, die ſich auch in der Korinthi-<lb/> ſchen Saͤulenordnung ausſpricht, und von der Charis<lb/> verlaſſen, zeitig in Schwelgerei und Sittenloſigkeit aus-<lb/> artete <note place="foot" n="2">Koxinthiſche ἄσωτοι kommen ſchon Ol. 5. vor (Bd. 2. S. 116.)<lb/> und wurden durch alte Geſetze gezuͤgelt, ebd. S. 166. und Lydus<lb/><hi rendition="#aq">de magistr.</hi> 1, 42. — Zu oben S. 289, 1. vgl. die Κοϱινϑία<lb/> κόϱη Platon <hi rendition="#aq">Rep. 404 d.</hi> Κοϱ. παῖς Eurip. Skiron bei Pollux<lb/> 10, 7, 25. vgl. 9, 6, 75. u. Hemſterh. und das Spruͤchwort bei<lb/> Suid. (14, 81. Schott.), Plut. <hi rendition="#aq">Prov. Al.</hi> 92. ἀκϱοκοϱίνϑια ἔοι-<lb/> κας χοιϱοπολήσειν. — Nach Alkiphr. Br. 60. war Korinth wohl<lb/> ſchoͤn und voll τϱνφήματα, aber die Einw. ἀχάϱιστοι und ἀνε-<lb/> παφϱόδιτοι.</note>.</p><lb/> <p><hi rendition="#g">Korkyra’s</hi> Charakter haben wir oben zu zeich-<lb/> nen verſucht.</p><lb/> <p><hi rendition="#g">Syrakus</hi> mußte ſich bald von dem Charakter<lb/> der Mutterſtadt bedeutend entfernen, obgleich es ſich<lb/> ſonſt durch Pietaͤt und Anhaͤnglichkeit ruͤhmlich aus-<lb/> zeichnet. Denn wenn in dem ſteinigen und beſchraͤnk-<lb/> ten Gebiete von Korinth die Ackerfrucht dem Boden<lb/> nur mit Muͤhe abgekaͤmpft werden konnte <note place="foot" n="3">In Korinth mußte der Ackerbauer ἐκλιθολο-<lb/> γεῖν, in Syrakus nicht. Theophr. <hi rendition="#aq">Caus. Pl.</hi> 3, 20. Aber ἀμᾷν<lb/> Κοϱινϑικὸν (Suid. <hi rendition="#aq">s. v.</hi> Κοϱ.) geht doch wohl auf τὰ μεταξὺ<lb/> Κοϱ. καὶ Σικ. Bd. 2. S. 72.</note>: gewaͤhrte<lb/></p> </div> </div> </div> </body> </text> </TEI> [414/0420]
Auch Korinths Charakter vereinigt in den Zei-
ten des Peloponneſiſchen Kriegs ziemlich widerſtreben-
de Elemente. Denn einerſeits iſt noch viel von Dori-
ſcher Geſinnung zuruͤckgeblieben, und das politiſche Le-
ben leiten verhaͤltnißmaͤßig lange Zeit die Grundſaͤtze
dieſes Stammes; aber gegenuͤber ſteht, durch Lage und
Verkehr 1 hervorgebracht, eine große Neigung zur
Pracht und zum Luxus, die ſich auch in der Korinthi-
ſchen Saͤulenordnung ausſpricht, und von der Charis
verlaſſen, zeitig in Schwelgerei und Sittenloſigkeit aus-
artete 2.
Korkyra’s Charakter haben wir oben zu zeich-
nen verſucht.
Syrakus mußte ſich bald von dem Charakter
der Mutterſtadt bedeutend entfernen, obgleich es ſich
ſonſt durch Pietaͤt und Anhaͤnglichkeit ruͤhmlich aus-
zeichnet. Denn wenn in dem ſteinigen und beſchraͤnk-
ten Gebiete von Korinth die Ackerfrucht dem Boden
nur mit Muͤhe abgekaͤmpft werden konnte 3: gewaͤhrte
1 Korinths Gaſtlichkeit (Pind. O. 13, 3.) beſtaͤtigt das Prov.
ἀεί τις ἐν Κύδωνος. Zenob 2, 42. Vat. 4, 19. Diogen. 8, 42.
Suid. 1, 86. Schott. Plut. Prov. Al. 129. Apoſt. 18, 66.
2 Koxinthiſche ἄσωτοι kommen ſchon Ol. 5. vor (Bd. 2. S. 116.)
und wurden durch alte Geſetze gezuͤgelt, ebd. S. 166. und Lydus
de magistr. 1, 42. — Zu oben S. 289, 1. vgl. die Κοϱινϑία
κόϱη Platon Rep. 404 d. Κοϱ. παῖς Eurip. Skiron bei Pollux
10, 7, 25. vgl. 9, 6, 75. u. Hemſterh. und das Spruͤchwort bei
Suid. (14, 81. Schott.), Plut. Prov. Al. 92. ἀκϱοκοϱίνϑια ἔοι-
κας χοιϱοπολήσειν. — Nach Alkiphr. Br. 60. war Korinth wohl
ſchoͤn und voll τϱνφήματα, aber die Einw. ἀχάϱιστοι und ἀνε-
παφϱόδιτοι.
3 In Korinth mußte der Ackerbauer ἐκλιθολο-
γεῖν, in Syrakus nicht. Theophr. Caus. Pl. 3, 20. Aber ἀμᾷν
Κοϱινϑικὸν (Suid. s. v. Κοϱ.) geht doch wohl auf τὰ μεταξὺ
Κοϱ. καὶ Σικ. Bd. 2. S. 72.
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| Zitationshilfe: | Müller, Karl Otfried: Die Dorier. Vier Bücher. Bd. 2. Breslau, 1824, S. 414. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/mueller_hellenische03_1824/420>, abgerufen am 25.09.2024. |


