Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Neu-ankommender Currier. Nr. 2780, Wien, 1698.

Bild:
<< vorherige Seite

Adrianopel fortgesetzt; Indessen/ weilen so wohl von Ihro
Päbstl. Heiligkeit/ zu Fortsetzung deß noch fürwährenden Tür-
cken-Kriegs/ eine ergebliche Summa Gelds anhero übermacht/
als auch sonsten andere Mittel eingebracht worden/ als wer-
den nun/ zu Beschleunigung der instehenden Campagne/ alle
Praeparamenta vorgekehret/ besonders aber an Proviant vnd
Kriegs-Munition ein sehr grosser Vorrath nach Hungarn in
die darzu auffgerichtete Magazinen abgeführt. Die Türcken
hingegen haben/ vermög der eingeloffenen Brieff/ die Besa-
tzung in Belgrad biß 8000. Mann verstärcket/ vnd seynd
nun/ nach dem Dessein/ so auff das von denen Unserigen an
denen Bosinesischen Gränitzen besetzte Schloß Dovoy gerichtet
gewesen/ wegen der an dem Sau-Strohm gemachten Gegen-
verfassung/ zuruck gangen/ anjetzo aber intentionirt/ die an der
Donau von denen Unserigen zu End vergangenen Feld-Zugs
geschleiffte Plätze/ wiederumb auffzubauen/ darzu dann auch
einige von der Besatzung zu Temeßwar herauß gezogene Mann-
schafft/ zu Bedeckung der Arbeiter/ gebraucht werden sollen;
Jetzt besagte Besatzung hat ihre vorgehabte Excursion, Inn-
halts der jüngsteren Brieffen von Hermanstatt/ der Ursachen
halber nicht ins Werck stellen können/ weilen sich die Ma-
rosch vnd übrige Wässer sehr starck ergossen/ also/ daß ih-
nen vnmöglich selbige zu passiren ware. So seye auch der
Hospodar in der Moldau von dem Groß-Sultan befelcht
worden/ so viel Mannschafft/ als immer möglich/ auffzubrin-
gen/ vnd sich mit derselben bey Jassy zu postiren/ allwo mit
ihme sich einige Horden-Tartarn conjungiren/ und ferner
Ordre auß Türckey erwarten sollen; Zu Adrianopel seye zu
Ende deß verloffenen Monaths Martij der Roß-Schweiff/
deme/ bey denen Türcken hergebrachten Brauch nach/ offent-
lich außgesteckt worden.

Auß Warschau/ vom 17. April.

Nachdeme der Königl. Cammerer von Seyfferdiz mit der

Antwort

Adrianopel fortgesetzt; Indessen/ weilen so wohl von Ihro
Päbstl. Heiligkeit/ zu Fortsetzung deß noch fürwährenden Tür-
cken-Kriegs/ eine ergebliche Summa Gelds anhero übermacht/
als auch sonsten andere Mittel eingebracht worden/ als wer-
den nun/ zu Beschleunigung der instehenden Campagne/ alle
Præparamenta vorgekehret/ besonders aber an Proviant vnd
Kriegs-Munition ein sehr grosser Vorrath nach Hungarn in
die darzu auffgerichtete Magazinen abgeführt. Die Türcken
hingegen haben/ vermög der eingeloffenen Brieff/ die Besa-
tzung in Belgrad biß 8000. Mann verstärcket/ vnd seynd
nun/ nach dem Dessein/ so auff das von denen Unserigen an
denen Bosinesischen Gränitzen besetzte Schloß Dovoy gerichtet
gewesen/ wegen der an dem Sau-Strohm gemachten Gegen-
verfassung/ zuruck gangen/ anjetzo aber intentionirt/ die an der
Donau von denen Unserigen zu End vergangenen Feld-Zugs
geschleiffte Plätze/ wiederumb auffzubauen/ darzu dann auch
einige von der Besatzung zu Temeßwar herauß gezogene Mañ-
schafft/ zu Bedeckung der Arbeiter/ gebraucht werden sollen;
Jetzt besagte Besatzung hat ihre vorgehabte Excursion, Inn-
halts der jüngsteren Brieffen von Hermanstatt/ der Ursachen
halber nicht ins Werck stellen können/ weilen sich die Ma-
rosch vnd übrige Wässer sehr starck ergossen/ also/ daß ih-
nen vnmöglich selbige zu passiren ware. So seye auch der
Hospodar in der Moldau von dem Groß-Sultan befelcht
worden/ so viel Mannschafft/ als immer möglich/ auffzubrin-
gen/ vnd sich mit derselben bey Jassy zu postiren/ allwo mit
ihme sich einige Horden-Tartarn conjungiren/ und ferner
Ordre auß Türckey erwarten sollen; Zu Adrianopel seye zu
Ende deß verloffenen Monaths Martij der Roß-Schweiff/
deme/ bey denen Türcken hergebrachten Brauch nach/ offent-
lich außgesteckt worden.

Auß Warschau/ vom 17. April.

Nachdeme der Königl. Cammerer von Seyfferdiz mit der

Antwort
<TEI>
  <text>
    <body>
      <div type="jArticle" n="1">
        <p><pb facs="#f0002" n="[2]"/>
Adrianopel fortgesetzt; Indessen/ weilen so wohl von Ihro<lb/>
Päbstl. Heiligkeit/ zu Fortsetzung deß noch fürwährenden Tür-<lb/>
cken-Kriegs/ eine ergebliche Summa Gelds anhero übermacht/<lb/>
als auch sonsten andere Mittel eingebracht worden/ als wer-<lb/>
den nun/ zu Beschleunigung der instehenden Campagne/ alle<lb/><hi rendition="#aq">Præparamenta</hi> vorgekehret/ besonders aber an Proviant vnd<lb/>
Kriegs-Munition ein sehr grosser Vorrath nach Hungarn in<lb/>
die darzu auffgerichtete Magazinen abgeführt. Die Türcken<lb/>
hingegen haben/ vermög der eingeloffenen Brieff/ die Besa-<lb/>
tzung in Belgrad biß 8000. Mann verstärcket/ vnd seynd<lb/>
nun/ nach dem Dessein/ so auff das von denen Unserigen an<lb/>
denen Bosinesischen Gränitzen besetzte Schloß Dovoy gerichtet<lb/>
gewesen/ wegen der an dem Sau-Strohm gemachten Gegen-<lb/>
verfassung/ zuruck gangen/ anjetzo aber intentionirt/ die an der<lb/>
Donau von denen Unserigen zu End vergangenen Feld-Zugs<lb/>
geschleiffte Plätze/ wiederumb auffzubauen/ darzu dann auch<lb/>
einige von der Besatzung zu Temeßwar herauß gezogene Man&#x0303;-<lb/>
schafft/ zu Bedeckung der Arbeiter/ gebraucht werden sollen;<lb/>
Jetzt besagte Besatzung hat ihre vorgehabte <hi rendition="#aq">Excursion,</hi> Inn-<lb/>
halts der jüngsteren Brieffen von Hermanstatt/ der Ursachen<lb/>
halber nicht ins Werck stellen können/ weilen sich die Ma-<lb/>
rosch vnd übrige Wässer sehr starck ergossen/ also/ daß ih-<lb/>
nen vnmöglich selbige zu passiren ware. So seye auch der<lb/>
Hospodar in der Moldau von dem Groß-Sultan befelcht<lb/>
worden/ so viel Mannschafft/ als immer möglich/ auffzubrin-<lb/>
gen/ vnd sich mit derselben bey Jassy zu postiren/ allwo mit<lb/>
ihme sich einige Horden-Tartarn conjungiren/ und ferner<lb/>
Ordre auß Türckey erwarten sollen; Zu Adrianopel seye zu<lb/>
Ende deß verloffenen Monaths Martij der Roß-Schweiff/<lb/>
deme/ bey denen Türcken hergebrachten Brauch nach/ offent-<lb/>
lich außgesteckt worden.</p>
      </div><lb/>
      <div type="jArticle" n="1">
        <head>Auß Warschau/ vom 17. April.</head><lb/>
        <p>Nachdeme der Königl. Cammerer von Seyfferdiz mit der<lb/>
<fw place="bottom" type="catch">Antwort</fw><lb/></p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[[2]/0002] Adrianopel fortgesetzt; Indessen/ weilen so wohl von Ihro Päbstl. Heiligkeit/ zu Fortsetzung deß noch fürwährenden Tür- cken-Kriegs/ eine ergebliche Summa Gelds anhero übermacht/ als auch sonsten andere Mittel eingebracht worden/ als wer- den nun/ zu Beschleunigung der instehenden Campagne/ alle Præparamenta vorgekehret/ besonders aber an Proviant vnd Kriegs-Munition ein sehr grosser Vorrath nach Hungarn in die darzu auffgerichtete Magazinen abgeführt. Die Türcken hingegen haben/ vermög der eingeloffenen Brieff/ die Besa- tzung in Belgrad biß 8000. Mann verstärcket/ vnd seynd nun/ nach dem Dessein/ so auff das von denen Unserigen an denen Bosinesischen Gränitzen besetzte Schloß Dovoy gerichtet gewesen/ wegen der an dem Sau-Strohm gemachten Gegen- verfassung/ zuruck gangen/ anjetzo aber intentionirt/ die an der Donau von denen Unserigen zu End vergangenen Feld-Zugs geschleiffte Plätze/ wiederumb auffzubauen/ darzu dann auch einige von der Besatzung zu Temeßwar herauß gezogene Mañ- schafft/ zu Bedeckung der Arbeiter/ gebraucht werden sollen; Jetzt besagte Besatzung hat ihre vorgehabte Excursion, Inn- halts der jüngsteren Brieffen von Hermanstatt/ der Ursachen halber nicht ins Werck stellen können/ weilen sich die Ma- rosch vnd übrige Wässer sehr starck ergossen/ also/ daß ih- nen vnmöglich selbige zu passiren ware. So seye auch der Hospodar in der Moldau von dem Groß-Sultan befelcht worden/ so viel Mannschafft/ als immer möglich/ auffzubrin- gen/ vnd sich mit derselben bey Jassy zu postiren/ allwo mit ihme sich einige Horden-Tartarn conjungiren/ und ferner Ordre auß Türckey erwarten sollen; Zu Adrianopel seye zu Ende deß verloffenen Monaths Martij der Roß-Schweiff/ deme/ bey denen Türcken hergebrachten Brauch nach/ offent- lich außgesteckt worden. Auß Warschau/ vom 17. April. Nachdeme der Königl. Cammerer von Seyfferdiz mit der Antwort

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Der Erscheinungsort Wien und der Verlag Susanna C… [mehr]

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Michel Lefèvre, Centre de Recherches et d'Etudes Germaniques, Université Paul Valéry Montpellier 3: Bereitstellung der Texttranskription. (2019-06-06T16:57:15Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Andreas Nolda: Bearbeitung der digitalen Edition. (2019-06-06T16:57:15Z)

Weitere Informationen:

Bogensignaturen: keine Angabe; Druckfehler: keine Angabe; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: nur expandiert; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): wie Vorlage; i/j in Fraktur: keine Angabe; I/J in Fraktur: Lautwert transkribiert; Kolumnentitel: keine Angabe; Kustoden: gekennzeichnet; langes s (ſ): als s transkribiert; Normalisierungen: keine Angabe; rundes r (ꝛ): keine Angabe; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: wie Vorlage; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: als ä/ö/ü transkribiert; Vollständigkeit: vollständig erfasst; Zeichensetzung: normalisiert; Zeilenumbrüche markiert: ja;




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/nn_ankommender2780_1698
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/nn_ankommender2780_1698/2
Zitationshilfe: Neu-ankommender Currier. Nr. 2780, Wien, 1698, S. [2]. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_ankommender2780_1698/2>, abgerufen am 13.07.2024.