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Der Arbeitgeber. Nr. 1068. Frankfurt a. M., 20. Oktober 1877.

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-- Die thüring' schen Staaten haben unter sich einen Ver-
trag wegen Durchführung der Schulpflicht auch für die Fortbildungs-
schulen abgeschlossen. Der allgemeine Wunsch nach einer Reform des
Lehrlingswesens hat auch in Preußen den Gedanken nahe gelegt,
durch Einführung obligatorischer Fortbildungsschulen einen Haupt-
mißstand des Lehrlingswesens zu beseitigen.

Ein sehr faßliches und belehrendes Werkchen hat der Reichs-
tagsabgeordnete Fritz Kalle von Biebrich herausgegeben: " Wirth-
schaftliche Lehren", welches in zwei Abschnitten die Wirthschaft des
Einzelnen, den Erwerb und den Verbrauch, die Beziehung des Ein-
zelnen zur Gesammtwirthschaft und die Pflichten der Arbeiter und
Arbeitgeber behandelt. Beigefügt ist eine Anleitung zur Führung
der Bücher einer kleinen Wirthschaft, zum Versichern u. a. m.
Preis nur 40 Pf.

-- Jn Belgien waren unter 881 Rekruten der Stadt
Lüttich 106, die weder Lesen noch schreiben konnten.

Jn Baden dürfen gesetzlich auf einen Lehrer nicht mehr als
100 ( ! ) Kinder kommen, in der Schweiz geht man bis auf 80
herab. Trotzdem sind in Baden 24 Schulen ganz ohne Lehrer
und es fehlen deren noch 249. Die Karlsr. Ztg. verlangt deshalb
auch die Verwendung weiblicher Lehrkräfte.

* Das Volksmuseum der Ges. f. V. besteht jetzt aus
9 Abtheilungen: für Astronomie, Anatomie, Mikroskopie, Physik,
Kunst, Geschichte und Länderkunde, Geologie, Zoologie und eine
Laterna Magica. Dieselben enthalten Apparate und Vorrichtungen
zur Veranschaulichung der betreffenden Wissenschaft, Bilder, Ste-
reoskope, ausgestopfte Thiere ec. Zu zahlen ist für 4 Wochen
25--50 M.

* Gesundheitspflege. Das Kreisgericht Eberswalde hat
kürzlich einen Weinfälscher, der gefälschte Weine versteigern lassen
wollte, zu 4 Monat Gefängniß und 600 M. Strafe verurtheilt. --
Dr. Stutzer in Bonn hat mehrfach Untersuchungen über Waaren-
fälschungen angestellt und u. A. im Cichorienkaffee Sand gefunden,
in einem Essig nur 1,6 % Essigsäure, dagegen viele Bitterstoffe;
von 7 Zimmetproben war keine unverfälscht, es waren bis 12 %
Mehl und Eisenocker darunter; in Nelken gemahlene Torferde, in
den Würsten Mehl.

Jn Wittenberg soll nun auch eine Untersuchungsstelle zur
Prüfung von Milch und anderer Lebensmittel errichtet werden.

Die Regierung der Provinz Hessen beabsichtigt in den größeren
Städten Stationen zur Untersuchung der Nahrungsmittel zu errichten.

* Die Weinlese bietet schlechte Aussichten, selbst in Ungarn
ist nur ein saurer Wein gewachsen und bei uns hat die Kälte das
Meiste verdorben. Aus der Pfalz schreibt man, daß die Lese be-
gonnen hat und der Schaden, den der Frost verursacht, doch nicht
so bedeutend war, als man befürchtet. Die Würt. Centralstelle
für Landwirthschaft hat im ganzen Lande eine Anweisung, erfrorene
Trauben zu behandeln, verbreitet, der wir entnehmen, daß die ab-
geschnittenen Trauben nicht sofort gekeltert werden dürfen. Dieselben
reifen vielmehr an einen trockenen Ort gebracht und selbst im Freien
so nach, daß der Säuregehalt um mehrere per Mille abnimmt
und der Zuckergehalt entsprechend zunimmt. Bei Trauben die am
21. September abgeschnitten wurden, sank der Säuregehalt bis zum
11. October von11 1 / 4 auf 8,7 und die Mostwage stieg von 65 0
auf 90 0. Und was das Merkwürdigste war, die Trauben nahmen
sogar im Gewicht zu.

* Bücherschau. Neuer deutscher Reichskalender, heraus-
gegeben von der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung mit
vielen Jllustrationen, einer Novelle ec., Preis 50 Pf.; von beleh-
renden Aufsätzen sind zu erwähnen: die Planeten und ihre Be-
wohnbarkeit, das Postwesen, die Arche Noah's, der Landwirth und
die Vögel, eine schlimme Pflanze. Den Schluß bildet ein sehr
ausführliches Verzeichniß der Märkte. Wir möchten den Heraus-
gebern des sehr nützlichen Buches nur empfehlen, auf bessere
Jllustrationen Bedacht zu nehmen. Die Stoffe sind sehr inte-
ressant, die Ausführung oder Copie der Originalbilder aber eine
sehr primitive.

-- "Die Jndustrie Amerika's ", ihre Geschichte, Ent-
wicklung und Lage unter besonderer Berücksichtigung der Volkswirth-
schaft und Handelspolitik, die Erfindungen und Fortschritte des
Maschinenwesens ec. und der Weltausstellung zu Philadelphia von
Dr. Herm. Grothe ( Verlag von Burmester u. Stempel in
Berlin ) . Dieses mit vielen Zeichnungen und Stahlstichen -- ameri-
[Spaltenumbruch] kanische Werke darstellend -- versehene Prachtwerk führt uns wie kaum
ein anderes in das technische und wirthschaftliche Leben Nordamerika's
ein, an der Ausstellung zu Philadelphia erläuternd, was dieses
Land gethan hat. Zu bedauern sind nur die schutzzöllnerischen Ein-
streuungen, welche das Lesen des schönen Werkes stören. Zu-
nächst wird eine Geschichte der Einwanderung gegeben, dann werden
die Wirthschaftssysteme erläutert, welche Amerika hatte, die Hilfs-
mittel der Jndustrie und im 2. Theile alle einzelnen Gewerbe mit
ihren Maschinen, Verkehrsmitteln, Arbeitmethoden ec. Wir werden
noch mehr auf das interessante Werk zurückkommen.

-- " Berliner Bauindustrie=Adreßbuch " v. G. Stumpf,
Civilingenieur in Berlin. Dieses dem seit 46 Jahren in Paris
erscheinenden "Sageret" nachgebildete Werk ist weniger ein Adreß-
buch als ein Nachschlage= und Auskunftsbuch über Alles was im
Bauwesen vorkommt: Baurecht, Baupolizei, gesetzliche Vorschriften
über Canalisation, Gasanstalten, Dampfkessel, Haftpflicht, Gewerbe-
ordnung, Postwesen u. s. w.; sogar die Satzungen der Berliner
Bauvereine, das Marken=, Musterschutz= und Patentgesetz sind bei-
gefügt. Der II. Theil enthält die Verzeichnisse der Behörden und
der Firmen nach Gewerben geordnet.

-- Unter den zahlreichen politischen, belletristischen und wissen-
schaftlichen Zeitschriften nimmt die "Deutsche Wochenschrift", welche
mit dem 1. October nunmehr in ihr III. Quartal tritt, eine her-
vorragende Stelle ein. Nicht im Geringsten den Satzungen der
einen oder anderen Partei sich hinneigend, steht sie völlig auf dem
Gebiete der Parteilosigkeit und der reinsten Objectivität. Das ist
das Charakteristische, wir möchten fast sagen Eigenartige dieser
Zeitschrift. Den vorwiegend größeren Theil desselben bildet die in
unseren Tagen sich immer mehr und mehr zu einer tonangebenden
emporschwingende Volkswirthschaft, wie denn solche auch unter der
Chefredaction von dem bekannten Nationalöconomen Dr. Heinr.
Contzen vortrefflich cultivirt wird. Zahlreiche, während dieser
Zeit von ihr veröffentlichte Artikel, so z. B. "Die Arbeiterfrage"
von Dr. Fr. Merschmann, "Zur socialen Frage", "Der Luxus",
"Der Wald" von Carl Gleim u. a. m. sind durch hervorragende
politische und wissenschaftliche Journale zum Nachdruck gelangt. --
Der Abtheilung über Literatur und Kunst ist ebenfalls ein bedeu-
tender Theil des Blattes eingeräumt und zeichnet sich diese Rubrik
durch Originalität und Vortrefflichkeit des Stoffes aus. Zu ihren
Mitarbeitern zählt sie die tüchtigsten Kräfte, Männer von Ruf
und Bedeutung.

-- Jn Leipzig erscheint seit dem 1. October eine "Jllustr.
Kochzeitung", welche nicht blos Kochrecepte, sondern auch Beschrei-
bungen von Küchengeräthen und Maschinen, Anweisungen zum Vor-
schneiden, Conserviren ec. bringt.

Erfindungs=Patente, Marken= und Muster=Schutz, sowie die Verwerthung
neuer Erfindungen besorgt das Patent= u. Maschinen=Geschäft von Wirth & Co.
in Frankfurt a. M. Dasselbe gibt Auskunft über alle neuen Erfindungen und
liefert Beschreibung und Zeichnung derselben.

Patentliste.
Deutschland.

Nachfolgend Genannte haben Patent für die daneben angegebenen Gegen-
stände nachgesucht. Der betreffende Gegenstand ist einstweilen gegen unbefugte
Nachahmung geschützt. Die Anmeldungen erhalten in der Reihenfolge ihres
Einlaufens fortlaufende Nummern.

[Beginn Spaltensatz]
68.Müller, Dresden. Nähm.
163. Zeden, London. Gummistoff
für Schuh= und Stiefeleinsätze.
366. Christoph, Niesky. Zerklei-
nerungsapparat.
388. Gralow, Nienburg. Göpel.
420. Solms, Berlin. Wasserventil.
436. Haltaufderheide, Cassel.
Thürband.
475. Veit & Nelson, Paris.
Schmucksachen.
912. Birch, Salsord. Maschine zum
Oeffnen, Ausbreiten u. Leiten
von Geweben.
1425. Brunon freres, Paris.
Eisenbahnschwellen.
1511. Blancke, Merseburg. Vulka-
nisirapparat.
1576. Limousin, Paris. Kapseln
aus Brodteig.
1582.Benoni, Dunkelthal. Herstell.
von Perlmuttglas.
1662. Speltz, Frankfurt. Ohrring.
1712. Zeidler, Kirchberg. Streich-
garnkrempel.
1751. Breul, Hannover. Hand-
schuhbefestiger.
1879. Schmidt, Berlin. Dampfkess.
1907. Fichtler,[unleserliches Material - 8 Zeichen fehlen]Nienburg. Göpel.
1920. Wesenfeld, Barmen.
Wellenblech.
1973. Kleine, Borbeck. Heizvorricht.
1976. Wesenfeld, Barmen. Maschine
zur Herstellung von Wellenblech.
2019. Wesenfeld, Barmen. Ma-
schine zur Herst. v. Trägerblech.
2043. Boldt, Hamburg. Füll= und
Korkmaschine.
2067. Stäckel, Berlin. Gewinde-
schneider.
[Spaltenumbruch]

-- Die thüring' schen Staaten haben unter sich einen Ver-
trag wegen Durchführung der Schulpflicht auch für die Fortbildungs-
schulen abgeschlossen. Der allgemeine Wunsch nach einer Reform des
Lehrlingswesens hat auch in Preußen den Gedanken nahe gelegt,
durch Einführung obligatorischer Fortbildungsschulen einen Haupt-
mißstand des Lehrlingswesens zu beseitigen.

Ein sehr faßliches und belehrendes Werkchen hat der Reichs-
tagsabgeordnete Fritz Kalle von Biebrich herausgegeben: „ Wirth-
schaftliche Lehren“, welches in zwei Abschnitten die Wirthschaft des
Einzelnen, den Erwerb und den Verbrauch, die Beziehung des Ein-
zelnen zur Gesammtwirthschaft und die Pflichten der Arbeiter und
Arbeitgeber behandelt. Beigefügt ist eine Anleitung zur Führung
der Bücher einer kleinen Wirthschaft, zum Versichern u. a. m.
Preis nur 40 Pf.

-- Jn Belgien waren unter 881 Rekruten der Stadt
Lüttich 106, die weder Lesen noch schreiben konnten.

Jn Baden dürfen gesetzlich auf einen Lehrer nicht mehr als
100 ( ! ) Kinder kommen, in der Schweiz geht man bis auf 80
herab. Trotzdem sind in Baden 24 Schulen ganz ohne Lehrer
und es fehlen deren noch 249. Die Karlsr. Ztg. verlangt deshalb
auch die Verwendung weiblicher Lehrkräfte.

* Das Volksmuseum der Ges. f. V. besteht jetzt aus
9 Abtheilungen: für Astronomie, Anatomie, Mikroskopie, Physik,
Kunst, Geschichte und Länderkunde, Geologie, Zoologie und eine
Laterna Magica. Dieselben enthalten Apparate und Vorrichtungen
zur Veranschaulichung der betreffenden Wissenschaft, Bilder, Ste-
reoskope, ausgestopfte Thiere ec. Zu zahlen ist für 4 Wochen
25--50 M.

* Gesundheitspflege. Das Kreisgericht Eberswalde hat
kürzlich einen Weinfälscher, der gefälschte Weine versteigern lassen
wollte, zu 4 Monat Gefängniß und 600 M. Strafe verurtheilt. --
Dr. Stutzer in Bonn hat mehrfach Untersuchungen über Waaren-
fälschungen angestellt und u. A. im Cichorienkaffee Sand gefunden,
in einem Essig nur 1,6 % Essigsäure, dagegen viele Bitterstoffe;
von 7 Zimmetproben war keine unverfälscht, es waren bis 12 %
Mehl und Eisenocker darunter; in Nelken gemahlene Torferde, in
den Würsten Mehl.

Jn Wittenberg soll nun auch eine Untersuchungsstelle zur
Prüfung von Milch und anderer Lebensmittel errichtet werden.

Die Regierung der Provinz Hessen beabsichtigt in den größeren
Städten Stationen zur Untersuchung der Nahrungsmittel zu errichten.

* Die Weinlese bietet schlechte Aussichten, selbst in Ungarn
ist nur ein saurer Wein gewachsen und bei uns hat die Kälte das
Meiste verdorben. Aus der Pfalz schreibt man, daß die Lese be-
gonnen hat und der Schaden, den der Frost verursacht, doch nicht
so bedeutend war, als man befürchtet. Die Würt. Centralstelle
für Landwirthschaft hat im ganzen Lande eine Anweisung, erfrorene
Trauben zu behandeln, verbreitet, der wir entnehmen, daß die ab-
geschnittenen Trauben nicht sofort gekeltert werden dürfen. Dieselben
reifen vielmehr an einen trockenen Ort gebracht und selbst im Freien
so nach, daß der Säuregehalt um mehrere per Mille abnimmt
und der Zuckergehalt entsprechend zunimmt. Bei Trauben die am
21. September abgeschnitten wurden, sank der Säuregehalt bis zum
11. October von11 1 / 4 auf 8,7 und die Mostwage stieg von 65 0
auf 90 0. Und was das Merkwürdigste war, die Trauben nahmen
sogar im Gewicht zu.

* Bücherschau. Neuer deutscher Reichskalender, heraus-
gegeben von der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung mit
vielen Jllustrationen, einer Novelle ec., Preis 50 Pf.; von beleh-
renden Aufsätzen sind zu erwähnen: die Planeten und ihre Be-
wohnbarkeit, das Postwesen, die Arche Noah's, der Landwirth und
die Vögel, eine schlimme Pflanze. Den Schluß bildet ein sehr
ausführliches Verzeichniß der Märkte. Wir möchten den Heraus-
gebern des sehr nützlichen Buches nur empfehlen, auf bessere
Jllustrationen Bedacht zu nehmen. Die Stoffe sind sehr inte-
ressant, die Ausführung oder Copie der Originalbilder aber eine
sehr primitive.

-- „Die Jndustrie Amerika's “, ihre Geschichte, Ent-
wicklung und Lage unter besonderer Berücksichtigung der Volkswirth-
schaft und Handelspolitik, die Erfindungen und Fortschritte des
Maschinenwesens ec. und der Weltausstellung zu Philadelphia von
Dr. Herm. Grothe ( Verlag von Burmester u. Stempel in
Berlin ) . Dieses mit vielen Zeichnungen und Stahlstichen -- ameri-
[Spaltenumbruch] kanische Werke darstellend -- versehene Prachtwerk führt uns wie kaum
ein anderes in das technische und wirthschaftliche Leben Nordamerika's
ein, an der Ausstellung zu Philadelphia erläuternd, was dieses
Land gethan hat. Zu bedauern sind nur die schutzzöllnerischen Ein-
streuungen, welche das Lesen des schönen Werkes stören. Zu-
nächst wird eine Geschichte der Einwanderung gegeben, dann werden
die Wirthschaftssysteme erläutert, welche Amerika hatte, die Hilfs-
mittel der Jndustrie und im 2. Theile alle einzelnen Gewerbe mit
ihren Maschinen, Verkehrsmitteln, Arbeitmethoden ec. Wir werden
noch mehr auf das interessante Werk zurückkommen.

-- „ Berliner Bauindustrie=Adreßbuch “ v. G. Stumpf,
Civilingenieur in Berlin. Dieses dem seit 46 Jahren in Paris
erscheinenden „Sageret“ nachgebildete Werk ist weniger ein Adreß-
buch als ein Nachschlage= und Auskunftsbuch über Alles was im
Bauwesen vorkommt: Baurecht, Baupolizei, gesetzliche Vorschriften
über Canalisation, Gasanstalten, Dampfkessel, Haftpflicht, Gewerbe-
ordnung, Postwesen u. s. w.; sogar die Satzungen der Berliner
Bauvereine, das Marken=, Musterschutz= und Patentgesetz sind bei-
gefügt. Der II. Theil enthält die Verzeichnisse der Behörden und
der Firmen nach Gewerben geordnet.

-- Unter den zahlreichen politischen, belletristischen und wissen-
schaftlichen Zeitschriften nimmt die „Deutsche Wochenschrift“, welche
mit dem 1. October nunmehr in ihr III. Quartal tritt, eine her-
vorragende Stelle ein. Nicht im Geringsten den Satzungen der
einen oder anderen Partei sich hinneigend, steht sie völlig auf dem
Gebiete der Parteilosigkeit und der reinsten Objectivität. Das ist
das Charakteristische, wir möchten fast sagen Eigenartige dieser
Zeitschrift. Den vorwiegend größeren Theil desselben bildet die in
unseren Tagen sich immer mehr und mehr zu einer tonangebenden
emporschwingende Volkswirthschaft, wie denn solche auch unter der
Chefredaction von dem bekannten Nationalöconomen Dr. Heinr.
Contzen vortrefflich cultivirt wird. Zahlreiche, während dieser
Zeit von ihr veröffentlichte Artikel, so z. B. „Die Arbeiterfrage“
von Dr. Fr. Merschmann, „Zur socialen Frage“, „Der Luxus“,
„Der Wald“ von Carl Gleim u. a. m. sind durch hervorragende
politische und wissenschaftliche Journale zum Nachdruck gelangt. --
Der Abtheilung über Literatur und Kunst ist ebenfalls ein bedeu-
tender Theil des Blattes eingeräumt und zeichnet sich diese Rubrik
durch Originalität und Vortrefflichkeit des Stoffes aus. Zu ihren
Mitarbeitern zählt sie die tüchtigsten Kräfte, Männer von Ruf
und Bedeutung.

-- Jn Leipzig erscheint seit dem 1. October eine „Jllustr.
Kochzeitung“, welche nicht blos Kochrecepte, sondern auch Beschrei-
bungen von Küchengeräthen und Maschinen, Anweisungen zum Vor-
schneiden, Conserviren ec. bringt.

Erfindungs=Patente, Marken= und Muster=Schutz, sowie die Verwerthung
neuer Erfindungen besorgt das Patent= u. Maschinen=Geschäft von Wirth & Co.
in Frankfurt a. M. Dasselbe gibt Auskunft über alle neuen Erfindungen und
liefert Beschreibung und Zeichnung derselben.

Patentliste.
Deutschland.

Nachfolgend Genannte haben Patent für die daneben angegebenen Gegen-
stände nachgesucht. Der betreffende Gegenstand ist einstweilen gegen unbefugte
Nachahmung geschützt. Die Anmeldungen erhalten in der Reihenfolge ihres
Einlaufens fortlaufende Nummern.

[Beginn Spaltensatz]
68.Müller, Dresden. Nähm.
163. Zeden, London. Gummistoff
für Schuh= und Stiefeleinsätze.
366. Christoph, Niesky. Zerklei-
nerungsapparat.
388. Gralow, Nienburg. Göpel.
420. Solms, Berlin. Wasserventil.
436. Haltaufderheide, Cassel.
Thürband.
475. Veit & Nelson, Paris.
Schmucksachen.
912. Birch, Salsord. Maschine zum
Oeffnen, Ausbreiten u. Leiten
von Geweben.
1425. Brunon frères, Paris.
Eisenbahnschwellen.
1511. Blancke, Merseburg. Vulka-
nisirapparat.
1576. Limousin, Paris. Kapseln
aus Brodteig.
1582.Benoni, Dunkelthal. Herstell.
von Perlmuttglas.
1662. Speltz, Frankfurt. Ohrring.
1712. Zeidler, Kirchberg. Streich-
garnkrempel.
1751. Breul, Hannover. Hand-
schuhbefestiger.
1879. Schmidt, Berlin. Dampfkess.
1907. Fichtler,[unleserliches Material – 8 Zeichen fehlen]Nienburg. Göpel.
1920. Wesenfeld, Barmen.
Wellenblech.
1973. Kleine, Borbeck. Heizvorricht.
1976. Wesenfeld, Barmen. Maschine
zur Herstellung von Wellenblech.
2019. Wesenfeld, Barmen. Ma-
schine zur Herst. v. Trägerblech.
2043. Boldt, Hamburg. Füll= und
Korkmaschine.
2067. Stäckel, Berlin. Gewinde-
schneider.
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[0004] -- Die thüring' schen Staaten haben unter sich einen Ver- trag wegen Durchführung der Schulpflicht auch für die Fortbildungs- schulen abgeschlossen. Der allgemeine Wunsch nach einer Reform des Lehrlingswesens hat auch in Preußen den Gedanken nahe gelegt, durch Einführung obligatorischer Fortbildungsschulen einen Haupt- mißstand des Lehrlingswesens zu beseitigen. Ein sehr faßliches und belehrendes Werkchen hat der Reichs- tagsabgeordnete Fritz Kalle von Biebrich herausgegeben: „ Wirth- schaftliche Lehren“, welches in zwei Abschnitten die Wirthschaft des Einzelnen, den Erwerb und den Verbrauch, die Beziehung des Ein- zelnen zur Gesammtwirthschaft und die Pflichten der Arbeiter und Arbeitgeber behandelt. Beigefügt ist eine Anleitung zur Führung der Bücher einer kleinen Wirthschaft, zum Versichern u. a. m. Preis nur 40 Pf. -- Jn Belgien waren unter 881 Rekruten der Stadt Lüttich 106, die weder Lesen noch schreiben konnten. Jn Baden dürfen gesetzlich auf einen Lehrer nicht mehr als 100 ( ! ) Kinder kommen, in der Schweiz geht man bis auf 80 herab. Trotzdem sind in Baden 24 Schulen ganz ohne Lehrer und es fehlen deren noch 249. Die Karlsr. Ztg. verlangt deshalb auch die Verwendung weiblicher Lehrkräfte. * Das Volksmuseum der Ges. f. V. besteht jetzt aus 9 Abtheilungen: für Astronomie, Anatomie, Mikroskopie, Physik, Kunst, Geschichte und Länderkunde, Geologie, Zoologie und eine Laterna Magica. Dieselben enthalten Apparate und Vorrichtungen zur Veranschaulichung der betreffenden Wissenschaft, Bilder, Ste- reoskope, ausgestopfte Thiere ec. Zu zahlen ist für 4 Wochen 25--50 M. * Gesundheitspflege. Das Kreisgericht Eberswalde hat kürzlich einen Weinfälscher, der gefälschte Weine versteigern lassen wollte, zu 4 Monat Gefängniß und 600 M. Strafe verurtheilt. -- Dr. Stutzer in Bonn hat mehrfach Untersuchungen über Waaren- fälschungen angestellt und u. A. im Cichorienkaffee Sand gefunden, in einem Essig nur 1,6 % Essigsäure, dagegen viele Bitterstoffe; von 7 Zimmetproben war keine unverfälscht, es waren bis 12 % Mehl und Eisenocker darunter; in Nelken gemahlene Torferde, in den Würsten Mehl. Jn Wittenberg soll nun auch eine Untersuchungsstelle zur Prüfung von Milch und anderer Lebensmittel errichtet werden. Die Regierung der Provinz Hessen beabsichtigt in den größeren Städten Stationen zur Untersuchung der Nahrungsmittel zu errichten. * Die Weinlese bietet schlechte Aussichten, selbst in Ungarn ist nur ein saurer Wein gewachsen und bei uns hat die Kälte das Meiste verdorben. Aus der Pfalz schreibt man, daß die Lese be- gonnen hat und der Schaden, den der Frost verursacht, doch nicht so bedeutend war, als man befürchtet. Die Würt. Centralstelle für Landwirthschaft hat im ganzen Lande eine Anweisung, erfrorene Trauben zu behandeln, verbreitet, der wir entnehmen, daß die ab- geschnittenen Trauben nicht sofort gekeltert werden dürfen. Dieselben reifen vielmehr an einen trockenen Ort gebracht und selbst im Freien so nach, daß der Säuregehalt um mehrere per Mille abnimmt und der Zuckergehalt entsprechend zunimmt. Bei Trauben die am 21. September abgeschnitten wurden, sank der Säuregehalt bis zum 11. October von11 1 / 4 auf 8,7 und die Mostwage stieg von 65 0 auf 90 0. Und was das Merkwürdigste war, die Trauben nahmen sogar im Gewicht zu. * Bücherschau. Neuer deutscher Reichskalender, heraus- gegeben von der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung mit vielen Jllustrationen, einer Novelle ec., Preis 50 Pf.; von beleh- renden Aufsätzen sind zu erwähnen: die Planeten und ihre Be- wohnbarkeit, das Postwesen, die Arche Noah's, der Landwirth und die Vögel, eine schlimme Pflanze. Den Schluß bildet ein sehr ausführliches Verzeichniß der Märkte. Wir möchten den Heraus- gebern des sehr nützlichen Buches nur empfehlen, auf bessere Jllustrationen Bedacht zu nehmen. Die Stoffe sind sehr inte- ressant, die Ausführung oder Copie der Originalbilder aber eine sehr primitive. -- „Die Jndustrie Amerika's “, ihre Geschichte, Ent- wicklung und Lage unter besonderer Berücksichtigung der Volkswirth- schaft und Handelspolitik, die Erfindungen und Fortschritte des Maschinenwesens ec. und der Weltausstellung zu Philadelphia von Dr. Herm. Grothe ( Verlag von Burmester u. Stempel in Berlin ) . Dieses mit vielen Zeichnungen und Stahlstichen -- ameri- kanische Werke darstellend -- versehene Prachtwerk führt uns wie kaum ein anderes in das technische und wirthschaftliche Leben Nordamerika's ein, an der Ausstellung zu Philadelphia erläuternd, was dieses Land gethan hat. Zu bedauern sind nur die schutzzöllnerischen Ein- streuungen, welche das Lesen des schönen Werkes stören. Zu- nächst wird eine Geschichte der Einwanderung gegeben, dann werden die Wirthschaftssysteme erläutert, welche Amerika hatte, die Hilfs- mittel der Jndustrie und im 2. Theile alle einzelnen Gewerbe mit ihren Maschinen, Verkehrsmitteln, Arbeitmethoden ec. Wir werden noch mehr auf das interessante Werk zurückkommen. -- „ Berliner Bauindustrie=Adreßbuch “ v. G. Stumpf, Civilingenieur in Berlin. Dieses dem seit 46 Jahren in Paris erscheinenden „Sageret“ nachgebildete Werk ist weniger ein Adreß- buch als ein Nachschlage= und Auskunftsbuch über Alles was im Bauwesen vorkommt: Baurecht, Baupolizei, gesetzliche Vorschriften über Canalisation, Gasanstalten, Dampfkessel, Haftpflicht, Gewerbe- ordnung, Postwesen u. s. w.; sogar die Satzungen der Berliner Bauvereine, das Marken=, Musterschutz= und Patentgesetz sind bei- gefügt. Der II. Theil enthält die Verzeichnisse der Behörden und der Firmen nach Gewerben geordnet. -- Unter den zahlreichen politischen, belletristischen und wissen- schaftlichen Zeitschriften nimmt die „Deutsche Wochenschrift“, welche mit dem 1. October nunmehr in ihr III. Quartal tritt, eine her- vorragende Stelle ein. Nicht im Geringsten den Satzungen der einen oder anderen Partei sich hinneigend, steht sie völlig auf dem Gebiete der Parteilosigkeit und der reinsten Objectivität. Das ist das Charakteristische, wir möchten fast sagen Eigenartige dieser Zeitschrift. Den vorwiegend größeren Theil desselben bildet die in unseren Tagen sich immer mehr und mehr zu einer tonangebenden emporschwingende Volkswirthschaft, wie denn solche auch unter der Chefredaction von dem bekannten Nationalöconomen Dr. Heinr. Contzen vortrefflich cultivirt wird. Zahlreiche, während dieser Zeit von ihr veröffentlichte Artikel, so z. B. „Die Arbeiterfrage“ von Dr. Fr. Merschmann, „Zur socialen Frage“, „Der Luxus“, „Der Wald“ von Carl Gleim u. a. m. sind durch hervorragende politische und wissenschaftliche Journale zum Nachdruck gelangt. -- Der Abtheilung über Literatur und Kunst ist ebenfalls ein bedeu- tender Theil des Blattes eingeräumt und zeichnet sich diese Rubrik durch Originalität und Vortrefflichkeit des Stoffes aus. Zu ihren Mitarbeitern zählt sie die tüchtigsten Kräfte, Männer von Ruf und Bedeutung. -- Jn Leipzig erscheint seit dem 1. October eine „Jllustr. Kochzeitung“, welche nicht blos Kochrecepte, sondern auch Beschrei- bungen von Küchengeräthen und Maschinen, Anweisungen zum Vor- schneiden, Conserviren ec. bringt. Erfindungs=Patente, Marken= und Muster=Schutz, sowie die Verwerthung neuer Erfindungen besorgt das Patent= u. Maschinen=Geschäft von Wirth & Co. in Frankfurt a. M. Dasselbe gibt Auskunft über alle neuen Erfindungen und liefert Beschreibung und Zeichnung derselben. Patentliste. Deutschland. Nachfolgend Genannte haben Patent für die daneben angegebenen Gegen- stände nachgesucht. Der betreffende Gegenstand ist einstweilen gegen unbefugte Nachahmung geschützt. Die Anmeldungen erhalten in der Reihenfolge ihres Einlaufens fortlaufende Nummern. 68. Müller, Dresden. Nähm. 163. Zeden, London. Gummistoff für Schuh= und Stiefeleinsätze. 366. Christoph, Niesky. Zerklei- nerungsapparat. 388. Gralow, Nienburg. Göpel. 420. Solms, Berlin. Wasserventil. 436. Haltaufderheide, Cassel. Thürband. 475. Veit & Nelson, Paris. Schmucksachen. 912. Birch, Salsord. Maschine zum Oeffnen, Ausbreiten u. Leiten von Geweben. 1425. Brunon frères, Paris. Eisenbahnschwellen. 1511. Blancke, Merseburg. Vulka- nisirapparat. 1576. Limousin, Paris. Kapseln aus Brodteig. 1582. Benoni, Dunkelthal. Herstell. von Perlmuttglas. 1662. Speltz, Frankfurt. Ohrring. 1712. Zeidler, Kirchberg. Streich- garnkrempel. 1751. Breul, Hannover. Hand- schuhbefestiger. 1879. Schmidt, Berlin. Dampfkess. 1907. Fichtler,________Nienburg. Göpel. 1920. Wesenfeld, Barmen. Wellenblech. 1973. Kleine, Borbeck. Heizvorricht. 1976. Wesenfeld, Barmen. Maschine zur Herstellung von Wellenblech. 2019. Wesenfeld, Barmen. Ma- schine zur Herst. v. Trägerblech. 2043. Boldt, Hamburg. Füll= und Korkmaschine. 2067. Stäckel, Berlin. Gewinde- schneider.

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Zitationshilfe: Der Arbeitgeber. Nr. 1068. Frankfurt a. M., 20. Oktober 1877, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_arbeitgeber1068_1877/4>, abgerufen am 04.07.2022.