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Badener Zeitung. Nr. 105, Baden (Niederösterreich), 30.12.1896.

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Mittwoch Badener Zeitung 30. December 1896. Nr. 105

[Spaltenumbruch]

der Dankbarkeit mit Befriedigung Kenntniß genommen
und begleitet diese Dankeskundgebung mit dem auf-
richtigen Wunsche, Badens greiser Archivar möge
ihr und der von ihm heiß geliebten Vaterstadt noch
recht lange erhalten bleiben.

-- Neujahr 1897.

So ist denn abermals
ein Jahr hinabgesunken in der Zeiten Schoße, ein
Jahr der harten Arbeit, der Sorge, Last und Mühe,
und prüfend stehen wir an der Pforte des neuen
Jahres, mit uns darüber zu Rathe gehend, ob es
uns in dem abgelaufenen Zeitabschnitte wohl gelungen
ist, uns die Gunst unserer zahlreichen Freunde und
Gesinnungsgenossen zu erhalten. In einem großen
politischen Tagblatte ist es verhältnißmäßig leicht,
den programmmäßig vorgezeichneten Weg einzuhalten,
das vorgesteckte Ziel einer einmal als richtig aner-
kannten Parteipolitik unentwegt und aller kleinlichen
Interessen ledig zu verfolgen. In einem Provinz-
blatte hingegen stellen sich diesem Beginnen gar nicht
leicht zu überwindende Hindernisse entgegen, und gar
oft hat es für den Fernestehenden den Anschein, als
würde aus persönlichen oder localpatriotischen Gründen
ein Abweichen von der geraden Linie versucht. Von
diesem Vorwurfe haben wir uns auch in diesem Jahre
frei zu halten gewußt. Stets haben wir es für
unsere erste Pflicht erachtet, die Vorfallenheiten ver-
schiedenster Art, sei es auf dem Gebiete der Politik,
oder auf dem der Gemeinde, vorurtheilsfrei zu be-
sprechen, und gar Manchen hat es gegeben, der nach
einem anfänglich falschen Urtheile doch wieder zur
Ueberzeugung gelangt ist, daß wir von unserem
Bestreben, unserem politischen und wirthschaftlichen
Programme unter allen Umständen treu bleiben, in
keinem einzigen Falle abgewichen sind. So haben
wir es seit jeher gehalten und diese Haltung können
wir auch in der Folge einnehmen, dank unserer nach
allen Seiten hin unabhänigen Stellung, welche wir
uns von jeher zu wahren verstanden haben. Das, was
wir auf dem Gebiete der Politik denken und schreiben,
entspricht unserer eigenen unbeeinflußten Ueberzeugung
und daher kommt es auch, daß sich um uns eine so
zahlreiche Schaar treuer Anhänger gebildet hat, die
in der "Badener Zeitung" zu aller Zeit einen treuen
und verläßlichen Kampfgenossen findet. Auch in
Zukunft wollen wir es so halten; unsere Gegner sind
in einer Weise erstarkt, die sie übermüthig über alle
Maßen gemacht hat, und es gehört schon eine große
Dosis von Selbstverleugnung dazu, um nur allein
der Bosheit und Dummheit der clericalantisemitischen
Kohorte wirksam zu begegnen. Wenn wir es bisher
gethan haben, so geschah es im Dienste der liberalen
Idee, von der wir auch unter viel widrigeren Umständen
nicht abgewichen wären, und an der wir auch in Zukunft
festhalten wollen, trotz des Gekläffes hirnrissiger
Scribifaxe, deren unsauberes Endziel die Verdummung
des Volkes behufs billiger Erreichung ihrer ehrgeizigen
Pläne ist. Im kommenden Jahre gehen wir einem
Kampfe entgegen, gegen den das bisher geführte
Geplänkel das reine Kinderspiel ist. Wir werden ihn
führen und erbitten uns hiezu die Unterstützung aller
unserer Freunde und Gesinnungsgenossen, auf deren
wackere Mithilfe wir mehr als je bauen müssen. Der
Kampf wird und muß zum Siege führen, wenn es
uns an dem nothwenigste Requisite hiezu, der Einig-
keit, nicht fehlt. Darum danken wir an dieser Stelle
allen unseren getreuen Mitarbeitern und Gesinnungs-
genossen für ihre werkthätige Mithilfe im abgelaufenen
Jahre und fordern sie auf, uns ihre nie erlahmende
Unterstützung auch im voraussichtlich ereignißreichen
Jahre 1897 zu leihen. In der "Badener Zeitung"
mögen die Anhänger der liberalen Idee auch fernerhin
den Hort der Freiheit und des Deutschthums erblicken
und in diesem Sinne rufen wir Allen, Allen, ein
herzliches "Prosit Neujahr!" zu.

-- Die Weihnachtsfeiertage

haben
sich diesmal recht traurig angelassen. Fast ununter-
brochen regnete es und das Weihnachtsgeschäft erlitt
dadurch die empfindlichste Einbuße. Dennoch ent-
wickelte sich, besonders am Christabende, in den Straßen
der Stadt ein lebhafter Weihnachtsverkehr und es
gab eine Menge Schaulustiger, welche die reich ge-
vutzten Auslagen umstanden, darunter besonders der
Conditorei Karoly, des "Badener Louvre", der
Gold- und Silberwarenfirma Rud. Jung, der Spitzen-
und Seidenwarenhandlung K. Lemberger, der Gold-
und Silberwarenfirma Julius Meisel, der Conditorei
Schmidtler, der Spielwarenhandlung Mohr, der
Wäscheniederlage Jonke, der Specereiwarenhandlung
Hoffmann, der Papier- und Spielwarenhandlung
Ehnes, des Grundgeyer'schen Etablissements etc. Sehr
frequent gestaltete sich auch der Kirchenbesuch am
Christtage und am Stefanitage. Das Theater war
an beiden Tagen ausverkauft und namentlich am
Christtage, an welchem zu Gunsten des Spitales für
[Spaltenumbruch] scrophulöse Kinder die Operette "Waldmeister" zur
Aufführung gelangte, war kein Plätzchen mehr zu
haben. Hoffentlich ändert sich das abscheuliche Wetter
recht bald und bringt uns ein weißes Neujahr.

-- Christbaumbetheilung in Weikers-
dorf.

Der Ortsschulrath, der sich zur Aufgabe ge-
macht hat, auch zu Gunsten der armen Kinder in
der Gemeinde zu wirken, veranstaltete am Mittwoch
den 23. l. M. im Saale des Cafes Schopf aus
den zahlreich eingelangten Spenden eine Betheilung
an 130 arme Schulkinder mit Kleidungsflücken,
Schuhen etc. Der freundlich ausgestattete, mit einem
prächtigen Christbaum versehene Saal, war in allen
seinen Theilen überfüllt. Nebst dem Bürgermeister
und einer Anzahl von Mitgliedern der Gemeinde-
vertretung, dem Ortsschulrathe, mit seinem Obmann
Julius Schopf an der Spitze, und den beiden Lehr-
körpern, versammelten sich sehr viele liebwerthe Gäste.
Um 4 Uhr traten die zur Betheilung bestimmten
Kinder in den von vielen Lichtern erstrahlenden
Raum. Eingeleitet wurde die erhebende Feier durch
die Begrüßung der Festgäste durch den Ortsschul-
raths-Obmannstellvertreter Herr Ferdinand Gall. Der
hochwürdige Herr Pfarrer Helfer hielt hierauf eine
warme empfundene Ansprache an die Kinder, welcher
die Anwesenden mit gespannter Aufmerksamkeit
lauschten. Die Schülerin der 6. Classe der Helenen-
schule, Helene Navratil, brachte ein der Feier ent-
sprechendes Gedicht in recht gelungener Weise zum
Vortrage, worauf die Damen Schopf, Trenner und
Albrecht in liebenswürdiger Weise die Vertheilung
der Spenden an die arme Jugend vornahmen. An
die Betheilung reihte sich ein Dank- und Segenspruch,
welcher mit großer Inbrunst von der Schülerin der
5. Classe der Valerieschule, Katharina Ramberger,
für die Wohlthäter zum Schöpfer gerichtet wurde.
Herr Bürgermeister Johann Pötschner dankte dem
Ortsschulrathe für seine Mühewaltung. Nachdem der
Obmann, Herr Julius Schopf, die Kinder zur Artig-
keit, Dankbarkeit und fleißigem Schulbesuche er-
muntert hatte, schloß die würdige Feier.

-- Die Christbaumfeier

in der Klein-
kinder-Bewahranstalt wurde Dienstag den 22. l. M.
unter großer Betheiligung vor einem distinguirten
Publicum abgehalten; auch Herr Bezirkshauptmann
Graf Alfred zur Lippe-Weißenfeld sammt Frau
Gemalin und Herr Bürgermeister Josef Witzmann
beehrten dieses schöne Fest. Die Verwaltung spricht
allen Gönnern für die vielen Spenden den besten
und herzlichsten Dank aus.

-- Tischgesellschaft Gemeinde
Katzenbach,

deren segenreiches Wirken bekannt
ist, hat auch heuer, am Dienstag den 22. l. M.,
24 arme Schulkinder mit completen Anzügen betheilt.

-- Von Herrn Foller

erhalten wir die
nachstehende Zuschrift: "An die p. t. Redaction der
"Badener Zeiung"! Hiemit ersuche ich Sie, in Bezug
auf die Notiz in der Samstagnummer vom 19. De-
cember Ihres Blattes richtigzustellen, daß ich niemals
eine Bauarbeit für einen Juden gemacht habe, da ich
Aufträge von Juden principiell nicht übernehme. Ein
einzigesmal habe ich einem confessionslosen Rassen-
juden eine kleine Adaptirungsarbeit im Betrage von
400 fl. hergestellt, dies war im Jahre 1887. Ach-
tungsvoll A. Foller."

-- Spenden

für die Weihnachtsbescherung
der Patienten des Rath'schen allg. öffentl. Kranken-
hauses in Baden sind weiters bei der Anstaltsver-
waltung eingegangen: Von Frau Heß 1 Carton feines
Backwerk, 41 Stück Orangen, 50 Stück Citronen, von
Seifensieder Herrn Janko 2 Pakete Christbaumkerzchen,
von Frau Amale Januschke 72 Stück Aepfel, unge-
nannte Dame: 80 Stück Orangen, Ihre Durchlaucht
Frau Fürstin Solms 1 Korb Spielsachen, von Frau Dr.
Dürr 1 Dutzend Sacktücher, Wirkwaren und Spiel-
sachen. Diesen und den edlen Spendern früherer Bei-
träge wird hiemit auf das Wärmste gedankt.

-- Spende.

Herr Bahnhof-Restaurateur Johann
Reichel hat für die Patienten des Rath'schen allg.
öffentl. Krankenhauses in Baden 20 Flaschen a 1/2 Liter
Rothwein gespendet, wofür im Namen der Anstalt
auf das herzlichste gedankt wird.

-- Spende.

Eine ungenannt sein wollende
Wohlthäterin hat das gesammte Materiale für eine
allen Patienten des Rath'schen allgemeinen öffent-
lichen Krankenhauses am 26. December l. J. zu
verabreichende Jause sammt dem nöthigen Milchbrote
der Verwaltung der genannten Anstalt übergeben,
wofür der mildthätigen Wohlthäterin hiemit auf das
Herzlichste gedankt wird. Weiters haben mehrere Damen
6 Stück prachtvolle, von ihnen selbst bekleidete Puppen
für die Weihnachtsbescheerung im obigen Kranken-
dause gespendet; auch ihnen sei hiemit herzlichst
gedankt.


[Spaltenumbruch]
Faschings-Repertvire.

Donnerstag, 31. December: Sylvester-Lieder-
tafel des Badener Männer-Gesangvereines im Hotel
"Stadt Wien" in Baden.

Dienstag, 5. Jänner: Liedertafel des Gesang-
vereines "Liederfreunde" im Hotel "Stadt Wien" in
Baden.

Samstag, 9. Jänner: Turner-Kränzchen im
Hotel "Stadt Wien" in Baden.

Samstag, 16. Jänner: II. Unterhaltungsabend
des Eisenbahnbeamten-Vereines im Hotel "Stadt
Wien" in Baden.

Samstag, 16 Jänner: Gebirgsvereins-Kränzchen
in den Saallocalitäten des k. und k. Sauerhofes
in Baden.

Samstag, 23. Jänner: Geschlossenes Costume-
Kränzchen im Hotel "Stadt Wien" in Baden.

Samstag, 30. Jänner: Sylvesterfeier des Ge-
sangvereines "Liederfreunde" im Hotel "Stadt
Wien" in Baden.

Sonntag, 31. Jänner: Schubertfeier des
Männer-Gesangvereines im Hotel "Stadt Wien"
in Baden.

Sonntag, 31. Jänner: Feuerwehrball der
I. freiwilligen Feuerwehr Baden im Hotel "Stadt
Wien" in Baden.

Donnerstag, 4. Februar: Rother Kreuz-Ball
im Hotel "Stadt Wien" in Baden.

Samstag, 6. Februar: Ball des Militär-
Veteranen-Vereines Baden im Hotel "Stadt Wien"
in Baden.

Donnerstag, 11. Februar: Hausball in den
Saallocalitäten des k. und k. Sauerhofes in Baden.

Samstag, 13. Februar: Ball des Touristen-
Clubs, Section Baden, im Hotel "Stadt Wien" in
Baden.

Samstag, 20. Februar: Beamtenball im
Hotel "Stadt Wien" in Baden.

Faschingmontag, 1. März: Maskenball im Hotel
"Stadt Wien" in Baden.




Correspondenzen.
Mödling. [Eigenbericht der "Badener Zeitung."]
(Personal-Nachrichten.)

Herr Landesrath
Johann Edler von Nowotny-Maunagetta, der seit
dem Jahre 1868 die Präsidialgeschäfte des u. ö. Land-
tages und Landes-Ausschusses führte, ist vor einigen
Tagen in den Ruhestand getreten. Derselbe Herr
war bekanntlich seinerzeit auch Bürgermeister von
Mödling.

(Herr Gendarmerie-Wachtmeister Wrba),

der vor vier Jahren hier zugetheilt war, ist nunmehr
zum Bezirks-Wachtmeister in Mödling ernannt worden,
während der hiesige Gendarmerie-Wachtmeister, Herr
Hafner, zum Kanzlisten bei dem Landesgerichte in
Civilsachen in Wien ernannt wurde.

(Der Verein "Weihnachtsbaum"),

dessen
segensreiches Wirken bekannt ist, hat heuer 102 arme
Schulkinder mit Kleidern, Schuhen u. s. w. betheilt.

(Der beliebte Feuerwehrball)

wird,
einer uns zugehenden Verlautbarung zufolge, schon
am 16. d. M. im Hotel "Stadt Mödling" abge-
halten werden.

(Im Circus Hammerschmidt)

fanden
in der abgelaufenen Woche ebenfalls mehrere Vor-
stellungen, deren jede eine Neuheit brachte, statt, so
daß der durchschnittliche Besuch, der sich zum vor-
wiegenden Theile aus den Bewohnern der Schöffel-
vorstadt recrutirte, ein guter zu nennen w[a]r. Beson-
de[r]e Erwähnung verdient der, zwischen den Ring-
kämpfern Mayerhofer und Wiedemann, letzt rer ein
Wiener, vor einigen Tagen stattgefunden Kampf, der
aber nur kurz währte und mit der Niederlage des
Mödlingers endete, so daß dem Sieger Wiedemann,
die von ihm ausgesetzte 200 Kronen-Prämie verblieb.

(Hoffmann-Theater.)

Am 20. l. M. fand
eine Nachmittagsvorstellung mit "Dornröschen" statt,
während am Abend die Doppler'sche Gesangsposse
"Ein gemüthliches Haus", mit Director Hoffmann
als "Hausmeister Thorriegel," der in seiner ur-
wüchsigen Art und mit den hübschen Couplets zahl-
reiche Lacherfolge hatte, zur Aufführung gelangte.
Am 22. hatte Herr Hottinger sein Benefice im
Schacht'schen Lustspiele "Gefährliche Mädchen." Der
Beneficiant sah zu seiner Freude einen vollen Saal
vor sich und spielte recht wacker seinen schüchternen
Liebhaber. (Architekt Großbach) Herr Hoyer, Frl. Marie
Hoffmann (Elsa), sowie Frl. P. Hoffmann (Emma),
Fr. Welz (Adolfine) erfüllten ihre Aufgaben zur

Mittwoch Badener Zeitung 30. December 1896. Nr. 105

[Spaltenumbruch]

der Dankbarkeit mit Befriedigung Kenntniß genommen
und begleitet dieſe Dankeskundgebung mit dem auf-
richtigen Wunſche, Badens greiſer Archivar möge
ihr und der von ihm heiß geliebten Vaterſtadt noch
recht lange erhalten bleiben.

Neujahr 1897.

So iſt denn abermals
ein Jahr hinabgeſunken in der Zeiten Schoße, ein
Jahr der harten Arbeit, der Sorge, Laſt und Mühe,
und prüfend ſtehen wir an der Pforte des neuen
Jahres, mit uns darüber zu Rathe gehend, ob es
uns in dem abgelaufenen Zeitabſchnitte wohl gelungen
iſt, uns die Gunſt unſerer zahlreichen Freunde und
Geſinnungsgenoſſen zu erhalten. In einem großen
politiſchen Tagblatte iſt es verhältnißmäßig leicht,
den programmmäßig vorgezeichneten Weg einzuhalten,
das vorgeſteckte Ziel einer einmal als richtig aner-
kannten Parteipolitik unentwegt und aller kleinlichen
Intereſſen ledig zu verfolgen. In einem Provinz-
blatte hingegen ſtellen ſich dieſem Beginnen gar nicht
leicht zu überwindende Hinderniſſe entgegen, und gar
oft hat es für den Ferneſtehenden den Anſchein, als
würde aus perſönlichen oder localpatriotiſchen Gründen
ein Abweichen von der geraden Linie verſucht. Von
dieſem Vorwurfe haben wir uns auch in dieſem Jahre
frei zu halten gewußt. Stets haben wir es für
unſere erſte Pflicht erachtet, die Vorfallenheiten ver-
ſchiedenſter Art, ſei es auf dem Gebiete der Politik,
oder auf dem der Gemeinde, vorurtheilsfrei zu be-
ſprechen, und gar Manchen hat es gegeben, der nach
einem anfänglich falſchen Urtheile doch wieder zur
Ueberzeugung gelangt iſt, daß wir von unſerem
Beſtreben, unſerem politiſchen und wirthſchaftlichen
Programme unter allen Umſtänden treu bleiben, in
keinem einzigen Falle abgewichen ſind. So haben
wir es ſeit jeher gehalten und dieſe Haltung können
wir auch in der Folge einnehmen, dank unſerer nach
allen Seiten hin unabhänigen Stellung, welche wir
uns von jeher zu wahren verſtanden haben. Das, was
wir auf dem Gebiete der Politik denken und ſchreiben,
entſpricht unſerer eigenen unbeeinflußten Ueberzeugung
und daher kommt es auch, daß ſich um uns eine ſo
zahlreiche Schaar treuer Anhänger gebildet hat, die
in der „Badener Zeitung“ zu aller Zeit einen treuen
und verläßlichen Kampfgenoſſen findet. Auch in
Zukunft wollen wir es ſo halten; unſere Gegner ſind
in einer Weiſe erſtarkt, die ſie übermüthig über alle
Maßen gemacht hat, und es gehört ſchon eine große
Doſis von Selbſtverleugnung dazu, um nur allein
der Bosheit und Dummheit der clericalantiſemitiſchen
Kohorte wirkſam zu begegnen. Wenn wir es bisher
gethan haben, ſo geſchah es im Dienſte der liberalen
Idee, von der wir auch unter viel widrigeren Umſtänden
nicht abgewichen wären, und an der wir auch in Zukunft
feſthalten wollen, trotz des Gekläffes hirnriſſiger
Scribifaxe, deren unſauberes Endziel die Verdummung
des Volkes behufs billiger Erreichung ihrer ehrgeizigen
Pläne iſt. Im kommenden Jahre gehen wir einem
Kampfe entgegen, gegen den das bisher geführte
Geplänkel das reine Kinderſpiel iſt. Wir werden ihn
führen und erbitten uns hiezu die Unterſtützung aller
unſerer Freunde und Geſinnungsgenoſſen, auf deren
wackere Mithilfe wir mehr als je bauen müſſen. Der
Kampf wird und muß zum Siege führen, wenn es
uns an dem nothwenigſte Requiſite hiezu, der Einig-
keit, nicht fehlt. Darum danken wir an dieſer Stelle
allen unſeren getreuen Mitarbeitern und Geſinnungs-
genoſſen für ihre werkthätige Mithilfe im abgelaufenen
Jahre und fordern ſie auf, uns ihre nie erlahmende
Unterſtützung auch im vorausſichtlich ereignißreichen
Jahre 1897 zu leihen. In der „Badener Zeitung“
mögen die Anhänger der liberalen Idee auch fernerhin
den Hort der Freiheit und des Deutſchthums erblicken
und in dieſem Sinne rufen wir Allen, Allen, ein
herzliches „Proſit Neujahr!“ zu.

Die Weihnachtsfeiertage

haben
ſich diesmal recht traurig angelaſſen. Faſt ununter-
brochen regnete es und das Weihnachtsgeſchäft erlitt
dadurch die empfindlichſte Einbuße. Dennoch ent-
wickelte ſich, beſonders am Chriſtabende, in den Straßen
der Stadt ein lebhafter Weihnachtsverkehr und es
gab eine Menge Schauluſtiger, welche die reich ge-
vutzten Auslagen umſtanden, darunter beſonders der
Conditorei Karoly, des „Badener Louvre“, der
Gold- und Silberwarenfirma Rud. Jung, der Spitzen-
und Seidenwarenhandlung K. Lemberger, der Gold-
und Silberwarenfirma Julius Meiſel, der Conditorei
Schmidtler, der Spielwarenhandlung Mohr, der
Wäſcheniederlage Jonke, der Specereiwarenhandlung
Hoffmann, der Papier- und Spielwarenhandlung
Ehnes, des Grundgeyer’ſchen Etabliſſements ꝛc. Sehr
frequent geſtaltete ſich auch der Kirchenbeſuch am
Chriſttage und am Stefanitage. Das Theater war
an beiden Tagen ausverkauft und namentlich am
Chriſttage, an welchem zu Gunſten des Spitales für
[Spaltenumbruch] ſcrophulöſe Kinder die Operette „Waldmeiſter“ zur
Aufführung gelangte, war kein Plätzchen mehr zu
haben. Hoffentlich ändert ſich das abſcheuliche Wetter
recht bald und bringt uns ein weißes Neujahr.

Chriſtbaumbetheilung in Weikers-
dorf.

Der Ortsſchulrath, der ſich zur Aufgabe ge-
macht hat, auch zu Gunſten der armen Kinder in
der Gemeinde zu wirken, veranſtaltete am Mittwoch
den 23. l. M. im Saale des Cafés Schopf aus
den zahlreich eingelangten Spenden eine Betheilung
an 130 arme Schulkinder mit Kleidungsflücken,
Schuhen ꝛc. Der freundlich ausgeſtattete, mit einem
prächtigen Chriſtbaum verſehene Saal, war in allen
ſeinen Theilen überfüllt. Nebſt dem Bürgermeiſter
und einer Anzahl von Mitgliedern der Gemeinde-
vertretung, dem Ortsſchulrathe, mit ſeinem Obmann
Julius Schopf an der Spitze, und den beiden Lehr-
körpern, verſammelten ſich ſehr viele liebwerthe Gäſte.
Um 4 Uhr traten die zur Betheilung beſtimmten
Kinder in den von vielen Lichtern erſtrahlenden
Raum. Eingeleitet wurde die erhebende Feier durch
die Begrüßung der Feſtgäſte durch den Ortsſchul-
raths-Obmannſtellvertreter Herr Ferdinand Gall. Der
hochwürdige Herr Pfarrer Helfer hielt hierauf eine
warme empfundene Anſprache an die Kinder, welcher
die Anweſenden mit geſpannter Aufmerkſamkeit
lauſchten. Die Schülerin der 6. Claſſe der Helenen-
ſchule, Helene Navratil, brachte ein der Feier ent-
ſprechendes Gedicht in recht gelungener Weiſe zum
Vortrage, worauf die Damen Schopf, Trenner und
Albrecht in liebenswürdiger Weiſe die Vertheilung
der Spenden an die arme Jugend vornahmen. An
die Betheilung reihte ſich ein Dank- und Segenſpruch,
welcher mit großer Inbrunſt von der Schülerin der
5. Claſſe der Valerieſchule, Katharina Ramberger,
für die Wohlthäter zum Schöpfer gerichtet wurde.
Herr Bürgermeiſter Johann Pötſchner dankte dem
Ortsſchulrathe für ſeine Mühewaltung. Nachdem der
Obmann, Herr Julius Schopf, die Kinder zur Artig-
keit, Dankbarkeit und fleißigem Schulbeſuche er-
muntert hatte, ſchloß die würdige Feier.

Die Chriſtbaumfeier

in der Klein-
kinder-Bewahranſtalt wurde Dienstag den 22. l. M.
unter großer Betheiligung vor einem diſtinguirten
Publicum abgehalten; auch Herr Bezirkshauptmann
Graf Alfred zur Lippe-Weißenfeld ſammt Frau
Gemalin und Herr Bürgermeiſter Joſef Witzmann
beehrten dieſes ſchöne Feſt. Die Verwaltung ſpricht
allen Gönnern für die vielen Spenden den beſten
und herzlichſten Dank aus.

Tiſchgeſellſchaft Gemeinde
Katzenbach,

deren ſegenreiches Wirken bekannt
iſt, hat auch heuer, am Dienstag den 22. l. M.,
24 arme Schulkinder mit completen Anzügen betheilt.

Von Herrn Foller

erhalten wir die
nachſtehende Zuſchrift: „An die p. t. Redaction der
„Badener Zeiung“! Hiemit erſuche ich Sie, in Bezug
auf die Notiz in der Samstagnummer vom 19. De-
cember Ihres Blattes richtigzuſtellen, daß ich niemals
eine Bauarbeit für einen Juden gemacht habe, da ich
Aufträge von Juden principiell nicht übernehme. Ein
einzigesmal habe ich einem confeſſionsloſen Raſſen-
juden eine kleine Adaptirungsarbeit im Betrage von
400 fl. hergeſtellt, dies war im Jahre 1887. Ach-
tungsvoll A. Foller.“

Spenden

für die Weihnachtsbeſcherung
der Patienten des Rath’ſchen allg. öffentl. Kranken-
hauſes in Baden ſind weiters bei der Anſtaltsver-
waltung eingegangen: Von Frau Heß 1 Carton feines
Backwerk, 41 Stück Orangen, 50 Stück Citronen, von
Seifenſieder Herrn Janko 2 Pakete Chriſtbaumkerzchen,
von Frau Amale Januſchke 72 Stück Aepfel, unge-
nannte Dame: 80 Stück Orangen, Ihre Durchlaucht
Frau Fürſtin Solms 1 Korb Spielſachen, von Frau Dr.
Dürr 1 Dutzend Sacktücher, Wirkwaren und Spiel-
ſachen. Dieſen und den edlen Spendern früherer Bei-
träge wird hiemit auf das Wärmſte gedankt.

Spende.

Herr Bahnhof-Reſtaurateur Johann
Reichel hat für die Patienten des Rath’ſchen allg.
öffentl. Krankenhauſes in Baden 20 Flaſchen à ½ Liter
Rothwein geſpendet, wofür im Namen der Anſtalt
auf das herzlichſte gedankt wird.

Spende.

Eine ungenannt ſein wollende
Wohlthäterin hat das geſammte Materiale für eine
allen Patienten des Rath’ſchen allgemeinen öffent-
lichen Krankenhauſes am 26. December l. J. zu
verabreichende Jauſe ſammt dem nöthigen Milchbrote
der Verwaltung der genannten Anſtalt übergeben,
wofür der mildthätigen Wohlthäterin hiemit auf das
Herzlichſte gedankt wird. Weiters haben mehrere Damen
6 Stück prachtvolle, von ihnen ſelbſt bekleidete Puppen
für die Weihnachtsbeſcheerung im obigen Kranken-
dauſe geſpendet; auch ihnen ſei hiemit herzlichſt
gedankt.


[Spaltenumbruch]
Faſchings-Repertvire.

Donnerstag, 31. December: Sylveſter-Lieder-
tafel des Badener Männer-Geſangvereines im Hotel
„Stadt Wien“ in Baden.

Dienstag, 5. Jänner: Liedertafel des Geſang-
vereines „Liederfreunde“ im Hotel „Stadt Wien“ in
Baden.

Samstag, 9. Jänner: Turner-Kränzchen im
Hotel „Stadt Wien“ in Baden.

Samstag, 16. Jänner: II. Unterhaltungsabend
des Eiſenbahnbeamten-Vereines im Hotel „Stadt
Wien“ in Baden.

Samstag, 16 Jänner: Gebirgsvereins-Kränzchen
in den Saallocalitäten des k. und k. Sauerhofes
in Baden.

Samstag, 23. Jänner: Geſchloſſenes Coſtume-
Kränzchen im Hotel „Stadt Wien“ in Baden.

Samstag, 30. Jänner: Sylveſterfeier des Ge-
ſangvereines „Liederfreunde“ im Hotel „Stadt
Wien“ in Baden.

Sonntag, 31. Jänner: Schubertfeier des
Männer-Geſangvereines im Hotel „Stadt Wien“
in Baden.

Sonntag, 31. Jänner: Feuerwehrball der
I. freiwilligen Feuerwehr Baden im Hotel „Stadt
Wien“ in Baden.

Donnerstag, 4. Februar: Rother Kreuz-Ball
im Hotel „Stadt Wien“ in Baden.

Samstag, 6. Februar: Ball des Militär-
Veteranen-Vereines Baden im Hotel „Stadt Wien“
in Baden.

Donnerstag, 11. Februar: Hausball in den
Saallocalitäten des k. und k. Sauerhofes in Baden.

Samstag, 13. Februar: Ball des Touriſten-
Clubs, Section Baden, im Hotel „Stadt Wien“ in
Baden.

Samstag, 20. Februar: Beamtenball im
Hotel „Stadt Wien“ in Baden.

Faſchingmontag, 1. März: Maskenball im Hotel
„Stadt Wien“ in Baden.




Correſpondenzen.
Mödling. [Eigenbericht der „Badener Zeitung.“]
(Perſonal-Nachrichten.)

Herr Landesrath
Johann Edler von Nowotny-Maunagetta, der ſeit
dem Jahre 1868 die Präſidialgeſchäfte des u. ö. Land-
tages und Landes-Ausſchuſſes führte, iſt vor einigen
Tagen in den Ruheſtand getreten. Derſelbe Herr
war bekanntlich ſeinerzeit auch Bürgermeiſter von
Mödling.

(Herr Gendarmerie-Wachtmeiſter Wrba),

der vor vier Jahren hier zugetheilt war, iſt nunmehr
zum Bezirks-Wachtmeiſter in Mödling ernannt worden,
während der hieſige Gendarmerie-Wachtmeiſter, Herr
Hafner, zum Kanzliſten bei dem Landesgerichte in
Civilſachen in Wien ernannt wurde.

(Der Verein „Weihnachtsbaum“),

deſſen
ſegensreiches Wirken bekannt iſt, hat heuer 102 arme
Schulkinder mit Kleidern, Schuhen u. ſ. w. betheilt.

(Der beliebte Feuerwehrball)

wird,
einer uns zugehenden Verlautbarung zufolge, ſchon
am 16. d. M. im Hotel „Stadt Mödling“ abge-
halten werden.

(Im Circus Hammerſchmidt)

fanden
in der abgelaufenen Woche ebenfalls mehrere Vor-
ſtellungen, deren jede eine Neuheit brachte, ſtatt, ſo
daß der durchſchnittliche Beſuch, der ſich zum vor-
wiegenden Theile aus den Bewohnern der Schöffel-
vorſtadt recrutirte, ein guter zu nennen w[a]r. Beſon-
de[r]e Erwähnung verdient der, zwiſchen den Ring-
kämpfern Mayerhofer und Wiedemann, letzt rer ein
Wiener, vor einigen Tagen ſtattgefunden Kampf, der
aber nur kurz währte und mit der Niederlage des
Mödlingers endete, ſo daß dem Sieger Wiedemann,
die von ihm ausgeſetzte 200 Kronen-Prämie verblieb.

(Hoffmann-Theater.)

Am 20. l. M. fand
eine Nachmittagsvorſtellung mit „Dornröschen“ ſtatt,
während am Abend die Doppler’ſche Geſangspoſſe
„Ein gemüthliches Haus“, mit Director Hoffmann
als „Hausmeiſter Thorriegel,“ der in ſeiner ur-
wüchſigen Art und mit den hübſchen Couplets zahl-
reiche Lacherfolge hatte, zur Aufführung gelangte.
Am 22. hatte Herr Hottinger ſein Benefice im
Schacht’ſchen Luſtſpiele „Gefährliche Mädchen.“ Der
Beneficiant ſah zu ſeiner Freude einen vollen Saal
vor ſich und ſpielte recht wacker ſeinen ſchüchternen
Liebhaber. (Architekt Großbach) Herr Hoyer, Frl. Marie
Hoffmann (Elſa), ſowie Frl. P. Hoffmann (Emma),
Fr. Welz (Adolfine) erfüllten ihre Aufgaben zur

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&#x017F;chieden&#x017F;ter Art, &#x017F;ei es auf dem Gebiete der Politik,<lb/>
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Scribifaxe, deren un&#x017F;auberes Endziel die Verdummung<lb/>
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[4/0004] Mittwoch Badener Zeitung 30. December 1896. Nr. 105 der Dankbarkeit mit Befriedigung Kenntniß genommen und begleitet dieſe Dankeskundgebung mit dem auf- richtigen Wunſche, Badens greiſer Archivar möge ihr und der von ihm heiß geliebten Vaterſtadt noch recht lange erhalten bleiben. — Neujahr 1897. So iſt denn abermals ein Jahr hinabgeſunken in der Zeiten Schoße, ein Jahr der harten Arbeit, der Sorge, Laſt und Mühe, und prüfend ſtehen wir an der Pforte des neuen Jahres, mit uns darüber zu Rathe gehend, ob es uns in dem abgelaufenen Zeitabſchnitte wohl gelungen iſt, uns die Gunſt unſerer zahlreichen Freunde und Geſinnungsgenoſſen zu erhalten. In einem großen politiſchen Tagblatte iſt es verhältnißmäßig leicht, den programmmäßig vorgezeichneten Weg einzuhalten, das vorgeſteckte Ziel einer einmal als richtig aner- kannten Parteipolitik unentwegt und aller kleinlichen Intereſſen ledig zu verfolgen. In einem Provinz- blatte hingegen ſtellen ſich dieſem Beginnen gar nicht leicht zu überwindende Hinderniſſe entgegen, und gar oft hat es für den Ferneſtehenden den Anſchein, als würde aus perſönlichen oder localpatriotiſchen Gründen ein Abweichen von der geraden Linie verſucht. Von dieſem Vorwurfe haben wir uns auch in dieſem Jahre frei zu halten gewußt. Stets haben wir es für unſere erſte Pflicht erachtet, die Vorfallenheiten ver- ſchiedenſter Art, ſei es auf dem Gebiete der Politik, oder auf dem der Gemeinde, vorurtheilsfrei zu be- ſprechen, und gar Manchen hat es gegeben, der nach einem anfänglich falſchen Urtheile doch wieder zur Ueberzeugung gelangt iſt, daß wir von unſerem Beſtreben, unſerem politiſchen und wirthſchaftlichen Programme unter allen Umſtänden treu bleiben, in keinem einzigen Falle abgewichen ſind. So haben wir es ſeit jeher gehalten und dieſe Haltung können wir auch in der Folge einnehmen, dank unſerer nach allen Seiten hin unabhänigen Stellung, welche wir uns von jeher zu wahren verſtanden haben. Das, was wir auf dem Gebiete der Politik denken und ſchreiben, entſpricht unſerer eigenen unbeeinflußten Ueberzeugung und daher kommt es auch, daß ſich um uns eine ſo zahlreiche Schaar treuer Anhänger gebildet hat, die in der „Badener Zeitung“ zu aller Zeit einen treuen und verläßlichen Kampfgenoſſen findet. Auch in Zukunft wollen wir es ſo halten; unſere Gegner ſind in einer Weiſe erſtarkt, die ſie übermüthig über alle Maßen gemacht hat, und es gehört ſchon eine große Doſis von Selbſtverleugnung dazu, um nur allein der Bosheit und Dummheit der clericalantiſemitiſchen Kohorte wirkſam zu begegnen. Wenn wir es bisher gethan haben, ſo geſchah es im Dienſte der liberalen Idee, von der wir auch unter viel widrigeren Umſtänden nicht abgewichen wären, und an der wir auch in Zukunft feſthalten wollen, trotz des Gekläffes hirnriſſiger Scribifaxe, deren unſauberes Endziel die Verdummung des Volkes behufs billiger Erreichung ihrer ehrgeizigen Pläne iſt. Im kommenden Jahre gehen wir einem Kampfe entgegen, gegen den das bisher geführte Geplänkel das reine Kinderſpiel iſt. Wir werden ihn führen und erbitten uns hiezu die Unterſtützung aller unſerer Freunde und Geſinnungsgenoſſen, auf deren wackere Mithilfe wir mehr als je bauen müſſen. Der Kampf wird und muß zum Siege führen, wenn es uns an dem nothwenigſte Requiſite hiezu, der Einig- keit, nicht fehlt. Darum danken wir an dieſer Stelle allen unſeren getreuen Mitarbeitern und Geſinnungs- genoſſen für ihre werkthätige Mithilfe im abgelaufenen Jahre und fordern ſie auf, uns ihre nie erlahmende Unterſtützung auch im vorausſichtlich ereignißreichen Jahre 1897 zu leihen. In der „Badener Zeitung“ mögen die Anhänger der liberalen Idee auch fernerhin den Hort der Freiheit und des Deutſchthums erblicken und in dieſem Sinne rufen wir Allen, Allen, ein herzliches „Proſit Neujahr!“ zu. — Die Weihnachtsfeiertage haben ſich diesmal recht traurig angelaſſen. Faſt ununter- brochen regnete es und das Weihnachtsgeſchäft erlitt dadurch die empfindlichſte Einbuße. Dennoch ent- wickelte ſich, beſonders am Chriſtabende, in den Straßen der Stadt ein lebhafter Weihnachtsverkehr und es gab eine Menge Schauluſtiger, welche die reich ge- vutzten Auslagen umſtanden, darunter beſonders der Conditorei Karoly, des „Badener Louvre“, der Gold- und Silberwarenfirma Rud. Jung, der Spitzen- und Seidenwarenhandlung K. Lemberger, der Gold- und Silberwarenfirma Julius Meiſel, der Conditorei Schmidtler, der Spielwarenhandlung Mohr, der Wäſcheniederlage Jonke, der Specereiwarenhandlung Hoffmann, der Papier- und Spielwarenhandlung Ehnes, des Grundgeyer’ſchen Etabliſſements ꝛc. Sehr frequent geſtaltete ſich auch der Kirchenbeſuch am Chriſttage und am Stefanitage. Das Theater war an beiden Tagen ausverkauft und namentlich am Chriſttage, an welchem zu Gunſten des Spitales für ſcrophulöſe Kinder die Operette „Waldmeiſter“ zur Aufführung gelangte, war kein Plätzchen mehr zu haben. Hoffentlich ändert ſich das abſcheuliche Wetter recht bald und bringt uns ein weißes Neujahr. — Chriſtbaumbetheilung in Weikers- dorf. Der Ortsſchulrath, der ſich zur Aufgabe ge- macht hat, auch zu Gunſten der armen Kinder in der Gemeinde zu wirken, veranſtaltete am Mittwoch den 23. l. M. im Saale des Cafés Schopf aus den zahlreich eingelangten Spenden eine Betheilung an 130 arme Schulkinder mit Kleidungsflücken, Schuhen ꝛc. Der freundlich ausgeſtattete, mit einem prächtigen Chriſtbaum verſehene Saal, war in allen ſeinen Theilen überfüllt. Nebſt dem Bürgermeiſter und einer Anzahl von Mitgliedern der Gemeinde- vertretung, dem Ortsſchulrathe, mit ſeinem Obmann Julius Schopf an der Spitze, und den beiden Lehr- körpern, verſammelten ſich ſehr viele liebwerthe Gäſte. Um 4 Uhr traten die zur Betheilung beſtimmten Kinder in den von vielen Lichtern erſtrahlenden Raum. Eingeleitet wurde die erhebende Feier durch die Begrüßung der Feſtgäſte durch den Ortsſchul- raths-Obmannſtellvertreter Herr Ferdinand Gall. Der hochwürdige Herr Pfarrer Helfer hielt hierauf eine warme empfundene Anſprache an die Kinder, welcher die Anweſenden mit geſpannter Aufmerkſamkeit lauſchten. Die Schülerin der 6. Claſſe der Helenen- ſchule, Helene Navratil, brachte ein der Feier ent- ſprechendes Gedicht in recht gelungener Weiſe zum Vortrage, worauf die Damen Schopf, Trenner und Albrecht in liebenswürdiger Weiſe die Vertheilung der Spenden an die arme Jugend vornahmen. An die Betheilung reihte ſich ein Dank- und Segenſpruch, welcher mit großer Inbrunſt von der Schülerin der 5. Claſſe der Valerieſchule, Katharina Ramberger, für die Wohlthäter zum Schöpfer gerichtet wurde. Herr Bürgermeiſter Johann Pötſchner dankte dem Ortsſchulrathe für ſeine Mühewaltung. Nachdem der Obmann, Herr Julius Schopf, die Kinder zur Artig- keit, Dankbarkeit und fleißigem Schulbeſuche er- muntert hatte, ſchloß die würdige Feier. — Die Chriſtbaumfeier in der Klein- kinder-Bewahranſtalt wurde Dienstag den 22. l. M. unter großer Betheiligung vor einem diſtinguirten Publicum abgehalten; auch Herr Bezirkshauptmann Graf Alfred zur Lippe-Weißenfeld ſammt Frau Gemalin und Herr Bürgermeiſter Joſef Witzmann beehrten dieſes ſchöne Feſt. Die Verwaltung ſpricht allen Gönnern für die vielen Spenden den beſten und herzlichſten Dank aus. — Tiſchgeſellſchaft Gemeinde Katzenbach, deren ſegenreiches Wirken bekannt iſt, hat auch heuer, am Dienstag den 22. l. M., 24 arme Schulkinder mit completen Anzügen betheilt. — Von Herrn Foller erhalten wir die nachſtehende Zuſchrift: „An die p. t. Redaction der „Badener Zeiung“! Hiemit erſuche ich Sie, in Bezug auf die Notiz in der Samstagnummer vom 19. De- cember Ihres Blattes richtigzuſtellen, daß ich niemals eine Bauarbeit für einen Juden gemacht habe, da ich Aufträge von Juden principiell nicht übernehme. Ein einzigesmal habe ich einem confeſſionsloſen Raſſen- juden eine kleine Adaptirungsarbeit im Betrage von 400 fl. hergeſtellt, dies war im Jahre 1887. Ach- tungsvoll A. Foller.“ — Spenden für die Weihnachtsbeſcherung der Patienten des Rath’ſchen allg. öffentl. Kranken- hauſes in Baden ſind weiters bei der Anſtaltsver- waltung eingegangen: Von Frau Heß 1 Carton feines Backwerk, 41 Stück Orangen, 50 Stück Citronen, von Seifenſieder Herrn Janko 2 Pakete Chriſtbaumkerzchen, von Frau Amale Januſchke 72 Stück Aepfel, unge- nannte Dame: 80 Stück Orangen, Ihre Durchlaucht Frau Fürſtin Solms 1 Korb Spielſachen, von Frau Dr. Dürr 1 Dutzend Sacktücher, Wirkwaren und Spiel- ſachen. Dieſen und den edlen Spendern früherer Bei- träge wird hiemit auf das Wärmſte gedankt. — Spende. Herr Bahnhof-Reſtaurateur Johann Reichel hat für die Patienten des Rath’ſchen allg. öffentl. Krankenhauſes in Baden 20 Flaſchen à ½ Liter Rothwein geſpendet, wofür im Namen der Anſtalt auf das herzlichſte gedankt wird. — Spende. Eine ungenannt ſein wollende Wohlthäterin hat das geſammte Materiale für eine allen Patienten des Rath’ſchen allgemeinen öffent- lichen Krankenhauſes am 26. December l. J. zu verabreichende Jauſe ſammt dem nöthigen Milchbrote der Verwaltung der genannten Anſtalt übergeben, wofür der mildthätigen Wohlthäterin hiemit auf das Herzlichſte gedankt wird. Weiters haben mehrere Damen 6 Stück prachtvolle, von ihnen ſelbſt bekleidete Puppen für die Weihnachtsbeſcheerung im obigen Kranken- dauſe geſpendet; auch ihnen ſei hiemit herzlichſt gedankt. Faſchings-Repertvire. Donnerstag, 31. December: Sylveſter-Lieder- tafel des Badener Männer-Geſangvereines im Hotel „Stadt Wien“ in Baden. Dienstag, 5. Jänner: Liedertafel des Geſang- vereines „Liederfreunde“ im Hotel „Stadt Wien“ in Baden. Samstag, 9. Jänner: Turner-Kränzchen im Hotel „Stadt Wien“ in Baden. Samstag, 16. Jänner: II. Unterhaltungsabend des Eiſenbahnbeamten-Vereines im Hotel „Stadt Wien“ in Baden. Samstag, 16 Jänner: Gebirgsvereins-Kränzchen in den Saallocalitäten des k. und k. Sauerhofes in Baden. Samstag, 23. Jänner: Geſchloſſenes Coſtume- Kränzchen im Hotel „Stadt Wien“ in Baden. Samstag, 30. Jänner: Sylveſterfeier des Ge- ſangvereines „Liederfreunde“ im Hotel „Stadt Wien“ in Baden. Sonntag, 31. Jänner: Schubertfeier des Männer-Geſangvereines im Hotel „Stadt Wien“ in Baden. Sonntag, 31. Jänner: Feuerwehrball der I. freiwilligen Feuerwehr Baden im Hotel „Stadt Wien“ in Baden. Donnerstag, 4. Februar: Rother Kreuz-Ball im Hotel „Stadt Wien“ in Baden. Samstag, 6. Februar: Ball des Militär- Veteranen-Vereines Baden im Hotel „Stadt Wien“ in Baden. Donnerstag, 11. Februar: Hausball in den Saallocalitäten des k. und k. Sauerhofes in Baden. Samstag, 13. Februar: Ball des Touriſten- Clubs, Section Baden, im Hotel „Stadt Wien“ in Baden. Samstag, 20. Februar: Beamtenball im Hotel „Stadt Wien“ in Baden. Faſchingmontag, 1. März: Maskenball im Hotel „Stadt Wien“ in Baden. Correſpondenzen. Mödling. [Eigenbericht der „Badener Zeitung.“] (Perſonal-Nachrichten.) Herr Landesrath Johann Edler von Nowotny-Maunagetta, der ſeit dem Jahre 1868 die Präſidialgeſchäfte des u. ö. Land- tages und Landes-Ausſchuſſes führte, iſt vor einigen Tagen in den Ruheſtand getreten. Derſelbe Herr war bekanntlich ſeinerzeit auch Bürgermeiſter von Mödling. (Herr Gendarmerie-Wachtmeiſter Wrba), der vor vier Jahren hier zugetheilt war, iſt nunmehr zum Bezirks-Wachtmeiſter in Mödling ernannt worden, während der hieſige Gendarmerie-Wachtmeiſter, Herr Hafner, zum Kanzliſten bei dem Landesgerichte in Civilſachen in Wien ernannt wurde. (Der Verein „Weihnachtsbaum“), deſſen ſegensreiches Wirken bekannt iſt, hat heuer 102 arme Schulkinder mit Kleidern, Schuhen u. ſ. w. betheilt. (Der beliebte Feuerwehrball) wird, einer uns zugehenden Verlautbarung zufolge, ſchon am 16. d. M. im Hotel „Stadt Mödling“ abge- halten werden. (Im Circus Hammerſchmidt) fanden in der abgelaufenen Woche ebenfalls mehrere Vor- ſtellungen, deren jede eine Neuheit brachte, ſtatt, ſo daß der durchſchnittliche Beſuch, der ſich zum vor- wiegenden Theile aus den Bewohnern der Schöffel- vorſtadt recrutirte, ein guter zu nennen war. Beſon- dere Erwähnung verdient der, zwiſchen den Ring- kämpfern Mayerhofer und Wiedemann, letzt rer ein Wiener, vor einigen Tagen ſtattgefunden Kampf, der aber nur kurz währte und mit der Niederlage des Mödlingers endete, ſo daß dem Sieger Wiedemann, die von ihm ausgeſetzte 200 Kronen-Prämie verblieb. (Hoffmann-Theater.) Am 20. l. M. fand eine Nachmittagsvorſtellung mit „Dornröschen“ ſtatt, während am Abend die Doppler’ſche Geſangspoſſe „Ein gemüthliches Haus“, mit Director Hoffmann als „Hausmeiſter Thorriegel,“ der in ſeiner ur- wüchſigen Art und mit den hübſchen Couplets zahl- reiche Lacherfolge hatte, zur Aufführung gelangte. Am 22. hatte Herr Hottinger ſein Benefice im Schacht’ſchen Luſtſpiele „Gefährliche Mädchen.“ Der Beneficiant ſah zu ſeiner Freude einen vollen Saal vor ſich und ſpielte recht wacker ſeinen ſchüchternen Liebhaber. (Architekt Großbach) Herr Hoyer, Frl. Marie Hoffmann (Elſa), ſowie Frl. P. Hoffmann (Emma), Fr. Welz (Adolfine) erfüllten ihre Aufgaben zur

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Zitationshilfe: Badener Zeitung. Nr. 105, Baden (Niederösterreich), 30.12.1896, S. 4. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/nn_badener105_1896/4>, abgerufen am 01.07.2022.