Altonaischer Mercurius. Nr. 27, Altona, 1698.Straßburg Mit Schreiben aus der Die bishero von dem Aus dem Straßburg Mit Schreiben aus der Die bishero von dem Aus dem <TEI> <text> <body> <div type="jArticle" n="1"> <p><pb facs="#f0007" n="[7]"/><hi rendition="#c">Straßburg</hi><lb/> hat man den 2. Aprilis Briefe von Basel/ daß den 10ten dieses<lb/> die Evacuation in der beyden Städte Breysach und Freyburg<lb/> gewiß vor sich gehen/ und diese beyde Festungen mit Käyserli-<lb/> chen Trouppen besetzet werden sollen.</p> </div> <space dim="horizontal"/> <div type="jArticle" n="1"> <p>Mit Schreiben aus der<lb/><hi rendition="#c">Pfaltz</hi><lb/> dürfften die Frantzosen in Philippsburg biß den 6ten May<lb/> verbleiben/ so daß man auch wegen Proviantirung und Besa-<lb/> tzung des Orts bey den Kräysen sich völlig zu vereinbahren<lb/> Zeit hat: Indessen verursachet dieses grosses Nachdencken/<lb/> daß von den Frantzosen dem Landmann um Philippsburg ge-<lb/> bohten worden/ die Wiesen zu saubern/ und auf selbigen kein<lb/> Graß abzumehen/ wie auch/ daß sie in der Gegend Strasburg<lb/> noch effective 40000. Mann Soldaten stehen haben/ so täglich<lb/> marchiren können/ wohin sie sollen.</p> </div> <space dim="horizontal"/> <div type="jArticle" n="1"> <p>Die bishero von dem<lb/> Ober-Rheinischen Kräys-Städten zu<lb/><hi rendition="#c">Franckfurt</hi><lb/> gehaltene Conference scheinet nun zum Schluß zu kommen/<lb/> und verlautet/ daß hiesiges Stadt-Contingent zu Besatzung<lb/> der Festung Philippsburg sich auf 100. Mann erstrecke; Die<lb/> dortige Rhein-Schantze ist schon der Erden gleich gemachet/<lb/> und von der übern Rhein geschlagenen Brücke nicht das ge-<lb/> ringste mehr zu sehen. Ob gleich der König von Franckreich<lb/> die Evangelischen Bürger zu Strasburg durch ihren haupt<lb/> Prediger von der Cantzel kräfftiglich versichern lassen/ daß sie<lb/> in ihrer Religion nicht im geringsten gekräncket werden solten/<lb/> so wollen doch viele solchen Promessen nicht trauen/ verkauffen<lb/> das Ihrige/ und gehen in der Zeit von dannen/ aus Beysorge/<lb/> daß es ihnen künfftig so gut nicht werden dürffte. Es ziehen<lb/> täglich die Leute mit grossen Hauffen Viehe und Mobilien nach<lb/> der Pfaltz/ wohin sich von 40. bis 50. Meilwegs allerley Hand-<lb/> werck-Leute/ als Maurer/ Zimmer-Leute/ ꝛc. nebst vielen Ar-<lb/> beits-Leuten begeben/ welche die wieder Aufbauung der<lb/> Häuser gewaltig beschleunigen werden.</p> </div> <space dim="horizontal"/> <div type="jArticle" n="1"> <p>Aus dem<lb/><hi rendition="#c">Haag</hi><lb/> hat man/ daß die Englis. starck anhalten um Restitution eines Englis.<lb/> Schiffs/ so ein Seeländischer Caper von einem Frantzösischen/ nach-<lb/> dem es über der gestellten Zeit in deren Händen/ wieder erobert hat/<lb/> und solches hir ist confisciret worden/ welches/ der Engelschen Vorge-<lb/> ben nach/ wider den Tractat läufft/ so zwischen Engelland und diesem<lb/></p> </div> </body> </text> </TEI> [[7]/0007]
Straßburg
hat man den 2. Aprilis Briefe von Basel/ daß den 10ten dieses
die Evacuation in der beyden Städte Breysach und Freyburg
gewiß vor sich gehen/ und diese beyde Festungen mit Käyserli-
chen Trouppen besetzet werden sollen.
Mit Schreiben aus der
Pfaltz
dürfften die Frantzosen in Philippsburg biß den 6ten May
verbleiben/ so daß man auch wegen Proviantirung und Besa-
tzung des Orts bey den Kräysen sich völlig zu vereinbahren
Zeit hat: Indessen verursachet dieses grosses Nachdencken/
daß von den Frantzosen dem Landmann um Philippsburg ge-
bohten worden/ die Wiesen zu saubern/ und auf selbigen kein
Graß abzumehen/ wie auch/ daß sie in der Gegend Strasburg
noch effective 40000. Mann Soldaten stehen haben/ so täglich
marchiren können/ wohin sie sollen.
Die bishero von dem
Ober-Rheinischen Kräys-Städten zu
Franckfurt
gehaltene Conference scheinet nun zum Schluß zu kommen/
und verlautet/ daß hiesiges Stadt-Contingent zu Besatzung
der Festung Philippsburg sich auf 100. Mann erstrecke; Die
dortige Rhein-Schantze ist schon der Erden gleich gemachet/
und von der übern Rhein geschlagenen Brücke nicht das ge-
ringste mehr zu sehen. Ob gleich der König von Franckreich
die Evangelischen Bürger zu Strasburg durch ihren haupt
Prediger von der Cantzel kräfftiglich versichern lassen/ daß sie
in ihrer Religion nicht im geringsten gekräncket werden solten/
so wollen doch viele solchen Promessen nicht trauen/ verkauffen
das Ihrige/ und gehen in der Zeit von dannen/ aus Beysorge/
daß es ihnen künfftig so gut nicht werden dürffte. Es ziehen
täglich die Leute mit grossen Hauffen Viehe und Mobilien nach
der Pfaltz/ wohin sich von 40. bis 50. Meilwegs allerley Hand-
werck-Leute/ als Maurer/ Zimmer-Leute/ ꝛc. nebst vielen Ar-
beits-Leuten begeben/ welche die wieder Aufbauung der
Häuser gewaltig beschleunigen werden.
Aus dem
Haag
hat man/ daß die Englis. starck anhalten um Restitution eines Englis.
Schiffs/ so ein Seeländischer Caper von einem Frantzösischen/ nach-
dem es über der gestellten Zeit in deren Händen/ wieder erobert hat/
und solches hir ist confisciret worden/ welches/ der Engelschen Vorge-
ben nach/ wider den Tractat läufft/ so zwischen Engelland und diesem
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| Zitationshilfe: | Altonaischer Mercurius. Nr. 27, Altona, 1698, S. [7]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_altonaischer0027_1698/7>, abgerufen am 05.08.2024. |


